skip to Main Content

Rhododendron pflanzen: Anleitung vom Experten & Pflanz-Tipps

Rhododendren dürfen in keinem Garten fehlen. Für den optimalen Start sind jedoch einige Kleinigkeiten beim Pflanzen des Rhododendrons zu beachten.

Die Rhododendren (Rhododendron) sind eine riesige Gattung innerhalb der Heidegewächse (Ericaceae), die über 1.000 Arten umfasst. Dabei erstreckt sich die geographische Ausbreitung des Rhododendrons über viele Kontinente. Trotz der großen Diversität in der Herkunft, gibt es viele Parallelen, was die Anbaubedingungen angeht. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen, damit Ihr Lieblings-Rhododendron prächtig gedeiht und in voller Blüte Ihren Garten schmückt.

Rhododendron pflanzen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Sie können Ihren Rhododendron prinzipiell das ganze Jahr über pflanzen, solange es sich um Containerware handelt. Wurzelware wird im Frühling oder Herbst gepflanzt. Eine Pflanzung im späten Frühling (April oder Mai) bringt den Vorteil, dass der Boden zu diesem Zeitpunkt im Jahr schon leicht erwärmt ist und die Gefahr von Nachtfrösten quasi ausgeschlossen ist. Zudem ist der Boden durchgehend feucht genug, damit sich die flachwurzelnden Rhododendren gut etablieren können. Zusätzlich können Sie beim Kauf der Pflanzen schon erste Blüten erspähen und sich so sicher bei der Blütenfarbe sein. Eine Pflanzung im Herbst (Anfang September bis Mitte November) bringt den Vorteil, dass die Wurzeln sich schneller ausbilden. Zu diesem Zeitpunkt geht Ihr Rhododendron in die Winterruhe über. Es wird keine Energie mehr in die Triebbildung gesteckt. Diese kann dafür in die Wurzelbildung fließen.

Lilia Rhododrendron klein im Garten mit Erde

Prinzipiell kann der Rhododendron das ganze Jahr über gepflanzt werden [Foto: Liga Petersone/ Shutterstock.com]

Rhododendron pflanzen: Standort

Der Rhododendron stammt ursprünglich aus Höhenlagen, in denen er, aufgrund der flachgründigen Böden, nur ein flaches Wurzelwerk ausbilden kann. Diese Böden zeichnen sich durch eine hohe Durchlässigkeit und vor allem durch einen leicht sauren pH-Wert aus. Wie Sie für Ihren Rhododendron im eigenen Garten die optimalen Bedingungen schaffen, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Rhododendron pflanzen: Die richtige Rhododendronerde

Der Rhododendron benötigt saure Bedingungen und darf unter keinen Umständen in Staunässe „ersticken“. Die meisten Böden in unseren Breiten sind jedoch eher neutral bis leicht basisch (zum Beispiel bei Kalkuntergrund), weshalb Sie den Aushub Ihres Pflanzloches mit reichlich Kompost anreichern sollten.

Zusätzlich zu den sauren Bedingungen, liebt der Rhododendron einen lockeren, luftigen Boden mit einer hohen Durchlässigkeit. Während an manchen Standorten die Durchlässigkeit gegeben sein mag (zum Beispiel auf sandigen Böden oder Schwarzerde), so muss in manchen Gärten noch etwas nachgeholfen werden (zum Beispiel auf lehmigen, tonigen Standorten). Es bietet sich an, die Korngrößenstruktur durch die Beimischung von Sand zu erhöhen. Dazu einfach die Pflanzerde im Verhältnis 1:1 mit dem Sand vermengen.

Hand mit Erde

Der Rhododendron liebt einen lockeren, luftigen Boden [Foto: funnyangel/ Shutterstock.com]

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zusätzlich auf dem Boden des Pflanzloches eine Drainageschicht aus Kies einziehen, beziehungsweise in größeren Mengen Rindenmulch mit in das Pflanzloch geben. Dies verhindert Staunässe und reguliert den Wasserablauf. Trotz der Durchlässigkeit sollte der Boden aber über eine gute Wasserspeicherfähigkeit verfügen.

Tipp: Kaffeesatz hat sich als Hausmittel zur Düngung von säureliebenden Pflanzen bewährt. Dieser säuert den Boden leicht an und bringt zudem kleine Mengen essentieller Nährstoffe in den Boden ein.

Hier haben wir zusätzliche Informationen zur Rhododendronerde für Sie zusammengetragen.

Rhododendron im Topf pflanzen

Die Bedingungen, die der Rhododendron gern im Garten vorfindet, sollten auch beim Pflanzen im Topf eingehalten werden. Achten Sie darauf, einen möglichst breiten Kübel zu verwenden, damit sich der flachwurzelnde Rhododendron entsprechend entwickeln kann. Achtung: Es eignen sich aufgrund der Größenunterschiede nicht alle Arten zum Anbau im Topf oder Kübel. Die Art der Japanischen Azaleen umfasst zum Beispiel viele Sorten, die relativ kleinwüchsig und deshalb für den Anbau im Topf bestens geeignet sind. Zwei Besonderheiten sind beim Pflanzen im Topf weiterhin zu beachten: Zum einen muss man darauf achten, dass sich keine Staunässe im Topf bildet. Verwenden Sie daher einen Kübel mit Abflussloch und legen Sie am Boden des Topfes eine Drainageschicht aus.

Rhododendron im Topf im Garten neben einem Zaun

Nicht alle Arten sind zum Anbau im Topf geeignet [Foto: Kev Gregory/ Shutterstock.com]

Zum anderen stellt die Überwinterung eine kleine Herausforderung dar, da der Topf aufgrund der großen Oberfläche des Wurzelballens recht schnell durchfriert. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, den Rhododendron an einen wärmeren Ort zu stellen, versuchen Sie ihn so gut wie möglich vor wechselnder Sonneneinstrahlung und kaltem Zugwind zu schützen. Am besten stellen Sie die Kübelpflanze an eine Hauswand, einen geschlossenen Zaun oder zwischen andere höhere Pflanzen, sodass die Pflanze von möglichst vielen Seiten Schutz findet. Zusätzlich kann man durch eine isolierende Schicht den Wärmeverlust des Topfes minimieren, womit Sie Ihrem Liebling gute Bedingungen auch im Winter zusichern können. Wickeln Sie hierfür den Topf mit mehreren Lagen aus Luftpolsterfolie oder Zeitungspapier ein.

Mehr Informationen zu Rhododendronarten und -sorten finden Sie hier.

Rhododendron pflanzen: Anleitung

Damit Ihr Rhododendron nach dem Pflanzen schnell und sicher anwächst und gedeiht, sind einige Dinge zu beachten. Wir erklären in einer Schritt-für-Schritt Anleitung, worauf es ankommt:

1. Standortwahl für den Rhododendron
Der Rhododendron bevorzugt halbschattige Standorte, mit guter Wasserführung und besonders gern steht er an leichten Hängen. Sie können ebenfalls einen vollsonnigen Standort für Ihren Rhododendron auswählen, hier muss jedoch auf das richtige Wassermanagement geachtet werden. Der Abstand zu anderen Pflanzen sollte an jedem Standort großzügig gewählt werden, weil der Rhododendron ein weitreichendes und flaches Wurzelwerk ausbildet.

Rhododendron am Hang

Rhododendron wächst gerne an leichten Hängen [Foto: Calin Tatu/ Shutterstock.com]

2. Den richtigen Pflanzabstand der Rhododendren beachten
Der Rhododendron kann – je nach Sorte – sehr ausufernd wachsen. Deshalb ist es wichtig, einen ausreichenden Abstand zu benachbarten Pflanzen einzuhalten. Besonders, wenn viele Rhododendren nebeneinander stehen, sollte ein entsprechender Pflanzabstand eingehalten werden, weil sich die flachen Wurzeln sonst gegenseitig behindern. Dabei wird der Pflanzabstand abhängig von der Größe zum Pflanzzeitpunkt und der erwarteten Endgröße gewählt. Je nach Größe sollten 30 (schwachwüchsige Sorten) bis 100 (starkwüchsige Sorten) cm Platz zwischen den Kronenrändern liegen. Soll sich der Rhododendron in eine Heckenpflanzung einreihen (zum Beispiel die Sorte ‚Bloombux‘), kann durchaus auf große Pflanzabstände verzichtet werden. Wenn die Pflanzen doch einmal zu dicht wachsen, können sie einfach umgepflanzt werden, um den Abstand zu vergrößern.

3. Das Pflanzloch für den Rhododendron groß genug ausheben
Wie schon zuvor beschrieben, benötigt der Rhododendron besonders durchlässige und saure Bodenbedingungen. Je größer das Pflanzloch, umso mehr aufgelockertes Erdreich umgibt die Wurzeln des frisch gepflanzten Rhododendrons. Daher sollte das ausgehobene Pflanzloch mindestens den doppelten oder noch besser dreifachen Umfang des Wurzelballens haben.

4. Die Pflanzen vorbereiten
Der Wurzelballen wird vor der Pflanzung intensiv gewässert, indem dieser in ein Gefäß mit Wasser getaucht wird bis keine Luftblasen mehr auftauchen.

5. Die Erde für die Pflanzung aufbereiten
Je nachdem, welche Bodenbedingungen Sie in Ihrem Garten vorfinden, sind eventuell einige Anpassungen nötig, um Ihrem Rhododendron den perfekten Start zu verschaffen. In jedem Fall wird die ausgehobene Erde mindesten 1:1 mit Humus gemischt. Dieser sorgt für die Nährstoffe und senkt den pH-Wert. Der pH kann durch den Anteil an Humus, aber auch mit Kaffeesatz, auf etwa fünf eingestellt werden.

Kaffeesatz als Dünger für Pflanzen

Mit Kaffeesatz kann die Erde einfach aufbereitet werden [Foto: Monthira/ Shutterstock.com]

Lehmige und tonige Böden sind ungeeignet für den Anbau von Rhododendron, da sie ein zu dichtes Korngrößenspektrum besitzen und sich eher im basischen pH-Wert-Bereich bewegen. Der Aushub des Pflanzloches sollte also vorher mit reichlich Sand angereichert werden, damit ein durchlässiges Milieu entsteht. Wollen Sie bei der Versorgung Ihres Rhododendrons auf Nummer sicher gehen, können Sie den gesamten Aushub auch gegen spezielle Rhododendronerde austauschen. Diese verfügt über alle Eigenschaften, die Ihr Rhododendron zum Glücklichsein braucht.

6. Rhododendron in das Pflanzloch setzen
Setzen Sie den Rhododendron nicht zu tief ins Loch. Ansonsten können die Wurzeln nicht richtig mit Sauerstoff versorgt werden und die Pflanze geht ein. Füllen Sie das Pflanzloch so weit auf, dass noch zwei Zentimeter des Wurzelballens aus der Erde schauen. Treten Sie die Erde nur leicht fest, damit sie schön durchlässig bleibt.

7. Rhododendron gut angießen und düngen
Nach dem Pflanzen des Rhododendrons wird kräftig angegossen. Sie können auch einen Gießrand aufschütten, um die Wässerung effektiver zu gestalten. Um Ihrem Rhododendron einen optimalen Start zu bereiten, wird nach der Pflanzung oberflächlich Dünger wie Hornspäne, -mehl oder Kompost eingearbeitet. Diese stickstofflastige Düngung wirkt einem Stickstoffmangel durch eine sich zersetzende Mulchschicht entgegen.

Erde in Händen

Nach der Pflanzung sollte oberflächlich Dünger eingearbeitet werden [Foto: MR. KHATAWUT/ Shutterstock.com]

8. Nach der Pflanzung mulchen
Ist der Rhododendron gepflanzt, wird noch eine Mulchschicht im Wurzelbereich aufgetragen. Diese Schützt vor Austrocknung, Temperaturschwankungen, verhindert Unkraut im Wurzelbereich und hält beim Zersetzen den pH-Wert unten.

9. Rhododendron nach dem Pflanzen pflegen
Im Allgemeinen ist der Rhododendron relativ pflegeleicht, das gilt jedoch erst mit zunehmendem Pflanzenalter. Ein junger Rhododendron möchte regelmäßig gegossen werden, ohne dabei jedoch in Staunässe zu ertrinken. Die regelmäßige Wasserzufuhr beschleunigt das jugendliche Wachstum und hilft Ihrem Rhododendron dabei, sich zu etablieren. Hierbei braucht der Rhododendron vor allem Zeit, um ein weitläufiges Wurzelwerk auszubilden, damit er in den nächsten Jahren auch ohne Gießen die womöglich trockenen Sommermonate übersteht. Gedüngt wird das erste Mal zwei Wochen nach der Pflanzung, wenn im Frühling gepflanzt wurde. Bei einer Herbstpflanzung wird im nächsten Frühjahr das erste Mal gedüngt.

Dünger wird mit der Hand gestreut

Im Frühling sollte zwei Wochen nach der Pflanzung das erste Mal gedüngt werden [Foto: SIM ONE/ Shutterstock.com]

Weitere Informationen zur Pflege des Rhododendrons finden Sie hier.

Wir von Plantura sind von folgenden Produkten überzeugt:
  • Floragard Bio Rhodohum: Bio Spezialerde ohne Torf zum Pflanzen von kalkempfindliche Moorbeetpflanzen. Die Bio-Dünger Flora-Bio-Mix und Flora-Phyto-Mix sorgen für ein gesundes Pflanzenwachstum und prachtvolle Blüten und der niedrige pH-Wert optimiert die Nährstoffversorgung für ein gesundes Wachstum.
  • Plantura Bio-Blumendünger: Bio-zertifizierter und tierfreier Langzeitdünger aus vornehmlich organischen Ausgangsstoffen. Ideal, um Ihre Blumen langfristig mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
  • Floragard Floratorf: Dieses Naturprodukt lockert den Boden und sorgt für eine gute Luftzirkulation. Es speichert Wasser, Nährstoffe und Bodenwärme. Bietet sich an, um normale Gartenerde saurer zu machen.
Back To Top