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Ringelblume: Steckbrief, Aussaat & Ernte der Calendula

Die Ringelblume gehört schon sehr lange ins Bild alter Bauern- und Gemüsegärten. Durch ihre vielseitige Verwendung entzückt die Calendula nicht nur mit ihrer schönen Blüte.

orangefarbene Ringelblume
Ringelblumen gehören als vielseitige Nutzpflanzen und Insektenweide in jeden Garten [Foto: A_Lesik/ Shutterstock.com]

Nicht nur für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge ist sie durch gute Pollen- und Nektarwerte eine wertvolle Pflanze, auch wir können von ihr profitieren. Wir stellen Ihnen die Ringelbume (Calendula officinalis) vor und geben Tipps für die Kultivierung im eigenen Garten. Hierbei gehen wir auch auf weitere Aspekte wie die Verwendung ein.

Ringelblume: Steckbrief und Herkunft

Die Ringelblume, auch Goldblume, Regenblume oder Dotterblume genannt, gehört zur Familie der Korbblüter (Asteraceae). Sie ist schon so lange bei uns beheimatet, dass man nicht mit Sicherheit sagen kann, wo sie ursprünglich herstammt. Botanische Studien lassen eine Herkunft im Mittelmeerraum vermuten. Womöglich haben die Kreuzzüge am Ende des 11. Jahrhunderts zu ihrer Verbreitung beigetragen. Die Ringelblume ist also ein Neophyt. Weil sie jedoch keine anderen Pflanzen verdrängt oder sich übermäßig vermehrt, wird sie bei uns nicht als problematisch oder invasiv eingestuft.

Heute wächst die Pflanze vor allem dort, wo nährstoffreiche und lockere Böden zu finden sind. Am Ende ihrer Blütezeit bildet die einjährige Goldblume Samenstände aus, die herabfallen und im Boden überwintern, um in der nächsten Vegetationsperiode neue 20 bis 60 cm hohe gelb-orange blühende Pflanzen hervorzubringen. Die ungiftige Calendula blüht von Juni bis Oktober und lässt sich in dieser Zeit vielfältig verwenden. So kann man die Dotterblume beispielsweise als Hausmittelchen zur Behandlung von Wunden oder zur Entzündungshemmung heranziehen.

Ringelblumen im Schnee
Die Ringelblume findet man manchmal verwildert, sie blüht bis in den Herbst hinein [Foto: Dmitrenko Ekaterina/ Shutterstock.com]

Die schönsten Ringelblumen-Arten und -Sorten

Die verschiedenen Sorten der Ringelblume sind oft nur lokal verbreitet. Hier einige besonders schöne Vertreter der Ringelblume:

  • ‘Orange Gitana’: Eine eher niedrigere Sorte, die orange Blüten ausbildet
  • ‘Yellow Gianna’: Maisgelbe Blüten mit dunklerem Blütenstempel
  • ‘Orange Stachelschwein’: Füllige, orange Blüten, die oft etwas eingerollt sind
  • ‘Neon’: Dicht gefüllte orange Blüten mit roten Spitzen

Neben Sorten von Calendula officinalis gibt es auch noch verwandte Arten von Calendula, die dekorativ und nützlich sein können. Ein Beispiel ist Calendula arvensis, die als Vorfahrin der Kultur-Ringelblume gilt und die genauso einfach kultiviert werden kann.

Neben reinem Saatgut sind auch viele Saatgutmischungen für Blumenwiesen erhältlich, die den Bienenmagnet Calendula mit anderen Sommerblumen kombinieren. Mit solchen insektenfreundlichen Mischungen kann man zahlreichen verschiedenen Insekten Nahrung anbieten.

Ringelblume pflanzen

Ob als Hingucker zwischen den Gemüsepflanzen, als Teil einer Insektenweide oder zur gezielten Ernte – die Ringelblume ist vielfältig. Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie die Calendula in Ihrem Garten pflanzen können.

blühende Ringelblumen
Die Calendula kommt in vielen Saatgutmischungen vor [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Der richtige Standort für Calendula

Die Ringelblume steht gerne auf frischen bis feuchten, lehmigen und nährstoffreichen Böden. Schwere und zu Staunässe neigende Böden sind leider ungeeignet für Ringelblumen. Im März bis Mai, spätestens noch im frühen Herbst kann man sie an einem sonnigen bis halbschattigen Standort im Freiland oder im Kübel aussäen. Somit können Sie sich die Calendula auch in einem Topf ziehen, um auf Ihrem halbschattigen bis vollsonnigen Balkon für Mensch und Insekt eine wertvolle Pflanze zu halten.

Wichtig: Bei der Kultur in Topf muss der Wasserabzug durch Löcher im Topf gewährleistet sein.
Damit die Samen der Ringelblume keimen, ist es entscheidend, das keimende Saatgut feucht zu halten.

Ringelblume aussäen auf einen Blick:

  • Aussaattermin: April – Oktober
  • Keimdauer: 8 – 14 Tage
  • Keimtemperatur (optimal): 10 – 20 °C
  • Saattiefe: 1 – 2 cm
  • Reihenabstand: 20 – 30 cm, der Abstand gilt auch zu anderen Kulturen
  • Pflanzabstand: Nach dem Auflaufen auf 25 cm vereinzeln
verblühte Ringelblumen
Die Ringelblume lässt sich leicht über die geringelten Samen vermehren [Foto: Daria Kurepina/ Shutterstock.com]

Für die Aussaat empfehlen wir eine lockere Erde mit geringem Nährstoffgehalt, welche die Wurzelbildung anregt und die Pflanze optimal anwachsen lässt. Beispielsweise unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde eignet sich hier gut.  Die Perlite in der Erde sorgt für eine lockere Bodenstruktur.

Ringelblume als Gründüngung gegen Schädlinge

Doch nicht nur für Mensch und Insekt hat die Heilpflanze etwas zu bieten. Sie kann auch den Boden verbessern. Ist dieser beispielsweise von schädlichen Nematoden (auch Fadenwürmer oder Älchen genannt) befallen, agieren Ringelblumenpflanzen als natürliche Bodendesinfektion gegen viele Arten von Fadenwürmern. Dabei sät man zwischen März und September 1,5 Gramm Ringelblumensaatgut pro Quadratmeter und lässt die Blumen mindestens zehn Wochen stehen, bevor man sie in die Erde einarbeiten kann. Da schädliche Nematoden häufig bei Tomaten und Karotten auftreten, bietet sich hier die Ringelblume als Zwischen- oder Nebenfrucht gut an.

Tipp: Nicht alle Fadenwürmer sind Schädlinge, tatsächlich gibt es auch nützliche Nematoden, die im biologischen Pflanzenschutz zum Einsatz kommen.

Tomaten und Ringelblumen im Beet
Tomaten und Ringelblumen sind sehr gute Beetnachbarn [Foto: Sharon Epperson/ Shutterstock.com]

Ringelblume pflegen: Schneiden, gießen & Co

Als ausgewachsene Pflanze hält die Calendula einige Trockenphasen aus. Ist der Boden jedoch sichtbar trocken, sollte gegossen werden. Staunässe wird von der Pflanze jedoch nicht vertragen. Wächst die Ringelblume durch Selbstaussaat mehrere Jahre an derselben Stelle, ist eine Düngung notwendig. Diese kann schon bei der Saat mitberücksichtigt werden, indem man einen Langzeitdünger in das Saatbett einarbeitet. Mit unserem Plantura Bio-Blumendünger erreichen Sie eine Langzeitwirkung von mindestens drei Monaten. Die ausgewogene Nährstoffzusammensetzung sorgt für gesunde und widerstandsfähige Pflanzen. Der langsam und fließend freigesetzte Stickstoff sowie der eher geringe Phosphat- und hohe Kaliumgehalt unseres Blumendüngers kommen der Standfestigkeit und Blühfreude von Ringelblumen entgegen.

Plantura Bio-Blumendünger
Plantura Bio-Blumendünger
Effektive Langzeitwirkung,
gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur

Die langstielige Blume eignet sich als Schnittblume für die Vase und bringt von Sommer bis Herbst die Freude der farbenfrohen Natur auch ins Haus.

Beim Anbau im Topf ist eine Düngung alle sechs Wochen zu empfehlen, am einfachsten gelingt dies mit einem organischen Flüssigdünger. Achten Sie jedoch auf die Nährstoffzusammensetzung: Eine zu stickstoffreiche Düngung vermindert die Blütenbildung deutlich. Unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger hingegen sorgt für eine üppige Blütenpracht über die ganze Saison. Durch die schnelle und einfache Gießanwendung werden die enthaltenen Mikroorganismen in die Erde eingebracht. Diese fördern wiederum ein starkes Wurzelwachstum. Die Nährstoffzusammensetzung unseres Düngers ist speziell für Blühpflanzen ausgelegt und stellt wichtige Nährelemente in angepasster Menge zur Verfügung.

Vase mit Ringelblumen und Gänseblümchen
Als Schnittblume kann die Ringelblume den ganzen Sommer und Herbst über genutzt werden [Foto: irina02/ Shutterstock.com]

Ringelblume pflegen auf einen Blick:

  • Bei sichtbarer Trockenheit gießen, jedoch Staunässe vermeiden.
  • Im Freiland und bei mehrjähriger Kultur am selben Standort jährlich einen Dünger mit Langzeitwirkung verwenden.
  • In Topfkultur ist eine regelmäßige Düngung notwendig.

Ist die Ringelblume winterhart?

Da es sich bei der Calendula um eine einjährige Sommerblume handelt, kann die Pflanze nicht überwintert werden. Sinken die Temperaturen nicht unter -5 °C, sind die strahlenden Blüten der Ringelblume aber weiterhin zu sehen. Wird es noch kälter, hört die Pflanze ganz auf zu wachsen. Daher kann die Blume als ausreichend frosthart eingestuft werden. Auch die Samen, welche die Ringelblume am Ende ihrer Vegetationsperiode abwirft, überdauern die kalten Monate im Boden. Im Frühjahr bringen diese dann neue Pflänzchen hervor, sodass man mit etwas Glück wiederkehrende Freude an der Calendula hat.

Tipp: Man kann auch gezielt die Samen einsammeln, solange sie noch an der Pflanze heranreifen. Reife Samen erkennt man daran, dass sie trocken sind und sich leicht aus dem ebenfalls trockenen Samenstand lösen lassen.
Sät man die Calendula spät im Jahr, steht sie durchaus auch noch im Winter in ihrer blühenden Pracht da. Das Saatgut kann dann verwendet werden, um den eigenen Ringelblumenbestand an anderen Stellen im Garten zu verbreiten oder in neuen Töpfen zu vermehren.

geschlossene Ringelblumen-Blüte
Die Ringelblume blüht bei später Aussaat bis in den Winter hinein [Foto: Boliukh Oleksandr/ Shutterstock.com]

Ringelblume ernten: Zeitpunkt und Vorgehen

Zur Heilnutzung der Pflanze ist die beste Erntezeit die Blütezeit, da man die voll entwickelten Blüten nutzt. Hierbei werden oft nur die Blütenköpfe verwendet, die man mit den Fingern leicht abknipsen kann. Wer sich für Wildkräuter begeistern kann, wird auch die Blätter interessant finden. Diese lassen sich das ganze Jahr über ernten. Jedoch sollten Sie nicht alle Blätter einer Pflanze entfernen, damit sie sich wieder regenerieren kann.

Verwendung der Ringelblume

Die verschiedenen Teile der Ringelblume werden unterschiedlich genutzt:

  • Blätter: Salatzutat
  • Blütenköpfe: Deko für Salate, Färbungsmittel für Reis oder Ostereier, Einkochen in Salben
  • Blütenblätter: Getrocknet als Tee
  • Blütenstiel und Blüte: Schnittblume
Ringelblumen im Salat
Nicht nur die Blüte, auch das Laub der Ringelblume ist essbar [Foto: simonidadj/ Shutterstock.com]

Da es sich um eine insektenfreundliche Pflanze handelt, findet man häufig Bienen, die an Ringelblumen sitzen. Zur Verwendung als Schnittblume schneiden Sie die schönsten Triebe weit unten ab, am besten mit gerade frisch geöffneten Blüten. Achten Sie darauf, dass keine Blätter in der Vase mit ins Wasser getaucht werden.

Ringelblume als Heilpflanze

Die wohl bekannteste Form des Heilmittels der Calendula ist die Salbe, welche man auch selber herstellen kann. Hierbei werden Ringelblumenblütenköpfe mit Bienenwachs und Sonnenblumenöl leicht aufgekocht. Als Grundlage kann man variabel auch Vaseline oder Melkfett benutzen. Verwendung findet diese dann in Bereichen der Wundheilung und bei Gelenkschmerzen. Außerdem hilft sie gegen Pickel, trockene Haut oder Dermatitis und soll ebenfalls gegen Schwangerschaftsstreifen nützlich sein.

Ringelbumen-Blüten und -Salbe
Ringelblumensalbe kann vielfach angewendet werden – vor allem bei trockener Haut [Foto: Alexander Raths/ Shutterstock.com]

Ist die Ringelblume giftig?

Wie bereits aus den oberen Abschnitten zu erkennen, ist die Ringelblume für den Menschen nicht giftig.
Auch für Hunde und Pferde beispielsweise gibt es aus der Calendula hergestellte Heilmittelchen, beispielsweise Tees oder Öle für die Anwendung im Magen-Darm-Trakt oder für das Fell.

Für Katzen allerdings sind die ätherischen Öle, die in der Ringelblume enthalten sind, leider giftig. Lernen Sie noch weitere Pflanzen kennen, die Sie in Ihrem Garten anpflanzen können. Weitere spannende Heilpflanzen für den Garten haben wir Ihnen in unserem Spezialartikel zusammengestellt.

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