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Rosen vermehren: Tipps zur Vermehrung mit Samen, Stecklingen & Co.

Bei besonders schönen Rosen lohnt es sich, sie zu vermehren. Wir zeigen, wie man Rosen ganz einfach mit Samen, Stecklingen und Co. vermehrt.

Rose im Beet wird zugeschnitten
Je nach Rosensorte sind einige Methoden zur Vermehrung besser geeignet als andere [Foto: glebchik/ Shutterstock.com]

Wenn Sie sich schon immer einmal gefragt haben, ob sich Rosenbüsche (Rosa) für den Garten auch aus Schnittrosen vermehren lassen, dann sind Sie hier genau richtig. Vielleicht haben Sie aber auch schon einmal davon gehört, dass man Rosen auf Kartoffeln (Solanum tuberosum) veredeln kann und möchten dieses ungewöhnliche Experiment jetzt selbst wagen. Wir stellen Ihnen neben diesen außergewöhnlichen Formen der Vervielfältigung von Rosen auch die gängigen Vermehrungsmethoden über Samen, Stecklinge und Absenker vor. Wie Sie bei der Vermehrung von einzelnen Rosensorten am besten vorgehen und was es zu beachten gilt, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Rosen vermehren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Rosen selber vermehren können. Wir erklären Ihnen nachfolgend, einige Methoden zur Vervielfachung Ihrer Lieblingsrose über Stecklinge, Absenker & Co. Einen Übersichtsartikel mit interessanten Informationen rund um das Thema Rosen finden Sie hier.

Rosen durch Samen vermehren

Die Vermehrung über Samen aus den Rosenfrüchten (Hagebutten) eignet sich nicht nur für Wildrosen, sondern auch für Edel- und Strauchrosen sowie für Ramblersorten. Hybridsorten sind für die Vermehrung über Samen allerdings nicht geeignet, denn hierbei kommt es zur Aufspaltung des genetischen Materials, wodurch die Sorteneigenschaften in der Nachkommenschaft nicht erhalten werden können.

Sammeln Sie die reifen Hagebutten im Herbst ein und lösen Sie die Samen vorsichtig heraus. Am besten schneiden Sie dafür die Früchte mit einem scharfen Messer auf und kratzen das darin befindliche Fruchtfleisch mit den Samen heraus. Anschließend geben Sie dieses in ein Sieb und reinigen die Samen unter fließendem Wasser, bis sie restlos vom Fruchtfleisch gesäubert sind.

Hagebutte an Rosenstrauch nah
Die Hagebutten der Rosen sind botanisch gesehen sogenannte Sammelnussfrüchte [Foto: Miroslav Fechtner/ Shutterstock.com]

Samen, die innerhalb einer Frucht gedeihen, sind allerdings von Natur aus mit einer Keimhemmung ausgestattet. Um diese zu durchbrechen, können Sie die Rosensamen für etwa 48 Stunden in einer Thermoskanne mit lauwarmem Kamillentee einweichen. Damit die Samen dann endgültig in Keimlaune kommen, ist zudem noch ein Kältereiz notwendig. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Stratifizierung. Lagern Sie die Rosensamen hierfür in stets feuchtem Sand für einige Wochen im Kühlschrank bei etwa 4 bis 5 °C.

Die vorbehandelten Samen aus dem Eigenanbau kann man einpflanzen, sobald sie anfangen auszutreiben. Stratifiziertes Saatgut aus dem Fachhandel kann sofort gesät werden. Füllen Sie für die Aussaat einige Anzuchtschalen mit Anzuchterde und stecken Sie die Rosensamen in ausreichendem Abstand etwa einen Zentimeter tief hinein. Halten Sie die Erde in den nächsten Tagen bis Wochen stets feucht. Wenn kleine Keimlinge aus den Samen herangewachsen sind, stellen Sie die Schale an einen hellen, nicht zu warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Nach den Keimblättern bilden sich die ersten richtigen Blätter. Dann wird es Zeit, die kleinen Rosenpflänzchen in Töpfe mit nährstoffreicher Gartenerde zu pflanzen. Im Frühling, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, können Sie die Rosenpflanzen dann an ihren Bestimmungsort im Garten verpflanzen.

Tipp vom Profi: Wenn Sie Rosen durch Samen vermehren, sollten Sie sich immer eine ausreichende Menge an Rosensamen vorbereiten, um die Erfolgschancen beim Anbau zu erhöhen. Denn nicht alle Samen sind keimfähig und wachsen auch tatsächlich zu einer neuen Rosenpflanze heran.

Keimender Rosensamen in Erde
Aus den Rosensamen der Hagebutten entstehen in mehreren Wochen kleine Keimlinge [Foto: Oxygen/ Shutterstock.com]

Rosen durch Stecklinge vermehren

Die einfachste und effizienteste Methode ist wohl die Vermehrung über Stecklinge. Schneiden Sie hierfür im Spätsommer (August) etwa drei Stecklinge je gewünschter Sorte, um die Erfolgsquote zu erhöhen. Verwenden Sie am besten solche Triebe, die gerade erst abgeblüht sind und kürzen Sie diese auf etwa 15 bis 20 Zentimeter Länge. Im besten Fall sollten die Stecklinge mindestens fünf Augen aufweisen. Verwenden Sie für die Stecklingsvermehrung unbedingt scharfes Werkzeug und setzen Sie den Schnitt an der Unterseite schräg an, um den Stecklingen die Wasseraufnahme zu erleichtern.

Bis auf das oberste Blattpaar können nun alle Blätter entfernt werden, um die Verdunstungsrate möglichst gering zu halten. Anschließend füllen Sie kleine Töpfe mit Anzuchterde oder leicht sandiger Gartenerde und stecken die vorbereiteten Triebstücke etwa bis zur Hälfte hinein. Gießen Sie die Stecklinge gut an und stellen Sie sie an einen warmen, hellen Ort. Für optimale Gewächshausbedingungen können Sie das untere Ende einer Plastikflasche abschneiden und diese über den Steckling stülpen. Vergessen Sie aber nicht, von Zeit zu Zeit zu lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden. Nach der Entwicklung der ersten neuen Blätter sollten diese auch wieder entfernt werden. Vergessen Sie außerdem nicht, die eingepflanzten Stecklinge regelmäßig zu gießen. Im folgenden Frühjahr (Mai) können die bewurzelten Jungrosen dann an ihren Bestimmungsort gepflanzt werden.

Dank der Vasen-Methode können Sie auch aus Schnittrosen kleine Rosenbüsche ziehen. Um die Rosen im Wasser zu vermehren, sollten Sie zuerst die verwelkten Blüten entfernen. Anschließend geben Sie die Rosenstiele in eine gläserne Vase mit lauwarmem Wasser. Ein warmer, heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung ist ideal. Nun sollten Sie das Wasser täglich wechseln, bis die Rose Wurzeln bildet und in einen Topf mit Erde verpflanzt werden kann.

Rose im Beet wird geschnitten
Stecklinge der Rose werden im Spätsommer nach der Blüte geschnitten [Foto: perfectlab/ Shutterstock.com]

Tipp vom Profi: Die Vermehrung über Stecklinge bringt zwar wurzelechte Rosen hervor, allerdings bewurzeln einige Rosen als Stecklinge nicht sehr gut und werden daher über die Veredelung vermehrt. Rosen, die unter Sortenschutz stehen, dürfen  wiederum gar nicht erst über Stecklinge vermehrt werden.

Rosen durch Steckhölzer vermehren

Eine andere Form der vegetativen Vermehrung erfolgt durch Steckhölzer. Diese werden im Gegensatz zu den Stecklingen nicht im Sommer, sondern im Spätherbst oder Winter geschnitten. Hierfür trennen Sie nach dem Laubfall verholzte Rosentriebe ab und kürzen diese auf etwa eine Länge von 20 bis 30 Zentimeter. Anschließend werden sämtliche Seitentriebe und Blätter entfernt. Füllen Sie nun eine gut verschließbare Kiste mit feuchtem Sand. Hierin werden die Steckhölzer gebündelt aufbewahrt, damit sie bis zum Auspflanzen nicht austrocknen. Über die Wintermonate stellen Sie die Kiste dann am besten in einen kühlen, frostfreien Raum. Wenn im Frühjahr (März) keine starken Fröste mehr zu erwarten sind und es langsam wieder warm wird, pflanzen Sie die Steckhölzer in Anzuchterde oder ein Sand-Torf-Gemisch. Noch im Herbst desselben Jahres können Sie die bewurzelten Steckhölzer mit den ersten grünen Blättern dann an ihren Bestimmungsort pflanzen.

Tipp vom Profi: Beet- und Edelrosen lassen sich nicht besonders gut über Steckhölzer vermehren, da ihnen hierfür die nötige Wuchs- und Wurzelkraft fehlt.

Rosen durch Veredelung vermehren

Gartenprofis können Ihre Rosen durch Veredelung vermehren. Bei Rosenzüchtern ist diese Art der Vervielfältigung gängige Praxis. Eine mögliche und beliebte Form der Veredelung ist dabei die Okulation. Dabei wird ein Auge einer Edelrose in den Wurzelhals einer Wildrose, welche als Unterlage dient, eingebracht. Die robuste, starkwüchsige Wildrose versorgt später die Edelrose, die sich so gut entwickeln und viele schöne Blüten hervorbringen kann. Für den Erfolg dieser Methode ist Expertise, Übung und das richtige Werkzeug entscheidend. Damit der Schnitt möglichst glatt wird, benötigt man ein sehr scharfes Messer oder ein spezielles Okuliermesser.

Junger Rosentrieb im Beet
Durch Veredelung kann man von den Vorteilen von zwei verschiedenen Rosensorten profitieren [Foto: Grandpa/ Shutterstock.com]

An einem heißen Sommertag im Juli, wenn die Rose voll im Saft steht, kann mit der Veredelung begonnen werden. Führen Sie hierfür zuerst einen T-Schnitt am Wurzelhals des Wildlings durch. Anschließend schneiden Sie aus der Edelrose ein Rindenstück mit nur einer Knospe in etwa zwei Zentimter Länge heraus. Lösen Sie die Rinde rund um den T-Schnitt vorsichtig ab und schieben Sie die Knospe in den geöffneten Schnitt. Um die entstandene Wunde zu schützen, verbinden Sie diese am besten vorsichtig mit Bast. Im folgenden Frühjahr wird der obere Teil der Wildrose über dem T-Schnitt entfernt, so wird die Edelknospe von der Unterlage gezwungen auszutreiben. Im Juni entfernen Sie dann noch die Spitze des Edeltriebes, damit die Rose mehrtriebig wird. Der Prozess der Okulation wird übrigens auch bei der Züchtung von Stammrosen durchlaufen.

Eine weitere bekannte Form der Veredelung ist die Pfropfung. Während beim Okulieren nur ein einzelnes Auge in die Unterlage verpflanzt wird, erfolgt beim Pfropfen die Verpflanzung eines ganzen Triebes. Diese Vermehrungstechnik wird häufig bei Obstbäumen angewendet, die ebenfalls zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zählen. Weitere interessante Informationen zur vegetativen Vermehrung verschiedener Pflanzenarten finden Sie hier.

Rose auf Kartoffel veredeln

Oft wird empfohlen, Schnittrosen in einer Vase mit lauwarmem Wasser bewurzeln zu lassen und später einzupflanzen. Diese Form der Vermehrung ist allerdings wenig erfolgversprechend und daher nicht empfehlenswert. Rosen auf Kartoffeln – das hört sich zwar etwas ungewöhnlich an, vor allem wenn man bedenkt, dass diese beiden Pflanzen völlig unterschiedlichen Familien angehören. Aus einer Kartoffel und einer geschenkten Schnittrose, deren Blütenpracht sonst meist nur von kurzer Dauer ist, lässt sich so allerdings eine Rosenpflanze ziehen, die noch viele Jahre im Garten gedeihen kann. Wie Sie Rosen mithilfe einer Kartoffel vermehren können, erklären wir Ihnen ausführlich in unserem Spezialartikel.

Rose auf Kartoffel veredeln
So seltsam die Kombination von Rose und Kartoffel zuerst erscheint, so ist sie doch sehr erfolgversprechend

Rose durch Absenken vermehren

Einige Rosen lassen sich auch wunderbar durch Absenker vermehren. Strauch-, Rambler- oder Kletterrosen sind hierfür besonders gut geeignet, da sich ihre langen Triebe leicht biegen lassen. Wählen Sie im Spätsommer nach der Blüte einen langen Trieb aus, der sich gut nach unten biegen lässt. Verholzte Triebe können Sie auch vorsichtig einschneiden, damit sie nicht brechen. Legen Sie den Trieb in eine etwa 20 Zentimeter tiefe Erdmulde und bedecken Sie den mittleren Teil mit einer Mischung aus Erde und Kompost. Triebe, die sich immer wieder nach oben aufbiegen, können Sie zusätzlich mit einer Astgabel fixieren, die Sie in den Boden stecken. In den folgenden Wochen muss die Erde gut feucht gehalten werden. An der Triebkrümmung entstehen dann ab dem Herbst neue Wurzeln. Im folgenden Frühjahr, wenn die neue Rosenpflanze stark genug bewurzelt ist, um sich selbst zu versorgen, kann sie von der Mutterpflanze getrennt und an ihren endgültigen Bestimmungsort gepflanzt werden.

Folgende Produkte haben sich bei unseren Rosen bewährt:
  • Floragard Bio Rosenerde: Spezialerde ohne Torf zum Pflanzen von Rosen im Beet oder Kübel. Die Bio-Dünger Flora-Bio-Mix und Flora-Phyto-Mix sorgen für ein gesundes Pflanzenwachstum und prachtvolle Blüten.
  • Plantura Bio Blumendünger: Ein Bio-zertifizierter und tierfreier Langzeitdünger aus vornehmlich organischen Ausgangsstoffen. Damit ist er ideal, um Ihre Blümchen langfristig mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und diese gesund und kräftig aussehen und prächtig blühen zu lassen.
  • Gardena Gartenschere: Gartenschere mit geschliffenen, antihaftbeschichteten Messer und ein Untermesser aus rostfreiem Edelstahl sowie ergonomisch geformte Griffe.

Sabine

Aktuell studiere ich Agrar- und Ernährungswirtschaft an der BOKU in Wien. Das Gärtnern macht mir unheimlich viel Spaß und nimmt sicherlich den größten Teil meiner Freizeit in Anspruch. Vor einigen Jahren wurde außerdem mein Interesse für Kräuter geweckt, weshalb ich 2018 die Ausbildung zur zertifizierten Kräuterpädagogin abgeschlossen habe.
Lieblingsobst: Äpfel, Kirschen
Lieblingsgemüse: Erdäpfel/Kartoffeln, Fenchel

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