Rotbuchenhecke: Experten-Tipps zu Kauf, Pflege & zum Schneiden

Die Blattfarbe der Rotbuchen ist ein echter Hingucker im Garten. Damit sie als Hecke schön und in Form bleiben, helfen unsere Experten-Tipps.

Buchenhecke

Buchenhecken können ein echter Hingucker im Garten sein [Foto: Stephen CravenCC BY-SA 2.0]

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) wird bei uns umgangssprachlich auch nur Buche genannt, denn sie ist die einzige Fagus-Buchenart  in Mitteleuropa. In deutschen Wäldern ist sie mit 15 % der am häufigsten auftretende Laubbaum. Doch nicht nur als mächtiger Baum macht sich eine Buche gut, mit dem richtigen Schnitt und ein wenig Pflege lässt sie sich auch in eine windbeständige und anspruchslose Hecke verwandeln. Selbst im Winter bietet der sommergrüne Baum einen guten Blickschutz, denn die meisten Sorten verlieren ihr Herbstlaub erst im Frühjahr. Deshalb sind Rotbuchen besonders für Förderer der heimischen Flora die Heckenpflanzen schlechthin.

Rotbuchen- und Buchenhecke kaufen

Setzlinge für Ihre neue Grundstücksabgrenzung oder den lang ersehnten Windschutz gibt es im Gartencenter, in der Baumschule oder können online erworben werden. Doch die Wahl beschränkt sich nicht nur auf die Auswahl der für Sie schönsten Sorte. Es muss auch überlegt werden, ob Container- oder Ballenware in der Erde landen soll.

Wie viel wächst die Rotbuchenhecke und wie groß kann sie werden?

Ist der Standort gut gewählt, sind Rotbuchen in jungen Jahren schnellwachsend. Bis zu einem Alter von jugendlichen 50 Jahre, wird ein Höhen- und Breitenwuchs von 40 bis 70 cm pro Jahr erreicht. Zwischen April und Mai hat die Buche dabei einen regelrechten Wachstumsschub. Die Triebe hängen dann noch etwas schlaff gen Boden. Dies legt sich mit fortschreitender Ligninbildung im Laufe des Jahres allerdings. Der rötlichen Farbe der jungen Triebe verdankt die Rotbuche auch ihren Namen. Wird die Rotbuche nicht zur Hecke zurecht geschnitten, können die Bäume Höhen von bis zu 30 Metern erreichen. Der Stamm erreicht so einen Umfang von bis zu zwei Metern.

Fagus sylvatica Buchenhecke

Ist der Standort gut gewählt, sind Rotbuchen in jungen Jahren schnellwachsend [Foto: Wiert nieuman/ Shutterstock.com]

Rotbuchenhecke: Gesunde Pflanzen

Ballenware sieht beim Kauf meist eher nach einem toten Stock, als dem Beginn einer prächtigen Hecke aus. Die Pflanzen werden jedoch, wenn sie gesund sind, noch im selben Jahr kräftig ausschlagen. Achten Sie direkt beim Auspacken der Pflanze darauf, ob Verletzungen zu sehen sind. Dies gilt auch bei Containerware. Außerdem sollten die Pflanzen beim Kauf eine Größe von mindestens 60 cm haben.

Rotbuchenhecke kaufen: Ballenware oder Containerpflanzen?

Ballenware ist günstiger, müssen nach dem Kauf aber direkt in die Erde. Containerware in Töpfen ist teurer und schwerer, dafür müssen die Pflanzen nicht sofort eingepflanzt werden. Anwachsen tun beide Varianten gleich gut. Wer seine Hecke an einem Wochenende in die Erde bringen kann, spart mit wurzelnackten Pflanzen Geld. Für diejenigen, die sich etwas mehr Zeit lassen wollen, eignet sich Containerware besser.

Rotbuchenhecke pflanzen

Bei der Standortwahl Ihrer Hecke ist nicht viel zu beachten. Suchen Sie sich ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen. Besonders junge Rotbuchen sind relativ schattentolerant. Auch Wind wird nach dem Anwachsen hervorragend vertragen, weshalb die Hecken wunderbar als Windschutz dienen können. Beim Boden ist darauf zu achten, dass Tonböden wegen der erhöhten Staunässegefahr nicht gut vertragen werden. Bevorzugt werden tiefgründige, nährstoffreiche, durchlässige Sand- bis Lehmböden. Beim pH-Wert des Bodens sind die Pflanzen sehr verträglich. Ob sauer oder alkalisch, die Rotbuche gedeiht.

Wann wird die Rotbuchenhecke gepflanzt?

Pflanzzeit ist bei Rotbuchen im späten Winter bis frühen Frühjahr. Damit sich die Setzlinge rundum wohl fühlen, sollte die Pflanzung an einem bedeckten und windstillen Tag stattfinden. Außerdem sollte der Boden nicht zu nass und auf keinen Fall gefroren sein.

Buchenhecke nah

Buchenhecken sind sehr standorttolerant [Foto: Andreas Krumwiede/ Shutterstock.com]

Vorgehen beim Pflanzen der Rotbuchenhecke

Hier ist besonders viel Wert auf eine gute Vorbereitung des Bodens zu legen. Diese Vorbereitung erfolgt am besten schon im Herbst. Ansonsten müssen Sie sich durch die harte Wintererde ackern. Lockern Sie den gesamten Bereich, der für die spätere Hecke gedacht ist, bis zur dreifachen Tiefe des Wurzelballens durch Umgraben auf. Danach wird die Erde mit reifem Mist oder Kompost vermischt. Dies verbessert die Durchlässigkeit und Bodenqualität. Bei der späteren Pflanzung wird wie folgt vorgegangen:

  • Ballenware: Wurzeln vor der Pflanzung mehrere Stunde in Wasser stellen
  • Entfernung sämtlicher Unkräuter im Pflanzbereich
  • Spannen Sie eine Richtschnur, damit die Hecke gerade wird
  • Pflanzloch/-graben: 2 – 4-mal so breit wie der Wurzelballen und flach; in der Mitte Erde leicht anhäufen
  • Entfernung aller verletzten Wurzel mit einer sauberen und scharfen Gartenschere
  • Setzlinge auf die Erhöhung im Pflanzloch setzen; Wurzeln vorsichtig an den Seiten platzieren
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen, sodass alle Wurzeln bedeckt sind, und andrücken
  • Gießrand anlegen und andrücken

Die Anhäufung von Erde im Wurzelbereich ist unbedingt zu vermeiden.

Rotbuchenhecke: Der richtige Pflanzabstand 

Unbeschnitten kann die Krone eine Fläche von bis zu 600 m² beschatten. In einer Hecke gepflanzt werden die Bäumchen nicht annähernd so breit. Bei einer Reihenpflanzung werden zwei bis vier Pflanzen pro Meter gepflanzt. Damit die Hecke schön dicht wächst, kann auch eine versetzte Doppelreihe angelegt werden. Hierbei gilt Folgendes:

  • Ballenware: 5 – 7 Pflanzen pro Meter
  • Containerware: 4 – 6 Pflanzen pro Meter
fagus sylvatica Buchenhecke Herbst

Im Herbst verzaubert die Buchenecke mit einem wunderschönen Farbenspiel [Foto: Zocchi Roberto/ Shutterstock.com]

Dies klingt erst mal nach einem ordentlichen Gedrängeln in späteren Zeiten, doch Sie müssen davon ausgehen, dass nicht jeder Setzling durchkommt. So entstehende Lücken werden dann von den umliegenden Setzlingen geschlossen und bieten den nötigen Platz. Es ist allerdings nicht nur auf den Pflanzabstand zu Nachbarpflanzen zu achten. Halten Sie mindesten den rechtlich vorgeschriebenen Abstand von 50 cm zur Grundstücksgrenze oder zu Mauern ein. Zwar lässt sich die Hecke oben herum gut in Schach halten, doch die Wurzeln sprengen gerne mal den Asphalt oder heben Gehwegplatten an.

Rotbuchenhecke nach dem Pflanzen angießen und mulchen

Nach der Pflanzung wird kräftig angegossen. Füllen Sie dabei den Gießrand auf und lassen Sie das Wasser absickern. So werden Luftblasen entfernt und die Erde setzt sich. Zu guter Letzt landet eine ordentliche Schicht Mulch, Rasenschnitt, Blätter oder reifer Mist auf dem Wurzelbereich. Diese Schicht isoliert, schützt vor Verdunstung und hält ungewünschtes Unkraut in Schach. Da die Setzlinge noch sehr empfindlich sind, empfiehlt sich eine Schutzhülle für den Stamm. So ist der junge Bau vor Wind und Schädlingen geschützt. Am besten eignen sich spiralförmige Baumschutzgitter aus Kunststoff, die sich erweitern, wenn der Baum wächst.

Weitere Informationen und Tipps zum Pflanzen von Rotbuchenhecken finden Sie hier.

Folgende Produkte empfehlen wir für Ihre Hecken und Sträucher:
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Rotbuchenhecke richtig pflegen

Rotbuchen sind die ideale Heckenbepflanzung für Garteneinsteiger, denn sie brauchen nicht viel Pflege. Weder ständiges Düngen und Gießen, noch ein Winterschutz sind erforderlich, wenn die Pflanzen sich erst einmal etabliert haben.

Rotbuchenhecke richtig gießen und düngen

Besonders in den ersten zwei Jahren ist Ihre Hecke von einer zusätzlichen Wassergabe abhängig. Diese wird nur nötig, wenn der Boden um den Stamm herum trocken ist. Bedenken Sie beim Gießen, dass Rotbuchen weder Staunässe, noch längere Trockenperioden vertragen. Gedüngt wird einmal jährlich mit Langzeitdünger, Kompost, Rasenschnitt oder Hornspäne. Alternativ wird in der Wachstumsphase regelmäßig mit Flüssigdünger im Gießwasser gedüngt. Achten Sie auf die Verwendung eines organischen Düngers. Dieser hat eine Depotwirkung und ist wesentlich umweltfreundlicher als die mineralische Alternative. Mehr Details zum richtigen Düngen finden Sie hier.

Buchenhecke Laub Rechen blauer Eimer

Die Laubschicht kann den Bäumen als zusätzliche Nährstoffquelle und im Winter als Schutz dienen [Foto: Paul D Smith/ Shutterstock.com]

Ein Tipp für Gegner des Laubharkens: Lassen Sie das Laub unterhalb der Hecke liegen, so wird das Unkrautwachstum gehemmt – also doppelte Arbeitsersparnis. Außerdem dient die Laubschicht den Bäumen als zusätzliche Nährstoffquelle und im Winter als Schutz.

Rotbuchenhecke im Winter

Die Rotbuche ist ein bei uns heimischer, sommergrüner Laubbaum und kommt hervorragend mit unseren Wintern zurecht. Im Herbst erstrahlen die Blätter in den typischen Herbstfarben, bis sie ihre braune Endphase erreicht haben. Die Blätter werden bei vielen Sorten erst im Frühjahr abgeworfen, so bietet die Hecke auch im Winter einen guten Blickschutz. Unsere Privatsphäre ist natürlich nicht der Grund für das Behalten der Blätter. Sie dienen als zusätzlicher Schutz, denn die Bäume neigen zur Entwicklung von Sonnenbrand. Schützen Sie daher junge, laubabwerfende Bäume mit Sackleinen oder Reisig. Mit den Temperaturen haben die Pflanzen kein Problem. Sie sind bis -30 °C winterhart. Gut angewachsenen Hecken brauchen daher keinen zusätzlichen Winterschutz. Bei jungen Hecken wird eine Schutzschicht aus Mulch verteilt. Diese schützt vor Verdunstung, welche viel eher zum Problem wird als die frostigen Temperaturen. Außerdem wird an frostfreien, trockenen Tagen bei Bedarf zusätzlich gegossen.

Buchenhecke Winter Schnee

Die Rotbuche kommt hervorragend mit unseren Wintern zurecht [Foto: Sarah Marchant/ Shutterstock.com]

Rotbuchenhecke schneiden und kürzen

Besonders in jungen Jahren sind Rotbuchen sehr schnell wüchsig. Da ist ein regelmäßiger Schnitt unerlässlich, damit Ihnen Ihre Hecke nicht zu sehr über den Kopf wächst und Sie eine schöne Verzweigung generieren.

Rotbuchenhecke: Wann schneiden?

Für einen optimalen Heckenwuchs wird zweimal jährlich zurückgeschnitten. Der erste Schnitt erfolgt an einem frostfreien, trockenen und bedeckten Tag im März – vorm ersten Wachstumsschub der Buche. Nach einem milden Winter wird schon im Februar geschnitten. Zwischen Juni und August wird dann ein zweites Mal zur Schere gegriffen. So haben Neuaustriebe vor dem ersten Frost genug Zeit zum Ausreifen. Kranke und beschädigte Triebe werden ganzjährig entfernt.

Rotbuchenhecke: Wie stark schneiden?

Bei einer Rotbuchenhecke muss man nicht zimperlich sein. Ein starker Rückschnitt sorgt für einen schönen dichten Wuchs. Dieser stärkere Rückschnitt sollte jedoch dem ersten Schnitt vorbehalten sein. Wie genau der gekonnte Schnitt bei einer Rotbuchenhecke auszusehen hat und was bei der Formung zu beachten ist, erfahren Sie hier. Beim zweiten Schnitt wird nur mäßig ausgedünnt  und unerwünschte Nebentriebe entfernt. Ansonsten kommt man brütenden Vögeln ins Gehege. Wer den heimischen Vogelfamilien ihre Ruhe gönnen möchte, verlegt den zweiten Schnitt auf einen Zeitpunkt nach der Brutzeit oder schneidet nur sehr vorsichtig zurück. Die Brutzeit ist in der Regel Ende Juni zu Ende.

Spatz in Buchenhecke

Achten Sie beim zweiten Schnitt darauf, brütende Vögel nicht zu stören [Foto: Mark Caunt/ Shutterstock.com]

Rotbuchenhecke radikal einkürzen

Bei älteren Exemplaren wird ein radikaler Rückschnitt gut vertragen und sollte alle paar Jahre stattfinden. Beim Verjüngungsschnitt werden sehr alte Äste entfernt und die Hecke innen ausgelichtet. Es können auch alle Triebe bis ins Altholz eingekürzt werden. Lassen Sie mindestens drei Augen stehen, damit sich neue Triebe bilden. Die Verjüngung dient dazu neuen Trieben Platz zu machen und erfolgt im Februar oder März.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken