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Ruhmeskrone: Pflanzen, Pflege & Überwintern der Gloriosa

Die Ruhmeskrone ist eine rankende Lilienart, die gleichermaßen schön wie auch giftig ist. Daher gilt sie trotz der beeindruckenden Blütenblätter als eher unkonventionelle Zimmerpflanze.

Ruhmeskrone in der Vase
Die Ruhmeskrone kann als Schnittblume oder Topfpflanze verwendet werden [Foto: Agnes Kantaruk/ Shutterstock.com]

Die Ruhmeskrone (Gloriosa superba) oder kurz Gloriosa genannt, ist eine giftige Kübel- oder Zimmerpflanze, die auch als Schnittblume verwendet werden kann. Sie imponiert mit ihren flammenähnlichen, roten Blüten, weshalb sie auch Prachtlilie genannt wird. Sie gehört zu der Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae) und ist unter anderem mit der Laternenlilie verwandt.

Ruhmeskrone: Herkunft und Eigenschaften

Die Ruhmeskrone stammt unter anderem aus Afrikas und Asiens tropischen Regenwäldern, Dickichten und Bergen. In Europa ziert die Ruhmeskrone Wohnungen und Gärten als Zimmer- oder Kübelpflanze. Als Schnittblume kommt sie auch in Blumensträußen zur Geltung.

Die Ruhmeskrone macht ihrem Namen alle Ehre, denn ihre Blütenform ähnelt einer brennenden Krone. Die feuerroten Blütenblätter gleichen züngelnden Flammen und enden in einem gelben Schlund. Die Blütezeit der Prachtlilie dauert die ganze Vegetationsperiode über an. Solange es hell, feucht und warm ist, werden Blüten ausgebildet. Nach der sommerlichen Blüte zieht sich die Pflanze im Herbst in den Boden zurück. Bei Temperaturen von unter 18 °C werden Nähr- und Reservestoffe aus den oberirdischen Pflanzenorganen in die unterirdischen Speicherorgane, die sogenannten Rhizome, verlagert. So übersteht sie auch die Trockenzeit in Afrika und Asien. Das Rhizom ist bis maximal -9 °C frosthart. Als Zimmerpflanze werden Temperaturen unter 18 °C oft nicht erreicht, sodass die Ruhmeskrone in Ausnahmefällen immergrün bleibt. Die Gloriosa ist eine rankende Pflanze und benötigt daher einer Rankhilfe oder ein Spalier. Aus der Spitze der glänzend grünen, ganzrandigen Blätter entspringen Blatt-Ranken, mit denen sie sich kletternd fortbewegt. Ist keine Rankhilfe vorhanden, wächst die Ruhmeskrone kriechend weiter. Insgesamt kann sie eine Länge von ein bis zwei Metern erreichen.

Tipp: Die Ruhmeskrone lässt sich gut als Schnittblume verwenden. Ihre Einzelblüten sind lange haltbar, nur der Blütenstängel ist zerbrechlich. Daher sollte er besonders vorsichtig gehandhabt werden.

rankende Ruhmeskrone
Die Ruhmeskrone ist eine Kletterpflanze [Foto: Tejas Prajapati/ Shutterstock.com]

Ruhmeskrone pflanzen

Die königlich anmutende Ruhmeskrone erfolgreich zu kultivieren, ist gar nicht so aufwändig wie ihr luxuriöser Anblick vermuten ließe. Im Folgenden erfahren Sie, worauf man beim Pflanzen der Ruhmeskrone achten sollte.

Ruhmeskrone einpflanzen

Um die Ruhmeskrone als Zimmer- oder Kübelpflanze zu pflanzen, sollte zunächst ein passendes Pflanzgefäß ausgewählt werden. Dieses sollte nicht zu klein sein, damit die Speicherorgane sich unter der Erde ausbreiten können. Außerdem sollte das Gefäß über ein Ablaufloch für Gießwasser verfügen, denn Staunässe verträgt die Prachtlilie nicht. Um Staunässe zu vermeiden, sollte zusätzlich eine Drainageschicht angelegt werden, damit überschüssiges Wasser besser ablaufen kann. Dafür werden etwa zwei bis drei Zentimeter des Gefäßes mit Drainagematerial wie etwa Tonscherben oder Blähton gefüllt. Anschließend wird der Rest des Gefäßes mit Substrat befüllt. Ein lockerer, nährstoffreicher Gartenboden, der zusätzlich wasserdurchlässig ist, bietet optimale Eigenschaften für das Wachstum der Ruhmeskrone. Alternativ kann eine geeignete Blumenerde mit eben diesen Eigenschaften verwendet werden. Besonders nachhaltig ist dabei eine torffreie Variante, wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Blumenerde. Diese besteht aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen und ist damit auch unbedenklich für alle Haus- und Gartentieren. Das Rhizom der Ruhmeskrone kann dann etwa drei Zentimeter tief in der Erde eingesetzt werden.

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Einsetzen des Rhizoms

Die Wurzel wird quer eingesetzt, sodass die kleinen Knospen nach oben weisen. Damit den Knospen kein Schaden zugefügt wird, darf die Erde nur äußerst vorsichtig angedrückt werden. Große Rhizome können auch geteilt werden, so dass jedes Teilstück mindestens eine Knospe besitzt. So erhält man kostengünstig mehrere Pflanzen.

Wichtig: Bei allen Gartenarbeiten mit der Ruhmeskrone sollten Sie unbedingt Handschuhe verwenden, denn die Pflanze ist stark giftig!

Rhizom der Ruhmeskrone
Im Handel erhältlich ist das Rhizom der Gloriosa [Foto: Sarycheva Olesia/ Shutterstock.com]

Ruhmeskrone: Standort

Die Gloriosa superba wird bei uns in Pflanzgefäßen entweder nur in Innenräumen oder auch den Sommer über im Freien kultiviert. Die Pflanze sollte an einem sonnigen, aber windgeschützten Ort platziert werden. Doch Vorsicht, bei direkter Sonneneinstrahlung schädigt die Hitze die Blätter der Ruhmeskrone. Als exotische Pflanze gedeiht die Ruhmeskrone besonders gut bei Temperaturen von 17 bis 22 °C, diese sollten möglichst konstant gehalten werden. Außerdem ist sie in ihrer Heimat an eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 % gewohnt, ein Platz an der Heizung ist daher ungünstig. Man sollte von Anfang an eine Rankhilfe einsetzen, da die Triebe zwar spät im Jahr erscheinen, dann aber sehr zügig wachsen. Um einen dichten Bewuchs des Spaliers zu erreichen, können die Ranken kreisförmig angebunden werden.

Tipp: Fragen Sie sich, warum die Ruhmeskrone in der Regel nur als Rhizom, nicht aber als Pflanze verkäuflich ist? Die Rhizome sind besser zu transportieren und zu lagern, als ausgewachsene Pflanzen. Außerdem wird das Risiko einer Beschädigung der etwas empfindlichen Ruhmeskrone minimiert.

Ruhmeskrone-Blüten und -Ranken
Die Ruhmeskrone will mit ihren Blattranken hoch hinaus [Foto: adul24/ Shutterstock.com]

Pflege der Ruhmeskrone

Damit die Pflege der Ruhmeskrone gelingt, muss neben der richtigen Bewässerung ausreichend gedüngt werden. Das Substrat der Ruhmeskrone sollte zu jedem Zeitpunkt mäßig feucht und zu nie trocken oder durchnässt sein. Idealerweise wird die Pflanze zweimal pro Woche von oben gegossen, an besonders heißen Wochen sollte jedoch öfter überprüft werden, ob eine zusätzliche Bewässerung nötig ist. Außerdem ist es empfehlenswert, an diesen Tagen die Blätter und Blüten zusätzlich mit handwarmem und kalkfreiem Wasser zu besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ergänzend können Luftbefeuchter in der Wohnung oder dem Gewächshaus aufgestellt werden.
Um das Wachstum der Ruhmeskrone und die Blütenausbildung zu unterstützen, sollte während der Vegetationsperiode von März bis September einmal wöchentlich gedüngt werden. Besonders wichtig für das Wachstum ist der Stickstoffanteil, der das schnelle Triebwachstum der Ruhmeskrone ermöglicht. Geeignet für eine wöchentliche Anwendung sind Flüssigdünger, die eine effiziente Nähstoffverteilung gewährleisten. Unser Bio-Blumen- & Balkondünger enthält beispielsweise die wichtigsten Nährstoffe in rein organischer Form und ist durch den Verzicht auf tierische Inhaltsstoffe angenehm geruchsneutral.

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Tipp: Beginnt die Pflanze Nähr- und Speicherstoffe in das Rhizom einzulagern, wird sie gelb und unansehnlich. Sie sollte dann weder gegossen noch gedüngt werden. Ist die Ruhmeskrone vollständig eingetrocknet, ist die Verlagerung abgeschlossen. Erst dann sollten Blätter und Stiele entfernt werden. Im Frühling befallen Blattläuse gerne junge Triebe der Ruhmeskrone. Um dies zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig Sprosse und Blattunterseiten der Pflanze die Tiere kontrollieren. Achten Sie dabei wieder auf das Tragen der Handschuhe, ansonsten können an den Händen Rötungen auftreten. Zusätzlich können die natürlichen Feinde der Blattlaus mit Totholzecken oder Insektenhotels gefördert werden. Ist es im Sommer zu feucht, ist die Ruhmeskrone außerdem anfällig für Wurzelfäule. Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass die Pflanzerde nicht zu nass ist.

Blattläuse auf einer Pflanze
Blattläuse schaden der Ruhmeskrone [Foto: Aleksandr Rybalko/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Nachdem die Pflanze ihre Blätter abgeworfen hat, kann die Ruhmeskrone vermehrt werden. Dafür wird das Rhizom ganz einfach im Herbst oder Frühjahr ausgegraben, mit einem Messer geteilt und wie bereits beschrieben neu eingepflanzt. Jedes Rhizom-Stück sollte mindestens eine Knospe aufweisen. Vergessen Sie dabei unter keinen Umständen das Tragen von Handschuhen.
Auch eine Vermehrung über Samen ist möglich, allerdings besitzen diese eine starke Keimhemmung. Es kann über ein Jahr dauern, bis der Samen zu keimen beginnt. Daher ist diese Methode zur Vermehrung der Ruhmeskrone nur geduldigen Gärtnern zu empfehlen.

Ruhmeskrone überwintern

Um die Ruhmeskrone zu überwintern, kann die Wurzelknolle im Kübel verbleiben und an einen Ort mit einer Temperatur von 10 °C gestellt werden. Während dieser Zeit wird weder gedüngt noch gegossen. Kurz vor dem neuen Austrieb im März ist ein Umtopfen der Knolle in frisches Substrat erforderlich. Das Rhizom wird erneut in 3 cm Tiefe eingepflanzt und die Pflanze erscheint nach 6 bis 8 Wochen bei ausreichender Bewässerung und Düngung wieder in voller Pracht.

blühende Ruhmeskrone
Ist der Winter vorüber, bildet die Ruhmeskrone wieder schöne Blüten aus [Foto: RukiMedia/ Shutterstock.com]

Ist die Ruhmeskrone giftig?

Alle Pflanzenbestandteile der Ruhmeskrone sind stark giftig. Insbesondere ihre Wurzelknolle enthält das sogenannte Colchicin, ein giftiges Alkaloid. Wenn Sie Symptome wie Schluckbeschwerden, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Die Einnahme von Colchicin kann tödlich sein.

Achtung: Die Einnahme von Pflanzenteilen der Ruhmeskrone kann tödlich enden. Sie ist als Zimmerpflanze für Familien mit Kindern ungeeignet.

Die Herbstzeitlose gehört – genau wie die Ruhmeskrone – zu den Zeitlosengewächsen. In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie Herbstzeitlose im Garten erkennen, pflanzen und pflegen und ob diese nur zauberhaft schön oder ebenfalls giftig sind.

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