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Schlehen: Anpflanzen, Vermehren & Schneiden von Schwarzdorn

Die Beeren der Schlehe sind bei Menschen und Vögeln im Garten sehr beliebt. Auch Bienen freuen sich über die Schlehen-Blüten. Was man beim Pflanzen, Pflegen und Vermehren des Schlehdorns beachten sollte, erfahren Sie hier.

Schwarzdornstrauch mit Früchten
Schlehen sind beliebte heimische Wildsträucher [Foto: Vyaseleva Elena/ Shutterstock.com]

Schlehen (Prunus spinosa) prägen als heimische Wildsträucher schon lange unser Landschaftsbild. Aber auch im Garten macht der Schwarzdorn eine gute Figur: Als Hecke oder Solitärbaum schenkt er uns im Herbst gesunde Früchte und bietet zudem Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insekten, Vögel und Schmetterlinge. In diesem Artikel verraten wir Ihnen alles über die Herkunft, passende Sorten, das Anpflanzen, die Pflege und die Vermehrung der Schlehe im eigenen Garten.

Schlehen: Herkunft und Eigenschaften

Schlehen sind bei uns unter vielen verschiedenen Namen bekannt: Schlehendorn, Schwarzdorn, Sauerpflaume, Heckendorn oder Deutsche Akazie werden sie auch genannt. Schlehen zählen zur Gattung Prunus und gehören zu der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Beheimatet ist der Schlehendorn in ganz Europa, in Vorderasien bis zum Kaukasus und in Nordafrika. Bis in Höhen von 1500 Metern kann man den Strauch antreffen. Heute findet man Schlehen auf fast allen Erdteilen. Wild trifft man den Strauch häufig an Wegrändern, in Weinbergen, an Waldrändern, wilden Hecken oder Hängen an.

Die sommergrüne Schlehe wächst als Strauch oder mehrstämmiger Baum. Sie kann im ausgewachsenen Zustand drei bis fünf Meter hoch werden. Die Rinde ist sehr dunkel, fast schwarz und wird mit zunehmendem Alter rissig. Die Triebe sind mit zahlreichen Dornen bedeckt. Die Blätter sind drei bis vier Zentimeter lang, elliptisch geformt und matt dunkelgrün. Im Herbst verfärben sie sich gelb bis leicht rötlich.

Schwarzdorn in voller Blüte
Schlehen blühen von März bis April [Foto: Orest lyzhechka/ Shutterstock.com]

Schlehen-Blüte: Wann blüht der Schlehenstrauch?

Die Schlehe ist einer der ersten blühenden Sträucher im Frühling. Mit ihren üppigen, weißen Blüten setzt sie nicht nur Farbtupfer in die Landschaft, sondern lockt auch Bienen und Insekten an. Von Ende März bis April erscheinen die zahlreichen, kleinen, schneeweißen Blüten am Schwarzdorn.

Tipp: So unterscheiden Sie Schlehen und Weißdorn: Schlehen blühen weiß, noch bevor die ersten Blätter am Strauch erscheinen. Weißdornblüten dagegen erscheinen nach dem Laub. Sehen Sie also einen kahlen Strauch mit weißen Blüten, handelt es sich um eine Schlehe.

Schlehenbeere: So erkennt man die Früchte des Schlehdorns 

Die Früchte der Schlehe erscheinen im Spätherbst und erinnern an sehr kleine, kugelrunde Pflaumen. Besonders prägnant ist die Farbe der Schale: Diese ist schwarz-violett bis schwarz-blau. Wilde Schlehenfrüchte werden bis zu einem Zentimeter Durchmesser groß, Zuchtformen können einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern haben.

Beeren am Schlehenstrauch
Die Früchte der Schlehe sind rund und dunkelblau [Foto: guentermanaus/ Shutterstock.com]

Schlehen-Sorten

Neben wilden Schlehen gibt es heutzutage auch einige Zuchtformen der Schlehe, die höhere Erträge versprechen.

Diese Schlehen-Sorten eignen sich für den Anbau im Garten:

  • ‘Godenhaus’: Hoher Ertrag und starker Wuchs
  • ‘Merzig’: Große Früchte, gut geeignet für Schnäpse und Liköre
  • ‘Nittel’: Große Früchte, schwacher Wuchs, geringer Schnittaufwand
  • ‘Purpurea’: Besitzt im Gegensatz zu anderen Sorten purpur-rotes Blattwerk
  • ‘Reto’: Veredelte Neuzüchtung, bildet große Früchte, weniger säuerlich
  • ‘Rosea’: Blüht nicht weiß, sondern rosa, trägt ebenfalls rotes Blattwerk
  • ‘Trier’: Fruchtgröße und Wuchskraft sind der Wildform am ähnlichsten

Schlehen anpflanzen: Das sollte man beachten

Wann, wo und wie Sie Schlehen pflanzen, beantworten wir Ihnen in diesem Abschnitt.

Wann Schlehen pflanzen?

  • Containerpflanzen: Im Frühjahr und Herbst
  • Wurzelnackte Sträucher: Im Herbst

Wo Schlehen anpflanzen?

  • Sonniger, warmer Standort
  • Nährstoffreiche, durchlässige Böden
  • Bevorzugt trockene Böden, Staunässe unbedingt vermeiden
  • Idealer pH-Wert: 6 – 8,5

Tipp: Die Schlehe macht sich besonders gut in einer Hecke in Kombination mit anderen heimischen Wildsträuchern, wie zum Beispiel der Hagebutte (Rosa canina) oder dem Wacholder (Juniperus).

Schwarzdorn an sonnigem Standort
An einem sonnigen Standort fühlt sich die Schlehe wohl [Foto: lola1960/ Shutterstock.com]

Wie geht man beim Schlehen Pflanzen vor?

  • Boden gründlich auflockern
  • Mit Plantura Bio-Universaldünger oder Kompost anreichern
  • pH-Wert anpassen durch Kalken oder Düngung mit Eierschalen oder Holzasche
  • Pflanzloch ausheben, das mindestens doppelt so groß und tief ist wie der Wurzelballen
  • Hauptwurzeln der Pflanze frisch anschneiden, beschädigte oder faule Wurzeltriebe abschneiden
  • Pflanzabstand Solitärpflanze: 3 Meter
  • Pflanzabstand Heckenpflanze: 2 Meter
  • Pflanzloch auffüllen
  • Angießen

Tipp: Über das stark wachsende, ausufernde Wurzelwerk der Schlehen wird sich oftmals beschwert. Dieses können Sie sich aber zu Nutze machen, um zum Beispiel Hänge zu befestigen. Die breitwüchsigen Wurzeln des Schwarzdornes eignen sich dafür ideal.

Schlehen vermehren

Der Schwarzdorn lässt sich durch mehrere Verfahren vermehren.

Vier Methoden eignen sich, um Schlehen zu vermehren:

Für die Vermehrung durch Samen werden im Herbst die Beeren gesammelt und die Kerne vom Fruchtfleisch entfernt. Lagern Sie diese den Winter über im Kühlschrank. Im Frühjahr können Sie die Kerne dann aussäen. Für die Vermehrung durch Steckhölzer schneiden Sie einen verholzten, circa 20 Zentimeter langen Zweig vom Strauch ab und befreien ihn von allen Dornen und Blättern. Dieser wird in Anzuchterde gesteckt und kann dort bewurzeln. Im Frühjahr kann das Steckholz dann ausgepflanzt werden. Für die Vermehrung durch Absenker wird ein ausreichend langer Zweig vom Strauch zum Boden gebogen und mit einem Stein oder einem Stück Draht am Boden befestigt. Nach einigen Wochen sind am Absenker eigene Wurzeln gewachsen, und er kann von der Mutterpflanze getrennt und eingepflanzt werden. Um Wurzelausläufer zu erhalten, trennen Sie mit einem scharfen Spaten ein circa 50 Zentimeter langes Wurzelstück ab. Dieses wird dann am neuen Standort genauso tief in den Boden eingegraben, wie es vorher in der Erde lag.

Schwarzdorn pflegen

Die Schlehe ist äußerst genügsam und benötigt nur wenig Pflege. Erwähnt werden sollte an dieser Stelle nur die besonders starke Wuchskraft der Wurzeln. Wenn Sie diese eindämmen wollen, lohnt es sich bei Schlehen, eine Wurzelsperre anzulegen, damit die Wurzeln sich nicht ungehindert ausbreiten können. Dazu lassen Sie zum Beispiel eine Wurzelbarriere in Form von Betonringen circa 50 Zentimeter tief in den Boden ein. Alternativ können Sie die Wurzelausläufer auch von Zeit zu Zeit abstechen oder ausreißen.

Schlehenstrauch mit Früchten
Die Schlehe braucht nicht viel Pflege, um viele, schöne Früchte zu tragen [Foto: Ihor Hvozdetskyi/ Shutterstock.com]

Schlehdorn gießen und düngen

Wenig Wasser macht der Schlehe gar nichts aus. Deshalb muss sie auch in längeren Trockenperioden nicht gegossen werden. Damit der Boden ganz ihren Ansprüchen genügt, freut sich der Schwarzdorn im Frühjahr über eine Kalkgabe. Alternativ kann der pH-Wert auch mit einer Düngung mit Holzasche oder Eierschalen angepasst werden. Bei kalkarmen Böden sollte dies im Herbst wiederholt werden.
Eine einmalige Düngung im Frühjahr reicht bei der Schlehe bereits vollkommen aus. Verwenden Sie hierfür vornehmlich organische Dünger wie Kompost oder einen Dünger mit organischer Langzeitwirkung. Unser Plantura Bio-Universaldünger versorgt Ihre Schlehe mit allen wichtigen Nährstoffen und gibt diese langsam und schonend an die Pflanze ab.

Schlehen pflegen im Überblick:

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Schlehen schneiden

Der Schlehendorn ist sehr schnittverträglich und kann daher gut nach Bedarf zurückgeschnitten werden. Ob ein Rückschnitt nötig ist, hängt ganz davon ab, wozu Sie den Strauch nutzen wollen. Um einen möglichst hohen Ertrag an Beeren zu haben, sollten Sie Ihren Strauch alle drei Jahre zurückschneiden und ausdünnen. So bringt er besonders große Früchte hervor. Die beste Zeit zum Schneiden und Ausdünnen ist im Frühjahr nach der Blüte. Wenn Sie auf die Früchte keinen so großen Wert legen und die Schlehe vor allem als Lebensraum für Bienen, Vögel und Schmetterlinge wachsen lassen, dann kann der Strauch auch ganz ungestört wachsen und muss gar nicht zurückgeschnitten werden.

Vogel in Schlehenstrauch
Zahlreiche Vögel finden an der Schlehe Nahrung [Foto: Alan Tunnicliffe/ Shutterstock.com]

Sind Schlehen bienen- und vogelfreundlich?

Auf jeden Fall! Kaum ein anderer Strauch hat einen höheren ökologischen Wert als der Schwarzdorn. Zahlreiche Säugetiere, Vögel und Insekten finden in Schlehen-Sträuchern und -Hecken Unterschlupf und Nahrung. Viele Schmetterlinge, wie beispielsweise das Tagpfauenauge oder der Zitronenfalter nutzen den Schwarzdorn, um dort ihre Eier abzulegen. Auch die Raupen finden im Gestrüpp reichlich Futter. Zahlreiche Vogelarten, wie Meisen oder Grasmücken ernähren sich von den Schlehenbeeren. Spezielle Strauchbrüter, wie zum Beispiel der Neuntöter, bauen ihre Nester gerne in Hecken oder Sträucher der Schlehe und finden dort Schutz und Nahrung.

Wer findet alles im Schlehen-Strauch ein Zuhause:

  • Ca. 18 Wildbienenarten und Honigbienen
  • 70 Schmetterlingsarten
  • 20 Vogelarten
  • 173 Insektenarten
  • 18 Säugetierarten

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Schlehen schmecken nicht nur Vögeln besonders gut; auch wir Menschen können mit den Beeren allerlei Gutes anfangen. Wie Sie Schlehen richtig ernten und verwenden, können Sie hier nachlesen.

Noch mehr über heimische Sträucher für Vögel finden Sie in unserem Spezial-Artikel.

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