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Schneeheide: Pflanzen, Pflegen & Schneiden von Erica carnea

Die Schneeheide (Erica carnea) ist in manchen Regionen auch als Winterheide bekannt und verschönert durch ihre frühe Blüte bereits zwischen Januar und April jeden Garten oder Balkon.

Schneeheide in Blütezeit
Die Schneeheide ist eine immergrüne Laubpflanze, die zwischen Januar und April blüht [Foto: Iva Vagnerova/ Shutterstock.com]

Wer auch im Winter auf blühende Pflanzen blicken möchte, kann sich Schneeheide, auch Winterheide genannt, auf den Balkon oder in den Garten pflanzen. Wir geben Ihnen einen kurzen Steckbrief zur Schneeheide und erklären, wie man die besondere Pflanze richtig kultiviert, pflegt und durch den Winter bringt.

Schneeheide: Blütezeit und Eigenschaften

In fast allen Gärten sind während des Sommers zahlreiche Blühpflanzen zu bewundern, doch im Winter sieht es meist etwas kahler aus. Die im Winter blühende Schneeheide (Erica carnea) bietet mit ihrer Blühpracht eine schöne Ausnahme. Wegen der winterlichen Blüte wird der verzweigte Zwergstrauch auch Frühlings- oder Winterheide genannt. Sie gehört der Gattung der Heidekräuter (Erica) an und ist somit Teil der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Beheimatet ist die Schneeheide in West-, Mittel- und Südeuropa sowie Teilen Marokkos, wobei sie vom Flachland bis in hochalpine Gegenden zu finden ist.

Die bogig aufstehenden, immergrünen Äste des maximal 30 cm hoch wachsenden Zwergstrauchs sind mit nadelförmig eingerollten Laubblättern besetzt, die ganzjährig an der Pflanze verbleiben. Meist blüht die Schneeheide von Januar bis April und zählt somit zu den Schnee- und Frühblühern. Die Blütenknospen werden bereits im Herbst des Vorjahres gebildet. Die vielblütigen, traubigen Blütenstände wachsen nur auf einer Seite des einzelnen Astes entlang, wobei die zwittrigen Blüten eine doppelte Hülle besitzen. Bei der Wildform bestehen sie aus einem rötlichen Kelchblatt und einem weiß, rosa oder rötlich gefärbten Kronenblatt. Aus dem Inneren ragen acht auffällige dunkle Staubblätter heraus. Bei späterer Trockenheit während des Sommers werden die leichtgewichtigen Samen freigesetzt, die sich als Körnchenflieger vom Wind verbreiten lassen.

Biene an Schneeheide
Für zahlreiche Insekten bietet die Schneeheide schon direkt nach der Winterruhe frischen Nektar [Foto: diwali/ Shutterstock.com]

Ist die Schneeheide bienenfreundlich? Wegen ihrer frühen Blühzeit ist die Schneeheide eine wichtige Bienenweide und liefert bereits beim ersten Ausschwärmen Nektar. Für die Schneeheide selbst sind die Insekten wiederum für die Bestäubung notwendig. Außerdem ist sie eine wichtige Futterpflanze für die Raupen des Heidekrauteulchens (Anarta myrtilli) sowie des Heidekraut-Blütenspanners (Eupithecia nanata).

Die schönsten Erica-carnea-Sorten

Es gibt eine Vielzahl dekorativer Winterheide-Sorten, die sich durch ihre Blütenfarbe, Blühzeit, Blattform und -farbe unterscheiden. Hier finden Sie drei der schönsten Sorten im Porträt:

  • ‘Isabell’: Die Sorte Erica carnea ‘Isabell’ ist eine Winterheide in Weiß und blüht zwischen Februar und April. Sie wächst mit maximal 15 cm nur sehr flach. Die Blätter der ‘Isabell’ sind hellgrün gefärbt.
  • ‘Rosalie’: Die Blüten der Sorte Erica carnea ‘Rosalie’ sind kräftig rosa gefärbt und erblühen von Januar bis in den Mai hinein. Die Äste der Pflanze werden bis zu 30 cm hoch und sind mit saftig grünen Blättern besetzt.
  • ‘Wintersonne’: Wegen ihrer leuchtenden, dicht stehenden, dunkelrosa gefärbten Blüten zählt die Sorte Erica carnea ‘Wintersonne’ zu den schönsten Winterheide-Sorten. Sie erblüht zwischen Februar und Mai und wächst mit circa 15 cm nur niedrig. Ihre hellgrün gefärbten Blätter sind ebenfalls äußerst markant.
weiße Schneeheide
Die Blüten der Schneeheide ‘Isabell’ sind komplett weiß [Foto: Geo-grafika/ Shutterstock.com]

Winterheide pflanzen: Standort, Zeitpunkt und Vorgehen

Am besten kommt die Winterheide zur Geltung, wenn sie in einem größeren Pflanzenverband von acht bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter bei einem Pflanzabstand von 20 bis 30 cm gepflanzt wird.

Die Winterheide ist sehr bodentolerant und fühlt sich auf sandigen, humosen, torfigen Böden mit gutem Wasserabzug und saurem bis alkalischem pH-Wert wohl. Der Standort sollte mäßig trocken bis frisch sein, denn Staunässe und Bodenverdichtung verträgt die Winterheide leider nicht. Sie wächst gerne an ähnlichen Standorten wie Kiefern und andere Nadelbäume oder an Waldgrenzen, wobei sie sonnige Standorte bevorzugt. Jedoch toleriert sie auch halbschattige Standorte. Wer Winterheiden im Beet anpflanzen möchte, benötigt dafür eine durchlässige, gern sandige und humose Erde. Am besten ist es, eine hochwertige Pflanzenerde mit etwa einem Drittel Sand und etwas Kompost oder organischem Dünger zu mischen oder die vorhandene Gartenerde durch Beimischung von frischer Erde und Sand aufzubessern, um für die Winterheide ideale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Eine ideale Grundlage für das Pflanzsubstrat ist unsere Plantura Bio-Universalerde, die durch ihren hohen Nährstoffgehalt und den enthaltenen Kompost beste Voraussetzungen für die Winterheide schafft. Außerdem wird durch einen hohen Anteil an Kokosmark eine gute Wasserspeicherfähigkeit bei gleichzeitig guter Durchlüftung des Bodens gewährleistet, was gerade auf schweren Böden Wurzelfäule verhindern kann.

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Am besten ist es, die Winterheide im Herbst zu pflanzen, zwischen September und November. Dafür sollte der Boden etwas tiefer ausgehoben werden, als der Wurzelballen hoch ist. Der Wurzelballen kann kurz in Wasser getaucht werden, bevor er eingesetzt und etwa fingerbreit mit Erde bedeckt wird. Es ist wichtig, die Erde nicht vom Wurzelballen zu entfernen, da die Winterheide in Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen wächst und diese sonst zerstört werden könnten. Während der ersten Wochen sollten Sie auf eine konstante Wasserversorgung Acht geben, damit die Pflanze anwachsen kann.

Winterheide auf dem Balkon: Die Winterheide kann problemlos im Balkonkasten kultiviert werden. Dabei ist es wichtig, einen winterharten Balkonkasten zu verwenden. Für die Pflanzung eignet sich dasselbe Erde-Sand-Gemisch wie auch für die Pflanzung im Beet. Außerdem sollte die Pflanze im Kasten häufiger gegossen werden, da keine Versorgung aus tieferen Bodenschichten erfolgt.

Winterheide im Topf
Die Schneeheide eignet sich einwandfrei als Topf- oder Balkonkasten-Pflanze [Foto: R. Maximiliane/ Shutterstock.com]

Winterheide pflanzen: Zusammenfassung

  • Pflanzabstand: 20 – 30 cm
  • Boden: Sandig, humos, torfig, sauer bis alkalisch und mit gutem Wasserabzug
  • Standort: Mäßig trocken bis frisch, sonnig bis halbschattig
  • Zeitpunkt: September – November

Pflege der Winterheide

Die Winterheide ist eine recht anspruchslose Pflanze, die nur gelegentlich etwas Pflege benötigt.

Winterheide gießen und düngen

Die wichtigste Pflegemaßnahme der Winterheide ist das regelmäßige Gießen, vor allem während der Trockenperioden. Dabei ist es wichtig, nicht zu stark zu gießen, da die Winterheide einen wassergesättigten Boden nicht gut verträgt. Während der Wintermonate sollten Sie die Pflanze nur an frostfreien Tagen gießen. Eine Düngung ist bei der Winterheide nicht notwendig, da sie durch die Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen langfristig gut mit Nährstoffen versorgt wird. Bei der Pflanzung im Topf jedoch kann es nach längerer Zeit zu einem Eisenmangel kommen. Die Topfpflanzen sollten deshalb jährlich mit einer geringen Menge Hortensiendünger gedüngt oder regelmäßig in frische Erde umgetopft werden. Die Beimischung von gelbem Sand, dessen Oberfläche natürlicherweise Eisen anhaftet, hilft ebenfalls, einem Mangel vorzubeugen.

Winterheide schneiden

Um die Winterheide vital zu halten, ist es wichtig, sie regelmäßig zu schneiden. Am besten ist ein jährlicher, moderater Pflegeschnitt direkt nach der Blüte. Nach spätestens zwei bis drei Jahren sollten die Äste knapp unterhalb des Blütenstands abgeschnitten werden. Das verhindert ein inneres Verkahlen der Pflanze und fördert den flächigen Wuchs.

Tipp: Wer die Samen der Winterheide gewinnen und neu aussäen möchte, sollte die Blüten in einem Jahr nicht schneiden, sondern nach dem Abtrocknen ernten. Die Samen lassen sich anschließend gezielt aussäen. Natürlich können Sie die Aussaat auch den Pflanzen selbst überlassen und beobachten, wo in Ihrem Garten neue Winterheide-Pflanzen sprießen.

Winterheide im Sommer pflegen

Während des Sommers sollte vor allem bei Trockenheit darauf geachtet werden, dass die Winterheide gut mit Wasser versorgt ist. Auf mageren Standorten und bei älteren Pflanzen kann eine moderate Düngung die Vitalität der Pflanzen steigern, ist jedoch aufgrund der bereits erwähnten Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen nicht zwingend notwendig. Wird die Winterheide im Topf kultiviert, kann sie während der Sommermonate milde gedüngt oder umgetopft werden.

Erica Carnea im Wald
Am schönsten ist die Schneeheide, wenn sie als große Pflanzengesellschaft blüht [Foto: Rudolf Rohrleitner/ Shutterstock.com]

Schneeheide vermehren

Am einfachsten lässt sich die Schneeheide über Stecklinge vermehren. Dazu werden im Sommer einzelne Äste der Schneeheide tief abgeschnitten und in Erde gesteckt. Es ist wichtig, die Erde für zwei bis drei Wochen konstant feucht zu halten, um das Wurzelwachstum anzuregen. Sobald die Schneeheide neue Wurzeln ausgebildet hat, kann sie an ihrem neuen Standort eingepflanzt werden.

Ist die Schneeheide winterhart?

Die Schneeheide verträgt problemlos Temperaturen von bis zu -30 °C und ist somit komplett frosthart. Dennoch sollten frisch gepflanzte Winterheide-Pflanzen vor zu intensiver Wintersonne und starken Winden geschützt werden, da sie andernfalls austrocknen können.

Ist die Winterheide giftig?

Die Winterheide ist nicht giftig, weder für Katzen, Hunde noch Kinder oder Erwachsene. Sie wird sogar in der Volks- und Kräuterheilkunde als Aufguss oder Tee verwendet.

Die Schneeheide eignet sich hervorragend als Bienenweide, doch haben Sie sich vielleicht schon immer gefragt, warum eine Bienenweide sinnvoll ist? Wir erklären Ihnen die Vorteile der Bienenweide und wie man sie richtig pflanzt.

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