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Schwertfarn: Pflege, Standort & Vermehren von Nephrolepis

Der Schwertfarn ist nicht nur pflegeleicht, sondern auch eine interessante Urzeitpflanze und ein Hingucker in Wohnung und Büro.

Schwertfarn im Topf
Die grünen Wedel sind ein echter Blickfang [Foto: Totokzww/ Shutterstock.com]

Hier erfahren Sie, wie ein angemessener Standort für den Schwertfarn (Nephrodlepis) aussieht, und bekommen Tipps und Tricks zu Pflege und Vermehrung der tropischen Pflanze. Außerdem stellen wir die beliebtesten Schwertfarn Arten und Sorten vor.

Schwertfarn: Herkunft und Eigenschaften

Häufig wird der Schwertfarn auch als Nierenschuppenfarn, Kräuselfarn, oder ganz einfach als Farn bezeichnet. Der Schwertfarn bringt mit seinen grünen Wedeln Urwaldcharakter in die Wohnung. Es handelt sich um eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Schwertfarngewächse (Nephrolepida). Uneinig ist man sich noch bei der Artenzahl, die auf etwa 30 geschätzt wird. Die Schwertfarne wachsen in tropischen und subtropischen Wäldern entweder am Boden oder epipyhtisch, das heißt aufsitzend auf anderen Pflanzen. Die immergrünen Stauden besitzen gefiederte Blattwedel, die rosettig aus der Mitte der Pflanze herauswachsen. Sie hängen meist über den Topfrand herüber, weshalb der Schwertfarn hängend in einer Blumenampel besonders gut zur Geltung kommt.
Dem Schwertfarn wird zudem eine luftreinigende Wirkung nachgesagt, was ihn als Zimmerpflanze umso beliebter macht.

Schwertfarn-Blatt
An der Blattunterseite befinden sich die Sporenbehälter (Sporangien) [Foto: Marie Shark/ Shutterstock.com]

Übrigens: Farne zählen zu den ältesten Pflanzen unseres Planeten. Sie besiedelten das Land schon vor über 300 Millionen Jahren. Sie bilden keine Blüten, sondern nutzen zur Vermehrung Sporen, die an der Blattunterseite sitzen.

Die schönsten Arten und Sorten

Zur Gattung der Schwertfarne zählen verschiedene Arten, sowie speziell für die Zimmerhaltung gezüchtete Schwertfarn-Sorten. Wir geben hier einen kleinen Überblick über die beliebtesten Vertreter der Schwertfarne.

  • Nephrolepis exaltata: Der Klassiker unter den Schwertfarnen. Spricht man vom Schwertfarn, so ist meist von Nephrolepis exaltata die Rede. Die überhängenden Wedel wachsen leicht aufrecht und sind zusammengesetzt oder gefiedert. Sie können eine Länge von 80 cm erreichen.
  • Nephrolepis cordifolia: Diese Art mag schattige und feuchte Standorte und ist ebenfalls eine beliebte Zimmerpflanze. Die leicht aufrechten Wedel sind hier etwas schmaler und erreichen Längen von etwa 60 cm. Im Gegensatz zu Nephrolepis exaltata bildet Nephrolepis cordifolia unterirdische Wurzelknollen aus.
  • Nephrolepis exaltata ‘Fluffy Ruffles’: Hierbei handelt es sich um eine Miniatur-Sorte mit zweifach geteilten Blättern. Das bedeutet, die einzelnen Fiederblätter der Wedel sind nochmal unterteilt. Dadurch ergibt sich das „fluffige“ Erscheinungsbild.
  • Nephrolepis exaltata ‘Green Lady’: Diese Sorte überzeugt mit einem buschigen, dichten Wuchs und einer mittelgrünen Blattfarbe.
  • ‘Variegata’: Im Gegensatz zu den anderen Sorten sind die Blätter dieser Schwerfarn-Sorte nicht vollständig grün, sondern grün-hellgrün-weiß panaschiert.
Panaschierte Wedel
Auch panaschierte Wedel sind bei Sorten wie Nephrolepis exaltata ‘Variegata’ möglich [Foto: Raining624/ Shutterstock.com]

Schwertfarn pflanzen: Standort, Erde und Vorgehen

Der ideale Schwerfarn-Standort ist luftfeucht, warm und halbschattig bis hell, jedoch vor allem mittags nicht sonnig. Da der Schwertfarn in der Natur im Schutz anderer Pflanzen wächst, sollte er auch im Zimmer nie der prallen Sonne ausgesetzt sein. Dennoch benötigt er etwas Licht für ein gesundes Wachstum. Die Temperatur sollte ganzjährig rund 20 °C betragen und nicht unter 18 °C sinken. Da der Schwertfarn feuchte Luft liebt, sollte er möglichst nicht an einem zugigen Fenster oder über einer Heizung platziert werden. Gute Bedingungen findet der Schwertfarn im Badezimmer, wenn dort genug Licht eindringen kann. Wollen Sie den Schwertfarn im Schlafzimmer oder an einem anderen Platz in der Wohnung halten, müssen Sie die Luftfeuchtigkeit durch gelegentliches Besprühen der Pflanze hochhalten. Auch die Haltung in Hydrokultur ist möglich, hierbei wird die Luftfeuchtigkeit in der unmittelbaren Umgebung des Farns auch automatisch etwas erhöht.

Schwertfarn am Fenster
Ein paar Stunden Sonne morgens oder abends sind für den Schwertfarn optimal [Foto: Olga Miltsova/ Shutterstock.com]

Das Substrat für den Schwertfarn muss vor allem eine hohe Wasserspeicherkapazität aufweisen. Auch eine lockere Struktur ist von Vorteil. Eine nachhaltige Wahl ist zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde. Sie besteht sie aus natürlichen Rohstoffen und enthält keinen Torf. Um der Bildung von Staunässe vorzubeugen, sollte eine Drainageschicht aus Tonscherben oder einem ähnlichen, groben Material auf dem Topfboden ausgelegt werden.

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In den Sommermonaten kann der Schwertfarn auch nach draußen gestellt werden. Auch hier sollten Sie einen vor der Sonne geschützten Standort wählen und ihn langsam an den neuen Platz gewöhnen. Stellen Sie ihn also an den ersten Tagen erst einige Stunden und nach und nach immer länger nach draußen. Ab September sollte der Schwertfarn wieder ins Haus geholt werden. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, können Sie den Topfuntersetzer mit Blähtonkügelchen füllen und Wasser darauf gießen. Wenn Sie nun den Topf auf die Kugeln stellen, steht der Schwertfarn mit den Wurzeln nicht im Wasser, profitiert aber dennoch von der Verdunstungsfeuchte.

Pflege des Schwertfarns

Neben einem geeigneten Standort benötigt der Schwertfarn Pflege, damit er sich prächtig entwickeln kann. Dazu zählt vor allem regelmäßiges Gießen und Düngen.

Schwertfarn im Garten
Im Sommer darf Nephrolepis auch nach draußen [Foto: SOMCHAI DISSALUNG/ Shutterstock.com]

Gießen, schneiden und düngen

Der feuchtigkeitsliebende Schwertfarn sollte regelmäßig – aber nicht übermäßig – gegossen werden. Er mag eine stets feuchte Wurzelumgebung, jedoch keine Staunässe. Entfernen Sie deshalb das überschüssige Gießwasser, dass sich im Untersetzer sammelt. Verwenden Sie im besten Fall lauwarmes Regenwasser oder anderes, kalkfreies Wasser. Auch abgestandenes Leitungswasser kann genutzt werden. Auch das Wasser zum Besprühen der Wedel sollte möglichst keinen Kalk beinhalten.

Sie müssen den Schwertfarn nicht schneiden, können aber vertrocknete, gelbe oder zu lange Blätter entfernen. Schneiden Sie diese mit einem scharfen Messer an der Basis ab. Der Schwertfarn verträgt einen Schnitt und treibt wieder aus.

Wenn Sie den Schwertfarn düngen, wird er bei einer angemessenen Dosierung grün und üppig wachsen. In der Vegetationszeit von Frühling bis Herbst können Sie der Pflanze alle zwei Wochen einen Grünpflanzendünger über das Gießwasser verabreichen. Hierfür eignet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger, der Stickstoff und Kalium im passenden Verhältnis für üppige Blattschmuckpflanzen bereithält. Beim Schwertfarn genügt eine Düngergabe in halber Dosierung. Nach dem Umtopfen müssen Sie in den ersten drei Monaten nicht düngen. Auch im Winter können Sie auf Dünger verzichten.

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Ist Schwertfarn winterhart?

Der Schwertfarn ist bei uns im Freiland nicht winterhart, denn er benötigt auch in der kalten Jahreszeit relativ hohe Temperaturen. Eine Zimmertemperatur von über 12 °C ist nötig, damit es dem Schwertfarn weiterhin gut geht. Dennoch wächst der Schwertfarn im Winter langsamer, weshalb er zu dieser Zeit auch weniger Dünger benötigt.

Im Frühjahr können Sie den Schwertfarn umtopfen. Junge Exemplare am besten jedes Jahr, ältere nur alle drei Jahre, oder wenn der Wurzelballen den Topf vollständig ausfüllt. Verwenden Sie einen größeren Topf und düngen Sie die ersten Monate nach dem Umtopfen nicht.

Wedel mit braunen Stellen
Wenn sich die Wedel braun verfärben, liegt meist ein Pflegefehler vor [Foto: NITIKON AEMITTIPOL/ Shutterstock.com]

Schwertfarn verliert Blätter: Das können Sie tun

Der Schwertfarn bekommt welke und braune Blätter oder verliert gar seine Wedel? Das kann verschiedene Ursachen haben. Sobald Sie den Grund erkannt haben, besteht die Möglichkeit den Schwertfarn zu retten.

  • Trockene Luft: Häufig ist es gar nicht so leicht, die Luftfeuchtigkeit angemessen hoch zu halten. Dann kann es schon mal passieren, dass die Wedel vertrocknen und sich braun verfärben. Stellen Sie eine Schüssel mit Wasser neben die Pflanze und besprühen Sie den Farn alle paar Tage mit kalkfreiem Wasser.
  • Trockene Erde: Auch trockene Erde kann zu welken Wedeln führen, da kein Wasser mehr von den Wurzeln in die Blätter transportiert werden kann. Prüfen Sie mit der Fingerprobe, ob die Erde noch feucht genug ist und gießen Sie gegebenenfalls häufiger.
  • Direkte Sonne: Da Farne von Natur an schattige oder halbschattige Plätze gewohnt sind, kann zu viel Licht schon mal zu braun verfärbten Blättern führen. Stellen Sie den Schwertfarn dann einfach an einen weniger hellen Standort.
  • Dünger: Auch zu viel oder zu wenig Dünger kann Blattverfärbungen hervorrufen. Achten Sie deshalb darauf, den Dünger nicht zu hoch zu dosieren und düngen sie zunächst versuchsweise etwas weniger.
Schwertfarn mit neuen Blättern
Im Zentrum der Pflanze entspringen die neuen Blätter [Foto: GYAN PRATIM RAICHOUDHURY/ Shutterstock.com]

Schwertfarn vermehren

Es gibt verschiedene Methoden, um den Schwertfarn zu vermehren. Neben der Teilung der Mutterpflanze und der Nutzung von Ablegern können Sie sich auch an der Vermehrung über Sporen versuchen.

Am einfachsten gelingt die Vermehrung über das Teilen des Wurzelballens. Wenn Sie den Schwertfarn umtopfen, können Sie den Wurzelballen einfach in zwei Teile auftrennen und die beiden Pflanzen in separate Töpfe einpflanzen. Diese Methode funktioniert allerdings nur bei älteren Pflanzen, die schon mehrere Blattrosetten aufweisen.

Auch eine Vermehrung über Schwertfarn-Ableger ist bei älteren Exemplaren möglich. Diese bilden aus dem Wurzelballen heraus kleine Ausläufer, die wiederrum abgetrennt und in eigene Töpfe eingepflanzt werden können. Halten Sie die Jungpflanzen schön feucht und sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit.

Schwertfarn-Sporen
Auf einem weißen Untergrund lassen sich die Sporen gut erkennen [Foto: photowind/ Shutterstock.com]

Die Vermehrung über die Sporen ist nicht ganz so einfach, kann aber gelingen. Wenn die Sporenkapseln an der Blattunterseite braun und reif sind, können Sie einen der Farnwedel abschneiden und auf ein Stück Zeitung legen. Die Kapseln sollten sich nach einiger Zeit öffnen und die Sporen auf die Zeitung fallen. Diese müssen Sie nun vorsichtig auf Anzuchtsubtrat verteilen. Hierfür eignet sich zum Bespiel unsere Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde, die mit ihren Eigenschaften genau auf die Bedürfnisse von Jungpflanzen abgestimmt ist. Besprühen Sie die Sporen mit Wasser und decken Sie alles mit Frischhaltefolie ab. Diese kann alle paar Tage gelüftet werden. Das Gefäß wird am besten an einen warmen Platz gestellt. Mit der Zeit sollte sich ein moosiger Belag bilden. Dieser muss vorsichtig mit Hilfe eines Löffels auf neues Substrat gesetzt und an einen hellen Platz gestellt werden. Mit etwas Glück bilden sich hier in ein paar Wochen kleine Schwertfarne. Achten Sie darauf, stets sauberes Werkzeug und steriles, abgekochtes Wasser zu verwenden.

Katze und Schwertfarn
Der Schwertfarn ist nur schwach giftig [Foto: New Africa/ Shutterstock.com]

Ist der Schwertfarn giftig?

Schwertfarne sind schwach giftig, enthalten also giftige Stoffe in so geringen Mengen, dass auch der Verzehr der Wedel als unbedenklich gilt. Demnach ist der Schwertfarn nicht giftig für Katzen, Hunde oder andere Haustiere und auch um Ihre Kinder müssen Sie sich keine Sorgen machen.

Ein weiterer interessanter Farn für die Zimmerhaltung ist der Nestfarn. Was ihn besonders macht und wie man ihn pflegt, erfahren Sie in unserem Artikel.

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