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Stiefmütterchen pflanzen und im Garten zum Blühen bringen

Stiefmütterchen bieten eine farbenfrohe Bepflanzung im Herbst und Frühjahr. Was beim Anbau von Stiefmütterchen zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Aus dem Wilden Stiefmütterchen (Viola tricolor) entstanden nach Jahren der Züchtung die uns bekannten Kulturformen, die Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana). Diese Kulturformen beeindrucken mit großen Blüten, die nicht nur in typischen Farben wie Gelb, Blauviolett oder Weiß erstrahlen, sondern auch in Orange und Rot. Neue Züchtungen zeigen auch gefleckte, geflammte und gestreifte Blüten. Aus Kreuzungen mit Hornveilchen entstanden sogenannte Miniatur-Stiefmütterchen. Sie haben kleinere Blüten, die sogar gefüllt sein können.

Stiefmütterchen Blütezeit: Herbst- und Frühjahrsblüher

Als Boten der neuen Gartensaison kann man schon im März den ersten Stiefmütterchen munter beim Blühen zuschauen. Doch für Freunde der robusten Langblüher mit dem einprägsamen Namen muss im Frühjahr nicht Schluss sein. Je nachdem, wann Sie Jungpflanzen auspflanzen oder Samen säen, können Sie sich auch im Herbst an den bunten Blüten der Stiefmütterchen erfreuen.

Dabei gilt:

  • Frühjahrsblüte (März – Juli): Auspflanzung im Frühjahr (bis März); Aussaat im Februar
  • Herbstblüte (Oktober/November): Auspflanzung im Spätsommer/Herbst; Aussaat im Frühsommer (bis Juli)

Im Frühsommer gepflanzte Stiefmütterchen können bei mildem Wetter oder auf der Fensterbank auch den ganzen Winter durch blühen.

Stiefmütterchen pflanzen: In Topf und Beet

Stiefmütterchen fühlen sich in Europa und den gemäßigten Zonen Asiens zu Hause. Als Einheimische unserer Klimazone, ist das Stiefmütterchen sehr gut an unser Wetter gewöhnt. Deshalb können Stiefmütterchen schon sehr früh im Jahr ausgepflanzt werden. Denn selbst Nachtfrost macht ihnen nichts aus. Auch was den Boden und Standort angeht, sind Stiefmütterchen nicht wählerisch.

  • Boden: wasserdurchlässig, nährstoffreich, humos, kalkarm
  • Boden-pH: 6,5 – 8
  • Standort: Sonne bis Halbschatten

Die bunten Gartenbewohner eignen sich nicht nur für die Auspflanzung im Beet, sondern auch als Unterpflanzung für laubwerfende Hecken und Stauden oder im Topf als Farbtupfer für Haus und Balkon. Als Symbol des Andenkens und der Erinnerung findet man Stiefmütterchen häufig auch als Bepflanzung auf Gräbern.

Pflanzzeit für Stiefmütterchen 

Vorgetriebene Pflanzen sind recht kälteunempfindlich. Die Pflanzen können daher je nach Verfügbarkeit von Zeit und Motivation von März bis in den Oktober hinein ausgepflanzt werden. Dabei sollten Sie immer im Hinterkopf haben, dass die Pflanzzeit die Blütezeit Ihrer Stiefmütterchen beeinflusst. Bei einer Pflanzung im Herbst  werden die Blüten mit einer kurzen Winterpause bis ins späte Frühjahr hinein präsentiert. Im Frühjahr gepflanzte Stiefmütterchen blühen von März bis in den Sommer hinein. Eine Pflanzung im Frühjahr bietet den Vorteil eines besonders großen Angebots an Jungpflanzen im Garten-Center oder Fachhandel. Pflanzen Sie Ihre Stiefmütterchen im Sommer, sollten Sie einen halbschattigen Standort auswählen.  Ansonsten könnten die noch nicht im Boden verwurzelten Pflanzen in der Mittagssonne Probleme bekommen.

Vorgehen beim Pflanzen von Stiefmütterchen 

Bei der Pflanzung von Stiefmütterchen gibt es nicht viel zu beachten. Am richtigen Standort mit dem passenden Boden sind die Frühblüher äußerst robust und gedeihen ohne große Mühen. Deshalb sind sie auch wunderbar für Garten-Neulinge geeignet. Nach dem Kauf der Pflanzen heißt es dann nur noch: Gartenwerkzeug in die Hand und ab ins Beet.

  • Erde gründlich durchharken und Unkraut und Steine entfernen
  • Pflanzloch: doppelt so groß, wie der Wurzelballen
  • Pflanzabstand: 20 cm
  • Wurzelballen mit den Händen leicht lockern
  • Stiefmütterchen einpflanzen; Erde festklopfen
  • Gut angießen; Gießwasser mit Flüssigdünger

Im Topf sind Stiefmütterchen mit gewöhnlicher Blumenerde bestens versorgt. Am besten stellen Sie den bepflanzten Topf vor Regen geschützt auf, damit das Substrat nicht zu nass wird und die Blüten nicht verkleben. Ein guter Wasserablauf sowie die Drainageschicht aus Tonscherben, Perlite oder Kies sind bei den Pflanzen ein Muss, da sie sehr empfindlich auf Staunässe reagieren.

Vergesellschaftung: Gute Nachbarn für Stiefmütterchen

Schon allein aufgrund der langen Blütezeit können Stiefmütterchen unglaublich vielfältig kombiniert werden. Achten Sie nur darauf, dass die kleinen Pflanzen nicht von ihren grünen Nachbarn überwuchert werden. Während der Frühjahrsblüte kann mit anderen Frühblühern wie Hornveilchen, Narzissen, Schneeglöckchen und Primeln kombiniert werden. Für eine blütenreiche Begleitung während der Herbstblüte sorgen im Herbst blühende Stauden wie Storchschnabel (Geranium), Wolfsmilch (Euphorbia) oder Funkien (Hosta).

Wir empfehlen zum Anbau von Zierpflanzen folgende Produkte:
  • Plantura Bio Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.
  • Floragard Blumenerde: Allround-Erde für Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen. Aqua-Plus® sorgt für eine optimale Wasseraufnahme. Optimale Nährstoffversorgung für kräftige und vitale Pflanzen mit prachtvollen Blüten.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.

Stiefmütterchen-Samen selbst säen

Immer mehr Leute tendieren dazu, einen Teil ihres Gemüsebedarfs zu decken, indem sie eigene Pflanzen aus Samen ziehen. Bei der Gemüseversorgung muss aber keine Grenze gezogen werden. Wieso statt des Magens nicht auch mal das Auge mit eigens aus Samen gezogenen Stiefmütterchen verwöhnen?  Hierfür einfach folgendermaßen vorgehen:

  • Anzuchtschale mit Anzuchterde befüllen
  • Samen auf der Erde aussäen; nur leicht andrücken (Lichtkeimer!)
  • Keimtemperatur: 15 – 18°C
  • Standort: hell
  • Keimzeit: etwa 10 Tage

Die Aussaatzeit hat hierbei einen entscheidenden Einfluss auf die spätere Blütezeit der Pflanzen. Soll die Blütezeit im Frühjahr sein, werden die Samen im Februar ausgesät und im Haus hochgezogen.  Bei einer Aussaat im Juli können Sie sich schon im folgenden Herbst an den bunten Blüten erfreuen. Die Samen können dabei auch direkt ins Beet ausgesät werden. Bei der direkten Aussaat ins Beet wird ein Abstand von 20 cm zwischen den Samen eingehalten. Achten Sie darauf, dass das Beet nicht in der Mittagssonne liegt. Die Keimlinge vertrocknen sonst höchstwahrscheinlich. Außerdem sorgt das Untermischen von Humus zur Gartenerde für einen guten Start.

Hinweis: Die Samen können auch von den eigenen Pflanzen geerntet werden. Einfach im Spätsommer das Ausputzen der verwelkten Blütenstände unterlassen. Nach ein bisschen Warten, bilden sich dreiklappige Kapselfrüchte. Die noch hellbraunen Kapseln einfach ernten, bis zur Reife trocknen und die Samen dann einfach einsammeln.

Stiefmütterchen kaufen: Darauf ist zu achten

Im Frühjahr ist das Angebot bunt blühender Pflänzchen für den heimischen Garten schier unendlich. Auch Stiefmütterchen gehören zum festen Sortiment der Super- und Baumärkte und sind zudem im Fachhandel reichlich zu finden. Die robusten Pflanzen haben sich mit ihren großen, überlappenden Blütenblättern in die Herzen so vieler Hobbybotaniker geschlichen, dass sie zu den am meist verkauften Zierpflanzen Deutschlands gehören. Doch bevor auch Sie sich für ein Exemplar dieser Herzensbrecher entscheiden, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Sieht die Pflanze gesund aus und hat einen gedrungenen Wuchs?
  • Ist der Wurzelballen gut entwickelt?
  • Wie winterhart ist die Sorte?
  • Kommt die Pflanze aus dem Gewächshaus?

Pflanzen, die in frostfreien Gewächshäusern herangezogen wurden, sind nicht winterhart. Daher sollten diese Stiefmütterchen erst ab Mitte März in Töpfe oder ins Blumenbeet gepflanzt werden.

Hinweis: Auch wenn Ihre gekauften Jungpflanzen vor Vitalität überschäumen, sind sie selten so robust wie Pflanzen, die mit Liebe von Ihnen selbst hochgezogen wurden.

Stiefmütterchen erfolgreich überwintern

Das Garten-Stiefmütterchen hat seine Wurzeln auf mitteleuropäischen Wiesen und Wegen. Diesem Ursprung verdankt das ein- bis zweijährige Stiefmütterchen seine Winterhärte. Im Beet halten die Pflanzen ordentliche Ladungen Schnee nicht nur aus, sondern freuen sich sogar über das kühle Weiß. Die Schneeschicht wirkt isolierend und schützt Pflanzen vor Kahlfrost. Da ein weißes Winterwunderland in der kalten Jahreszeit eher selten geworden ist, müssen Sie selbst dafür sorgen, dass Ihre Pflanzen unbeschadet über den Winter kommen. Alles zum Überwintern in Kürze:

  • Oktober: Rückschnitt bis kurz über die Erde
  • Pflanzen abdecken mit Nadelbaumzweigen, Vlies, Reisig, Laub, Moos oder Rindenmulch
  • Nur an frostfreien Tagen leicht gießen
  • Nicht düngen
  • Ende Februar/Anfang März: Entfernen des Winterschutzes

Stiefmütterchen im Topf sind empfindlicher, weil die Erde dort  viel schneller durchfrieren kann. Auch sie werden zurückgeschnitten und abgedeckt. Am besten eignet sich dafür Vlies. Zusätzlich wird der gesamte Topf mit dem Vlies oder Zeitungspapier umwickelt. Die sorgsam umwickelte Pflanze verbringt den Winter an einen geschützten, kühlen Ort und wird nur leicht gegossen. Dünger benötigt sie nicht. Im März geht es dann wieder ab an die frische Luft.

Hinweis: Rollen sich Blätter bei strengem Frost ein, glätten sich diese bei milderem Wetter wieder.

Diese Produkte schützen Ihre Pflanzen vor Frost:
  • Thermo-Gartenvlies: Optimal um Ihre Pflanzen im Winter vor Kälte und Frost zu schützen. Individuell zuschneidbar.
  • Jutesack/-decke: Zuverlässiger Schutz vor Kälte und Frost aus 100 % Jute. Dekoratives Naturgewebe mit langer Lebensdauer.
  • Kokosmatte: Hervorragender Wärmespeicher aus Naturfaser. Atmungsaktiv, witterungsbeständig und langlebig.

Stiefmütterchen und Hornveilchen: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) wie auch Hornveilchen (Viola cornuta) gehören zur Gattung der Veilchen (Viola). Die beiden Arten können sogar miteinander gekreuzt werden. Doch auch, wenn die viele Gemeinsamkeiten nicht von der Hand zu weisen sind, gibt es enorme Unterschiede.  Stiefmütterchen haben einen höheren Anspruch an die Nährstoffversorgung, sowie größere Blüten. Hornveilchen sind kleiner und zierlicher als Stiefmütterchen, haben allerdings eine längere Blütezeit und sind ausdauernder und winterfester. Mehr zum Vergleich dieser blühkräftigen Verwandten finden Sie hier.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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