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Süßholz: Anbau, Pflege & Wirkung

Süßholz, auch Lakritzpflanze genannt, liefert nicht nur die Hauptzutat zur Herstellung der schwarzen Süßigkeit. Auch im Garten besticht Glycyrrhiza glabra mit ihren besonderen Blättern, den bläulichen Blüten und ihrer einfachen Kultivierung.

Süßholzpflanze
Süßholz eignet sich dank seiner besonderen Blüten und Blätter auch hervorragend als Zierpflanze [Foto: LianeM/ Shutterstock.com]

Süßholz (Glycyrrhiza glabra) wird nicht nur zur Herstellung von Lakritze verwendet, auch in der Naturheilkunde kommt dieser Pflanze und ihrer Wurzel eine große Bedeutung zu. Will man Süßholz als Nutzpflanze anbauen, braucht man jedoch Geduld, denn verwendet wird hauptsächlich die Wurzel. Bis zur Ernte dauert es aber an die 4 Jahre, da die Pflanze erst einmal genügend Wurzelmasse ausbilden muss. Da die Lakritzpflanze sehr pflegeleicht ist, ist sie jedoch auch als reine Zierpflanze für viele Gärten geeignet. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Glycyrrhiza glabra, so zum Beispiel über die Anpflanzung von Süßholz oder die Wirkung der Süßholzwurzel.

Süßholz: Geschmack, Herkunft und Eigenschaften

Ursprünglich stammt das Echte Süßholz wohl aus Südwestasien. Die Pflanze stellt jedoch relativ geringe Ansprüche an Klima und Standort, sodass sie weltweit angebaut werden kann. In Deutschland war die Lakritzwurzel früher in vielen Bauerngärten beheimatet und wurde bereits im 15. Jahrhundert großflächig im Raum Bamberg angebaut. Ihre Heilwirkung war schon damals bekannt und auch die Tatsache, dass die Wurzel aufgrund ihres Glycyrrhizingehalts als Süßungsmittel verwendet werden kann. Für den verwöhnten Gaumen von heute ist die Süße aber nachrangig, vielmehr dominiert das leicht Bittere, Herbe und der an Anis erinnernde Lakritzgeschmack.

Süßholz und fertige Lakritze
Süßholz ist die Hauptzutat für Lakritz. Aber schon in Antike und Mittelalter wurde die Wurzel verwendet [Foto: O. Bellini/ Shutterstock.com]


Süßholz ist eine sommergrüne, mehrjährige, krautige Staude, die Wuchshöhen von 60 bis 180 cm erreichen kann. Das Holz im Namen der Lakritzpflanze irritiert etwas, denn bei Süßholz handelt es sich nicht wirklich um einen Baum. „Holz“ bezieht sich hier vielmehr auf die Wurzeln und Rhizome der Süßholzstaude, die eine hellbraune Färbung haben und stark verholzen. Vornehmlich geerntet und verwendet werden die Wurzeln. Sie können Längen von bis zu 12 m und pro Pflanze eine Masse von 30 bis 40 kg erreichen.
Süßholz gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Dies zeigt sich unter anderem an den schmetterlingsartigen, meist blau-violetten Blüten, die erst relativ spät im Jahr zwischen August und Oktober zu sehen sind. Auch die Süßholzblätter haben ein sehr besonderes Aussehen: Sie sind gefiedert, mit 9 bis 17 pfeilförmigen Fiederblättern. So nennt man Pflanzenblätter, die aus mehreren getrennten Blättern bestehen.

Süßholz-Blätter
Die gefiederten Blätter von Süßholz sind wechselseitig am Stängel angeordnet [Foto: bancha_photo/ Shutterstock.com]

Tipp: In China werden vor allem zwei Arten des Chinesischen Süßholzes verwendet. Die Wurzeln werden dort meistens von wild wachsenden Pflanzen der Arten Glycyrrhiza yunnanensis und Glycyrrhiza uralensis geerntet. Sie sind dem Echten Süßholz in puncto Aussehen, Wuchs und Inhaltsstoffe sehr ähnlich. Die Süßholzart Glycyrrhiza uralensis bleibt jedoch mit einer Wuchshöhe von etwa 100 cm etwas kleiner.

Glycyrrhiza uralensis
Auch bei Glycyrrhia uralensis wird die Wurzel aufgrund ihrer Heilwirkung verwendet [Foto: yoshi0511/ Shutterstock.com]

Süßholz anpflanzen: Standort, Erde und Co.

Das Anpflanzen von Süßholz gelingt in unseren Breiten in der Regel ohne größere Probleme, auch wenn die Pflanze hier nicht heimisch ist. Süßholz bevorzugt einen sonnigen bis vollsonnigen Standort mit einem lockeren, nährstoffreichen und vor allem tiefgründigen Boden. Die Bodentiefe ist von besonderer Bedeutung, da Süßholz eine große, stark in die Tiefe wachsende Pfahlwurzel ausbildet. Sehr tonige und verdichtete Böden sollten daher mit reichlich Sand und lockerer Pflanzerde wie etwa unserer nährstoffreichen Plantura Bio-Universalerde angereichert werden. Im gewerblichen Anbau wird Süßholz auf Dämmen, vergleichbar mit Spargel- oder Kartoffeldämmen, angebaut (Dammkultur). Falls die Dammkultur in Ihrem Garten möglich ist, empfiehlt sich diese Art des Anbaus. Sie wird Ihnen die Ernte später sehr erleichtern.

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Süßholzsamen können im Freiland ab Ende Mai ausgesät werden. Erfolgreicher ist meist jedoch die Voranzucht im Haus. Wenn Sie selbst geerntetes Saatgut verwenden, sollten Sie dieses zuvor zwei bis vier Wochen im Kühlschrank lagern. Die Samen benötigen nämlich einen Kältereiz, um zu keimen.

Voranzucht von Süßholz
Der Anbau von Süßholz mit Voranzucht ist in der Regel erfolgreicher [Foto: Rudenko Alla/ Shutterstock.com]

Vorgehen bei der Aussaat:

  • Die Aussaat in Innenräumen ist ab Ende Februar möglich. Selbst geerntete Samen vorher zwei bis vier Wochen im Kühlschrank lagern. Um die Keimrate zu erhöhen, sollten die Süßholzsamen zudem für 24 Stunden in Wasser eingeweicht werden.
  • Dann können die Samen in Anzuchtgefäße ausgesät und dünn mit Erde bedeckt werden. Dafür ist ein bewusst nährstoffarmes, lockeres Substrat wie unsere Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde geeignet. Die kleinen Pflänzchen können nämlich zu viele Nährstoffe noch nicht gut verwerten.
  • Nun sollte man das Gefäß an einen ungefähr 20 °C warmen Ort stellen und die Erde konstant feucht, aber nicht zu nass halten.
  • Erst nach ungefähr 15 bis 30 Tagen beginnen die Samen zu keimen.

Kommen die Süßholzpflanzen dann Ende Mai ins Freiland, sollte man ihnen genügend Platz geben. Schließlich bildet Süßholz wie beschrieben ein sehr starkes und raumgreifendes Wurzelsystem mit Pfahlwurzel und Rhizomen aus. Nach unserer Erfahrung empfiehlt sich ein Pflanzabstand von ungefähr 50 x 50 cm.
Grundsätzlich ist der Anbau von Süßholz auch in Kübeln möglich. Diese sollten dann aber wirklich groß sein, um dem Süßholz genug Platz für die für die Ausbildung von vielen Wurzelausläufern zu lassen, insbesondere wenn man die Lakritzwurzeln später ernten möchte. Bei der Anpflanzung zu reinen Zierzwecken ist die Verwendung von Rhizomsperren ratsam, um eine flächige Ausbreitung der Pflanzen zu verhindern.

Die Standortanforderungen von Süßholz auf einen Blick:

  • Sonnig bis vollsonnig
  • Windgeschützt
  • Tiefgründiger, lockerer und nährstoffreicher Boden
  • Durchlässiges Substrat, da Süßholz keine Staunässe verträgt
  • Dammkultur erleichtert die Ernte
  • Rhizomsperren verhindern eine zu starke Ausbreitung

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen für die Lakritzpflanze

Süßholz ist sehr pflegeleicht. Wurde Süßholz in nährstoffreichen Boden gesetzt, erübrigt sich eine Düngung im Pflanzjahr. In den darauffolgenden Jahren können im Frühjahr ein vornehmlich organischer Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Universaldünger oder Kompost verwendet werden, um dem Süßholz genügend Nährstoffe für den ausladend ober- und unterirdischen Wuchs zu liefern. Typische Kräuterdünger sollten für die Lakritzpflanze nicht verwendet werden. Sie haben meist einen zu hohen Phosphorgehalt für Süßholzpflanzen.

Süßholz-Blüte
Süßholz ist pflegeleicht und wächst auch ohne besondere Zuwendung üppig [Foto: LianeM/ Shutterstock.com]

Süßholz kommt aufgrund seines stark ausgeprägten, tiefen Wurzelsystems normalerweise gut mit Trockenheit zurecht. In sehr heißen Perioden mit geringen Niederschlägen muss jedoch auch Süßholz ungefähr alle zwei Tage gegossen werden.

Tipp: Wollen Sie Ihr Süßholz auf Dämmen anbauen, bietet es sich an, einen Tropfschlauch in die Erde einzugraben. So kann sehr wassersparend und gleichmäßig bewässert werden.

Süßholz hält Temperaturen bis ungefähr -17 °C aus, weshalb in unseren Breiten die Lakritzepflanze als winterhart gelten kann. Junge Süßholzpflanzen sollten in kalten Wintern dennoch mit Reisig abgedeckt werden. Ist der Winter überstanden, kann die Pflanze auf 5 bis 10 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden, um ihr ein neues, kräftiges Austreiben zu ermöglichen.

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Süßholz ernten

Will man Süßholz ernten, braucht man etwas Geduld. Es dauert mindestens drei bis vier Jahre, bis die Lakritzpflanze genügend Wurzelmasse ausgebildet hat, um den Wurzelverlust nach der Ernte gut zu verkraften. Hat sich die Pflanze erst einmal gut etabliert, kann laufend – also jährlich – geerntet werden. Der beste Erntezeitpunkt für Süßholzwurzeln ist im Herbst nach der Blüte, da die Wurzeln dann die meisten Süßstoffe enthalten. Am besten ernten Sie nur Nebenwurzeln und Wurzelausläufer und lassen die Pfahlwurzel unangetastet. So werden Sie auch in den Folgejahren noch viel Freude an Ihrer Pflanze haben.

Getrocknete Süßholzwurzel
Geerntete Süßholzwurzel wird getrocknet [Foto: saneek/ Shutterstock.com]

Süßholzwurzel: Wirkung und Verwendung

Die Liste der Heilwirkungen, die der Süßholzwurzel zugeschrieben werden, ist sehr lang. Die Heilwurzel wurde schon von den alten Ägyptern verwendet und ist darüber hinaus eines der Basismittel in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Unter anderem wirkt die Süßholzwurzel schleimlösend sowie verdauungsfördernd und erhöht die Magensaftabsonderung. Hauptanwendungsgebiete sind daher heutzutage grippale Infekte, Erkältungen mit Husten sowie Magenbeschwerden. Am häufigsten kommt dabei Süßholzwurzeltee zum Einsatz. Dafür übergießt man die kleingeschnittene Süßholzwurzel einfach mit heißem Wasser und lässt das Ganze einige Minuten ziehen. Fertig ist der Süßholztee!

Tee mit Süßholzwurzel
Ein Tee mit Süßholzwurzel kann bei vielen Beschwerden angewendet werden [Luis Echeverri Urrea/ Shutterstock.com]

Süßholz enthält Glycyrrhizin mit einer ungefähr fünfzigmal stärkeren Süßkraft als Zucker. Trotzdem kann die Wurzel nicht als kalorienarm gelten, da Süßholz auch Fruktose und Glucose enthält. Die Kalorien fallen hier jedoch nicht so ins Gewicht, da im Vergleich zu Haushaltszucker deutlich weniger benötigt wird.
Trotz der vielen positiven Wirkungen der Lakritzpflanze kann die Verwendung von Süßholz auch unliebsame Nebenwirkungen haben. So sollten zum Beispiel Schwangere kein Süßholz zu sich nehmen, denn die Wurzel hemmt den Abbau von körpereigenem Cortisol. Das ist zwar positiv bei Entzündungen, kann sich aber nachteilig auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken. Personen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenleiden sollten die Einnahme von Süßholz unbedingt mit ihrem Arzt abklären, denn Süßholz kann auch den Blutdruck und Blutzuckerspiegel ansteigen lassen.

Süßholz ist Bestandteil vieler Kräuter- und Heiltees. In Ihrem Garten finden sich sicher noch weitere, für die Teezubereitung geeignete Kräuter. Interessante Infos hierzu und einige Beispielrezepte finden Sie in unserem Artikel über die besten Kräuterteemischungen aus dem Garten.

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