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Tränendes Herz: Tipps zum Pflanzen & Pflegen der extravaganten Staude

So traurig ihr Name auch klingt, die Blume Tränendes Herz verleiht jedem Garten mit ihren ungewöhnlichen Blüten das gewisse Etwas. Wir stellen die schönsten Sorten vor, zeigen, wie man das Tränende Herz richtig pflanzt und pflegt, und verraten, ob die Pflanze giftig ist.

Das zarte Tränende Herz ist robust und langlebig [Foto: ON-Photography Germany/ Shutterstock.com]

Das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) ist nicht nur in Bauerngärten ein Klassiker. Als ausdauernde Frühjahrsstaude besticht es vor allem durch seine spektakulären und filigranen Blüten.

Tränendes Herz: Blütezeit, Eigenschaften und Herkunft

Das Tränende Herz gehört zur Familie der Mohngewächse sowie der Unterfamilie der Erdrauchgewächse (Fumariaceae) und wird im Pflanzenhandel häufig noch unter der alten Bezeichnung Dicentra spectabilis angeboten. Ursprünglich stammt die Pflanze aus China und Korea, wo sie in lichten, feuchten Laubwäldern anzutreffen ist. Erst vor weniger als 200 Jahren gelangte die grazile Staude nach Nordeuropa. Seit jeher fasziniert sie in Gärten und Parks durch ihre besondere Blütenform, der sie ihren dramatischen Namen zu verdanken hat.

Die ausdauernde, buschig wachsende Staude erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm und bildet bogig hängende Triebe aus. Diese tragen in der Blütezeit von April bis Juni je acht bis zwölf herzförmige Einzelblüten mit tropfenförmigem Fortsatz, der wie eine herabfließende Träne wirkt. Bei der natürlichen Variante sind die Blüten rosa-weiß gefärbt. Die zarten Laubblätter der Tränenden Herzen sind stark gefiedert, gelappt und erscheinen in einem frischen Grün. Das Laub stirbt nach der Blüte ab und die Nähr- und Reservestoffe werden in den Wurzelballen eingezogen.

Tränendes Herz Pflanze
Das Tränende Herz stammt ursprünglich aus China und Korea [Foto: Roman Khomlyak/ Shutterstock.com]

Um die charakteristische Blütenform rankt sich zudem eine japanische Legende: Ein junger Mann versuchte das Herz eines Mädchens zu erobern, indem er ihr zwei Kaninchen, ein Paar Schuhe und Ohrringe schenkte. Als sie seine Gaben und damit seine Liebe jedoch verweigerte, stach er sich mit einem Dolch ins Herz, sodass es in seiner Trauer zu einem tränenden Herz wurde.

Ist das Tränende Herz bienenfreundlich? Die Staude zieht durchaus verschiedene Insekten an, jedoch gelingt es aufgrund der länglichen Blütenform in erster Linie langrüsseligen Insekten, an den Grund der schmalen Blüte zu kommen. Hummeln machen sich ihr Mundwerkzeug zunutze und beißen ein Loch in die Blüte, um an den Nektar zu gelangen. Die entstandenen Eingänge werden dann auch von Bienen und anderen Insekten genutzt.

Die schönsten Sorten der Blume Tränendes Herz

Es gibt viele verschiedene Sorten von Lamprocapnos spectabilis beziehungsweise Dicentra spectabilis, die sich in erster Linie in der Blütenfarbe unterscheiden. Neben der klassischen Sorte mit der rosa-weißen Blüte existieren auch weißblühende, rotblühende und gelbblühende Sorten. Darüber hinaus unterscheiden sich die Sorten teilweise auch in ihrer Wuchshöhe und Blattfarbe. Das Laub der Sorte ′Goldheart′ leuchtet beispielsweise grün-gelb und das Laub der Sorte ′Stuart Boothman′ zeigt einen bläulichen Schimmer.

Tränendes Herz: Weiße Sorten

  • ′Alba′: Reinweiße Blüten; Laub erscheint in frischem Grün; mit einer Wuchshöhe von 50 – 70 cm etwas kleiner als die Ursprungsart; Blütezeit: Mai bis Juni.
  • ′White Gold′: Weiße Blüten; grün-gelbliches Laub; Wuchshöhe: 60 – 90 cm; aufgrund der weißen Blüten und des hellen Laubs sticht sie besonders in dunklen Bereichen des Gartens hervor.
Rosa Tränendes Herz
Dicht an dicht hängen die zarten Herzen an langen gebogenen Trieben [Foto: Tatyana Mi/ Shutterstock.com]

Tränendes Herz: Rote Sorten

  • ′Valentine′: Kirschrot-weiße Blüten; dunkelgrüne, rötlich schimmernde Blätter; Wuchshöhe: 70 – 80 cm; Blütezeit: Mai bis Juni.

Andere Dicentra-Arten ähneln dem Tränenden Herz in ihrer Blütenform und erweitern das Farbenspektrum der Herzblumen:

  • Dicentra formosa ′Luxuriant′: Zwergige Herzblume; Wuchshöhe: 30 cm; Bodendecker; Blüten erscheinen in dunklem Rosa; Blütezeit: Juni bis Juli.
  • Dicentra formosa ′Burning Hearts′: Zwergige Herzblume; Wuchshöhe: 30 cm; Bodendecker; dunkelrote Blüten mit weißem Rand; sehr lange Blütezeit von Juni bis August.
Tränendes Herz in weiß
Das Tränende Herz in weiß kommt in schattigen Bereichen des Gartens besonders zur Geltung [Foto: Iva Villi/ Shutterstock.com]

Tränendes Herz: Schwarze und blaue Sorten

Schwarze und blaue Tränende Herzen werden immer wieder einmal ohne eine Angabe zur Sorte bei verschiedenen Internethändlern angeboten. In professionellen Staudengärtnereien finden man solche Pflanzen allerdings nicht. Der Grund ist schlicht, dass es bisher keine blaue Sorte der Pflanze gibt, denn das Hereinzüchten anderer Blütenfarbstoffe in eine Pflanze ist gar nicht so einfach.
Am nächsten an ein Blau heran kommt wohl die verwandte Art Dicentra formosa, die violett-rosa Blüten trägt und nur 20 bis 30 cm hoch wird.

Tränendes Herz: Gelbe Sorten

Ein weiterer Vertreter aus der Gattung der Herzblumen ist die Art Dicentra scandens. Hierbei handelt es sich um eine kletternde Herzblumenart mit gelben Blüten.

Dicentra scandens ′Golden Tears′: Rankende Herzblume; Wuchshöhe: ca. 200 cm; Blüten erscheinen in strahlendem Gelb, Blütenspitzen verfärben sich leicht rötlich; Blütezeit: Juni bis August. Die Rankende Herzblume ist nicht winterhart und bei uns einjährig.

Dicentra Scandens Herzblume
Die Dicentra scandens hat ebenfalls herzförmige Blüten [Foto: Ole Schoener/ Shutterstock.com]

Ist das Tränende Herz winterhart?

Die genannten mehrjährigen Herzblumenarten sind in unseren Breiten winterhart. Die Pflanzen tolerieren Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie Beetpflanzen im Herbst mit einer schützenden Laubschicht bedecken.

Im Topf gehaltene Pflanzen sollten an einem frostfreien Ort überwintert werden, da an sehr kalten Wintertagen die Gefahr besteht, dass der gesamte Topf und damit auch die Wurzeln durchfrieren.

Tränendes Herz pflanzen

Sobald es im Frühjahr keinen Bodenfrost mehr gibt, ist der richtige Zeitpunkt für die Neupflanzung gekommen. Tränende Herzen sind zwar winterhart, jedoch vertragen gerade die großen, stark gedüngten Pflanzen aus vielen Gartencentern keinen Frost. Anders sieht es bei den widerstandsfähigen Exemplaren aus professionellen Staudengärtnereien aus. Auf der sicheren Seite ist man, wenn die Pflanzen erst Mitte Mai gepflanzt werden. Bei früheren Pflanzungen sollten Tränende Herzen mit Vlies oder umgedrehten Tontöpfen geschützt werden. Durch die frühe Pflanzung hat die Pflanze bis zum ersten Winter genug Zeit, ihre Wurzeln auszubilden und sich an ihrem Standort zu etablieren.

Alternativ zur Pflanzung kann das Tränende Herz auch ausgesät werden. Die Samen einer anderen Pflanze lassen sich direkt ernten, sobald sie fertig entwickelt sind. Ohne Lagerung werden die Samen einfach ins Beet gestreut und die Stelle wird markiert. Noch im laufenden oder auch im nächsten Jahr entwickeln sich neue Jungpflanzen aus den Samen.

Tränendes Herz Sorte 'Valentine'
Bei der Sorte ′Valentine′ mit kirschrot-weißen Blüten schimmern auch die Blätter leicht rötlich [Foto: Anna Gratys/ Shutterstock.com]

Der perfekte Standort für das Tränende Herz

Das Tränende Herz bevorzugt aufgrund seiner ursprünglichen Herkunft als Lebensbereich den Gehölzrand oder auch Beete im leichten Halbschatten. Optimal sind nährstoffreiche, humose, feuchte und nicht zu schwere Böden. Ein Platz in einem von Bäumen oder Sträuchern teilweise beschatteten, gut durchwurzelten Staudenbeet eignet sich daher bestens. Das Substrat sollte schwach sauer bis schwach alkalisch sein.

So pflanzt man Tränende Herzen ein

Dicentra spectabilis wirkt im Blumenbeet am besten einzeln stehend als Leitstaude. Andere verwandte Arten können gerne in kleinen Gruppen gepflanzt werden. Dabei können mit einem Pflanzabstand von 60 bis 80 cm eine bis drei Pflanzen pro Quadratmeter gesetzt werden.
Heben Sie zunächst ein Loch in doppelter Größe des Wurzelballens aus. Geben Sie dann so viel der ausgehobenen und durchlockerten Erde wieder zurück, dass die Oberkante des Wurzelballens gleichauf mit der Erdoberfläche ist, wenn Sie ihn hineinstellen. Geben Sie den Rest der Erde anschließend um den Pflanzballen.
Um den Nährstoffbedarf zu decken und dem Tränenden Herz einen optimalen Start zu ermöglichen, ist es sinnvoll, die Erde mit etwas Kompost oder mit einem Langzeitdünger wie unserem Plantura Bio-Blumendünger anzureichern. Drücken Sie die Pflanze anschließend an und wässern Sie großzügig.

Tränendes Herz pflanzen
Tränende Herzen können in Töpfen vorgezogen und ausgepflanzt oder direkt ins Beet ausgesät werden [Foto: BOULENGER Xavier/ Shutterstock.com]

Tränende Herzen lassen sich auch im Topf auf der Terrasse oder dem Balkon kultivieren, sofern ein Platz im Halbschatten und ein ausreichend großes Pflanzgefäß zur Verfügung steht. Bei der Wahl eines Pflanzgefäßes sollten Sie sich am besten für einen Kunststofftopf oder einen glasierten Tontopf entscheiden. Ein offenporiger Tontopf trocknet nämlich zu schnell aus, was der Pflanze nicht guttun würde. Als Substrat eignet sich unsere torffreie Plantura Bio-Blumenerde ideal. Sie versorgt Ihre Pflanzen optimal mit den erforderlichen Nährstoffen.

Tränende Herzen pflegen: Alles zum Gießen, Düngen und Schneiden

Insbesondere am Anfang der Entwicklung darf die Staude nicht im Trockenen stehen. Der Boden um die Pflanze sollte daher immer feucht gehalten werden. Gießen Sie das Tränende Herz jedoch nicht zu stark, da andernfalls Staunässe entstehen kann, welche Wurzelfäule begünstigt. Achten Sie daher bei der Wahl eines Pflanzgefäßes neben der Größe auch darauf, dass unbedingt ein Abflussloch vorhanden ist. Für den optimalen Wasserabfluss können Sie zusätzlich Tonscherben von zerbrochenen Tontöpfen oder Blähton auf den Boden des Topfes legen.

Ansonsten ist die Staude sehr pflegeleicht und genügsam. Um die Nährstoffverfügbarkeit zu sichern, sollten Sie dennoch im Frühjahr zum Wachstumsstart etwas Kompost, Mist oder unseren Plantura Bio-Blumendünger in die Erde einarbeiten. Seine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung hält Ihre Pflanzen gesund und widerstandsfähig und fördert das Bodenleben.

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Tipp: Um die Samenbildung zu vermeiden, welche die Pflanze viel Energie kostet, können Sie die verblühten Einzelblüten abzupfen. Dadurch lässt sich die Blütezeit sogar verlängern.

Ein Rückschnitt ist nicht nötig, da sich die Pflanze nach der Blüte selbst in ihre Speicherwurzel zurückzieht. Sollte das vergilbte Laub das Erscheinungsbild Ihres Blumenbeets jedoch stören, können Sie die welken Pflanzenteile im Spätsommer bodennah abschneiden.

Ist das Tränende Herz giftig?

Das Tränende Herz ist giftig. Alle Pflanzenteile und insbesondere die Wurzeln enthalten giftige Isochinolin-Alkaloide, die bei Berührung Hautreizungen hervorrufen können und bei Verzehr zu Schmerzen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfen bis hin zu Koliken, Atemnot und Kollaps führen können. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde das Tränende Herz 2017 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Tränendes Herz giftig
Da insbesondere die Wurzeln giftig sind, sollten Sie beim Pflanzen Handschuhe tragen [Foto: VH-studio/ Shutterstock.com]

Das Tränende Herz lässt sich im Blumenbeet wunderbar mit anderen winterharten, robusten Stauden kombinieren. Diese füllen die Lücken, die mit dem Rückzug der oberirdischen Pflanzenteile entstehen und bringen auch für Insekten eine bunte Vielfalt. Hier finden Sie Infos zu weiteren winterharten Stauden.

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