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Tulpenzwiebeln: Lagern im Sommer & richtig überwintern

Tulpen sind aus Parks und Gärten nicht mehr wegzudenken. Damit sie jedes Jahr erneut blühen können, sollten die Tulpenzwiebeln richtig gelagert und überwintert werden.

Tulpenzwiebeln in zwei Händen
Tulpenzwiebeln sind oft mehrjährig, sie müssen übersommert und überwintert werden [Foto: Lunov Mykola/ Shutterstock.com]

Jedes Jahr zwischen März und Mai blühen Tulpen in den unterschiedlichsten Farben. Die meisten Sorten sind mehrjährig und können überwintert werden. Die besten Tipps und Tricks erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Tulpenzwiebeln sind mehrjährig?

Beinahe alle Tulpen sind bei uns mehrjährig, obwohl die einzelne Tulpenzwiebel einjährig ist. Wie kommt es dann aber dazu, dass die Tulpenblüte jährlich wiedererscheint?
Im Sommer bildet die Mutterzwiebel unter optimalen Bedingungen eine Tochterzwiebel aus und stirbt danach ab. Die Tochterzwiebel ist eine genetisch identische Kopie der Mutterzwiebel und blüht im darauffolgenden Jahr. Lediglich frostempfindliche Sorten sind bei uns einjährig, wenn man sie nicht etwas wärmer überwintert. Zu den robustesten Sorten zählen unter anderem die Darwin-Tulpen, Vidiflora-Tulpen und Wildtulpen. Auch lilienblütige Tulpen erweisen sich als äußerst robust.

Blüten roter Darwin-Tulpen
Darwin-Tulpen sind sehr robust [Foto: yakonstant/ Shutterstock.com]

Neben der Sorte entscheiden auch der Standort und die Pflege darüber, ob die Tulpenblüte wiederkehrend ist. Der Ort sollte sonnig, warm und nicht zu dicht bewachsen sein. Besonders Tulpen als Kübelpflanzen sind frostgefährdet, da die Erde komplett durchfrieren kann. Zusätzlich verkürzen Schattenplätze und vor allem Staunässe die Lebenszeit der Zwiebeln.
Tulpen, die als Zierpflanzen günstig im Frühjahr erstanden werden können, sind durch die Art der Kulturführung in der Regel anfälliger als solche aus spezialisierten Staudengärtnereien. Bei Letzteren kann man sich bei richtiger Pflege und Standortwahl darauf verlassen, dass die schönen Pflanzen jährlich wieder aufblühen – dafür ist ihr Preis aber auch etwas höher.

Tulpenzwiebeln ausgraben und aufbewahren

Tulpenzwiebeln müssen zum Übersommern ausgegraben und verwahrt werden. Zum Überwintern hingegen ist dies nicht nötig, denn die als Gartentulpen geeigneten Zwiebeln sind winterhart.

Tipp: Auch auf optimalen Tulpenstandorten, also auf durchlässigen, lockeren Böden und in voller Sonne, wird die Qualität der Tochterzwiebel von Jahr zu Jahr abnehmen, bis die Pflanze schließlich verschwindet.

Tulpe wächst auf trockenem Boden
Tulpen stammen eigentlich aus trockenen Gegenden mit sommerlich warmem Boden [Foto: O de R/ Shutterstock.com]

Tulpenzwiebeln überwintern

Tulpenzwiebeln können im Gartenboden oder Kübel bei Temperaturen von bis zu -23 °C überwintert werden. Sie dürfen nicht im Haus gelagert werden, da sie einen Kältereiz zur Blütenbildung benötigen und zu warme Temperaturen einen zu frühen Austrieb bewirken.

Überwinterung im Gartenboden

Um Tulpenzwiebeln zu überwintern, verbleiben sie im Gartenboden. Vor Frost geschützt werden können sie mit Laub oder Tannenzweigen.

Überwinterung im Kübel

Werden die Tulpenzwiebeln im Topf oder Balkonkasten überwintert, ist es wichtig, sie von Frost fernzuhalten. Da die Zwiebeln allerdings einen Kältereiz zur Blütenbildung benötigen, dürfen sie nicht im Haus überwintert werden. Der Topf oder Balkonkasten sollte zunächst mit Vlies umhüllt und anschließend auf einer Styroporplatte oder einem Holzblock vor eine schützende Südwand des Hauses gestellt werden. Das hält die Zwiebeln warm genug, um Frostschäden zu vermeiden. Alternativ kann der gesamte Topf oder Kasten in der Erde eingegraben und diese Stelle markiert werden. Im Frühling können Sie ihn dann wieder herausholen.

gelbe Tulpen in Kübeln
Tulpen in Kübeln müssen richtig überwintert werden [Foto: Ken Wolter/ Shutterstock.com]

Tulpenzwiebeln im Frühjahr:
Während des Frühlings bilden Tulpen ihre schönen Blüten aus. Dabei ziehen sie ihre Nährstoffe aus der Mutterzwiebel. Gleichzeitig bildet sich an der Mutterwiebel eine neue Tochterzwiebel, die mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden muss. Daher sind während dieser Zeit die Düngung sowie eine regelmäßige Wasserzufuhr sehr wichtig.
Sie können auf eher nährstoffarmen Standorten vorsorglich mit Beginn des Austriebes eine kleine Gabe vornehmlich organischen Düngers ausbringen, etwa unseren Plantura Bio-Blumendünger. Dieser wirkt natürlicherweise langsam und verhindert somit eine Überdüngung.

Tulpenzwiebeln übersommern

Wurde die Tochterzwiebel ausgebildet, verwelkt das Laub – dieses sollten Sie besser abschneiden. Anschließend werden die Zwiebeln ausgegraben, gesäubert und müssen übersommert werden. Die Übersommerung ist wichtig, damit sich im Inneren der Tochterzwiebel eine Tulpe im Miniformat ausbilden kann.

Tulpenblätter schieben sich im Frühjahr aus dem Boden
Schieben sich im Frühjahr die Tulpenblätter aus dem Boden, kann gedüngt werden [Foto: EvGavrilov/ Shutterstock.com]

Tulpenzwiebeln sind leider anfällig für Fäule und Schädlinge, wenn sie den Sommer in feuchten, verdichteten, tonigen Böden oder im kühlen Schatten verbringen müssen. Außerdem kann sich im Boden die Tochterzwiebel nicht gut entwickeln, denn Tulpen stammen ursprünglich aus wärmeren Ländern. Hierzulande kann sich der Boden daher gar nicht so stark erwärmen, wie es für die jungen Tulpenzwiebeln angebracht wäre. Das Ausgraben und Übersommern ist bei uns also essentiell, wenn man jährlich schöne Tulpen blühen sehen möchte.

Ist das Laub vollständig vergilbt und abgeschnitten, können die Zwiebeln vorsichtig ausgegraben werden. Dafür eignet sich eine Grabegabel oder ein Spaten. Die Zwiebeln haben ihr Aussehen völlig verändert, seit sie gesetzt wurden: Außen befinden sich nun die alten braunen Hüllschichten der Mutterzwiebel.
Werden diese entfernt, kommt im Inneren die neue Tochterzwiebel zum Vorschein. Diese Tochterzwiebel kann übersommert werden, sodass sie im Folgejahr neue Blüten ausbildet. Befinden sich zusätzlich weitere kleinere Tulpenzwiebeln an der Schale, können Sie sie guten Gewissens entsorgen. Sie sind nicht kräftig genug entwickelt und würden der größten Zwiebel Energie rauben. Anschließend können Sie die Tulpenzwiebeln lagern und über den Sommer aufbewahren.

Tochterzwiebeln neben Töpfen
Häufig bildet sich mehr als eine Tochterzwiebel [Foto: Evgenia Tuzinska/ Shutterstock.com]

Damit die Tochterzwiebel in den Sommermonaten im Inneren eine Minitulpe anlegen kann, benötigt sie Lagertemperaturen um die 20 °C. Je luftiger die Zwiebeln gelagert werden, desto besser halten sie sich. Zum Aufbewahren der Tulpenzwiebeln eignen sich mit Papier ausgelegte Holzkisten. Sie können aber auch auf einem Metallgitter ausgelegt oder in einer Kiste mit Sand aufbewahrt werden. Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, sie in Netzen aufzuhängen. Faulige und schimmelige Zwiebeln sollten Sie regelmäßig aussortieren. Die Tulpenzwiebeln lagern bis Mitte Oktober, dann werden sie wieder in den Gartenboden oder Kübel eingepflanzt.

Tipp: Beschriften Sie die Kisten mit Sortenname und Blütenfarbe – auf diese Art können Sie die Tulpenzwiebeln im Herbst richtig zuordnen.

Tulpenzwiebeln lagern auf einem Metallgitter
Tulpenzwiebeln können zur Übersommerung auf einem Metallgitter ausgelegt werden [Foto: Volker Rauch/ Shutterstock.com]

Im Herbst werden die Zwiebeln mit einem Pflanzabstand von 15 bis 20 Zentimetern in luftiger, humoser Erde eingepflanzt. Für die Pflanzung im Kübel eignet sich neben diesen erforderlichen Eigenschaften unter anderem unsere Plantura Bio-Blumenerde, die durch ihren hohen Kompostanteil ein gesundes Bodenleben fördert. Wie Sie die Tulpenzwiebeln stecken, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

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Tipp: Sie können die Zwiebeln auch nach dem Oktober noch einpflanzen. Bedenken Sie aber, dass der Boden irgendwann anfängt zu frieren, was das Graben mühsam macht.

Eine Übersicht zu weiteren schönen Frühjahrspflanzen finden Sie in unserem Artikel über Frühblüher.

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