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Venusfliegenfalle: Alles Wichtige von Pflege bis Vermehrung der Fleischfresser

Die Venusfliegenfalle gilt als Fleischfresser. Nicht nur ihre Ernährung ist jedoch besonders. Hier gibt es alles Wissenswerte rund um die Venusfliegenfalle.

geschlossene Venusfliegenfalle mit Insekt und grünem Hintergrund

Bei der Venusfliegenfalle steht Fleisch auf dem Speiseplan [Foto: Jaroslav Moravcik/ Shutterstock.com]

Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) stammt aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae) und liebt Fleisch auf ihrem Speiseplan. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika, erfreut sich heute aber auch bei uns großer Beliebtheit. Für viele Kinder ist die fleischfressende Venusfliegenfalle ein Highlight, aber auch für alle junggebliebenen Hobbygärtner unter uns ist sie absolut faszinierend. Plantura zeigt die spannendsten Fakten über die fleischfressende Venusfliegenfalle und erklärt, wie Sie sie auch zu Hause erfolgreich halten können.

Venusfliegenfalle: Ein kleiner Steckbrief

Ursprünglich stammt die Venusfliegenfalle aus Nordamerika, genauer gesagt aus North und South Carolina. Seit ihrer ersten Erwähnung 1768 wanderte sie zunächst innerhalb der USA Richtung Florida, Anfang des 20. Jahrhunderts dann auch nach Europa. Mittlerweile hat sich die Venusfliegenfalle an viele Umgebungen angepasst, gilt aber trotzdem noch als großer Exot.

Venusfliegenfalle im Feld

Ursprünglich stammt die Venusfliegenfalle aus Nordamerika [Foto: Chris Moody/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle: Die Fangblätter

Die wohl größte Besonderheit der Venusfliegenfalle stellen wohl ihre Fangblätter dar. Wenn sie geöffnet sind, ähneln sie einem weit aufgerissenen Schlund, der gefräßig auf seine Beute wartet. Voll ausgebildete Fangblätter besitzen einen roten Saum in der Mitte oder sind komplett rot gefärbt, um Blüten zu simulieren und somit Beute anzulocken. Die sogenannte „Klappfalle“ schließt sich nach dem Empfangen eines Reizes in weniger als einer Zehntelsekunde − womit die Venusfliegenfalle eine der schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich ausführt. Die Bewegung, die die Fangblätter durchführen, ist dabei allerdings nicht aktiv, sondern passiv. Die vorgespannten Blätter werden durch ihre spezielle Krümmung offengehalten. Berührt nun ein Insekt immer wieder die Saumhärchen, entspannt sich die Klappfalle und schlägt zu.

Wie der Name schon sagt, wird die Beute durch das schnelle Zusammenklappen der Fangblätter gefangen. Das Signal, das den Reizmechanismus auslöst, wird durch die Berührung kleiner Fühlhaare (drei bis neun) am Blattsaum ausgelöst. Nach dem Schließen der Blätter wird die Beute über Sekrete zersetzt und sozusagen verdaut. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, öffnen sich die Fangblätter wieder und die Venusfliegenfalle ist bereit, neue Beute mit ihrem Fangapparat zu fangen.

Einzelne geöffnete Fliegenfalle Nahaufnahme

Die Fangblätter ähneln einem weit aufgerissenen Schlund, der gefräßig auf seine Beute wartet [Foto: Gilbert S. Grant/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle kaufen

Venusfliegenfallen sind mittlerweile in jedem gut sortierten Pflanzenfachhandel erhältlich. Natürlich können Sie auch online Pflanzen oder Samen bestellen. Beim Kauf vor Ort sollten Sie jedoch auf einige wichtige Details bei Ihrer Wunschpflanze achten. Vor allem die Fangblätter sind ein wichtiges Indiz dafür, ob die Pflanze gesund ist: Sie sollten geöffnet sein und kräftig grün strahlen, dann können Sie davon ausgehen, dass noch niemand aus Spaß die Fangblätter berührt hat und den Mechanismus ohne wirkliche Beute ausgelöst hat. Denn die Fangblätter können den Schließvorgang meist nur sechs bis sieben Mal wiederholen, weshalb jede Leer-Schließung eine Schwächung bedeutet. Eine vorgezogene Pflanze kostet zwischen vier und fünf Euro, Samen gibt es schon für drei bis vier Euro je zehn Samen (häufig inklusive Aufzuchtsubstrat).

viele grüne venusfliegenfallen in Töpfen

Beim Kauf sollten die Fangblätter geöffnet sein [Foto: SUPEE PURATO/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle-Blüten

Im zeitigen Frühjahr bildet die Venusfliegenfalle ihre Blüten aus. Das Besondere daran sind die extrem langen Blütenstile, die den Rest der Pflanze häufig um 30 cm überragen. Dieser große Abstand zwischen Fangblättern und Blüten hat den Vorteil, dass bestäubende Insekten nicht aus Versehen auf dem Speiseplan der Venusfliegenfalle enden. Die Farbe der Blüten ist weiß, ihr Durchmesser beträgt zwischen zwei und drei Zentimetern. Mehr Informationen zu den Blüten der Venusfliegenfalle finden Sie hier.

Venusfliegenfalle mit Blüte am Fenster

Die Blüten der Venusfliegenpflanze überragen die Pflanze häufig um 30 cm [Foto: Mr.Bajang/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle vermehren: Durch Samen oder Teilung

Es gibt zwei Möglichkeiten, um seine eigene Venusfliegenfalle selbst zu vermehren. Neben dem Ernten und Aussäen der eigenen Samen können Sie Ihrer Venusfliegenfalle auch über Teilung zu Nachwuchs verschaffen. Wie das funktioniert und worauf Sie dabei achten müssen, erklären wir im Folgenden

Venusfliegenfalle vermehren: Samen ernten und aussäen

Zunächst kann Ihre Venusfliegenfalle durch die Samen vermehrt werden, die aus den Blüten entstehen. Das wichtigste ist dabei, dass die Blüten auch wirklich bestäubt wurden. Wollen Sie auf Nummer Sicher gehen, müssen Sie die Blüten selbst mit Hilfe eines Pinsels bestäuben.

Sobald die bestäubte Blüte dann vertrocknet ist, können Sie davon ausgehen, dass auch der Samen reif ist. Zum Ernten schneiden Sie die Blüte einfach ab und klopfen sie leicht über einem Teller oder einer Schüssel aus. Sie können auch die vertrocknete Blüte mit einer Plastiktüte überbinden und warten, bis die Samen auf eigenem Wege die Blütenkapsel verlassen.

Hinweis: Bis die Samen wieder ausgesät werden können, sollten Sie sie kühl und dunkel lagern, um die Keimfähigkeit möglichst hoch zu halten.

Venusfliegenfalle Blüte mit weißem Hintergrund

Die Venusfliegenfalle kann durch die Samen vermehrt werden, die aus den Blüten entstehen [Foto: Kevin P Sumner/ Shutterstock.com]

Der richtige Zeitpunkt zum Aussäen der Samen Ihrer Venusfliegenfalle ist dann das zeitige Frühjahr. Von der Ernte bis zur Aussaat der eigenen Samen vergeht also fast ein dreiviertel Jahr. Das wichtigste beim Aussäen der Samen in Kürze:

  • Topf mit Pflanzsubstrat füllen (Torf-Sand-Mischung)
  • Gut durchfeuchten
  • Samen oberflächlich verteilen (Lichtkeimer)
  • Leicht andrücken
  • Bei Bedarf Plastikbeutel überstülpen
  • Sonnigen Standort wählen

Hinweis: Es ist völlig normal, dass die Pflanzen erst nach 20 bis 30 Tagen keimen. Sein Sie also nicht beunruhigt, wenn Ihre Saat nicht direkt aufläuft. Sollte es noch länger dauern, kann der Grund ein zu altes Saatgut sein. Verwenden Sie zum Vermehren Ihrer Venusfliegenfalle also möglichst immer Saatgut aus dem Vorjahr.

Eine genaue Anleitung zum Vermehren der Venusfliegenfalle durch Samen finden Sie hier.

Venusfliegenfalle durch Teilung vermehren

Die Vermehrung durch Teilung sollte am besten ebenfalls im zeitigen Frühjahr stattfinden, denn dann ist die Zeit, in der Sie normalerweise ohnehin Ihre Venusfliegenfalle umtopfen würden. Dabei vermehrt man nicht wie häufig fälschlicherweise angenommen Ableger im klassischen Sinne, sondern teilt lediglich das Rhizom. Dabei handelt es sich um eine unterirdische Sprossachse, die stets neu austreiben kann. So gehen Sie zur Teilung von Venusfliegenfallen vor:

  • Venusfliegenfalle vorsichtig aus Topf entfernen
  • Blätter und Stängel sacht auseinanderzupfen, sodass man jeweils kleine Einzelpflänzchen erhält
  • Darauf achten, dass an jedem Ableger genügend Wurzeln vorhanden sind
  • Ableger in Pflanzsubstrat setzen
  • Auf angemessene Sonneneinstrahlung achten

Eine genaue Anleitung zur Vermehrung der Venusfliegenfalle durch Teilung finden Sie auch hier in unserem Experten-Artikel.

Venusfliegenfallen in Töpfen im Moos

Auch eine Vermehrung durch die Teilung einer Venusfliegenfalle ist möglich [Foto: Sarka Stuchlikova/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle: Die richtige Erde

Die Venusfliegenfalle ist als fleischfressende, also karnivore Pflanze ein Exot unter unseren Zimmerpflanzen. Deshalb stellt sie auch besondere Ansprüche an ihr Pflanzsubstrat. Der Begriff „Erde“ wird häufig synonym zum Begriff „Substrat“ verwendet, wobei man jedoch klar unterscheiden sollte. Pflanzsubstrate haben nämlich häufig nur einen kleinen, oder gar keinen mineralischen Erdanteil, sondern bestehen größtenteils aus organischen Materialien.

Herkömmliche Substrate eignen sich nicht für die Kultivierung der Venusfliegenfalle. Sie bezieht nämlich den allergrößten Teil ihrer Nährstoffe über die Zersetzung von Beute in ihren Fangblättern, weshalb die meisten Substrate eine zu hohe Nährstoffkonzentration für die Venusfliegenfalle hätten. Das Wichtigste ist jedoch eine gute Durchlässigkeit des Substrats.

Erde wird von Händen in Topf gelegt

Die Venusfliegenfalle stellt hohe Ansprüche an ihr Pflanzsubstrat [Foto: rolkadd/ Shutterstock.com]

Folgende Komponenten haben sich im Substrat für Venusfliegenfallen als geeignet erwiesen:

  • Torf (als Hauptkomponente) mit niedrigem pH-Wert um 4
  • Quarzsand
  • Kies

Torf sollte die Hauptkomponente des Substrates darstellen, dem die anderen Komponenten, wie Sand und Kies untergemischt werden, um eine dränende Wirkung zu erzielen. Regelmäßiges Umtopfen sorgt dafür, dass das Pflanzsubstrat durchlässig bleibt, da Torf durch seine Körnung und  hohe organischen Anteile zum Zusammensacken neigt. Auf lange Sicht macht der Kauf von spezieller Karnivorenerde Sinn. Diese erhalten Sie in jedem gutsortierten Fachhandel.

Genauere Informationen über die Kultivierung der Venusfliegenfalle und das richtige Pflanzsubstrat finden Sie hier.

Venusfliegenfalle gießen: Staunässe statt trocken halten

Im Gegensatz zu vielen unserer geliebten Garten- und Topfpflanzen liebt die Venusfliegenfalle es übermäßig feucht, um nicht zu sagen nass. Es hat sich bewährt, die Pflänzchen in ihrem Topf auf einem passenden Untersetzer zu platzieren, in dem stets etwas Wasser steht.

Mehr Tipps zum richtigen Gießverhalten, finden Sie hier.

Venusfliegenfalle im Topf am Fenster

Am besten wird der Topf in einen Untersetzer mit Wasser gestellt [Foto: Natalia Ramirez Roman/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle füttern

Die Venusfliegenfalle zeichnet sich nicht durch sonderlich großen Hunger aus, weshalb sie auch ohne Ihr Zutun genug Beutefängt. Möchten Sie das Spektakel jedoch einmal selber einleiten, spricht nichts dagegen. Allerdings müssen bei der Fütterung Ihrer Venusfliegenfalle einige Dinge beachtet werden.

Nahaufnahme Venusfliegenfalle mit gefangener Fliege

Jeder Schluss des Fangapparates ohne lebende Beute vergeudet Energie [Foto: Marco Uliana/ Shutterstock.com]

  • Halten Sie nicht den Finger zwischen die Fangblätter

Jeder Schluss des Fangapparates ohne lebende Beute vergeudet Energie und bedeutet einen Schluss weniger, den die Venusfliegenfalle für ihre Versorgung tätigen kann. Um die nachvollziehbare Neugier zu stillen, ist es jedoch in Ordnung, einmalig die Fangblätter durch Ihre Fingerberührung zuschnappen zu lassen.

  • Keine toten Insekten füttern

Die Verdauung der Venusfliegenfalle setzt nur ein, wenn die Beute durch die ständige Bewegung genügend Reize aussendet. Sollten Sie die Beute vorher töten, gleicht der Schluss der Fangblätter einem Leer-Schluss und bedeutet nur unnötigen Energieaufwand.

  • Die richtige Größe ist entscheidend

Damit der Mechanismus vollständig funktioniert, ist die Größe der Beutetiere entscheidend. Zu kleine Tiere können häufig entwischen, zu große Tiere können sich freikämpfen oder verenden, ohne verdaut werden zu können. Als Faustregel gilt, dass die Beute ungefähr ein Drittel der Länge des Fangapparates besitzen sollte, um eine effektive Verdauung zu gewährleisten.

Mehr zur Fütterung der Venusfliegenfalle finden Sie in hier.

Venusfliegenfalle umtopfen: Wann und wie?

Die Venusfliegenfalle sollte mindestens einmal im Jahr umgetopft werden. Den richtigen Zeitpunkt erkennen Sie daran, dass der Topf komplett mit Wurzeln durchzogen ist und auch die oberirdischen Pflanzenteile den Topf schon seitlich überragen. Jahreszeitlich entscheidet man sich für das Umtopfen am besten für das zeitige Frühjahr, da dann die besten Rahmenbedingungen herrschen, um der Venusfliegenfalle einen optimalen Start nach dem stressigen Umtopfen zu ermöglichen.

Zum Umtopfen bereiten Sie einen neuen, größeren Topf mit frischem Substrat vor, in dem Sie Ihre Venusfliegenfalle dann behutsam umsetzen. Wichtig ist, dass Sie ein geeignetes Substrat verwenden, da die Venusfliegenfalle besondere Ansprüche an ihr Erdreich stellt. Im Fachhandel können Sie spezielle Karnivorenerde erwerben, oder Sie mischen sich Ihr ganz persönliches Karnivoren-Pflanzsubstrat.

Wie das genau funktioniert und wie Sie Ihre Venusfliegenfalle richtig umtopfen, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Spezialartikel.

Nahaufnahme Klappfallen im braunen Topf

Die Venusfliegenfalle sollte mindestens einmal im Jahr umgetopft werden [Foto: Africa Studio/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle im Winter

Die Venusfliegenfalle ist zwar genügsam, jedoch will sie unter keinen Umständen auf ihre Winterruhe verzichten. Sobald die neugebildeten Fangblätter nicht mehr so kräftig ausbilden wie zuvor und zudem keinen roten Innensaum mehr haben, ist es an der Zeit, Ihre Venusfliegenfalle ins Winterquartier umzusetzen. Ein geeigneter Ort ist zum Beispiel ein unbeheiztes Treppenhaus oder ein Kellerraum mit Tageslichtzufuhr. In jedem Fall sollten die Temperaturen im Winterquartier nicht unter 5 °C fallen.

Weitere Pflegetipps lesen Sie in unserem Spezialartikel zur Pflege der Venusfliegenfalle.

grüne Fliegenfalle mit braunem Hintergrund

Wenn die Fangklappen keinen roten Innensaum mehr haben, dann ist es Zeit für die Winterruhe [Foto: Saran_Poroong/ Shutterstock.com]

Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
  • Floragard Spezialerde für Fleischfressende Pflanzen: Gebrauchsfertige Spezialerde zum Topfen und Umtopfen von Sonnentau, Venusfliegenfallen und anderen anspruchsvollen fleischfressenden Pflanzen.
  • GREEN24 Karnivoren-Dünger: Der Dünger für Karnivoren/Epiphyten für eine schnelle und ausgewogene Nährstoffaufnahme inkl. aller wichtigen Spurennähstoffe.
  • Emsa Blumensprüher: Gießen Sie Ihre Zimmerpflanzen besonders sanft und sorgen so für eine grüne Wohlfühloase zuhause, ohne das empfindliche Wurzelwerk durch zu hohen Wasserdruck zu beschädigen.
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