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Venusfliegenfalle vermehren: Samen ernten, aussäen & Teilung

Die fleischfressende Venusfliegenfalle kann selbst vermehrt werden, wenn man ihre Samen erntet. Wir zeigen, wie Sie den Fleischfresser selbst vermehren.

Venusfliegenfalle im Moos
Die Venusfliegenfalle kann selbst vermehrt werden [Foto: Sarka Stuchlikova/ Shutterstock.com]

Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) kann auf zweierlei Wegen vermehrt werden: Zum einen können Sie die selbstgeernteten Samen des lichtkeimenden Exoten aussäen, zum anderen lässt sich die fleischfressende Pflanze auch durch Teilung vermehren. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen müssen, damit die Vermehrung von Erfolg gekrönt ist.

Venusfliegenfalle-Samen: Bestäubung und Samenreife

Die Blüte der Venusfliegenfalle ist für viele nur zweitrangig und manchmal vielleicht sogar lästig. Meistens werden die Blütenstängel sogar schon kurz nach dem Austrieb abgetrennt, um die gesamte Wuchsenergie in die Fangblätter zu kanalisieren. Damit Sie Ihre eigenen Samen ernten können, müssen Sie jedoch auf das Abtrennen der Blüten verzichten. Die Blüten entwickeln sich im zeitigen Frühjahr am Ende der rund 30 cm langen Blütenstängel und reifen bis spätestens Ende April ab.

Damit sich überhaupt Samen bilden, muss die Blüte natürlich bestäubt werden. In geschlossenen Räumen sind bestäubende Insekten jedoch eher die Ausnahmen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, können Sie mit einem feinen Pinsel etwas nachhelfen, indem Sie vorsichtig auf die Staubblätter der Venusfliegenfalle klopfen und so die Pollen auf die Blütenstempel gelangen.

Venusfliegenfalle Blüte mit weißem Hintergrund Nahaufnahme
Damit sich Samen bilden, muss die Blüte bestäubt werden [Foto: Kevin P Sumner/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle-Samen: Ernte und Lagerung

Die reifen Samen sind sehr fein und tiefschwarz. Ist die Blüte vertrocknet, können Sie davon ausgehen, dass auch die Samen reif sind. Es gibt mehrere Wege, wie Sie die Samen ernten können. Zum einen können Sie die vertrockneten Blüten abschneiden und vorsichtig in eine Schale ausklopfen, um an die Samen zu gelangen, oder Sie warten darauf, dass sich die Samen auf natürliche Weise lösen und stellen einfach eine Schale zum Auffangen unter die reife Blüte. Alternativ können Sie auch eine Tüte um den vertrockneten Blütenstand binden, um die reifen Samen aufzufangen.

Wichtig: Bis zum Zeitpunkt der Wiederaussaat der Samen vergeht fast ein dreiviertel Jahr. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie die Samen richtig lagern, um deren Keimfähigkeit aufrecht zu erhalten. Ein dunkler, kühler und vor allem trockener Ort ist dafür ideal.

Venusfliegenfalle Blüte im Garten
Die Samen können geerntet werden, wenn die Blüte vertrocknet ist [Foto: RukiMedia/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle-Samen aussäen

Der richtige Zeitpunkt zum Aussäen der Samen ist im zeitigen Frühjahr. Bereiten Sie dafür einen oder mehrere kleine Töpfe mit Pflanzsubstrat vor. Im Gegensatz zu adulten Pflanzen benötigen die Keimlinge noch Nährstoffe aus dem Substrat, sodass Sie zum Anziehen handelsübliches Aussaatsubstrat verwenden können. Später sollten Sie Ihre Venusfliegenfalle jedoch in spezielle Karnivorenerde umsetzen. Feuchten Sie das Substrat im Topf gut durch und drücken es ganz vorsichtig an. Anschließend streuen Sie einige Samen oberflächlich auf das Substrat. Die Samen benötigen keine Deckschicht aus Erde, da es sich bei der Venusfliegenfalle um einen Lichtkeimer handelt. Nach 20 bis 30 Tagen beginnen die Samen zu keimen. Warten Sie mit dem Pikieren der Pflanzen, bis die Keimlinge circa 2 cm groß sind. Beim Pikieren der kleinen Venusfliegenfallen können Sie zwei bis drei Pflanzen in einen neuen Topf umsetzen.

Töpfe mit Setzlingen auf Holzboden
Bereiten Sie für das Aussäen einen oder mehrere kleine Töpfe mit Pflanzsubstrat vor [Foto: Cora Mueller/ Shutterstock.com]

Tipp: Stülpen Sie eine durchsichtige und perforierte Tüte über die Pflanztöpfe und stellen Sie die gut gewässerte Aussaat an einen warmen und sonnigen Ort. Die Plastiktüte hat den gleichen Effekt wie ein Gewächshaus und hilft dabei, eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewähren. Auch nach dem Pikieren hilft das Minigewächshaus, dass die kleinen Venusfliegenfallen sich schnell etablieren und geschwind zu gefräßigen Pflanzen heranwachsen. Allerdings sollte die Folie nur so lange wie nötig und so kurz wie möglich als Hilfsmittel herangezogen werden, da sie die Ausbreitung schädlicher Pilzinfektionen begünstigt.

Venusfliegenfalle durch Teilen vermehren

Neben der Vermehrung durch Samen können Sie Ihre Venusfliegenfalle auch durch Teilung vermehren. Das ist möglich, weil sich die Pflanze auch durch unterirdisch verlaufende und immer wieder austreibende Sprossachsen (Rhizome) vermehrt. Nehmen Sie dafür die Pflanze vorsichtig samt Wurzelballen aus dem Topf. Durch leichtes Zupfen oder mit einer Schere können Sie das Rhizom abtrennen und erhalten somit überlebensfähige neue Pflanzen. Achten Sie beim Vorgang des Trennens darauf, dass sowohl (mindestens) ein Trieb beziehungsweise Stängel, als auch genügend Wurzeln an einer „neuen“ Pflanze vorhanden sind. Die kleinen Pflänzchen werden dann, wie beim Pikieren, in neue, mit Pflanzsubstrat gefüllte Töpfe gesetzt. Nach dem Umsetzten sollten Sie die Pflanze an einen warmen und sonnigen Ort stellen, damit sich die kleinen Venusfliegenfallen schnell etablieren.

viele grüne venusfliegenfallen in Töpfen
Ihre Venusfliegenfalle kann auch durch Teilung vermehrt werden [Foto: SUPEE PURATO/ Shutterstock.com]

Venusfliegenfalle: Pflege nach dem Vermehren

Nachdem Sie erfolgreich Ihre Venusfliegenfalle vermehrt haben, können Sie durch diverse Pflegemaßnahmen dazu beitragen, dass Ihre Lieblinge auch weiterhin die besten Bedingungen vorfinden. Die nordamerikanische Exotin stellt einige Ansprüche an Gießwasser, Pflanzsubstrat und besteht darauf, regelmäßig umgetopft zu werden. Eine besondere Behandlung während der Wintermonate ist ebenfalls extrem wichtig, damit sich Ihre Venusfliegenfalle auch im Folgejahr von der besten Seite zeigen kann.

Um den neuen Venusfliegenfallen einen möglichst guten Start ins Leben zu bieten, sollte man besonderen Wert auf ein passendes Pflanzsubstrat legen. Venusfliegenfallen bevorzugen als Moorpflanzen einen Boden mit einem stabilen und ausgeglichenen Wasserhaushalt und einem niedrigen pH-Wert. Zu viele Nährstoffe sind für sie dagegen ein Graus – optimalerweise sollte das Substrat, in das sie gepflanzt werden daher nährstoffarm sein. Carnivorenerde, wie die Floragard Spezialerde für fleischfressende Pflanzen, erfüllt diese Ansprüche perfekt und ist deshalb die erste Wahl, wenn man Venusfliegenfallen vermehren möchte.

Floragard Karnivorenerde
Ideal geeignet für Sonnentau, Venusfliegenfalle und andere fleischfressende Pflanzen, optimaler pH-Wert, ausgeglichener Wasserhaushalt, gegen Wurzelfäule.
*in Kooperation mit Floragard
Floragard Karnivorenerde

Lesen Sie hier mehr über die Themen Venusfliegenfalle gießen, füttern und umtopfen und holen Sie sich viele weitere tolle Tipps zur Pflege Ihrer Venusfliegenfalle.

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