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Wassernuss: Pflanzen & Pflege der Trapa natans

Die Wassernuss (Trapa natans) ist eine ganz besondere Wasserpflanze. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Wassernuss im eigenen Teich pflanzen und pflegen können.

Wassernuss mit grünen und roten Blättern
Die Wassernuss verfärbt sich im Herbst wunderschön rot [Foto: Marek Mierzejewski/ Shutterstock.com]

Die Wassernuss ist eine vom Aussterben bedrohte Schönheit, die auch Ihren Gartenteich schmücken kann. Wie Sie die besondere Wasserpflanze kultivieren und pflegen, erfahren Sie im Folgenden. Außerdem zeigen wir, wie die Früchte der Wassernuss verwendet werden können.

Wassernuss: Herkunft und Eigenschaften

Die Wassernuss (Trapa natans) wird botanisch gesehen in die Unterfamilie Wassernussgewächse (Trapaceae) der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) eingeordnet. Auch wenn die Namen der Wassernuss und der Wasserkastanie (Eleocharis dulcis) sehr ähnlich klingen, sind die beiden nicht miteinander verwandt und unterscheiden sich optisch stark voneinander.

Ursprünglich stammt die Wassernuss aus den gemäßigten und subtropischen Zonen Europas, Asiens und Nordafrikas. Heute ist sie im gesamten Mittelmeergebiet noch schwach verbreitet. Bei uns in Deutschland sind die letzten Bestände stark vom Aussterben bedroht, weswegen die Wassernuss seit 1987 unter Naturschutz und auf der roten Liste steht. In der Jungsteinzeit war sie für die Menschen eine bedeutende Nahrungsquelle, heute wird sie in der asiatischen Küche noch gelegentlich verwendet.

Die Wassernuss-Pflanze ist eine sommergrüne, einjährige Schwimmpflanze. Sie ist über einen 1 bis 3 Meter langen Haupttrieb und durch die Widerhaken der Wassernuss-Frucht im Boden verankert. Die krautigen Laubblätter werden durch einen mit Luft gefüllten Stiel an der Wasseroberfläche gehalten. Sie sind fächer- bis rautenförmig und rosettenartig um den Blattstiel angeordnet. Die Pflanzen können einen Durchmesser von circa 20 cm erreichen. Die Ausbildung der Blätter beginnt im Juni. An der Blattunterseite und an den Stielen befinden sich säureabscheidende Drüsen, die dem Fraßschutz dienen. Von Juli bis Ende August oder Anfang September werden kleine, unscheinbare, weiße Blüten gebildet. Die Wassernuss ist selbstbestäubend, das heißt, dass die Blüten vom eigenen Pollen bestäubt werden können. Im Laufe des Herbstes verfärben sich die Blätter zu einem wunderschönen Rot und sterben allmählich ab. Am Haupttrieb werden paarig angeordnete Nebenwurzeln gebildet, die die Wassernuss bei der Photosynthese unterstützen.

Kern der Wassernuss
Die Frucht der Wassernuss: Harte Schale mit weichem, essbaren Kern [Foto: Nor Gal/ Shutterstock.com]

Bei den Früchten der Wassernuss handelt es sich um dunkelbraune und hartschalige Nüsse. Sie wachsen entlang des Stängels und bilden zwei bis vier spitze Dornen an den Enden aus. Die Dornen dienen später, wie bei einem Anker, der Fixierung im Gewässergrund. So kann im nächsten Jahr eine neue Pflanze wachsen, ohne abzutreiben. Im Inneren befindet sich ein weißer, stärkehaltiger Kern. Der Kern ist zwischen September und Oktober reif und keimt im Folgejahr aus, wenn es warm genug ist. Neben der Verbreitung durch das Wasser können die Nüsse auch von Vögeln oder durch den Menschen weiterverbreitet werden.

Verschiedene Formen der Wassernuss

Es wird im Allgemeinen zwischen zwei Varianten der Wassernuss unterschieden:

  • Trapa natans var. natans: Die in Europa heimische Trapa natans var. natans ist die Wassernuss, die bei uns am besten wächst. Da sie vom Aussterben bedroht ist, stammt das Saatgut ausschließlich aus der Nachzucht. Manche Pflanzen bilden keine Früchte.
  • Trapa natans var. bispinosa: Die aus Asien stammende Trapa natans var. bispinosa (auch ‘Chinesische Zweidornige Wassernuss’ oder ‘Singhara-Wassernuss’ genannt) bildet olivgrüne Blätter mit rötlichen oder rotbraunen Nerven aus. Wegen des kürzeren Sommers bei uns reicht ihr die Zeit nicht, um Früchte zu bilden. Sie benötigt dafür das tropische Klima.

Wassernuss pflanzen

Die natürlichen Lebensräume der Wassernuss sind stehende Gewässer, kalkarme, aber nährstoffreiche Altwässer, Humusschlammseen und -teiche sowie das unter Drittel der Donau ab Serbien. Wegen ihres Wärmebedarfs wächst sie nicht in höheren Lagen. Wer die Wassernuss im Gartenteich kultivieren möchte, braucht dafür einen schlammig-sandigen Teichgrund und eine mittlere Tiefe von circa 60 cm. Außerdem sollte es warm und sonnig sein. Ein leicht saures Teichwasser wird von der Wassernuss bevorzugt, ist aber kein Muss.

Um die Wassernuss im Teich auszusäen genügt es, die Nüsse nahe der gewünschten Stelle auf den Teichgrund zu legen. Die Pflanze verankert sich dann von selbst und wächst heran. Für kleinere Teiche genügen bereits 2 bis 3 Nüsse, um ein schönes Pflanzbild zu erreichen. Auch eine Gruppenpflanzung ist ohne weiteres möglich. Dafür sind vor allem die gelbe Teichrose (Nuphar lutea), die Europäische Seekanne (Nympoides peltata) oder das Herzblättrige Hechtkraut (Pontederia cordata) gut geeignet.

Wassernuss im Teich
Bereits wenige Wassernuss-Pflanzen sehen im Gartenteich sehr schön aus [Foto: Jenoche/ Shutterstock.com]

Hinweis: Eine Pflanzung im Fischteich ist wegen der Säure, die von der Pflanze als Fraßschutz abgeschieden wird, weniger gut geeignet. Dennoch ist dies ohne Gefährdung der Fische möglich. Allerdings treiben Wassernüsse nur einmalig aus, weswegen die Pflanzen sehr sensibel auf Fraßschäden reagieren und absterben können.

Die Wassernuss vermehrt sich durch die gebildeten Nüsse von selbst. Die reifen Früchte fallen ab, sobald die einjährige Pflanze abstirbt und verteilen sich durch das Wasser. Bei Temperaturen bis zu -22 °C sind sie frostresistent und winterhart. Im nächsten Jahr verankern sie sich im Boden und treiben von allein wieder aus. Wer die Wassernuss gezielt vermehren möchte, kann reife Nüsse ernten und im folgenden Jahr aussäen. Eine Vermehrung über Teilstücke, vergleichbar mit der Stecklingsvermehrung bei Gehölz, ist nicht möglich.

Tipp: Die Wassernuss kann auch als Einzelpflanze im Aquarium gehalten werden. Hier kann eine ideale Nährstoffversorgung der Wassernuss gewährleistet sein und es kommt nicht zu Konkurrenzen durch andere Pflanzen. Früchte bildet die Wassernuss im Aquarium allerdings keine. Wer gleichzeitig Fische im Aquarium halten möchte, sollte unbedingt deren Verträglichkeit mit der Säure der Wassernuss-Pflanze überprüfen.

Pflege der Wassernuss

Wenn die Wassernuss an einem Standort angepflanzt wird, der ihren Ansprüchen genügt, benötigt sie über das Jahr hinweg keine weitere Pflege. Bei kleinen Teichen und in Aquarien sollten im Herbst, sobald die Pflanze abstirbt, abhängig von der Teich- oder Aquariengröße, einige bis alle Blätter entfernt werden. So wird das Wasser nicht zu sehr mit verrottender Biomasse belastet. In großen Teichen gibt es damit keine Probleme.

Wassernuss-Pflanze im Teich
Die Wassernuss hat keine hohen Pflege-Ansprüche [Foto: pisitpong2017/ Shutterstock.com]

Da es sich um eine einjährige Pflanze handelt, die im Herbst abstirbt, kann man die Wassernuss nicht als ganze Pflanze, sondern nur als Samen überwintern. Der Samen kann dazu aus dem Teich gefischt und in einer Schale mit Wasser überwintert werden oder einfach im Teich verbleiben.

Ernte und Verwendung der Wassernuss

Die reifen Früchte der Wassernuss kann man problemlos ernten, wenn die Pflanze abstirbt. Sie können dann vom Haupttrieb abgelöst und gesammelt werden.

Man kann die Fruchtkerne der Wassernuss essen. Wie anfangs erwähnt, war die Wassernuss in der Jungsteinzeit eine wichtige Eiweißquelle. In Asien wird sie auch heute noch gelegentlich verwendet. Aus der europäischen Küche ist sie wegen ihrer Seltenheit jedoch fast komplett verschwunden. Vom rohen Verzehr wird dringend abgeraten, da sich zahlreiche schädliche Parasiten auf der Oberfläche ansiedeln können. Wer die Nuss gart, baut so enthaltene Giftstoffe ab und tötet Parasiten. Der Kern ist dann bedenkenlos essbar, die Schale bleibt jedoch wegen ihrer Härte ungenießbar. Das Aroma des Kerns ist vergleichbar mit Esskastanien.
Zusätzlich wird der Wassernuss eine heilende Wirkung nachgesagt, die aber bisher nicht nachgewiesen werden konnte.

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