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Weihnachtskaktus: Richtige Pflege für den Winterblüher

Damit der Weihnachtskaktus im Winter reichhaltig blüht, bedarf es etwas Pflege. Wie der Weihnachtskaktus richtig zu pflegen ist, erfahren Sie hier.

Blüte Weihnachtskaktus rot nah

Die Blüte ist wunderschön und einzigartig [Foto: -Lythy-CC BY 2.0]

Auch wenn sie nicht danach aussehen, handelt es sich bei den Arten des Weihnachtskaktus (Schlumbergera) um echte Kakteengewächse (Cactaceae). Beheimatet sind die Wildarten in tropischen Bergregionen in Brasilien. Dort wachsen sie als Epiphyten auf Bäumen und Sträuchern oder als Lithohphyten auf Felsen. Bei uns ist der Weihnachtskaktus vor allem in Form von Hybriden vorzufinden. Den Kreuzungen liegen meist die Arten Schlumbergera russelliana und Schlumbergera truncata zu Grunde – so auch im Falle der Sorten der bekanntesten Hybride Schlumbergera x buckleyi.

Weihnachtskaktus: Ein Kaktus mit besonderem Wuchs

Der Weihnachtskaktus wächst sehr verzweigt und dicht. Bei den verdickten, blattartigen Gebilden handelt es sich nicht um Blätter, sondern um sogenannte Phyllokladien. Das sind blattartige Sprossabschnitte. Mit zunehmender Sprosslänge (beziehungsweise Phyllokladien-Anzahl) nimmt der Weihnachtskaktus seine überhängende Wuchsform an. Wie für Kakteen typisch, besitzt auch der Weihnachtskaktus sogenannte Areolen. Das sind im Wuchs reduzierte Seitensprosse, aus denen sich jedoch Seitentriebe oder Blüten entwickeln können. Bei den hier verbreiteten Kulturformen des Weihnachtskaktus fehlen die Dornen meist gänzlich oder sind zumindest deutlich reduziert und fallen so kaum auf.

Weihnachtskaktus: Richtig pflegen

Damit der Weihnachtskaktus prächtig wächst und reichhaltig blüht, ist etwas Pflege erforderlich. So muss man wissen, dass es sich beim Weihnachtskaktus um eine Kurztagpflanze handelt. Darüber hinaus muss er vor zu kühlen Temperaturen geschützt werden und der Standort sollte ebenfalls sorgfältig ausgewählt werden. Wir nehmen die Ansprüche des Weihnachtskaktus nachfolgend noch genauer unter die Lupe.

Standort und Lichtverhältnisse

Beim Weihnachtskaktus handelt es sich beim Anbau in unseren Breiten um eine hundertprozentige Topfpflanze. Da Temperaturen unterhalb von 10 °C bereits zu deutlichen Schäden führen können, ist er für den Anbau im Freien keinesfalls geeignet. Allerdings kann er die Sommermonate durchaus im Freien auf Terrasse oder Balkon verbringen. Der blattförmig wachsende Kaktus ist vor extremer Sonneneinstrahlung zu schützen und freut sich daher über einen halbschattigen Standort. Mit sinkenden Temperaturen sollte der Weihnachtskaktus einen Platz auf der Fensterbank einnehmen. Dieser ist möglichst hell auszuwählen! Raumtemperatur ist für die Blütenentwicklung des Winterkaktus am günstigsten. Unter folgenden Standort- und Lichtbedingungen fühlt sich der Weihnachtskaktus wohl:

  • Temperaturen unter 10 °C vermeiden
  • Im Sommer draußen mit halbschattigem Standort
  • Mit sinkenden Temperaturen ins Haus bei Raumtemperatur
  • Während der Zeit im Haus möglichst hellen Standort

Das richtige Substrat und umtopfen

Der Weihnachtskaktus ist eine typische Topfpflanze. An das Substrat stellt er jedoch keine außergewöhnlichen Ansprüche. Es sollte wasserdurchlässig sein und nicht zu Staunässe neigen. Ein handelsübliches Substrat mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,0 ist gut geeignet – sowohl mit einem gewissen Torfanteil als auch in torffreier Ausführung. Damit die Wurzeln eine optimale Umgebung vorfinden, bietet es sich an, dem Substrat im Verhältnis 1:4 Sand unterzumischen (1 Teil Sand auf 4 Teile Substrat).

rosa helle Blüte Weihnachstkaktus im Topf

Ein Weihnachtskaktus bringt Farbe in die triste Jahreszeit [Foto: Maja DumatCC BY 2.0]

Um jedoch das Wachstum des Weihnachtskaktus anzuregen, ist gelegentliches Umtopfen empfehlenswert. Dabei schadet es sogar nicht, wenn man sich jedes Jahr die Mühe macht – der Weihnachtskaktus wird es danken. Umgetopft wird im Anschluss an die Blüte – also im Frühjahr. Der neue Topf wird etwas größer gewählt als der vorherige. Das alte Substrat sollte weitestgehend abgestreift werden. Im Anschluss wird das neue Substrat angegossen, damit es sich gut setzt und in Kontakt mit den Wurzeln des Weihnachtskaktus steht. Nach dem Umtopfen muss zunächst nicht gedüngt werden, denn die im Substrat enthaltenen Nährstoffe decken den Bedarf des Winterblühers erst einmal ausreichend ab. Folgendes ist bei der Substratwahl und dem Umtopfen des Weihnachtskaktus zu beachten:

  • Handelsübliches torffreies oder torfhaltiges Substrat mit pH um 5,5 bis 6,0
  • Am besten mit Sand mischen: auf 4 Teile Substrat 1 Teil Sand untermischen
  • Umtopfen für gutes Wachstum empfehlenswert – im Anschluss an die Blüte
  • Altes Substrat weitestgehend abstreifen, neuen Topf etwas größer auswählen
  • Nach dem Topfen neues Substrat angießen
  • Düngen nach dem Umtopfen des Weihnachtskaktus in geeignetes Substrat zunächst nicht erforderlich

Gießen und düngen

Ein Weihnachtskaktus sollte zwar nicht zu trocken gehalten werden, Staunässe setzt ihm jedoch deutlich stärker zu. Deshalb sollte das Substrat auch durchlässig für Wasser sein. Während der Blüte ist eine kurze Ruhephase einzulegen und die Wassergaben sind zu reduzieren. Mit dem beginnenden Austrieb des Weihnachtskaktus wird wieder in kürzeren Abständen Wasser gegeben. Ebenso ist das Wässern im Herbst (Oktober) etwas zu reduzieren, um die Blütenbildung zu optimieren. Um den pH-Wert nicht in die Höhe schnellen zu lassen und so das Wachstum des Weihnachtskaktus zu behindern, sollte möglichst mit Regenwasser gegossen werden.

Der Nährstoffbedarf des Kaktusgewächses ist nicht übermäßig hoch. Es ist ausreichend, alle vier Wochen mit einem Vollnährstoffdünger nachzuhelfen. Ab Oktober ist der Weihnachtskaktus auf die Blütenbildung vorzubereiten. Die Düngung wird eingestellt und erst wieder mit dem Neuaustrieb (circa April) aufgenommen. Generell gilt für das richtige Gießen und Düngen des Weihnachtskaktus:

  • Weihnachtskaktus nie austrocknen lassen
  • Staunässe dringlichst vermeiden
  • Wassergabe zwischen Blüte und Neuaustrieb (Frühjahr) und im Oktober vor der Blütenbildung reduzieren
  • Möglichst Regenwasser verwenden, um den pH nicht anzuheben
  • Alle vier Wochen nachdüngen
  • Mit der Ruhephase vor der Blüte (ab Oktober) Düngen bis zum Neuaustrieb (April) einstellen

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Schneiden

An sich muss ein Weihnachtskaktus nicht geschnitten werden, um in Form gehalten zu werden. Von Natur aus neigt er bereits zu einer sehr angeregten Verzweigung. Allerdings kann der Wuchs mit den Jahren etwas zu stark herabhängend werden. Dann kann zum Messer gegriffen werden. Am besten schließt sich der einkürzende Schnitt der Blüte an und wird im zeitigen Frühjahr durchgeführt (ungefähr März).

üppig blühender Weihnachtskaktus lila violett

Mit den richtigen Tipps wird man mit einer üppigen Blüte belohnt [Foto: OakleyOriginalsCC BY 2.0]

Keinesfalls sollte im Herbst geschnitten werden, denn dann läuft man Gefahr, keine Blüte im Winter bewundern zu können. Der Schnitt ist immer an der sich deutlich absetzenden Stelle zwischen zwei Phyllokladien zu setzen. So wird die Schnittstelle minimal gehalten und der Weihnachtskaktus möglichst schonend behandelt. Im Frühsommer könnte man den Rückschnitt mit der Stecklingsvermehrung des Weihnachtskaktus verbinden. Generell gilt für das richtige Schneiden des Weihnachtskaktus:

  • Schnitt des Weihnachtskaktus nicht zwingend erforderlich
  • Zeitpunkt: nach der Blüte im März
  • Schnitt mit scharfem Messer an der deutlich zu erkennenden Übergangsstelle zwischen zwei Phyllokladien setzen
  • Schnitt kann gegebenenfalls mit Stecklingsvermehrung im Frühsommer verbunden werden

Weihnachtskaktus erfolgreich zum Blühen bringen

Mehrere Faktoren entscheiden beim Weihnachtskaktus über Blüte oder keine Blüte. Es liegt jedoch in der Hand des Gärtners, ob der Weihnachtskaktus reichhaltig seine Blüten zum Vorschein bringt oder den Winter lediglich in seinem grünen Kleid übersteht. Die Blütenbildung hängt dabei vom Zusammenspiel zwischen Temperatur und Tagesdauer ab. Bei eher niedrigen Temperaturen unter 15 °C erfolgt die Blütenbildung unabhängig von der Tageslänge. Allerdings wird die Blütenausbildung durch zu niedrige Temperaturen um 10 °C behindert. Temperaturen über 22 °C hingegen unterbinden die Blütenbildung unabhängig von der Tageslänge.

Blüte Weihnachtskaktus rot

Die rote Blüte bringt Farbe ins Haus [Foto: Maja DumatCC BY 2.0]

Bei normaler Raumtemperatur um 20 °C, besser jedoch ein paar Grad Celsius kühler, werden die Blüten des Weihnachtskaktus hingegen nur im Kurztag gebildet. Im Falle des Weihnachtskaktus bedeutet Kurztag mindestens vier Wochen eine maximale Tageslänge von 9 Stunden. Störlicht kann die Blütenausbildung behindern oder für gänzlichen Blütenausfall sorgen. Dabei kann bereits das hereinscheinende Licht einer Straßenlaterne ausreichen. Deshalb ist der Weihnachtskaktus in einem Raum mit ausschließlich natürlichem Tageslicht zu kultivieren. Oder er wird nach der entsprechenden Dauer von 9 Stunden Tageslicht beispielsweise mit einem Karton verdunkelt und vor Lichteinfluss geschützt. Folgendermaßen kann man den Weihnachtskaktus erneut zum Blühen bringen:

  • Temperatur und Licht bedingen in Kombination die Blütenbildung
  • Optimale Blütenbildung und Bedingungen für den Weihnachtskaktus bei Kurztag (9 Stunden Licht pro Tag) und 15 – 20 °C
  • Weihnachtskaktus in Raum mit ausschließlich Tageslicht platzieren oder nach 9 Stunden verdunkeln (z.B. mit Karton)
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