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Weihnachtsstern: Richtig pflegen, anbauen und vermehren

Während dunkler Wintertage bringt der Weihnachtsstern Farbe ins Haus. Wir wollen wissen, wie man den blumigen Winterschmuck richtig pflegt.

Blüte Weihnachtsstern rote Blüten

Der Weihnachtsstern bringt Farbe in die dunkle Jahreszeit [Foto: TANAKA JuuyohCC BY 2.0]

Weihnachtsstern: Wissenswertes über die Pflanze

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). So tritt auch beim Weihnachtsstern typischerweise der weiße Saft aus, wenn Blätter oder Stiele beschädigt werden. Dies sollte jedoch tunlichst vermieden werden. Denn zum einen setzt das der Pflanze zu und kann sie gesundheitlich sogar gefährden (beispielsweise durch die erhöhte Gefahr von Pilzinfektionen). Zum anderen kann der austretende Saft Hautreizungen auslösen. Vorsicht ist auch bei Haustieren geboten: Bei Hund, Katze und Co. kann der Saft zu Vergiftungserscheinungen und Nierenversagen führen.

Beheimatet ist der Weihnachtsstern in Zentral- und Südamerika. Dort wächst er als mehrere Meter hoher Strauch mit verholzendem Stamm. Ursprünglich zeigen die natürlichen Formen des Weihnachtssterns nicht so eine reiche Verzweigung auf wie die Exemplare, die im Winter auf unseren Fensterbänken vorzufinden sind. Verantwortlich dafür sind kleinste Mikroorganismen, sogenannte Phytoplasmen. Ohne sie würde ein Weihnachtsstern ohne Entspitzen durch Handarbeit einfach nur eintriebig wachsen und ebenfalls nur eine Blüte ausbilden. Den Zierfaktor des Weihnachtssterns machen übrigens sogenannte Hochblätter (Brakteen) aus, bei denen es sich gar nicht um die eigentliche Blüte handelt. Die eigentlichen Blüten – im Falle des Weihnachtssterns auch als Cyathien bekannt – sind unscheinbar und grünlich-gelb. Sie werden sternförmig von den farbigen Hochblättern umgeben.

Dem botanischen Namen nach gilt der Weihnachtsstern als das schönste Exemplar („pulcherrima“) unter den Wolfsmilchgewächsen – da scheiden sich natürlich die Geister, denn Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Dennoch wollen wir genau hinschauen, was man tun kann, um durch richtige Pflege, den Weihnachtsstern optimal zu halten.

Optimale Pflege für den Weihnachtsstern

Weihnachtsstern richtig gießen

Im Topf sollte ein Weihnachtsstern gleichmäßig feucht, aber nicht zu feucht gehalten werden. In jedem Fall darf im Umtopf kein Wasser stehen – das würde umgehend zu Problemen mit Wurzelfäule führen. Für eine mögliche Weiterkultur auch nach der abgeschlossenen Blüte des Weihnachtssterns ist wichtig zu wissen, dass der Wasserbedarf eines blühenden Weihnachtssterns in der Regel geringer ist als vor der Blüte. Generell gilt für das richtige Gießen des Weihnachtssterns:

  • Gleichmäßig feucht halten
  • Staunässe vermeiden
  • Nach der Blüteninduktion benötigen Weihnachtssterne etwas geringere Wassergaben
Weihnachtsstern exotische Farben orange Blüte

Ein besonderer Blickfang sind exotische Farbverläufe [Foto: Pressebereich Dehner Garten-CenterCC BY-ND 2.0]

Weihnachtsstern richtig düngen

Soll der Weihnachtsstern nur die wenigen Wochen seiner Blüte einen Platz auf der Fensterbank einnehmen, so ist keine zusätzliche Düngung erforderlich. Soll er allerdings darüber hinaus gehalten und nochmals zur Blüte gebracht werden, so muss nachgedüngt werden. Hierfür empfiehlt sich ein Stickstoff-betonter Vollnährstoffdünger. Während der Hauptwachstumsphase – diese ist an der Entwicklung neuer Blätter und Triebe zu erkennen – kann unbehelligt ein- bis zweiwöchentlich nachgedüngt werden. Generell gilt für das richtige Düngen des Weihnachtssterns:

  • Während der Blüte: Düngen nicht erforderlich
  • Im Sommer während Hauptwachstumsphase: alle ein bis zwei Wochen düngen
  • Am besten Stickstoff-betonten Vollnährstoffdünger verwenden

Wir empfehlen folgende Produkte:

  • Floragard Bio Mini Garten: Torffreie Erde für alle Blüh- und Zierpflanzen, die Ihre Pflanzen opitmal mit Nährstoffen versorgt.
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Kälte vermeiden

Schon kurze Momente bei zu kalten Temperaturen können dem Weihnachtsstern gefährlich werden. Temperaturen unterhalb von 10 °C verträgt das aus tropischen Gebieten stammende Gewächs nämlich gar nicht gut. Nach dem Kauf sollte der Weihnachtsstern für den Transport in Papier eingeschlagen werden – somit ist er gut vor den für die Jahreszeit normalen kalten Temperaturen geschützt. So verhindert man effektiv, dass der Weihnachtsstern kältebedingt vorzeitig sein Leben lassen muss. Ob er zuvor oder während des Transportes aus dem Gewächshaus ins Geschäft schon einmal gefährliche Kälte erfahren musste, kann man natürlich nicht genau sagen. Generell gilt für den Kälteschutz des Weihnachtssterns:

  • Weihnachtsstern möglichst nicht Temperaturen unter 10 °C aussetzen
  • Nach dem Kauf für den Transport schützend in Papier einschlagen
Weihnachtsstern Pollen

Man muss genau hinschauen, um die Pollen zu erkennen [Foto: Michael RenneckeCC BY 2.0]

Weihnachtsstern schneiden

Für üblich wird der Weihnachtsstern nicht während der weihnachtlichen Blütezeit geschnitten. Soll der Stern jedoch weiterhin erhalten bleiben und noch weitere Winterzeiten mit seinen farbigen Hochblättern erfreuen, so sollten alte Blüten entfernt und Triebe eingekürzt werden. Das hält auch einen kompakteren Wuchs der Pflanze aufrecht.

Weihnachtsstern selbst vermehren

Der Weihnachtsstern wird ausschließlich über Stecklinge vermehrt. Die Aussaat findet bei dem begehrten Winterblüher lediglich für züchterische Zwecke Anwendung. Für die Stecklingsvermehrung können einer aus dem letzten Winter übrig gebliebenen Pflanze junge, fische Triebe entnommen werden. Zuvor sollten verblühte Triebe allerdings abgeschnitten werden. Das fördert nämlich die Neubildung junger Triebe. Am besten werden Triebe, die kürzer als 10 cm sind und vier bis fünf Blätter besitzen, gebrochen anstatt geschnitten. Bei hoher Luftfeuchtigkeit (zum Beispiel in einem Minigewächshaus), einem hellen Standort und bei Temperaturen um 20 °C bewurzeln die Stecklinge nach circa vier Wochen. Ist der Wurzelballen vollkommen durchwurzelt, können sie in einen größeren Topf eingepflanzt werden. Generell gilt für die Vermehrung des Weihnachtssterns:

  • „Mutterpflanze“ aus dem Vorjahr beschneiden und alte Blüten entfernen
  • Junge, frische Triebe an Mutterpflanze abbrechen
  • In zuvor gut gegossenes Stecklingssubstrat stecken
  • Für gespannte Luft sorgen (z.B. Minigewächshaus)
  • Heller Standort, circa 20 °C
  • Bewurzelung unter guten Bedingungen erfolgt nach vier Wochen
  • Danach langsam akklimatisieren und Haube vom Mini-Gewächshaus nach und nach herunternehmen

Weihnachtsstern erneut zum Blühen bringen

Oftmals überdauern Weihnachtssterne nur wenige Wochen in unseren Heimen. Die Assoziation mit Weihnachten ist einfach häufig zu groß und vielerorts besteht die Meinung, dass es sich beim Weihnachtsstern um einen einmal blühenden Wegwerfartikel handelt – das ist natürlich völlig falsch. Denn mit etwas gärtnerischem Geschick kann er im nächsten Winter wiederholt zur Blüte gebracht werden. Nach der richtigen Pflege im Sommer („Weihnachtsstern wieder zum Blühen bringen | Anleitung“) kann der Weihnachtsstern immer wieder seine farbigen Hochblätter zum Winter ausbilden.

Weihnachtsstern erneute Blüte rot

Der Weihnachtsstern kann mit ein paar Tricks erneut blühen [Foto: M a n u e lCC BY 2.0]

Allerdings muss er dazu über circa zehn Wochen konstant verdunkelt werden. Eine Tageslänge von maximal 12 Stunden induziert nämlich die Ausbildung der typischen Brakteen. Auf der Fensterbank gelingt dies, indem man einen Karton über die Pflanze stülpt. Damit der Weihnachtsstern nicht zu früh blüht, muss bis zum 1. Oktober ein sogenanntes Störlicht installiert werden, das trotz natürlicher Dunkelheit dafür sorgt, dass der Weihnachtsstern eine Tageslänge von über 12 Stunden erfährt. Soll der Stern an Weihnachten in voller Blüte stehen, muss ab dem 1. Oktober die Tageslänge dann auf 12 Stunden verkürzt werden. Hat die Pflanze ihren Platz in einem Gewächshaus, kann man dieses einfach mit schwarzer Folie abdecken. Doch Vorsicht: Bereits schwache Lichtquellen können die Nachtruhe unterbrechen und die Ausbildung der farbigen Zierblätter verhindern. Generell gilt für die Blüte des Weihnachtssterns:

  • Weihnachtsstern über den Sommer bringen
    • Kann dann auch draußen gehalten werden
    • Während Hauptwachstum düngen
  • Mindestens zehn Wochen vor gewünschter Blüte mit Verdunkeln beginnen
  • Maximale Tageslänge: 12 Stunden
  • Mit Blüteninduktion Wassergabe reduzieren (Wasserbedarf wird dann nämlich geringer)

Werden alle Punkte zur Verdunkelung des Weihnachtsstern beherzigt, kann dieser nach circa zehn Wochen erneut als farbige Blütenpracht die winterliche Fensterbank schmücken.

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