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Weißdorn-Arten: Eingriffeliger, Großkelchiger Weißdorn & Co.

Weißdorne kommen in verschiedensten Arten und Wuchsformen vor. Wir stellen neun interessante Weißdorn-Arten für den Hausgarten vor.

rote Weißdorn-Früchte
Weißdorne eine große ökologische Bedeutung für die Tierwelt [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Neben den heimischen Weißdorn-Arten haben sich auch Arten aus verschiedenen Teilen der Welt bei uns in Städten, aber auch als Heckenpflanze und Vogelschutzgehölz etabliert. Wir stellen 9 Weißdorn-Arten für unsere Gärten vor und beschreiben Wuchs, Standortansprüche, Fruchtreife und Verwendung.

Weißdorn-Arten

Die Gattung der Weißdorne (Crataegus) ist äußerst vielfältig und sollte in jedem Garten einen Platz finden: Alle Weißdorn-Arten bieten Nektar und nahrhafte Früchte für Insekten, Vögel und Säugetiere. In folgender Auflistung finden Sie die Besonderheiten der jeweiligen Arten und ihre Ansprüche an den Standort.

Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna)

Der Eingriffelige, Gemeine Weißdorn oder auch Hagedorn, ist bei uns heimisch und kommt von Europa bis Westasien und Nordafrika vor. Als anspruchslosen Großstrauch findet man ihn überall an sonnigen Waldrändern, steinigen Hängen und in Hecken und Gebüschen.

Der Eingriffelige Weißdorn bevorzugt kalkhaltige, mittelschwere, tiefgründige und nährstoffreiche Böden in sonnigen Lagen, wächst jedoch auch auf mageren Standorten. Hitze, Trockenheit, Wind oder Frost verträgt der Eingriffelige Weißdorn sehr gut.

Eingriffeliger Weißdorn mit Blüten
Der Eingriffelige Weißdorn wächst zumeist als Großstrauch auf Wiesen und an Waldrändern [Foto: Anastasiia Malinich/ Shutterstock.com]

Die dunkelgrünen, eiförmigen Blätter sind bis zur Mittelrippe eingeschnitten und warten im Herbst mit einer gelben bis tiefroten Herbstfärbung auf. Zahlreiche Blüten in Schirmrispen erblühen von Mai bis Juni und locken verschiedene Insekten zur Bestäubung an. Namensgebend ist die Tatsache, dass nur ein Griffel im Blütenaufbau vorhanden ist. So entsteht bei der Fruchtbildung auch nur ein Samen je Frucht. Die dunkelroten, apfelartigen Früchte reifen von September bis Oktober. Sie schmecken roh süß-säuerlich, dabei mehlig und fade, lassen sich aber gut zu pektinarmen Früchten für die Marmelade-Herstellung hinzugeben, um die Gelierung zu verstärken. In Notzeiten verwendete man die getrockneten und gemahlenen Weißdorn-Früchten als Mehlersatz beim Brotbacken. Daher stammt auch der Regionalname „Mehldorn“. In der Medizin schätzt man die blutdrucksenkende und Kreislauf-stärkende Wirkung von Blüten, Blättern und Früchten. Die bekannteste Sorte ist der 6 m hohe und nur 3 m schmale Säulen-Weißdorn Crataegus monogyna ‘Stricta’.

Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata)

Der Zweigriffelige Weißdorn ist weit verbreitet und von Europa bis Nordafrika heimisch. Man findet ihn an Waldrändern, in Gebüschen und als Pionier auf nicht bewirtschafteten Freiflächen.

Er bevorzugt wärmere, feuchtere und nährstoffreichere Standorte als C. monogyna. Der Zweigriffelige Weißdorn gedeiht auch im Halbschatten, ist äußerst robust gegenüber Frost, Wind und Schnittverletzungen. Er wird etwa 2 – 6 m, in Ausnahmefällen 10 m hoch und bis 2 – 6 m breit.

Zweigriffeliger Weißdorn mit rosa Blüten
Der Echte Rotdorn ist eine Zierform des Zweigriffeligen Weißdorns [Foto: guentermanaus/ Shutterstock.com]

Die eiförmigen Blätter sind höchstens bis zu Mittelrippe eingekerbt. Die Blütezeit beginnt etwa zwei Wochen früher als beim Eingriffeligen Weißdorn, im Mai. Wie schon im Namen enthalten, besitzen die Blüten des Zweigriffeligen Weißdorns meist zwei Griffel und daher in der Frucht auch zwei Samen. Die Früchte sind länglich, tiefrot und etwa 1 cm lang. Sie können ab September genau wie die Früchte des Eingriffeligen Weißdorns verwendet werden. Durch Züchtung entstanden zahlreiche Zier-Sorten, wie der pinkblühende, lichtbedürftige Rotdorn ‘Paul’s Scarlet’ oder der weitestgehend mehltaufreie und großfrüchtige ‘Autumn Glory’.

Großkelchiger Weißdorn (Crataegus rhipidophylla)

Beim Großkelchigen oder Langkelchigen Weißdorn handelt es sich um eine in Mitteleuropa heimischen Weißdorn-Art. Er kommt weiträumig im Mittelgebirge und Tiefebenen der gemäßigten Klimazone vor.

Großkelchiger Weißdorn mit Beeren
Der Großkelchige Weißdorn ist eine heimische Weißdorn-Art [Foto: Alina Kuptsova/ Shutterstock.com]

Unter allen Weißdornen ist der Großkelchige Weißdorn die schattenverträglichste Art und gedeiht in Hecken und lichten Laubwäldern. Der ideale Standort liegt sonnig bis schattig auf mittelschweren, tiefgründigen und durchlässigen Böden mit neutralem bis höherem pH-Wert. Die Blätter sind maximal 5 cm groß, gekerbt und fein gesägt. Im Juni erblühen die großblütigen, weißen Schirmrispen und verströmen einen süßlichen Duft. Von August bis September reifen die rundlichen bis walzenförmigen tiefroten Apfelfrüchte und dienen von da an als Vogelnahrung. Sie schmecken roh süß-säuerlich, sind mehlig und besitzen ein gelbes Fruchtfleisch.

Pflaumenblättriger Weißdorn (Crataegus x prunifolia)

Der Pflaumenblättrige Weißdorn, oder auch Pflaumendorn entstand vermutlich aus einer Kreuzung zwischen Hahnendorn (Crataegus crusgalli) und dem nordamerikanischen Saft-Weißdorn Crataegus succulenta var. macrantha. In Deutschland findet man den Pflaumendorn seit dem Jahr 1783 in Nutzung als stadtfester Kleinbaum in Parks, Hecken und Straßenbegrünungen.

Pflaumenblättriger Weißdorn mit Herbstfärbung
Der Pflaumenblättrige Weißdorn entstammt einer Kreuzung verschiedener Weißdorn-Arten [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Der frost- und hitzetolerante Großstrauch bevorzugt sonnige Lagen mit lehmigen Böden. Er bildet einen baumartigen Strauch von 5 – 6 m Höhe und 4 – 5 m Breite. Die Äste sind stark bedornt, das Laub grün glänzend und im Herbst rot-orange gefärbt. Die Blütezeit des Pflaumendorns erstreckt sich von Mai bis Juni. Es bilden sich sehr viele kleine Früchte, die diesen Weißdorn zu einem guten Vogelschutz- und -nährgehölz machen. Die bekannteste Sorte des Pflaumendorns mit mittelstarkem, aufrechtem Wuchs und geradem Stamm ist Crataegus x prunifolia ‘Splendens’.

Hahnendorn (Crataegus crus-galli)

Der Hahnendorn oder Hahnensporn-Weißdorn ist ursprünglich im Nordosten Nordamerikas beheimatet und kommt dort auf Wiesen und an Waldrändern vor. Er gedeiht auf trockeneren bis feuchten, nährstoffreichen, gut durchlässigen Böden. Der pH-Wert des Bodens spielt kaum eine Rolle für den anpassungsfähigen Hahnendorn. Er erträgt Wind, Frost und salzhaltige Böden in Küstennähe.

Hahnendorn mit Beeren
Der Hahnendorn besitzt seinen Namen, weil seine Dornen den Sporen von Hähnen ähneln [Foto: NCSchneider_Images/ Shutterstock.com]

Der als mehrstämmiger Großstrauch oder Kleinbaum wachsende Weißdorn erreicht Wuchshöhen bis zu 5 – 7 m Höhe, in Ausnahmefällen 9 m. In Einzelstellung wird der Hahnendorn oft breiter als hoch. Die dicht stehenden Äste besitzen bis zu 8 cm lange, schlanke Dornen und gezahnte Blätter mit prächtig gelb, orange und bronzener Herbstfärbung. Die weißblühenden Schirmrispen können 10 cm groß werden und erblühen von Mai bis Juni. Die zahlreiche dunkelroten, kleinen runden Früchte bleiben in milden Wintern oft bis ins Frühjahr am Strauch hängen.

Scharlachdorn (Crataegus coccinea)

Der Scharlachdorn oder Scharlach-Weißdorn stammt aus dem östlichen Nordamerika. Er bevorzugt sonnige Standorte auf mittelschweren bis leichten, trockenen bis nassen Böden. Der Scharlachdorn ist bezüglich des pH-Werts sehr anpassungsfähig, gedeiht aber am besten auf neutralen bis stark alkalischen Böden.

Scharlachdron-Beeren
Der Scharlachdorn ist ein wichtiges Vogelschutzgehölz [Foto: Iva Vagnerova/ Shutterstock.com]

Der frostharte und windresistente, mehrstämmige Großstrauch oder kleine Baum und wird etwa 5 – 7 m hoch, dabei bis zu 3 – 4 m breit. Die bis 5 cm langen, harten und sehr scharfen Dornen schützen Vogelnester vor Räubern. Die Blätter des Scharlachdorns sind breit elliptisch und doppelt gesägt. Die zahlreichen zusammensitzenden weißen Blüten mit auffällig rosa Staubgefäßen erscheinen im Mai. Nach der Bestäubung bilden sich auffallende, scharlachrote, bis 2 cm dicke apfelartige Früchte. Die prächtige Herbstfärbung erscheint spät im Jahr mit leuchtend gelb-orangen Farbtönen.

Apfeldorn/ Lederblättriger Weißdorn (Crataegus x lavallei ‘Carrierei’)

Der Apfeldorn entstand um 1870 durch eine Kreuzung eines Hahnendorns mit dem Mexikanischen Weißdorn Crataegus mexicana f. stipulata im Arboretum Segrez in Frankreich. Der ideale Standort für diese Weißdorn-Kreuzung liegt auf mittelschweren bis leichten, trockenen bis frischen Böden. Der Apfeldorn toleriert pH-Werte im neutralen bis stark alkalischen Bereich.

Apfeldorn-Strauch
Die großen Früchte des Apfeldorns färben sich später rotorange und bleiben bis in de Januar hinein hängen [Foto: Volker Rauch/ Shutterstock.com]

Er erträgt gut Hitze, Trockenheit sowie Frost und ist völlig winterhart. Als Kleinbaum oder Großstrauch kann er 7 m Höhe und mehr erreichen. Ältere Apfeldorne können dabei fast doppelt so breit wie hoch werden. Die 5 – 15 cm langen, gezähnten Blätter bleiben bis in den Dezember hinein am Strauch haften. Im Mai erblühen die zahlreichen weißen bis rosafarbenen Blüten in Schirmrispen. Die leuchtend orangerot-gesprenkelten, bis knapp 2 cm dicken Früchte bleiben zierend bis in den Januar am Strauch hängen und dienen der heimischen Fauna als Nahrungsquelle.

Azaroldorn (Crataegus azarolus)

Der Azaroldorn stammt aus Westasien und Nordafrika und wird überall im Mittelmeerraum wegen seiner großen, schmackhaften Früchte kultiviert. Er wird auch als Welsche Mispel oder Azarol-Apfel bezeichnet. In früheren Zeiten fand man den Azaroldorn häufig auch nördlich der Alpen – als bis -23 °C winterhartes Wildobstgehölz. Heutzutage ist er nahezu gänzlich verschwunden und unbekannt. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen, sandig-lehmigen Böden.

Azaroldorn mit Früchten
Als Wildobstgehölz war der Azaroldorn auch nördlich der Alpen weit verbreitet [Foto: josera/ Shutterstock.com]

Der Kleinbaum oder Großstrauch mit etwa 5 – 8 m Höhe besitzt stark gefiederte Blätter und blüht ab Juni bis Juli. Die runden bis birnenförmigen roten bis hellgelben Früchte werden 2 – 3 cm groß und schmecken apfelähnlich süß-säuerlich aromatisch. Sie besitzen einen sehr hohen Vitamin C Gehalt und werden roh oder verarbeitet in Marmeladen, Kompott oder Backwaren genossen.

Chinesischer Weißdorn/ Fiederblatt-Weißdorn (Crataegus pinnatifida)

Seit etwa 2000 Jahren wird C. pinnatifida in China bis Ostasien angebaut. Der bevorzugte Standort liegt sonnig bis halbschattig auf frischen bis feuchten, sandig-lehmigen Böden. Der bis -23 °C winterharte Kleinbaum erreicht Wuchshöhen von 4 – 7 m.

Chinesischer Weißdorn mit Früchten
Der Chinesische Weißdorn wird seit langer Zeit für seine großen Früchte kultiviert [Foto: DONGSEUN YANG/ Shutterstock.com]

Seine großen dunkelgrünen Blätter sind tief eingekerbt und lang gestielt. Ab Mai bis Juni blüht der Chinesische Weißdorn und bildet im Herbst bis 3 cm große, rundliche und blutrot gefärbte Früchte aus. Der Geschmack ist säuerlich und mehlig, weshalb sie vorwiegend kandiert oder zu Gelee, Kaubonbons, Saft und Wein verarbeitet werden. In der Volksmedizin nutzt man die Früchte des Chinesischen Weißdorns in getrockneter Form zur Linderung von Verdauungsstörungen.

In naturnahen Gärten ist eine Vogelschutzhecke aus heimischen Heckenpflanzen ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Bei uns erfahren Sie, welche heimischen Sträucher für Vögel geeignet sind und auf welche Arten man besser verzichtet.

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