Zaubernuss: Alles zu Pflege, Standort & Sorten des Strauchs

Die Zaubernuss ist eines der besonders zeitig blühenden Gehölze im Garten. Hier erfahren Sie alles, was Sie rund um die Zaubernuss wissen sollten.

Zaubernussstrauch rot Zaubernuss im Garten

Die Zaubernuss ist eines der besonders zeitig blühenden Gehölze im Garten [Foto:  R. Maximiliane/ Shutterstock.com]

Im Herbst sieht man das bunte Laub des sommergrünen Gehölzes bereits von weitem in Gelb, Orange und Rot leuchten und auch im Winter zaubert die Zaubernuss (Hamamelis) bunte Blüten in den Garten. Außerhalb der Blütezeit ähnelt die Zaubernuss vom Wuchs her der Haselnuss (Corylus avellana). Doch hier hören die Ähnlichkeiten auch schon auf. Die Zaubernuss gehört (anders als die Haselnuss) zur Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Diese Familie kann bis in die Kreidezeit vor 100 Millionen Jahren zurückverfolgt werden und gehört somit zu den ältesten bedecktsamigen Pflanzen der Erde. Trotz dieser langen Geschichte wird die Zaubernuss immer noch recht selten in deutschen Garten angetroffen, dabei ist die Königin der Winterblüher ein wahrer Hingucker, die am richtigen Standort nicht viel Pflege verlangt und Bienen und Hummeln als eine der ersten Nahrungsquellen dient.

Zaubernuss: Eigenschaften, Arten und Sorten

Es gibt weltweit insgesamt nur fünf verschiedene Arten der Zaubernuss, die allesamt in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel zu Hause sind. Dabei stammen drei Arten aus dem östlichen Nordamerika und zwei Arten nennen östliche Regionen Asiens ihr Zuhause. Es gab wohl auch in Europa beheimatete Arten, die jedoch vermutlich während der letzten Eiszeit ausgestorben sind. Bei den noch bestehenden Arten unterscheiden sich diejenigen am stärksten, deren räumliche Trennung auch am größten ist – vor allem, was Blütephasenlänge und Blütengröße angeht. Hier ein kleiner Überblick über die fünf Zaubernuss-Arten:

Virginische Zaubernuss oder Herbstblühende Zaubernuss (Hamamelis virginiana): Diese Art ist eine wirtschaftlich genutzte Heilpflanze, deren Wirkstoffe blutstillend, entzündungshemmend und juckreizstillend wirken. Diese Art zeigt ihre zartgelben Blüten als einzige Art im Herbst. Dadurch sind die Blüten teilweise noch von Laub bedeckt.

Frühlings-Zaubernuss (Hamamelis vernalis): Die Blütezeit ist zwischen Januar und Februar. Die Art hat kurze und orangegelbe Blütenblätter. Die Blätter sind außer an der Mittelrippe kahl.

Groß-blättrige Zaubernuss (Hamamelis ovalis): Dies ist die jüngste Hamamelis-Art. Sie wurde erst 2006 entdeckt. Sie blüht von Dezember bis Januar in Farben von Gelb, Orange über Rot und sogar in Pink.

Japanische Zaubernuss (Hamamelis japonica): Die Blütezeit ist zwischen Januar und Februar; die Blüten zeigen sich in einem kräftigen Gelb. Die Art ist frostempfindlicher als die anderen und rollt bei niedrigen Temperaturen ihre Blütenblätter ein. Ihr Herbstlaub ist strahlend rot.

Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis): Die goldgelben, zart duftenden Blüten zeigen sich von Februar bis März. Die Blütenblätter werden bis zu vier Zentimeter lang.

Doch nicht nur die Arten unterscheiden sich. Ein breites Angebot an Sorten lässt einem die Wahl zwischen Blüten in Farben von Grün, Gelb, Orange über Rot, die schwach bis intensiv duften. Die gleiche Farbvarianz findet sich im intensiv gefärbten Herbstlaub der Zaubernuss-Sorten.

Beliebte Zaubernuss-Arten und ihre Sorten

Die beiden asiatischen Sorten sind als Zierpflanzen besonders beliebt. Sie haben besonders große Blüten, die sich von Dezember bis in den März hinein zeigen. Kein Wunder, dass es inzwischen auch Hybride (Hamamelis × intermedia) aus den beiden Arten gibt. Die Hybride haben den Vorteil, dass bei ihnen die Alternanz der chinesischen Zaubernuss weggezüchtet wurde. Das heißt, dass sie jedes Jahr gleich stark blühen. Normalerweise folgen auf blütenreiche Jahre immer auch Jahre mit einer magereren Blütenausbeute. Durch diese Vorteile gehören die meisten im Handel erhältlichen Sorten zu den Hamamelis × intermedia. Hier ein paar schöne und vielfältige Sorten der Zaubernuss:

‚Pallida‘: Duftet nach Primeln; große gelbe Blüten; blüht in milden Gebieten schon zu Weihnachten.

‚Jelena‘: Leuchtend rotorange Blüten; scharlachrote Laubfärbung; frühe Blüte mit sehr langen Blütenblättern, die zur Spitze hin heller werden.

‚Diane‘: Intensivrote Blüten, die zur Basis hin braun-rot werden; Blüte beginnt erst im Februar; Herbstlaub orangegelb bis scharlachrot; kleinwachsend.

‚Primavera‘: Mittelgroße, goldgelbe Blüten; leicht gekräuselte Blütenblätter; früh blühend.

‚Arnold Promise‘: Blüte mittelgroß; tief hellgelb;, blühwillig und wüchsig; ausladender, buschiger Wuchs; leichter Duft; Herbstfärbung gelb; kleinwachsend.

Zaubernuss kaufen: Wann und wo?

Am besten richten Sie sich beim Kauf nach der Pflanzzeit. Die Shoppingtour wird demnach im Herbst gemacht, damit die frisch erworbenen Edelsträucher direkt in die Erde können. Containerpflanzen können auch im Frühjahreingepflanzt werden. Demnach kann auch nach dem Winter eine Runde im Baumarkt, Fachhandel oder der Baumschule des Vertrauens gedreht werden. Falls Sie das gemütliche Haus gar nicht erst verlassen wollen, gibt es im Internet eine Vielzahl von Online-Versandhändlern für Pflanzen. Investieren Sie bei der Wahl des Versandhandels ein paar Minuten und lesen Sie sich Kundenbewertungen durch. So profitieren Sie von den bereits gemachten Erfahrungen und begehen dieselben Fehler von anderen nicht erneut.

Zaubernuss im Garten pflanzen

Die Standortwahl sollte bei der Pflanzung wohlüberlegt werden, denn eine Zaubernuss braucht Jahre, um richtig gut anzuwurzeln und ordentlich zu wachsen. Besonders wichtig ist es hier, die Beschaffenheit des Bodens zu beachten. Denn beim Boden sind die sonst so genügsamen Sträucher eher anspruchsvoll:  Sie reagieren empfindlich auf Trockenheit, Verdichtungen und Staunässe. Der Boden sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Locker
  • Tiefgründig
  • Durchlässig
  • Leicht feucht
  • Sehr humusreich
Zaubernussstrauch Standort im Garten Zaubernuss

Eine Zaubernuss braucht Jahre, um richtig gut anzuwurzeln und ordentlich zu wachsen [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Der perfekte Standort für die Zaubernuss

Die Zaubernuss bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen, möglichst geschützten Standort. Zwar ist der Edelstrauch winterhart, doch bei zu harschen Wetterbedingungen im Winter leidet die Blüte. Auch die stürmischen Ostwinde machen den Pflanzen zu schaffen. Ein geschützter Standort hingegen sorgt für eine andauernde Blüte. Die langsam wachsenden Sträucher brauchen zwei bis drei Jahre, um sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen und gut anzuwurzeln. Danach treibt die Pflanze kräftig aus und verträgt ein Umpflanzen nicht mehr gut. Überlegen Sie sich daher lieber dreimal, wo Ihre Zaubernuss ihr Dasein fristen soll. Denn auch wenn das Umpflanzen gut vorbereitet wurde, wird die nächste Blüte nur spärlich ausfallen. Doch nicht nur die mangelnde Freude an Umzügen sollte beachtet werden. Am liebsten stehen die konkurrenzschwachen Pflanzen einzeln für sich. Sie eignen sich daher wunderbar als Solitärpflanzen. Bei der Gruppenpflanzung gilt es genug Abstand einzuhalten, denn die Kronen können vier bis fünf Meter breit werden. Besonders schön sehen Gruppen aus Sorten mit verschiedenen Laubfarbtönen aus. Wer seine Zaubernuss trotz konkurrenzschwachen Wurzelwerks vergesellschaften will, findet hier die richtigen Pflanzpartner und weitere Tipps für eine erfolgreiche Pflanzung.

Zaubernussbaum Zaubernuss im Garten

Eine Zaubernuss wird zwischen 2 und 4 Meter hoch und steht am liebsten einzeln [Foto: SarahCC BY 2.0]

Zaubernuss: Pflanzzeit und Vorgehen beim Pflanzen

Die Zaubernuss wird im Herbst vor dem ersten Frost gepflanzt. Falls Sie Containerpflanzen erworben haben, können diese auch im Frühjahr gepflanzt werden. Der Umgang mit Containerpflanzen ist allgemein etwas einfacher als die Handhabung von wurzelnackten Sträuchern. Mit der folgenden Anleitung machen Ihnen jedoch auch die wurzelnackten Exemplare keine Probleme. Die ersten beiden Punkte entfallen bei der Pflanzung von Containerware:

  1. Wurzeln etwa eine Stunde in Wasser stellen
  2. Wurzeln vorsichtig auflockern und leicht voneinander trennen
  3. Boden gut auflockern
  4. Pflanzloch: Etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen
  5. Ausgehobene Erde mit Kompost anreichern und nochmals gut auflockern
  6. Pflanze gerade in das Pflanzloch setzen
  7. Pflanze nur so tief setzen, dass der Topfballen oberflächlich noch zu sehen ist
  8. Pflanzloch mit vorbereiteter Erde auffüllen
  9. Wurzelbereich mit Rindenmulch abdecken
  10. Den Boden nach der Pflanzung nicht mehr bearbeiten

Es empfiehlt sich, die Pflanze nach der Pflanzung etwas zurückzuschneiden. Mehr Informationen zum Pflanzen der Zaubernuss, finden Sie hier.

Wir empfehlen zum Anbau von Zierpflanzen folgende Produkte:
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Zusammenfassung: Zaubernuss im Garten pflanzen

  • Standort: Sonne bis lichter Schatten; möglichst geschützt
  • Boden: Locker, tiefgründig, durchlässig, frisch bis leicht feucht, sehr humusreich
  • Genügend Pflanzabstand und Konkurrenzschwäche des Wurzelwerks beachten
  • Pflanzzeit: Herbst, bei Containerpflanzen auch im Frühjahr möglich

Zaubernuss richtig beschneiden

Zaubernüsse müssen an sich gar nicht zurückgeschnitten werden. Meist bilden sie ganz von alleine eine schöne und regelmäßige Krone aus. Bei einem starken Rückschnitt können die Pflanzen sogar verenden, denn die langsam wachsenden Gewächse treiben aus altem Holz nur sehr schlecht wieder aus. Auch ihre Wundheilung lässt zu wünschen übrig. Minimale Formschnitte können dennoch gemacht werden. Auch ein Ast für die Vase wird von den Pflanzen gerne entbehrt. Viel mehr ist aber nicht drin.

Blühende Zaubernuss im Winter

Nach dem Vegetationsstopp im Winter hat die Pflanze die meiste Energie [Foto: Edwin Butter/ Shutterstock.com]

Der richtige Zeitpunkt zum Zaubernuss-Schneiden

Falls zurückgeschnitten werden soll, ist der beste Zeitpunkt das Frühjahr nach der Blüte. Nach dem Vegetationsstopp im Winter hat die Pflanze die meiste Energie. Diese kann dann in die Wundheilung und den Neuaustrieb gesteckt werden.

Das Vorgehen beim Zaubernuss-Schneiden

Bei Zaubernüssen sollten Sie sich beim Rückschnitt wirklich zügeln, denn die Pflanzen danken einem den Rückschnitt nicht unbedingt. Wenn schon zurückgeschnitten wird, dann bitte eine besonders scharfe und saubere Gartenschere verwenden. So werden die schlecht verheilenden Wunden minimiert. Lassen Sie am besten auch die Finger von voll ausgereiften, dickeren Ästen und beschränken Sie sich auf junge, dünne Triebe. Für den Rückschnitt einer Zaubernuss gilt Folgendes:

  • Möglichst wenig beschneiden
  • Radikalschnitt vermeiden
  • Lediglich leicht auslichten
  • Trockene Zweige und Äste entfernen

Bedenken Sie, dass selbst ein gut durchdachter Rückschnitt zu einer mageren Blütenausbeute im Folgejahr führt. Mehr Informationen für den idealen Schnitt Ihrer Zaubernuss, finden Sie hier.

Zaubernuss richtig pflegen

Wenn Sie bei der Pflanzung alles Wichtige beachtet haben, sind Zaubernüsse äußerst anspruchslose Winterblüher. Sie müssen nur bei anhaltender Trockenheit gegossen werden. Achten Sie darauf, dass sich weder Staunässe bildet, noch der Boden vollständig austrocknet. Eine Schicht aus Rindenmulch, die den Wurzelbereich abdeckt, schützt vor dem Austrocknen. Diese Mulchschicht wird jedes Jahr im Zuge der Düngung entfernt und ausgetauscht. Die jährliche Düngung erfolgt im Frühjahr und ist besonders bei sandigem Boden nötig. Gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • Alte Mulchschicht wird abgetragen
  • Kompost mit etwas Hornspänen anreichern
  • Etwa 2 – 3 cm hohe Schicht des Gemisches im Wurzelbereich auftragen
  • Neue Mulchschicht im Wurzelbereich auftragen

Im Spätsommer oder zeitigen Herbst sollten Sie Ihre Zaubernuss nochmals mit einem Nährstoffdünger versorgen. Verwenden Sie einen organischen Dünger. Dieser fördert das Bodenleben nachhaltig und sorgt so für die von der Zaubernuss so dringend gebrauchte gute Bodenqualität. Greifen Sie zusätzlich auf Kalimagnesia (Patentkali) zurück, damit die Pflanze rechtzeitig vor der Blüte alle Blätter abwirft. So haben Sie ungestörte Sicht auf die Blütenpracht. Dies wird besonders bei Sorten wie ‘Sunburst’ und ‘Brevipetala’ nötig, die ihr Laub teilweise erst im Frühjahr abwerfen. Falls Ihre Zaubernuss sich vernachlässigt fühlt, zeigt sie Ihnen dies durch einen kümmerlichen Wuchs und eine magere bis ausbleibende Blüte. Eine mangelnde Blüte kann dabei folgende Gründe haben:

  • Trockenheit
  • Rückschnitt
  • Frost

Starker Frost kann die Blüte mehrere Wochen nach hinten in den Februar hinein verschieben. Bei jungen Zaubernüssen kann die Krone zum Schutz vor starkem Frost im Winter mit Vlies abgedeckt werden. So schützen Sie die Blüten. Die Triebe sind extrem winterhart und brauchen keinen Schutz.

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Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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