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Zypressen: Experten-Tipps zum Pflanzen & Pflegen

Zypressen verbreiten Urlaubsstimmung pur. Hier finden Sie die besten Zypressenarten und erfahren, was Sie beim Pflanzen und Pflegen der mediterranen Pflanzen beachten sollten.

Zypresse im Garten
Die immergrünen Zypressen bringen das ganze Jahr über mediterranes Flair in den heimischen Garten [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Zypressen: Herkunft und Eigenschaften

Der Inbegriff jeder Toskana-Landschaft sind die hoch aufragenden Zypressen, die Straßen und Wege säumen oder zwischen mediterranen Steinhäusern Akzente setzen. Doch nicht nur hier sind die Gewächse zu Hause. Auch in anderen warmen Gebieten der Nordhalbkugel kommen Zypressen-Arten vor. Gerade in Asien, aber auch im nördlichen Afrika und in warmen Regionen Nordamerikas sind sie anzutreffen. Vor mindestens zwölf Millionen Jahren waren die Gewächse sogar im heutigen Deutschland heimisch, doch die Eiszeit wusste das zu unterbinden. Mittlerweile werden Zypressen aber auch hierzulande wieder häufiger, denn viele Menschen sehnen sich nach dem mediterranen Flair. Obendrein bilden die immergrünen Nadelgewächse einen hervorragenden Schutz vor neugierigen Blicken.

Zypressen-Arten und -Sorten

Mindestens 16 Zypressen-Arten sind weltweit bekannt, doch nur einige wenige davon werden in Mitteleuropa als Zierpflanzen kultiviert. Nicht alle Arten sind ausreichend winterhart und auch Luftfeuchtigkeit und Niederschlag bilden begrenzende Faktoren. Ganz spezielle Arten sind deshalb nur selten im Handel zu finden. Wir stellen Ihnen die häufigsten Arten vor, die auch hierzulande gehalten werden können:

  • Mittelmeer-Zypressen (Cupressus sempervirens) sind die wohl bekanntesten aller Zypressen. Sie sind es, die am Mittelmeer und in der Toskana die Landschaft prägen. Ihre säulenartige Wuchsform macht sie zu äußerst markanten Landschaftselementen. Leider sind sie nicht sonderlich frostresistent, denn Temperaturen unter -5 °C über längere Zeit können zu schweren Schäden führen.
Mittelmeer-Zypressen an Straße
Die Säulenform der Mittelmeer-Zypresse ist charakteristisch für viele Mittelmeerregionen [Foto: Zoom Photo Graphic Stock/ Shutterstock.com]
  • Leyland-Zypressen (Cupressocyparis leylandii) sind für schöne und dichte Hecken wie gemacht. Das robuste Gewächs ist ein Hybrid aus Nootka-Scheinzypresse (Xanthocyparis nootkatensis) und Monterey-Zypresse (Cupressus macrocarpa). Somit ist die Leyland-Zypresse keine vollblütige Zypresse im eigentlichen Sinn, da eine der Mutterpflanzen eine Scheinzypresse (Chamaecyparis) ist. Doch das macht nichts, denn sie ist wunderbar für Gärten geeignet und wächst mit bis zu einem Meter pro Jahr äußerst üppig. Auch kalte Winter überlebt diese Art ohne Probleme. Leyland-Zypressen werden in Gelb oder Grün angeboten. Je nach Geschmack werden Sie hier sicherlich das richtige Exemplar finden.
  • Die Kaschmir-Zypresse (Cupressus cashmeriana) stammt aus Bhutan. In Tibet und Nepal wird sie gern vor Tempeln gepflanzt. Ihre blaugrünen, schuppigen Blätter hängen an den Ästen herab, was ihr zu einem schönen Gesamtbild verhilft. Diese Art ist allerdings in unseren Breiten nicht winterhart und deshalb eher selten anzutreffen.
  • Die Yunnan-Zypresse (Cupressus duclouxiana) entstammt den Bergwäldern Chinas, wo sie bis über 3000 Meter Höhe vorkommt. Trotz des Umstands, dass die Art hierzulande gern als Zierpflanze verwendet wird, ist sie nur bedingt winterhart, -12 °C sind das absolute Minimum, das die Yunnan-Zypresse vertragen kann.
Kashmir-Zypressen-Zweige
Die Zweige der Kashmir-Zypresse hängen in elegantem Schwung vom Baum herab [Foto: Skyprayer2005/ Shutterstock.com]
  • Monterey-Zypressen (Cupressus macrocarpa) erfreuen sich weltweiter Beliebtheit. Sie sind häufig in den Gärten Neuseelands und an der amerikanischen Küste anzutreffen, doch auch hierzulande ab und an zu sehen. Ihre Frostverträglichkeit liegt zwischen -6 und -12 °C. In rauen Klimaten lassen sich die Gewächse von heftigen Winden zu bizarren Formen verleiten. Die Kultursorte ‘Goldcrest‘ wird häufig als Zimmer- oder Goldzypresse bezeichnet, da ihre Blätter in einem satten Goldgrün erstrahlen. Sie ist nicht winterhart, dafür aber hervorragend als Zimmerpflanze geeignet.
  • Eine angemessene Alternative zu Zypressen bieten übrigens die wesentlich kältetoleranteren Scheinzypressen (Chamaecyparis). Abgesehen von den etwas flacheren Blättern sehen sie den Zypressen zum Verwechseln ähnlich.

Zypressen kaufen

Aus den unterschiedlichen Arten einen Favoriten auszuwählen, ist nicht immer einfach. Behalten Sie unbedingt Winterhärte und Wüchsigkeit im Auge. Denn nicht jede Art eignet sich für eine Hecke oder einen Formschnitt. Auch bei der Wahl des Individuums gibt es ein paar Dinge, auf die Sie beim Kauf achten sollten. Tipps zum Kauf von Zypressen erhalten Sie hier.

Monterey-Zypressen Allee bildend
Monterey-Zypressen werden nicht immer so groß, wie diese Exemplare und können auch als Zimmerpflazen kultiviert werden [Foto: Alexey Olenchenko/ Shutterstock.com]

Zypressen pflanzen

Aus kleinen Zypressen entwickeln sich schon bald wahre Prachtexemplare. Abstand halten ist also die Devise bei der Pflanzung des Gewächses. Zum Nachbarn sollten Sie aufgrund des Zuwachses deshalb mindestens einen Meter Abstand einhalten. Bei der Pflanzung von Hecken ist natürlich auch ein ausreichender Pflanzabstand erforderlich. 50 Zentimeter sollten hier das Minimum sein.

Neben den Abständen ist auch die Standfestigkeit von großer Bedeutung. Gerade Mittelmeerzypressen (auch Säulenzypressen genannt) werden sehr hoch und sollten deshalb sorgfältig und fest gesetzt werden.

Der perfekte Standort für Zypressen

Als Bewohner warmer und sonnenreicher Orte dieser Erde bevorzugen Zypressen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Besondere Bedeutung sollten Sie auch dem Schutz vor Wind beimessen. Die meisten Zypressen sind nicht sehr winterhart, doch ein geschützter Standort – beispielsweise nahe einer Mauer – nützt schon viel gegen kalte Winde. Mit den Füßen stehen die Gewächse gern in sandig-humoser Erde, die viele Nährstoffe liefert, aber auch wasserdurchlässig ist. Ein leicht saurer pH-Wert zwischen 5 und 6 ist dabei optimal. Ideal dafür geeignet ist unsere torffreie Plantura Bio-Universalerde. Sie versorgt nicht nur Ihre Zypressen mit Nährstoffen, sondern fördert auch ein gesundes Bodenleben.

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Leider sind jedoch auch unter diesen Bedingungen nicht alle Regionen für sämtliche Zypressen-Arten geeignet. Mit Leyland-Zypressen gibt es zwar wenig Probleme, aber besonders Mittelmeerzypressen sollten nur in milden Regionen wie etwa vielerorts in Nordrhein-Westfalen oder in Weinbauregionen gepflanzt werden.

Das richtige Vorgehen beim Pflanzen von Zypressen

  • Jungpflanzen erst ab einer Höhe von einem Meter auspflanzen, da sie dann deutlich weniger frostempfindlich sind
  • Zypressen können zwischen September und Mai ausgepflanzt werden
  • Großes Loch ausheben
  • Untere Schicht mit lockerem Aushub auffüllen; eventuell etwas Sand oder Kies beimengen, um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen
  • Wurzelballen aus dem Topf nehmen und mit der Hand etwas auflockern
  • Wurzelballen in das Erdloch stellen und das Loch mit Aushub auffüllen
  • Erde leicht andrücken und Zypresse angießen
  • Es hilft, eine Schicht Rindenmulch rings um das Gewächs zu verteilen, damit der Boden weniger schnell austrocknet
Zypressen-Zweige mit braunen Stellen
Entdecken Sie braune und trockene Äste bei Ihrer Zypresse, so sollten Sie unverzüglich auf Problemsuche gehen [Foto: Tania Volosianko/ Shutterstock.com]

Zypressen im Topf pflanzen

Das Gewächs im Topf zu halten ist eine gute Alternative, wenn die Region zu kalt ist, um die heißersehnte Zypresse auszupflanzen. So können Sie die Pflanze über den Winter an einen geeigneten Ort bringen. Die Pflanzung im Kübel erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie die Pflanzung im Freiland. Zusätzlich empfiehlt sich eine Kiesschicht als Drainage am Grund des Topfes. Außerdem ist es sehr wichtig, dass der Topf eine ausreichende Größe hat, da gerade säulenförmige Zypressen sonst schnell ins Kippen geraten. Ein großer Topf birgt zudem den Vorteil, dass Sie etwas weniger gießen müssen, da mehr Wasser im Topf gespeichert werden kann.

Zypressen pflegen

Die richtige Pflege belohnen uns die Zypressen mit einem ganzjährig grünem Blätterkleid. Dabei sind sie in der Pflege nicht einmal sehr anspruchsvoll. Ist der Standort der richtige, dann benötigen sie eigentlich nichts weiter – außer vielleicht an manchen Tagen ein wenig Wasser und im Winter gegebenenfalls einen Schutz vor Kälte. Die meiste Mühe bereitet wohl der jährlich anfallende Rückschnitt. Abgesehen davon sind Zypressen allerdings ausgesprochen entspannte Pflanzen für Haus und Garten. Kübelpflanzen benötigen jedoch selbstverständlich immer ein wenig mehr Zuwendung als ausgepflanzte Exemplare.

Zypressen gießen

Zypressen brauchen je nach Art ausreichend Wasser. Gerade Monterey- und Yunnan-Zypresse sind Feuchtigkeit gewohnt. Eine Schicht Rindenmulch verhindert, dass zu viel Wasser verdunstet, und hält den Boden feucht. Im Freien bekommen Zypressen in der Regel ausreichend Wasser. Nur in trockenen Sommern und auch Wintern sollten Sie dennoch ab und an die Gießkanne bemühen.

Auch Zypressen im Winterquartier sollten natürlich nicht austrocknen. Achten Sie darauf, dass die Erde leicht feucht bleibt, allerdings auch nicht nass ist.

Zypressen schneiden

Ein Hauptmerkmal der Zypressen ist ihr kräftiges Wachstum. Der Rückschnitt sorgt dafür, dass die Gewächse kompakt bleiben und weder verkahlen noch Opfer von Schneebruch werden. Je nach Art lassen sich die vielseitigen Gewächse sogar als Hecke trimmen oder gekonnt zu Formen verwandeln. Optimal für den Schnitt ist ein milder Tag im Oktober. Wie Sie Ihre Zypresse richtig schneiden, können Sie hier genauer nachlesen.

Zypressen-Hecke im Schnee
Leyland-Zypressen überstehen selbst Schnee und Eis und werden deshalb gern für Hecken verwendet [Foto: SADLERC1/ Shutterstock.com]

Zypressen düngen

Im Frühjahr freut sich jede Zypresse über eine großzügige Portion an Dünger. Egal ob es Kompost, Mist oder unser Plantura Bio-Universaldünger ist, auf jeden Fall kommt die Zypresse so gut über das Jahr. Alternativ können Sie natürlich auch mineralische Dünger und sogar diverse Hausmittel verwenden. Alles Wichtige zur Düngung von Zypressen erfahren Sie hier.

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Zypressen überwintern

Zypressen entstammen den wärmeren Klimaten der Welt. Aus diesem Grund sind auch nicht alle Arten winterhart. Einige wie die Leyland-Zypresse sind aber ausreichend frostresistent und überstehen den Winter im Freien auch ungeschützt. Bei empfindlicheren Arten wie etwa den Monterey-Zypressen sowie jungen Zypressen im Generellen hilft gegen zu starke Minusgrade ein helles Vlies. Mit diesem können Sie den Baum einwickeln, wenn starke Nachtfröste drohen.

Zypressen im Kübel müssen zusätzlich mit Bambusmatten oder Ähnlichem geschützt werden, um ein Durchfrieren des Wurzelballens zu verhindern. Wickeln Sie die Matten großzügig um den Topf herum und legen Sie auch unter den Topf eine Matte.

Haben Sie in Ihrem Wohnzimmer einer Zimmerzypresse (Monterey-Zypresse) einen Platz vergönnt, so sollten Sie diese während der kalten Monate umstellen. Die Pflanze braucht ihre Winterruhe und fühlt sich dann an einem kühlen Ort bei 5 bis 10 °C wohl. Da sie jedoch auch im Winterquartier ausreichend Licht benötigt, ist ein Kalthaus oder ein kühler Gang mit Fenster perfekt.

Zypressen vermehren

Auch wenn Zypressen für ihr üppiges Wachstum bekannt sind, ist ihre Nachzucht ein langwieriges Unterfangen. Sie keimen nur sehr langsam und auch die Stecklinge benötigen viele Jahre, bis sie reif sind für den Garten.

Zypressen-Ast mit Zapfen
In den weiblichen Zapfen reifen die Samen der Zypresse über mehrere Jahre heran [Foto: Marinodenisenko/ Shutterstock.com]
  • Vermehren durch Samen: Zypressen sind getrenntgeschlechtlich, die Pflanzen weisen also männliche und weibliche Blüten auf. Nur aus befruchteten weiblichen Blüten entwickelt sich dann ein Zapfen, der die Samen trägt. Doch damit diese keimfähig werden, muss der Zapfen mehrere Jahre, mindestens aber zwei, an der Pflanze reifen. Und dann wird es spannend. Da Zypressen aus warmen Regionen mit relativ hoher Waldbrandgefahr stammen, haben sie sich angepasst. Damit nach einem verheerenden Brand neue Zypressen rasch Fuß fassen können, öffnet sich der Zapfen erst, wenn er großer Hitze ausgesetzt wird. So ist sichergestellt, dass direkt nach einem Feuer zahlreiche Sämlinge heranwachsen. Um nun an die Samen zu kommen, sollten Sie den Zapfen auf eine warme Heizung legen, bis er sich öffnet. Die Aussaat erfolgt in gewöhnlicher Anzuchterde. Bei etwa 10 °C und feuchtem Substrat entwickeln sich die jungen Pflänzchen nach einigen Monaten. Bis sie dann allerdings eine ansprechende Größe erreicht haben, vergehen viele Jahre.
  • Vermehren durch Stecklinge: Etwas schneller, wenn auch nicht wesentlich, geht die Vermehrung durch Stecklinge. Schneiden Sie im Frühjahr ein etwa zehn Zentimeter langes und verholztes Ästchen vom Baum. Brechen Sie dann alle Nebenästchen im unteren Teil des Stecklings am Ast ab. An diesen Stellen werden sich später die Wurzeln entwickeln. Nun können Sie den Steckling in feuchte Anzuchterde stecken. Eine übergestülpte durchsichtige Tüte hilft, dass die Erde immer schön feucht bleibt. Am besten, Sie ziehen gleich mehrere Stecklinge, da häufig nicht alle von diesen etwas werden.

Sind Zypressen giftig?

Beim Schneiden von Zypressen wird Ihnen der würzige Duft der Zypresse entgegenschlagen. Er entsteht durch die von der Pflanze eingelagerten Fraßgifte. Diese besitzen in geringer Dosis zwar eine Heilwirkung, sind bei Verzehr für Mensch und Tier jedoch giftig. Halten Sie deshalb Weide- oder Nagetiere fern von der Pflanze. Auch bei jungen Hunden sollten Sie Vorsicht walten lassen, denn diese nagen gern alles an, was ihnen in die Quere kommt.

Zypressen-Ast mit Vogel sitzend
Was für den einen giftig ist, ist für den anderen Lebensraum – wie etwa für den Zilpzalp (Philloscopus collybita) [Foto: Carlos Arranz/ Shutterstock.com]

Kleinkinder sollten Sie prinzipiell nicht unbeobachtet in die Nähe einer Zypresse lassen. Bringen Sie Ihren Kindern am besten frühzeitig bei, dass Zypressen giftig sind.

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