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Zucchini aus dem eigenen Garten

Die Zucchini ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken. Auch im Garten macht sie sich gut. Wir zeigen Sorten & Tricks für einen erfolgreichen Anbau.

Zucchini ertragreiche Sorten

Reiche Zucchini-Ernte aus dem eigenen Garten. [Foto: CristinaCC BY 2.0]

Die Zucchini (Cucurbita pepo) zählt wie Kürbisse und Gurken zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Überlieferungen zu Folge entstand die Zucchini in Italien aus einer Züchtung des Gartenkürbisses (Cucurbita pepo). Besonders die Blätter der Zucchini weisen eine große Ähnlichkeit mit dem Gartenkürbis auf. Allerdings ist das Blattwerk kleiner und die meisten Zucchinisorten ranken nicht. Die Zucchini gibt es in zahlreichen Farben, Formen und Größen. Neben weißen, gelben, hellgrünen und dunkelgrünen Sorten, gibt es runde, ovale und längliche Typen. Das Gewicht kann zwischen 100g bis zu 5kg liegen. Die Früchte der speziellen Zucchiniform namens Marrow können über 50kg wiegen. Man kann vermuten, dass Marrow wohl nicht so zartes Fruchtfleisch, wie kleinfruchtige Sorten hat und schon auf Grund der schieren Größe nicht den Weg in die heimische Küche findet.
Synonyme: Zucchetti, courgette (UK)

Zucchini: So klappt der Anbau im eigenen Garten

Zucchini ist eine der einfachsten Gemüsepflanzen die man im eigenen Garten kultivieren kann. Auch blutige Anfänger können beobachten, wie aus dem kleinen Samen eine große Pflanze heranwächst und aromatische Zucchini ausbildet.
Sie benötigen einen sonnigen Standort und zählen zu den Starkzehrern. Magere Gartenböden sollten unbedingt mit Kompost und Mist vor der Pflanzung angereichert werden.

Nach den Eisheiligen kann Ende Mai direkt ins Beet gesät werden. Auch ein Vorziehen ab Anfang bis Mitte April auf der eigenen Fensterbank ist möglich. Die Samen sollte man zirka zwei bis drei Zentimeter tief setzen. Später im Freiland brauchen die Pflanzen jeweils ein bis zwei Quadratmeter. Somit sollte man die jungen Pflanzen in einem großzügigen Abstand von 80-140cm setzen.

Während der Wachstumsphase rät es sich, regelmäßig zu gießen und alle vier Wochen ebenfalls zu düngen. Erfährt die Pflanze häufig Trockenheit, kann dies das Pflanzenwachstum stark hemmen und auch Echten Mehltau bedingen. Einige Wochen nach dem Auspflanzen beginnen die Zucchini zu blühen. Erst folgen die männlichen, dann die weiblichen Blüten. Die männlichen setzen keine Früchte an und können (wie die weiblichen Blüten) auch in der Küche verarbeitet werden.

Zucchini-Sorten

Zucchini gibt es in unterschiedlichen Formen und Farben. Während in den hiesigen Märkten überwiegend Früchte von länglichen Sorten angeboten werden, findet man auf den Märkten mediterraner Länder auch kugel-, stern- und keulenförmige Varianten. Besonders die gelbfleischigen Sorten sind intensiver im Geschmack. Die weißen und sternförmigen Zucchini werden meistens zur Dekoration verwendet. Besonders für Hobbygärtner mit wenig Platz eigenen sich rankende Sorte, die in einem Blumentopf auf der Terrasse oder dem Balkon kultiviert werden können. Hierzu werden die bis zu 2m langen Ranken an einem Gitter aufgebunden.
Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Zucchinisorten: Überblick über neue, resistente und altbewährte Sorten.

Zucchiniblüten essen

Die dekorativen Zucchiniblüten sind auch eine Delikatesse. [Foto: JenCC BY-SA 2.0]

  • Alfresco (F1): hellgrüne Zucchini mit festem Fleisch und sehr gutem Geschmack; Neuheit aus Italien bei der auch die großen Blüten sich ideal zum Verarbeiten eigenen.
  • Black Forest (F1): eine der wenigen rankenden Sorten, die sehr gut klettert; dunkelgrüne, kleine Früchte mit gutem Aroma; resistent und kann lange geerntet werden; besonders zum Aufbinden (Terrasse, Balkon oder Gewächshaus) geeignet.
  • Custard White: weißschalige und sternförmige Sorte; auch wenn diese Sorte schon eher zu den Kürbissen zählt, wird Custard White gerne als Zucchini vermarktet. Erntet man früh genug (Durchmesser <10cm) sind die Früchte zart und können wie Zucchini zubereitet werden.
  • Gold Rush: gold-gelbe, längliche Früchte mit einem guten Aroma; Früchte sollten möglichst klein geerntet werden, da die Pflanze umgehend neue Blüten ansetzt; Zucchini Gold Rush sollte man nicht mit der gleichnamigen Apfelsorte verwechseln.
  • Marrow: starkwüchsige Zucchinisorte mit einem sehr hohen Nährstoffbedarf; die optisch weniger attraktiven Früchte können über 50 Kilo schwer werden und finden somit regelmäßig ihren Weg in die Medien; geschmacklich sind nur die sehr jungen Früchte von Interesse, da besonders die älteren stark verholzen.

Ernte und Lagerung

Je nach Sorte und Kochgewohnheiten reichen ein bis zwei Zucchinipflanzen aus. Bei der Ernte verwendet man am besten ein scharfes Messer oder eine passende Gartenschere. Wichtig ist, dass man die Klinge möglichst sauber/steril hält. Besonders wenn man mehrere Zucchinipflanzen kultiviert ist dies sinnvoll, da sich so keine Krankheiten durch den Schnitt übertragen können. Je nach Sorte werden die Zucchini zu unterschiedlichen Zeitpunkten geerntet. Es gibt früh-, mittel- und spätreife Sorten. Ebenfalls kommt es auf die Sorte an, mit welcher Größe man die Früchte ernten sollte. Sind die Früchte zu groß und über dem optimalen Erntezeitpunkt leidet das Aroma. Das Fruchtfleisch kann holzig werden. Längliche, zylindrische Sorten erntet man am besten mit 15 bis maximal 25cm. Für kugelrunde Zucchinisorten gilt die Daumenregel, dass der Durchmesser kleiner als 8cm sein sollte.

Je nach Sorte und Größe lassen sich Zucchini unterschiedlich lange lagern. Eine Aufbewahrung im Kühlschrank eignet sich recht gut. Hier können Zucchini (am besten in einem Tuch eingeschlagen) 7 bis 10 Tage lagern. Auch in einem kühlen Keller kann man die Früchte eine Woche lagern. Für alle die Rekorde lieben: je älter und größer die Zucchini, desto näher kommt sie an die Lagerfähigkeit von Kürbissen heran. Lässt man die Sorten Custard White oder Sunburst lange reifen, können die optisch sehr ansprechenden Früchte für Wochen als Dekoration dienen. Der Ort sollte jedoch möglichst trocken sein, da die Früchte sonst schnell das Faulen beginnen.

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes zur Ernte und Lagerung.

Inhaltsstoffe und Verwendung

Die Zucchini gilt als sehr gesund. Sie erhält einige Vitamine (A & C) und Mineralstoffe wie Eisen oder Kalium. Der niedrige Brennwert von nur 20kcal/100g macht sie besonders für Diäten interessant.

Es gibt viele Möglichkeiten die Zucchini zu einem leckeren Gericht zu verarbeiten. Man kann das innere Fruchtfleisch auskratzen und den freiwerdenden Platz für eine Füllung verwenden. Diese kann vegetarisch, aber auch eine Art Sauce Bolognese sein. Am besten überbäckt man die gefüllten Zucchini mit Feta oder Mozzarella. Besonders schmackhaft, wenn auch nicht sonderlich kalorienarm, ist, das Herausbraten von panierten Zucchinischeiben in Öl. Die Scheiben lassen sich als Beilage auch gut auf den Grill legen.

Für alle Liebhaber von selbstgewonnenem Saatgut: Schmecken die Zucchini bitter sollte man lieber auf den Verzehr verzichten. Durch Rückkreuzung mit anderen Zucchini-, Gurken- oder Kürbisssorten, können ungewünschte und giftige Bitterstoffe ausgebildet werden.

Krankheiten und Schädlinge

Pilzkrankheiten wie der Echte und der Falsche Mehltau zählen zu den klassischen Krankheiten bei Zucchini. Während der Echte Mehltau meistens durch trockenheitsbedingten Stress hervorgerufen wird, befällt der Falsche Mehltau die Pflanzen meistens bei sehr feuchter Witterung. Gegen ersteren kann man mit regelmäßigem Gießen vorbeugen. Hierbei sollte man die Pflanze am Ansatz gießen und nicht die Blätter befeuchten, da dies den Falschen Mehltau fördert.

Besonders Jungpflanzen können Nacktschnecken stark zusetzen. Bei entsprechend feuchtem Wetter können Jungpflanzen innerhalb einer Nacht komplett abgefressen sein. Gegen diese Plagegeister helfen das klassische Schneckenkorn oder mechanische Barrieren wie Schneckenzäune oder Schneckenfolien. Wer die Möglichkeit hat, kann auch indische Laufenten halten. Haben diese Hunger, schrecken die Laufenten auch nicht vor den schleimigen Plagegeistern zurück. Ist die Witterung entsprechend feucht und unzählige Schnecken unterwegs, sollten Sie genug Trinkwasser bereitstellen. Das brauchen die Tiere, um die Schnecken „herunterzuspülen“.

Folgende Produkte haben sich bei und im Garten bewährt:

  • Neudorff Cueva Pilzfrei: Flüssigkonzentrat gegen Echten und Falschen Mehltau an Gemüse, Kartoffeln, Wein und Zierpflanzen sowie Schorf an Äpfeln. Umweltschonend durch reduzierte Kupfermenge und nicht bienengefährlich sowie für den ökologischen Landbau zugelassen.
  • Neudorff Atempo Kupferpilzfrei: Spritzmittel gegen viele Pilzkrankheiten; umweltschonend und nicht bienengefährlich.
  • Schneckenkorn: Mit natürlicher Eisenverbindung; wirkt effektiv und schützt dabei Haustiere, Igel und Regenwürmer; naturverträglich und regenstabil.

Felix

Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur, aber im Herzen schon immer ein begeisterter Hobbygärtner. Seit über zehn Jahren baue ich Obst und Gemüse im eigenen Garten an, dabei liegt meine Leidenschaft vor allem bei seltenen und besonderen Sorten.
Lieblingsobst: Rotfleischige Pfirsiche und Pluots (Kreuzung Aprikose und Pflaume)
Lieblingsgemüse: Palmkohl, Tomaten und Kardonen

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