Schneeforsythie: Schneiden, Pflanzzeit & Winterhärte

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Obwohl die Schneeforsythie einen angenehm feinen Duft verbreitet und unkompliziert in der Pflege ist, sieht man das frühblühende Ziergehölz selten in unseren Gärten.

Schneeforsythie
Schneeforsythien bezaubern schon im zeitigen Frühjahr mit einer weißen Blütenpracht [Foto: ToriNim/ Shutterstock.com]

Die weiß blühende Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum) ist die einzige Art ihrer Gattung und zudem ein bienenfreundliches Ziergehölz. Wir erklären Ihnen hier alles zur Pflanzung und Pflege – ob im Beet oder im Kübel.

Schneeforsythie: Herkunft und Eigenschaften

Die Schneeforsythie, auch als Weiße Forsythie bekannt, hat ihren Ursprung in Korea, wobei sie nur an 7 Naturstandorten in Südkorea vorkommt. An einigen Stellen ist sie bedauerlicherweise vom Aussterben bedroht. Abeliophyllum distichum ist die einzige Art innerhalb der Gattung Abeliophyllum, welche jedoch nicht eng mit der ähnlich klingenden Gattung Abelia verwandt ist. Ihren deutschen Namen hat die Schneeforsythie nicht durch Zufall bekommen – sie gehört, wie auch die Forsythie (Forsythia), zum Stamm der Forsythieae innerhalb der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Das Ziergehölz trägt seine weißen bis blassrosa Blüten im Vorfrühling, also etwa ab März bis Anfang Mai. Sie verbreiten einen angenehmen, mandelartigen Geruch.

Weiße Schneeforsythien-Blüte
Die Blüten sind der Forsythie bis auf die Farbe sehr ähnlich [Foto: ToriNim/ Shutterstock.com]

Insgesamt wächst die Schneeforsythie langsam, zwischen 10 und 30 cm pro Jahr, weswegen sie sich ideal für kleine Gärten eignet. Inmitten von beispielsweise immergrünen Eiben (Taxus) und Buchsbäumen (Buxus) wirkt sie besonders schön, wobei sie auch einzeln ein echter Hingucker ist. Nach der Blüte treiben die dunkelgrünen, lanzettlichen Blätter aus, welche gegenständig an den Zweigen angeordnet sind. Die Schneeforsythie ist ein sommergrüner Strauch – das Laub verfärbt sich im Herbst gelb bis rötlich und wird später abgeworfen. Die Fruchtreife findet im Sommer statt. Es entstehen flache Flügelnüsse mit einer Größe bis zu 4 cm. Die Schneeforsythie bildet durch ihre eher bodennahe – basitone – Verzweigung und seitliche Bestockung mit den Jahren eine breite Basis aus. Insgesamt erreicht sie eine Höhe von 150 bis 200 cm und wächst bis zu 175 cm in die Breite. Im Alter und bei zurückhaltendem Schnitt kann man eine hängende Wuchsform erwarten.

Große Schneeforsythie
Verzweigter und später hängender Wuchs der Schneeforsythie [Foto: ToriNim/ Shutterstock.com]

Ist die Schneeforsythie bienenfreundlich? Ja, Schneeforsythien bieten durch ihre frühe Blüte Bienen und Hummeln schon ab März lebenswichtigen Nektar. Hummeln, welche schon ab einer Temperatur von 2 °C Nahrung suchen, erfreuen sich an dem Frühblüher.

Blüten der Schneeforsythie
Weiße Einzelblüten locken schon früh im Jahr Bienen und Hummeln an [Foto: ToriNim/ Shutterstock.com]

Tipp: Abeliophyllum distichum ‘Roseum’, auch als Rosenforsythie bekannt, zeigt sich im Frühjahr mit wunderschönen, rosafarbenen Blüten, welche sich mit der Zeit weiß verfärben. Im Herbst präsentieren sich die Blätter in einer dunkelroten Färbung. Ansonsten ist die Rosenforsythie gleichermaßen zu pflanzen und zu pflegen wie die Weiße Forsythie.

Rosa Schneeforsythie
Abeliophyllum distichum ‘Roseum’ [Foto: LianeM/ Shutterstock.com]

Abeliophyllum distichum pflanzen

Die wärmeliebende Abeliophyllum distichum benötigt einen geschützten, sonnigen bis lichtschattigen Standort. Am Naturstandort wächst die Schneeforsythie in felsigen Gebieten mit trockener Oberfläche und feuchtem Untergrund. Die Bodenansprüche sind generell nicht hoch, bevorzugt wird jedoch ein humoser, nährstoffreicher und lockerer Boden. Der Untergrund darf weder dauerfeucht noch verdichtet sein, da das Ziergehölz Staunässe nicht verträgt. Was den pH-Wert betrifft, sollte ein Standort mit schwach saurem bis alkalischem Boden gewählt werden.

Der optimale Zeitpunkt, um Ziergehölze und damit die Schneeforsythie zu pflanzen, liegt im Herbst, bevor der Boden gefroren ist. Zu dieser Zeit ist die Erde noch warm vom Sommer und meist frisch bis feucht. Über die Herbstmonate und später im Frühjahr kann die Schneeforsythie Wurzeln bilden, um anschließend kräftig auszutreiben. Alternativ ist eine Pflanzung im Frühjahr möglich. Achten Sie danach auf ein regelmäßiges Bewässern der Jungpflanzen. Wird die Schneeforsythie im Container geliefert, ist theoretisch eine ganzjährige Pflanzung möglich, wobei auch hier der Herbst als Zeitpunkt empfohlen wird.

Tipp: Das Einpflanzen bei bedeckter Wetterlage schont das Gehölz. Bei einer starken Sonneneinstrahlung könnte es zu einem höheren Wasserverlust und damit zu Trockenstress kommen.

Schneeforsythie in der Sonne
Das wärmeliebende Ziergehölz darf gerne sonnig stehen [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]

Haben Sie den richtigen Standort gefunden, geht es ans Einpflanzen. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, was dabei zu beachten ist.

  • Halten Sie einen Pflanzabstand von circa 1 m zu benachbarten Pflanzen ein.
  • Schneeforsythien bilden Herzwurzeln, das heißt sie bilden Wurzeln in die Breite und in die Tiefe. Graben Sie daher eine Grube, die mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen ist.
  • Lockern Sie den Boden tiefgründig, vor allem bei schweren, tonreichen Böden.
  • Bauen Sie gegebenenfalls eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt ein, um eine spätere Staunässe zu vermeiden.
  • Die Schneeforsythie wird so tief gepflanzt, wie sie auch in der Baumschule gepflanzt war. Das erkennen Sie meist an der Rindenverfärbung: Am Wurzelhals ändern sich die Farbe und die Struktur der Rinde. Die Schneeforsythie ist allerdings nicht extrem wählerisch, was ihre Einpflanztiefe betrifft.
  • Nach dem Einsetzen der Pflanze werden die Zwischenräume mit Erde aufgefüllt.
  • Gießen Sie das Ziergehölz zuletzt gut an. Das hat zur Folge, dass sich ungewollte Luftlöcher schließen – was nachgesackt ist, kann später mit Erde aufgefüllt werden.
  • Eine Düngung bei der Pflanzung ist nicht nötig – geben Sie höchstens etwas verrotteten Kompost zu Ihrem Substrat.

Tipp: Möchten Sie eine Hecke gestalten, können pro Meter 2 Schneeforsythien gepflanzt werden.

Pflanzloch ausheben
Achten Sie beim Ausheben der Pflanzengrube auf genügend Platz für die Herzwurzeln [Foto: Erkki Makkonen/ Shutterstock.com]

Eine Pflanzung im Kübel ist ebenfalls möglich. Wählen Sie dabei einen Kübel, der größer als der Wurzelballen ist, aus. 10 cm Abstand zwischen Wurzelballen und Kübelrand sind ausreichend. Anschließend wird eine Drainageschicht aus Kies, Tonscherben oder Blähton angelegt. Setzen Sie das Ziergehölz mittig ein und befüllen Sie die Zwischenräume mit geeignetem Substrat. Unsere Bio-Blumenerde ist beispielsweise optimal für Ziergehölze in Kübeln geeignet, da das Substrat gebrochenen Blähton enthält. Dieser bewirkt, dass die Erde weniger schnell zusammensackt und insgesamt weniger Gewicht mitbringt. Außerdem ist sie zu 100 % torffrei und damit CO2-reduziert hergestellt.

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Pflege der Schneeforsythie: Schneiden, gießen und Co.

Die genügsame Schneeforsythie ist nicht kompliziert in ihrer Pflege. Um einen optimalen Wuchs und auch eine prächtige Blütenbildung zu erreichen, sind jedoch folgende Dinge zu beachten:

Mulchen

Legen Sie bestenfalls im Frühjahr oder Herbst Mulchmaterial auf der Wurzelscheibe aus. Das kann bei Beet- und Kübelpflanzen direkt nach der Pflanzung erfolgen. Die Mulchschicht bietet viele Vorteile, unter anderem gleichmäßige Bodenfeuchte, Schutz vor Hitze im Sommer und Kälte im Winter. Denken Sie daran, unter den Mulch eine Schicht Dünger zu streuen, denn Mulchmaterial ist in der Lage, Pflanzennährstoffe zeitweise zu binden – sodass sie den Pflanzen über einen längeren Zeitraum nicht mehr zur Verfügung stehen.

Schneeforsythie gießen und düngen

Während längerer Trockenphasen sollte die Schneeforsythie gegossen werden. Ansonsten ist eine Bewässerung nicht nötig. Kübelpflanzen müssen regelmäßiger gewässert werden.

Schneeforsythien in reichen Böden müssen meist gar nicht gedüngt werden. Bei besonders mageren Untergründen und in Kübeln bietet es sich an, alljährlich Fertigkompost oder einen vornehmlich organischen Dünger zur Pflanze zu geben.

Tipp: Kompost eignet sich je nach Rottegrad für verschiedene Anwendungsgebiete. In unserem Spezialartikel erklären wir Ihnen, wie Sie Kompost als Dünger richtig einsetzen.

Prächtig blühende Schneeforsythie
Nach einem Auslichtungsschnitt darf man sich auf eine üppige Blütenpracht freuen [Foto: roollooralla/ Shutterstock.com]

Bei Kübelpflanzen sollte unbedingt jährlich gedüngt werden, da der Gehalt an Nährstoffen im Substrat mit der Zeit abnimmt. Nutzen Sie vorzugsweise einen Granulatdünger, wie beispielsweise unseren Plantura Bio-Blumendünger, welcher durch die optimale Nährstoffzusammensetzung die Wurzelbildung, die Widerstandsfähigkeit und damit die Frosthärte fördert. Der enthaltene Phosphor unterstützt zudem die Blütenbildung und sorgt für zahlreiche Blütenansätze. Verteilen Sie dazu das Granulat im Frühjahr unter der Mulchschicht und gießen Sie die Fläche abschließend an.

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Ob der Kübel mit der Zeit zu klein ist, stellen Sie fest, indem Sie die Pflanze herausnehmen – sehen Sie mehr Wurzeln als Substrat, verträgt das Ziergehölz einen größeren Topf.

Schneeforsythie schneiden

Frühesten nach dem dritten Jahr der Schneeforsythie führt man einen sogenannten Auslichtungsschnitt durch. Dabei werden die dicht beieinanderstehenden und älteren Zweige knapp über den Boden abgeschnitten. Der optimale Zeitpunkt hierfür ist direkt nach der Blüte. Der Auslichtungsschnitt bewirkt einen Neuaustrieb junger Triebe, welche bereits im kommenden Herbst neue Blüten anlegen. Diese öffnen sich wiederum in der nächsten Blütezeit.

Ist die Schneeforsythie winterhart?

Schneeforsythien sind winterhart und überstehen Temperaturen von bis zu – 17 °C, wobei trotzdem ein geschützter Standort auszuwählen ist. Junge Pflanzen sollten im Winter vor Frösten geschützt werden. Hierbei haben Sie mehrere Möglichkeiten, ob mit Mulch oder Jutezelten – wir haben Ihnen Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihre Pflanzen vor Frost schützen.

Schneeforsythie im Frühjahr
Nach einer erfolgreichen Überwinterung kann man sich auf die neuen Blüten freuen [Foto: Gartenphilosophin/ Shutterstock.com]

Giftigkeit

Die Schneeforsythie gilt als leicht giftig. Bei Hunden und Katzen wurden leichte Beschwerden beobachtet, weswegen bei Haustieren Vorsicht geboten ist.

Gehölze können nicht nur schön aussehen, sondern auch als Nutzpflanzen fungieren. Erntet man die Blütenknospen des nicht winterharten Gewürznelkenbaums (Syzygium aromaticum), dann erhält man das wohlbekannte Nelkengewürz. Wir erklären Ihnen, wie Sie das exotische Gewürz im Kübel selber anbauen können.

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