Spalierbäume: Pflanzen, Pflege & geeignete Zierpflanzen

Franziska
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Ich studiere ökologische Landwirtschaft an der Uni Hohenheim und bin sehr pflanzen- und naturverbunden. Zuhause bewirtschaften wir einen kleinen Biobetrieb mit einigen Tieren, verschiedenen Ackerfrüchten und etwas Wald. Die Gewinnung von gesunden Lebensmitteln im Einklang mit der Natur begeistert mich jedes Mal wieder aufs Neue.

Lieblingsobst: Apfel, Birne und Zwetschge
Lieblingsgemüse: Kartoffel, Kürbis und Spinat

Spalierbäume gewinnen mehr und mehr an Beliebtheit. Und das ganz zu Recht, denn auch auf begrenztem Platz sind sie vielfältig einsetzbar – zum Beispiel als Sichtschutz, Raumteiler oder als künstlerisches Element.

Junge Spalierbäume in einer Reihe
Mit Spalierbäumen bringen Sie Blüten und Laub auch in einem kleinen Garten unter [Foto: Ruud Morijn Photographer/ Shutterstock.com]

Spalierbäume, auch als Formbäume bekannt, bringen neben den klassischen Funktionen als Sichtschutz und Raumteiler noch künstlerisch-architektonische Elemente in den Garten, auf die Terrasse und den Balkon. Dazu braucht es nicht einmal viel Platz. Alles, was Sie zum Thema Spalierbäume wissen müssen, erfahren Sie hier.

Was sind Spalierbäume?

Spalierbäume sind zurzeit so beliebt, dass sie gerade aus einem professionell geplanten Garten kaum mehr wegzudenken sind. Doch was genau ist eigentlich ein Spalierbaum? Hierbei handelt es sich um einen ganz normalen Baum, dessen Äste mit Hilfe eines Spaliers auf einer Ebene gezogen werden. Somit wird die Form der Baumkrone durch das Spalier bestimmt. Man könnte sagen, Spalierbäume sind Heckenpflanzen, bloß auf Stämmen und damit eine Etage höher. Solche Bäume mit markanten Kronenformen haben – bei regelmäßigem Schnitt – einen sehr geringen Platzbedarf und können auch in kleinen Gärten untergebracht werden. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Funktionen von Spalierbäumen aufgelistet:

  • Natürlicher Sichtschutz
  • Raumaufteilung
  • Abgrenzung zu anderen Grundstücken als grüne Mauer
  • Laubengänge
  • Dekorative Elemente und architektonischer Charme durch immer wiederkehrende Muster und die Übertragung von Gebäudelinien in den Garten
  • Verstecken von unschönen Elementen
  • Vor allem Dachspaliere oder hoch erzogene Spaliere als Schattenspender

Tipp: Sehr gerne werden Spalierbäume als Sichtschutz in den Garten integriert. Wie das geht und welche Spalierbäume geeignet sind, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Viele ungepflanzte Spalierbäume
Formbäume bieten Schatten und Sichtschutz [Foto: elmar gubisch/ Shutterstock.com]

Welche Spalier-Formen gibt es?

Um einen Spalierbaum in Form zu halten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, welche wir im Folgenden vorstellen.

  • Schirmform: Bei dieser Form bildet ein Gerüst die Grundlage und man muss lediglich dafür sorgen, dass die Äste innerhalb der Form bleiben. Die Schirmform erinnert an einen aufgespannten Schirm und eignet sich sehr gut als Sichtschutz von oben und von der Seite.
  • Quaderform: Spalierbäume in Quaderform bieten noch mehr Sichtschutz als die Schirmform. Außerdem ist es ein künstlerisches Element, das Ihren Garten ziert.
  • Dachform: Die Dachform wirkt etwas natürlicher und ist geeignet, um natürliche Bogenformen in Ihrem Garten zu integrieren.
  • Palmette: Bei der Palmette handelt es sich um eine traditionelle Spalierform, die sehr einfach mit dem Auge wahrnehmbar ist. Hierbei bilden die Äste links und rechts vom Stamm gerade Linien in mehreren Etagen.
Spalierbäume an Rankhilfen
Spalierbäume gibt es in vielen verschiedenen Formen [Foto: barmalini/ Shutterstock.com]

Welche Gehölze eignen sich als Spalierbäume?

Bei der Entscheidung, welchen Baum Sie als Spalierbaum auswählen, spielen natürlich Ihre persönlichen Präferenzen eine große Rolle. Ein Gehölz, das gut als Formbaum geeignet ist, wächst schnell und hat eine dichte Krone. Außerdem ist es sehr gut schnittverträglich. Achten Sie also beim Anlegen Ihrer Spalierbäume darauf, dass die Pflanzen diese Eigenschaften mitbringen. Wir haben einige beliebte Spalierbäume aufgelistet:

Spalierbaum in Schirmform
Eine Schirmform gibt einen guten Schattenspender ab [Foto: Matrix Reloaded/ Shutterstock.com]
  • Buche (Fagus spec.)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Spalierlinde (Tilia spec.)
  • Dachplatane (Platanus spec.)
  • Ahorn (Acer spec.)
  • Rosskastanie (Aesculus spec.)
  • Eibe (Taxus baccata)
  • Zypresse (Cupressus spec.)
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
  • Amberbaum (Liquidambar styraciflua)
  • Parrotie (Parrotia persica)
Kaiserlinde als Spalierbaum
Die „Kaiserlinde“ ist ein klassischer Spalierbaum [Foto: marineke thissen/ Shutterstock.com]

Tipp: Auch Obstbäume sind bestens als Spalierbäume geeignet. Beim Anbau von Spalierobst allerdings geht es weniger um Sichtschutz oder Schatten, sondern darum, dass ein warmer, geschützter Standort durch die flache Form optimal ausgenutzt wird. Sogar wärmeliebendere Sorten können so an nicht optimalen Standorten angebaut werden. Abgesehen davon sieht ordentlich formiertes Spalierobst natürlich schön aus. Alles über Spalierobst und wie man Spalierobst richtig schneidet, erfahren Sie in unseren Spezialartikeln.

Viele Spalierbäume in Reihen
Es gibt eine große Auswahl an Baumen, die sich als Spalierbäume eignen [Foto: barmalini/ Shutterstock.com]

Spalierbäume im Garten pflanzen

Möchten Sie Spalierbäume im Garten pflanzen, sollten Sie einen passenden Baum für den zu bepflanzenden Standort aussuchen, sodass die Standortbedingungen und die Ansprüche des Baumes zusammenpassen. Welchen Zweck soll der Spalierbaum erfüllen? Soll er an einer Mauer oder frei stehen? Beachten Sie zusätzlich die Tiefgründigkeit des Bodens: Ist ausreichend Platz für die Wurzeln des gewünschten Baumes vorhanden? Eventuell muss der Untergrund am Pflanzort verbessert werden, um den Ansprüchen des Spalierbaums gerecht zu werden – das erleichtert das An- und Weiterwachsen.

Spalierbaum vor Hauswand
Spalierbäume können hässliche Mauern verdecken [Foto: Harry Wedzinga/ Shutterstock.com]

Ein weiteres Kriterium ist die Höhe der Spalierbäume. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen Funktionen:

  • Boden-Spalier: Kronenansatz ab 50 cm Höhe; geeignet als Ersatz oder Ergänzung für einen Zaun oder eine Mauer.
  • Halbstamm-Spalier: Kronenansatz in 100 bis 150 cm Höhe; Ergänzung für einen zu niedrigen Sichtschutz, beispielsweise einen niedrigen Zaun oder eine kleine Hecke.
  • Hochstamm-Spalier: Kronenansatz auf über 150 cm Höhe; Sichtschutz für den Balkon oder Fenster im Obergeschoss, Schattenspender.

Spalierbäume gibt es in vorgezogener und in frisch formierter Form. Vorgezogene Spalierbäume befinden sich bereits in ihrer endgültigen Formkontur: Sie müssen nur noch eingepflanzt und geschnitten werden, um in Form zu bleiben. Frisch formierte Spalierbäume werden schon als Jungpflanzen auf ihre endgültige Kontur vorbereitet. Allerdings brauchen sie im Garten noch Zeit, um diese zu erlangen. Sie benötigen noch ein Spalier, da die Form noch weiter erzogen werden muss. Ist die gewünschte Endgröße erreicht, wird die Führung aus Bambus aber entfernt und die Form wird nur noch durch Schnitt in Form gehalten.

Spalierbaum wird in Erde gepflanzt
Der winzige Ballen der Baumschulbäume erfordert eine stabile Anbindung [Foto: Bubbers BB/ Shutterstock.com]

Anleitung: Spalierbäume pflanzen

Wichtig: Spalierbäume sind je nach Alter, Größe und Qualität mit einem unterschiedlich großen und schweren Ballen ausgestattet. Wenn Sie einen großen Baum mit schwerem Ballen erstehen, benötigen Sie für den Transport durch den Garten mindestens eine Sackkarre, eventuell sogar professionelle Unterstützung durch Maschinen.

  • Der optimale Pflanzzeitpunkt: Im Frühjahr werden Hainbuche, Eibe, Platane, Rosskastanie und Zypresse gepflanzt – im Herbst Buche, Linde, Ahorn und Weide.
  • Pflanzloch ausheben: Heben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch aus – das heißt, es sollte mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen selbst sein. Der Baum wird so tief eingesetzt, dass der Wurzelballen ebenerdig mit dem Boden abschließt.
  • Baumanbindung: Bäume müssen stabil und für mehrere Jahre fixiert werden, damit der Stamm nicht beginnt zu schwingen, wenn sich Wind in der Krone verfängt. Eine Baumanbindung an 2 stabilen Holzpfosten ist das absolute Minimum, bei großen Bäumen ist eine Anbindung an 3 Pfosten oder eine sogenannte Unterflurverankerung die bessere Wahl – auf diese Weise werden die Feinwurzeln geschützt und der Baum wächst deutlich besser an.
  • Die eingefüllte Erde muss sehr gut rückverfestigt werden und anschließend wird der Baum gut angegossen. Um das Gießen zu erleichtern, wird ein Gießrand aus Erde modelliert.
Spalierbaum an Stütze gebunden
Die Baumanbindung muss haltbar sein und darf nicht durchhängen – sonst hat sie keinen Effekt [Foto: nagmar/ Shutterstock.com]

Tipp: Ballentücher und Drahtkörbe um den Wurzelballen müssen vor dem Pflanzen geöffnet, aber nicht entfernt werden.

Eingewickelter Wurzelballen von Spalierbaum
Der Wurzelballen ist häufig in ein Tuch oder in Draht gewickelt [Foto: Temir Shintemirov/ Shutterstock.com]

Spalierbäume pflegen

Ein Spalierbaum ist in der Regel pflegeleicht. Lediglich in den ersten Jahren – bis er sich gut an seinem neuen Standort etabliert hat – sollte er regelmäßig gegossen werden, denn der kleine Ballen muss den ganzen großen Baum versorgen.

Wichtiger ist der Schnitt des Spalierbaumes, denn dadurch wird der Baum in seiner gewünschten Form gehalten und ein buschiges und dichtes Wachstum wird gefördert. Dieser Schnitt findet am besten zweimal jährlich statt. Einmal im Frühjahr vor dem ersten Austrieb und einmal vor dem Johannistrieb. Im Prinzip funktioniert der Spalierbaumschnitt wie der Heckenschnitt – nur dass man eine Leiter oder eine teleskopierbare Heckenschere benötigt.

Spalierbaum wird zurückgeschnitten
Der Schnitt erfolgt am besten im Frühjahr vor dem Austrieb [Foto: ungvar/ Shutterstock.com]

Haben Sie Lust bekommen, einen Spalierbaum in Ihren Garten zu integrieren? Immergrüne Spalierbäume tragen auch im Winter Laub und sorgen für eine schöne Gartenatmosphäre im Winter.

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