Ringelbete anbauen, ernten & zubereiten

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Ringelbete verleihen nicht nur Salaten das gewisse Etwas. Kommen sie frisch aus dem eigenen Garten, so steht einem wahren Gaumenschmaus nichts mehr im Wege.

Aufgeschnittene Ringelbeete
Ringelbete schmecken gut, sind relativ einfach anzubauen und sehen besonders aus [Foto: Stephen Barnes/ Shutterstock.com]

Beim Schlendern über den Wochenmarkt entdeckt man immer öfter etwas ausgefallenere Gemüsesorten. Ringelbete (Beta vulgaris subsp. vulgaris) sehen von außen unscheinbar aus – erst beim Aufschneiden kommt das individuelle, gestreifte Muster zum Vorschein. Aber keine Angst, bei Ringelbete handelt es sich nicht um einen schwer kultivierbaren Exoten, sondern um eine alte, gut für unsere Gärten geeignete Gemüsesorte. In unserem Artikel erklären wir, was Ringelbete sind, stellen Sorten der geringelten Rote Bete vor und gehen näher auf Anbau, Pflege und Zubereitung der Ringelbete ein.

Ringelbete: Herkunft und Eigenschaften

Aus botanischer Sicht handelt es sich bei der Ringelbete um eine Variante der Roten Bete. Alle drei Varianten – Rote Bete, Gelbe Bete und Ringelbete – sind durch Züchtung aus der Wilden Rübe (Beta vulgaris subsp. maritima) hervorgegangen. Die Wilde Rübe stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo sie schon von den Römern in Kultur genommen wurde. Übrigens stammt auch Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) von der Wilden Rübe ab, was man auf den ersten Blick kaum vermuten würde.

Um zu verstehen, was eine Ringelbete ist und wie die Ringel in die Ringelbete kommen, muss man sich den Aufbau von Beta-Rüben allgemein anschauen. Beta-Rüben bestehen aus Wurzel und Spross, die sich durch Dickenwachstum zu einem Speicherorgan entwickeln. Bei diesem auch als „sekundäres Dickenwachstum“ bezeichneten Vorgang werden normalerweise nach außen hin sogenannte Phloem-Zellen gebildet, die für den Transport von Nährstoffen verantwortlich sind. Nach innen hin gibt es die Xylem-Zellen, in denen vor allem Wasser transportiert wird. Beta-Rüben zeigen ein anormales sekundäres Dickenwachstum, da sich bei ihnen Xylem und Phloem abwechseln. Bei genauem Hinsehen kann man deshalb sogar in den klassischen, einfarbigen Bete-Sorten die Ringel erkennen.

Rote Ringelbete
Das Streifenmuster in Beta-Rüben entsteht durch verschiedene Gewebeschichten [Foto: CLICKMANIS/ Shutterstock.com]

Ringelbete sind also Sorten der Roten Bete, bei denen Wert auf die verschiedenfarbige Ausprägung von Xylem und Phloem gelegt wurde. Grundsätzlich gibt es deshalb viele Gemeinsamkeiten zwischen Ringelbete und Roter Bete – zum Beispiel, was Wuchs, Geschmack und Pflege angeht. Auch bei der Ringelbete handelt es sich um eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine Blattrosette sowie eine Rübe ausbildet und erst im zweiten Jahr blüht. Außer, um Saatgut zu gewinnen, lässt man es aber meist nicht so weit kommen und so haben wohl die wenigsten schon einmal den ungefähr 1,5 m hohen Blütenstand mit den fünfzähligen Blüten, die durch Wind bestäubt werden, gesehen.

Da die Rübe aus Spross und Wurzel besteht, wächst sie zum Teil oberirdisch. Um dennoch eine ausreichende Nährstoff- und Wasserversorgung sicherzustellen, bilden Bete eine Pfahlwurzel mit vielen Seitenwurzeln aus. Der Geschmack von Ringelbete ist dem der Roten Bete sehr ähnlich – einige Ringelbete-Sorten werden aber als süßer und weniger erdig schmeckend beschrieben.

Ringelbete im Beet
Es ist normal, dass ein Teil der Rübe oberirdisch wächst [Foto: demm28/ Shutterstock.com]

Die besten Sorten

Wie oben erwähnt ist die Rübe aller Bete-Sorten in Streifen aufgebaut, sie sind nur bei einigen Varianten stärker ausgeprägt als bei anderen. Sorten mit klar abgegrenzten Ringeln sind zum Beispiel:

  • ‘Tonda di Chioggia’: Die alte italienische Ringelbete ist vielleicht die Sorte mit den am stärksten ausgeprägten Ringeln, die unter der roten Schale in Rosa und Weiß erscheinen.
  • ‘Crapaudine’: Bei dieser roten Ringelbete handelt es sich um eine alte französische Sorte. Sie bildet äußerst lange Rüben mit einem rot-weiß geringelten Fruchtfleisch. Für Rohkost ist diese Ringelbete weniger geeignet, durch Kochen wird sie aber süß und schmackhaft.
Ringelbete 'Tonda di Chioggia'
Die Sorte ‘Tonda di Chioggia’ hat ein sehr ausgeprägtes Streifenmuster [Foto: Jarvna/ Shutterstock.com]
  • ‘Avalanche’: ‘Avalanche’ ist eine weiße Sorte, bei der man allerdings klar den Wechsel der Ringe erkennt.
  • ‘Burpees Golden’: Eine gelbe Ringelbete, bei der die Ringel in unterschiedlichen Gelbtönen auftreten. Wie viele Gelbe Bete schmeckt ‘Burpees Golden’ etwas süßer als die klassische Rote Bete.
Gelbe Ringelbete
Es gibt auch einige gelbe Sorten, bei denen das Streifenmuster gut erkennbar ist [Foto: julie deshaies/ Shutterstock.com]

Tipp: Früher war die Frage, wo es Ringelbete gibt und wie man an Saatgut der Ringelbete kommt, noch relativ schwer zu beantworten. Heutzutage haben sie viele gut sortierte Saatguthändler im Angebot.

Ringelbete anbauen

Ringelbete gehören zu den Mittelzehrern, stellen aber keine hohen Ansprüche an ihren Standort. Sie gedeihen am besten in einem lockeren, mäßig nährstoffreichen und tiefgründigen Boden in sonniger Lage, vertragen allerdings auch Halbschatten.
Die Samen der Ringelbete können ab Mitte April bis Juni direkt ins Freiland gesät werden. Wie Sie dabei vorgehen, erklären wir in wenigen Schritten.

  1. Bereiten Sie das Beet vor, indem Sie den Boden von Unkraut befreien und zum Beispiel mit einer Grabgabel lockern. Ist Ihr Untergrund sehr lehmig und tonig, kann unsere Plantura Bio-Komposterde mit in den Boden eingearbeitet werden, um die Struktur zu verbessern. Der hohe Humusgehalt darin sorgt langfristig für eine bessere Bodenstruktur. Außerdem ist sie zu 100 % torffrei, was Moore vor weiterem Abbau schützt und mit deutlich weniger CO2-Emissionen verbunden ist.
  2. Ziehen Sie zum Beispiel mit der Rückseite eines Rechens gerade Rillen im Abstand von 25 bis 30 cm in den Boden.
  3. Legen Sie in diese Rillen die Samen, wobei ein Abstand von 10 cm eingehalten wird. Dann wird alles mit ungefähr 2 Finger hoch Erde bedeckt.
  4. Drücken Sie die Erde leicht fest und gießen Sie gut an.
  5. Die Keimzeit ist abhängig von der Temperatur, denn die Samen von Ringelbete beginnen erst bei circa 8 °C zu keimen. Ist diese Temperatur erreicht, dauert es ungefähr 10 bis 14 Tage, bis die Samen gekeimt sind.
  6. Halten Sie in der Zeit bis zur Keimung und in den Wochen danach die Erde konstant feucht. Ein Austrocknen in so jungem Stadium geschieht schnell und kann zum Eingehen der Jungpflanze führen.

Tipp: Geeignete Partner für die Mischkultur mit Ringelbete sind zum Beispiel Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes L.), Gurken (Cucumis sativus), Bohnen (Phaseolus vulgaris) und Pflücksalat (Lactuca sativa var. crispa). In der Fruchtfolge sollten Sie vermeiden, Rote Bete nach anderen Fuchsschwanzgewächsen (Amaranthaceae) wie Mangold oder Spinat (Spinacia oleracea) anzubauen.

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Ringelbete anbauen im Topf: Das Anbauen von Ringelbeten ist auch im Topf möglich. Achten Sie dabei darauf, ein ausreichend tiefes Gefäß mit mindesten 5 Liter Volumen zu verwenden, in dem die Rübe Platz für ihre Wurzeln hat. Zudem sollte er einen guten Wasserablauf besitzen. Als Substrat können Sie beim Pflanzen zum Beispiel auf unsere Plantura Bio-Komposterde zurückgreifen. Den Pflanzabstand wählen Sie abhängig davon, wie groß Sie die Ringelbete später ernten wollen. So kann er von ungefähr 5 bis 10 cm reichen. Die Gefahr des Austrocknens ist im Topf größer, weshalb man bei dieser Methode noch mehr auf ein regelmäßiges Gießen achten muss.

Ringelbete im Topf
Auch im Topf kann man Ringelbete kultivieren [Foto: BBA Photography/ Shutterstock.com]

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

Kurz nach der Keimung steht schon die erste Pflegemaßnahme an. Denn die Samen von Ringelbete befinden sich natürlicherweise zu mehreren in sogenannten Knäueln. Das bedeutet, bei der Aussaat legt man in den meisten Fällen nicht einzelne Samen, sondern mehrere gemeinsam ab. Wundern Sie sich also nicht, wenn an genau derselben Stelle mehrere Ringelbete-Pflanzen zu wachsen beginnen. Diese müssen allerdings vereinzelt werden, sobald sie ungefähr 4 cm hoch sind. Reißen Sie bis auf die stärkste und größte alle Pflänzchen vorsichtig heraus. Versuchen Sie dabei, die Wurzeln möglichst nicht zu beschädigen.

Alternativ kann man die Ringelbete etwas länger wachsen lassen, bis sich kleine Rüben gebildet haben. Dann erntet man jede zweite und verwendet sie als Baby-Bete in der Küche. Die restlichen Exemplare im Beet haben dann genug Platz, um weiter zu wachsen.

Tipp: Man kann versuchen, die ausgerupften Pflanzen wieder in die Erde zu setzen und weiter zu kultivieren. Meist entwickeln sich diese Ringelbete jedoch langsamer und bleiben kleiner. Die größten Erfolgschancen haben Sie, wenn Sie das Vereinzeln an einem feuchten, bedeckten Tag durchführen.

Ringelbete-Anbau
Ringelbete sollten nicht zu dicht stehen, sonst können sich die Rüben nicht richtig entwickeln [Foto: RaspberryStudio/ Shutterstock.com]

Man sollte die ganze Wachstumsperiode auf eine kontinuierliche Wasserversorgung achten. Ringelbete reagieren zwar nicht so empfindlich wie zum Beispiel Karotten (Daucus carota subsp. sativus) oder Radieschen (Raphanus sativus) auf Trockenheit. Aber selbst hier kann es im Sommer durchaus sein, dass täglich zur Gießkanne gegriffen werden muss.

Oft bringen Ringelbete auch ohne Düngung reichen Ertrag. Vor allem, wenn auf Ihrem Beet davor eine Gründüngung stand oder wenn man im Herbst schon etwas Kompost in die Erde eingearbeitet hat. Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Ringelbete ein wenig Unterstützung brauchen, sollten Sie bei der Düngerauswahl vorsichtig sein und nicht zu viel Stickstoff düngen – denn das kann zur unerwünschten Anreicherung von Nitrat in den Rüben und Blättern führen. Das ist vor allem bei der Weiterverarbeitung zu Babynahrung relevant: In den ersten Lebensmonaten können Kleinkinder Nitrat nicht verstoffwechseln, was zu Sauerstoffmangel führen kann. Vermeiden Sie also eine Nitratanreicherung in der Ringelbete, falls Sie die Rüben als Babynahrung nutzen möchten. Außerdem haben Ringelbete einen erhöhten Kaliumbedarf. Ein gut geeigneter Dünger ist daher unser Plantura Bio-Tomatendünger. Er hat ein Stickstoff-Kalium-Verhältnis von 4 zu 8 und ist zudem vornehmlich organisch. Das bedeutet, Nährstoffe werden über einen längeren Zeitraum freigesetzt und es kommt nicht zu einer sprunghaften Stickstoffanreicherung im Boden.

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Wie fast überall im Gemüsegarten gilt auch hier: Ringelbete entwickeln sich besser, wenn der Boden möglichst unkrautfrei gehalten wird. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt man, indem man um die Ringelbete herum Mulch ausbringt, wenn die Pflanzen ungefähr 10 bis 15 cm hoch sind. Durch das Mulchen trocknet zum einen der Boden weniger schnell aus, zum anderen wird das Wachstum von Beikräutern gehemmt.

Ringelbete ernten und zubereiten

Wann man Ringelbete ernten kann, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel Sorte, Aussaatzeitpunkt, Witterung und gewünschte Größe. Für die Sorte ‘Tonda di Chioggia’ wird eine Kulturdauer von 60 Tagen angegeben – man kann die Rüben aber auch schon in kleinerem Stadium ernten oder noch bis in den Herbst im Beet stehen lassen. Die Saison für Ringelbete ist also relativ lang. Frischware ist von Anfang Juli bis November erhältlich. Des Weiteren lassen sich Ringelbete gut lagern und können beispielsweise in einem kühlen Keller bei einer Temperatur von 3 bis 4 °C in einer Box mit feuchtem Sand bis in den Februar aufgehoben werden. Entfernen Sie dafür das Laub, ohne jedoch den Blattansatz zu verletzen, sonst kann Pflanzensaft austreten.

Ringelbete in verschiedenen Farben
Ringelbete frisch aus dem Garten gibt es von Juli bis November [Foto: Olga Bondarenko/ Shutterstock.com]

Für die Zubereitung von Ringelbete gibt es viele Möglichkeiten. Dank ihrem auffälligen Muster eignen sich Ringelbete besonders gut als Farbtupfer in Salaten. Damit die verschiedenfarbigen Kreise voll zur Geltung kommen, sollte man bei der Zubereitung von Ringelbete zwei Punkte beachten:

  • Schneiden Sie Ringelbete quer in Scheiben, also parallel zwischen Wurzel und Blattansatz.
  • Kochen Sie Ringelbete höchstens kurz, sonst beginnt das Farbmuster zu verlaufen.
Ringelbete-Salat
In Rezepten werden Ringelbete meist roh verwendet, aber auch im Ofen bleibt das Muster meist erhalten [Foto: Jarvna/ Shutterstock.com]

Beispielrezepte mit Ringelbete sind unter anderem Ringelbete-Carpaccio, gemischter Salat mit Ringelbete oder eingelegte Ringelbete. Denn beim Einlegen oder im Ofen bleibt die Musterung meist erhalten.

Kann man Ringelbete roh essen? Ringelbete roh zu essen, ist ohne Bedenken möglich. Da durch Kochen die Farben verlaufen würden, arbeiten sogar die meisten Ringelbete-Rezepte mit rohen Ringelbeten.

Sind Sie noch auf der Suche nach einer Folgekultur für Ihre Ringelbete? Auf früh geerntete Ringelbete kann noch gut Tatsoi (Brassica rapa convar. narinosa) folgen. Das etwas außergewöhnliche, asiatische Gemüse hat mit nur 42 Tagen eine kurze Kulturzeit und verträgt auch kühlere Temperaturen.

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