Spargelerbsen: Anbau, Ernte & Verwendung

Alina-Sarah
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Ich studiere Agrarwissenschaften in Freising und war schon von klein auf am liebsten in der Natur draußen. Dabei habe ich ein großes Interesse für Pflanzen entwickelt. Neben dem Anbau von Obst und Gemüse bereitet mir auch deren Verarbeitung große Freude.

Lieblingsobst: Erdbeeren, Kirschen, Pomelo
Lieblingsgemüse: Tomaten, Bärlauch

Die Spargelerbse ist nicht nur eine ausgefallene Kultur für den Gemüsegarten, sondern auch optisch ansprechend. Hier erfahren Sie, was Sie beim Anbau des Schmetterlingsblütlers beachten müssen.

Spargelerbse im Garten
Besonders die Rote Spargelerbse eignet sich als Bodendecker im Zierpflanzengarten [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Der Name „Spargelerbse“ wird für zwei Arten synonym verwendet. Bei den beiden Varianten handelt es sich um die Gelbe Spargelerbse (Lotus maritimus) und um die Rote Spargelerbse (Lotus tetragonolobus). Als Kulturpflanze hat die rotblühende Spargelerbse eine größere Relevanz. Dies spiegelt sich darin wider, dass man auf dem Markt fast ausschließlich Saatgut für die Rote Spargelerbse findet.

Spargelerbsen: Herkunft und Eigenschaften

Da die Samenhülsen der Spargelerbse an Flügel erinnern, wird die Pflanze auch als „Flügelerbse“ bezeichnet. Sie kommt ursprünglich aus dem südlichen Mittelmeergebiet und gilt besonders in Asien als eine Delikatesse. In Deutschland ist die Leguminose seit dem 16. Jahrhundert geläufig, wurde hier aber weitgehend von der Kulturerbse (Pisum sativum) verdrängt.

Bei der Roten Spargelerbse handelt es sich um eine einjährige Pflanze, die 30 bis 40 cm hoch wird und den gesamten Sommer über mit samtig roten Blüten geschmückt ist. Die Gelbe Spargelerbse hingegen ist mehrjährig, winterhart und wird nur 10 bis 30 cm hoch. Ihre Blütezeit dauert nur von Mai bis Juli.

Es bilden sich bei beiden Arten fünfzählige Blätter aus, die aus je 3 endständigen Mittelblättern und 2 lanzettlichen Nebenblättern bestehen. Das kurz gestielte, haarige Laub unterscheidet sich allerdings dezent in seiner Farbgebung. Während die Blätter der Roten Spargelerbse grasgrün sind, sind sie bei der Gelben Spargelerbse eher bläulich-grün.

Rote Spargelerbse
Die Rote Spargelerbse verschönert das Beet mit grasgrünen Blättern und samtig roten Blüten [Foto: tottoto/ Shutterstock.com]

Die fünfzählige Schmetterlingsblüte der Spargelerbse erreicht eine Größe von 2 bis 2,5 cm und besteht aus einem glockenförmigen Kelch. Aufgrund der Bauart dieser tiefen Blütenkelche ist der Nektar nur von Insekten mit einem mindestens 12 mm langen Rüssel erreichbar. Somit profitieren Insekten wie Schmetterlinge und Hummeln von dieser Bauart. Bienen hingegen gelangen nicht an den Blütennektar.

Die fast kugelrunden Spargelerbsen-Samen sind anfangs hellgrün und im abgereiften Zustand olivgrün bis schwarz. Die circa 2 mm großen Samen wurden früher geröstet und zu einem kaffeeähnlichen Getränk verarbeitet.

Auch die circa 4 cm langen, vierkantigen Samenhülsen sind zunächst hellgrün und färben sich später braun bis schwarzbraun. Die Stängel sind direkt nach der Keimung aufrecht, gehen aber anschließend eher in einen liegenden bis aufsteigenden Zustand über. Es bilden sich dabei eine Grundachse und mehrere, von der Basis ausgehende, dünne Nebentriebe aus, die bis zu 1 m lang werden. Dabei entwickelt die Pflanze keine Ranken.

Spargelerbsen im Garten anbauen

Die Flügelerbse hat keine besonders hohen Standortansprüche. Ein sonniges Plätzchen mit einem humosen, feuchten und kalkhaltigen Boden, also mit einem pH-Wert von 7 und höher, verspricht den größten Erfolg für den Anbau der Spargelerbse. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der Untergrund weder zu schwer ist noch zu Staunässe neigt. Insgesamt sind sandig-lehmige Böden am besten geeignet.

Gelbe Spargelerbse
Die gelbblühende Variante kommt besser mit trockeneren Böden zurecht als die rotblühende [Foto: Iva Vagnerova/ Shutterstock.com]

Beim Anbau ist darauf zu achten, dass an der gewählten Stelle im Beet ein Anbauabstand von 4 Jahren zu anderen Leguminosen-Arten, wie zum Beispiel Bohnen (Phaseolus vulgaris) und Erbsen, eingehalten wird.

Wie nahezu alle Leguminosen ist auch die Flügelerbse dazu in der Lage, Stickstoff aus der Luft anhand von Knöllchenbakterien zu fixieren. Somit eignet sich die schwachzehrende Spargelerbse bestens für eine Mischkultur mit mittel- oder starkzehrenden Pflanzen wie Gurken (Cucumis sativus), Kohl (Brassica), Salat (Lactuca sativa), Sellerie (Apium graveolens), Karotten (Daucus carota subsp. sativus) oder Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina). Die Spargelerbse bietet sich darüber hinaus dafür an, höher wachsende Gemüsesorten wie beispielsweise Tomaten (Solanum lycopersicum) oder Chilis (Capsicum) zu unterpflanzen.

Grundsätzlich ist der Anbau im Gemüsebeet oder auch im Topf auf dem Balkon möglich. Dazu sollte das Gefäß ein Fassungsvermögen von mindestens 5 bis 10 l haben und 20 cm hoch sein. Man kann die Samen direkt ohne Vorziehen im Freiland aussäen. Dazu sollte die Aussaat zwischen Mitte April bis Juni erfolgen. Um das Keimen zu beschleunigen, bietet es sich an, die Samen der Spargelerbse in warmem Wasser oder Kamillentee 12 bis 24 Stunden vorquellen zu lassen. Der Kamillentee soll eine pilzhemmende und antibakterielle Wirkung mit sich bringen.

Gelb blühende Spargelerbsen
Die Spargelerbse hat für Schmetterlingsblütler typische Blüten [Foto: Iker Zabaleta/ Shutterstock.com]

Die Aussaat der Spargelerbse sollte in einer Saattiefe von 1 bis 3 cm erfolgen. Aufgrund des buschigen Wuchses ist ein Reihenabstand von 30 bis 50 cm einzuhalten. Innerhalb der Reihe empfiehlt es sich, enger zu säen – für den Fall, dass nicht alle Samen aufgehen. So erhält man einen dichten Bestand und kann später noch vereinzeln. Anzustreben ist letztendlich ein Reihenabstand von 50 bis 60 cm. Nach der Aussaat sollte man großzügig wässern. Anschließend wird die Keimung innerhalb von 7 bis 10 Tagen erfolgen.

Die richtige Pflege

Das Kultivieren der Spargelerbsen gestaltet sich insgesamt recht unkompliziert. Dennoch sollten ein paar Dinge beachtet werden. Aufgrund ihrer Fähigkeit, Stickstoff zu binden, ist keine zusätzliche Stickstoffdüngung notwendig. Man sollte hingegen darauf achten, dass bereits bei der Aussaat ein nährstoffreiches Substrat vorhanden ist, da die Pflanze einen humosen Boden benötigt. Um ein ausreichendes Nährstoffangebot sicherzustellen und insbesondere um den Bedarf an Kalium und Phosphor zu decken, kann Kompost untergemischt oder auf eine nährstoffreiche Erde zurückgegriffen werden. Die Verwendung eines torffreien Substrates wie unserer Plantura Bio-Universalerde trägt zur Klimaschonung bei.

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Um gegen Unkraut vorzugehen und eine lockere Bodenstruktur zu schaffen, empfiehlt es sich, den Boden regelmäßig zu hacken und zu mulchen. Eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser ist vor allem zur Zeit der Hülsen- und Blütenbildung wichtig, da diese sonst abfallen können. Zudem sollte die wärmeliebende Pflanze bei Bedarf mit nicht zu kaltem Wasser gegossen werden. Angewärmtes Regenwasser aus einer Sammeltonne eignet sich dafür ideal.

Bei langtriebigen Sorten kann man die Triebe am Zaun ziehen oder an Bambusstecken fixieren. Dazu muss man diese festbinden, da sie nicht von allein ranken.

Spargelerbsen ernten und verwenden

Man sollte die Spargelerbsen ernten, wenn sich bei den Hülsen noch keine Häute und Fäden gebildet haben und sie etwa 3 etwa 4 cm lang sind. Ansonsten sind sie holzig und nicht sehr schmackhaft. Die Flügelerbse bildet den Sommer über mehrmals neue Hülsen, wobei dies durch laufendes Ernten gefördert wird. Wenn man die Hülsen zum Verzehr ernten möchte, sollte man etwa alle 3 Tage durchpflücken. So übersieht man sie in ihrem Jungstadium, wenn sie am schmackhaftesten sind, nicht. Die Erntezeit beläuft sich je nach Aussaattermin auf die Monate Juni bis September. Falls Hülsen übersehen werden, kann man diese ausreifen lassen und als Saatgut für das Folgejahr verwenden. Dazu müssen die Samenhülsen reifen, bis sie eine braune bis schwarzbraune Farbe haben und an einem gut belüfteten Ort trocknen lassen. Die Samen sind normalerweise bis zu 5 Jahre keimfähig.

Spargelerbsen ernten
Der Geschmack der Leguminose erinnert an Spargel [Foto: DESIGNFACTS/ Shutterstock.com]

Die Hülsen sollte man sofort nach der Ernte verarbeiten, ansonsten werden sie mehlig und bitter, da sich der enthaltene Zucker zu Stärke umwandelt. Falls sie bereits erntereif sind und nicht direkt verarbeitet werden können, bietet es sich an, das Gemüse für eine spätere Verwendung einzufrieren.

Man kann die Hülsen zum Beispiel dünsten, anbraten oder zu einer Cremesuppe verarbeiten. Auch die jungen Sprosse können geerntet und beispielsweise gedünstet verzehrt werden. Der Geschmack des Gemüses wird als mild und spargelartig bezeichnet.

Kann man Spargelerbsen roh essen? Man kann die Spargelerbsen, da sie keine Giftstoffe wie etwa rohe Bohnen enthalten, auch roh essen. Beispielsweise kann man sie verwenden, um einen Salat aufzupeppen.

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