Fenchel ernten, zubereiten & richtig lagern

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Fenchel wird als bekömmliche Gemüse- und Gewürzpflanze im Garten angebaut. Was man bei der Ernte, Lagerung und Verarbeitung von Fenchel beachten sollte, erfahren Sie bei uns.

geernteter Fenchel
Fenchel zählt zu den besonders bekömmlichen Gemüsearten [Foto: KarepaStock/ Shutterstock.com]

Fenchel (Foeniculum vulgare) ist in drei Formen bekannt: Als Gemüsefenchel, Gewürzfenchel oder Wilder Fenchel. Die Ernte und Verwendung von Knollen- und Teefenchel unterscheiden sich deutlich, da entweder die zarten Sprossknollen oder reife Samen geerntet werden. In diesem Artikel erfahren Sie alles zur Erntezeit, Lagerung sowie Zubereitung von Fenchel und zur Heilwirkung des mediterranen Gemüses und Gewürzkrauts.

Fenchel ernten

Knollenfenchel benötigt viel Wärme und Sonne, um zu wachsen. Bei uns braucht die Pflanze im Vergleich zu warmen Mittelmeerländern mehr Zeit, um die schmackhaften Knollen auszubilden. Von der Aussaat bis zur Ernte von faustgroßen Sprossknollen vergehen etwa zehn bis zwölf Wochen. Bis in den Herbst hinein können die fein gefiederten Blättchen als süß-aromatisches Würzkraut abgesammelt und bei 40 °C im Backofen getrocknet werden. Bei satzweiser Aussaat und Pflanzung von Fenchel kann kontinuierlich zwischen Ende Juni und Oktober geerntet werden. Spätestens Ende Oktober vor dem ersten Frost muss die Ernte geschehen, denn ausgewachsener Knollenfenchel erträgt im Gegensatz zur Jungpflanze keine Minustemperaturen mehr, ohne Kälteschäden zu erleiden. Um Fenchel zu ernten, trennt man die Sprossknolle etwa 2 bis 3 cm unterhalb der Wurzel mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere ab. Alternativ zieht man die gesamte Pflanze heraus und schneidet nur die Wurzeln ab.

Ernte von Fenchel
Die Ernte von Fenchel erfolgt zwischen Juni und Oktober [Foto: Photology1971/ Shutterstock.com]

Kann man Fenchel noch ernten, wenn er blüht? Hat der Knollenfenchel eine Blüte gebildet, so wurde er vermutlich zu früh gepflanzt und es ist keine schossfeste Variante. Eine Übersicht an schossfesten und aromatischen Fenchel-Sorten finden Sie in unserem Spezialartikel. Die Sprossknolle verholzt bei der Ausbildung eines Blütenstandes und ist damit kaum mehr zart genug für die Küche. Man kann den Fenchel hier frühzeitig ernten, sobald man bemerkt, dass er in die Blüte geht, oder man lässt die Samen ausreifen. Um Fenchelsamen zu ernten, schneidet man am frühen Morgen mit einer Gartenschere die ganzen Dolden ab und lässt sie bei Zimmertemperatur einige Tage lang nachtrocknen. Die trockenen Fenchelsamen fallen meist von selbst vom Blütenstand ab und lassen sich dunkel und kühl in Gläsern mehrere Jahre lang lagern. Fenchelblüten bieten zahlreichen Insekten Nahrung und die Samen lassen sich genau wie beim Teefenchel und Wilden Fenchel als Gewürz und Heilmittel verwenden.

Fenchel lagern und einfrieren

Frischer Fenchel lässt sich im Kühlschrank, eingeschlagen in ein feuchtes Küchentuch, bis zu zwei Wochen lang lagern. Auch feuchter Sand in Kombination mit einem kühlen Standort zwischen 0 – 5 °C eignet sich für die Lagerung von Fenchel. Allerdings ist hier die Säuberung wesentlich aufwändiger als bei der Kühlschranklagerung. Nach dem kurzen Blanchieren kleingeschnittener Fenchelstücke in kochendem Wasser lässt sich Fenchel einfrieren und anschließend mehrere Monate lang im Gefrierfach lagern. Nach dem Blanchieren, das je nach Größe der Stücke 30 Sekunden bis 2 Minuten lang dauert, lässt man den Fenchel abkühlen und verpackt ihn anschließend luftdicht in Gefrierbeutel oder Boxen. Das Einfrieren ist grundsätzlich auch ohne vorheriges Blanchieren möglich. Jedoch verlängert sich durch die kurze Hitzebehandlung die Haltbarkeit und auch Aromen und Nährstoffe bleiben länger bestehen.

Fenchel im Ofen
Fenchel lässt sich auf vielfältige Weise zubereiten [Foto: Melica/ Shutterstock.com]

Fenchel schneiden: Zubereitung und Verarbeitung

Vor der Zubereitung von Fenchel sollte er gesäubert werden, wobei man welke, verholzte oder matschige Stellen ausschneidet und entfernt. Das Schneiden von Fenchel beschränkt sich in der Regel auf das Entfernen des harten Strunks. Hierfür wird die Fenchelknolle halbiert und die verholzten Teile des Strunks werden vorsichtig herausgeschnitten. Beliebte Hauptspeisen sind überbackene Fenchelhälften aus dem Ofen, vom Grill, gegart oder gebraten in einer Gemüsepfanne. Oft finden sich in Kochbüchern auch Rezepte für Fenchelgemüse als Beilage zu mediterranen Speisen.

Es gibt verschiedene Methoden, Fenchel zu konservieren. Das Kraut und die Samen lassen sich trocknen und als Gewürz oder Zutat für Fencheltee verwenden. Hochprozentiger Absinth und Frankreichs Nationallikör Pastis verdanken ihren außergewöhnlichen Geschmack den Fenchelsamen. Fenchel-Gewürz aus Samen oder Blättern passt gut zu eingelegtem Gemüse und auch beim Brotbacken schaffen sie eine würzige Note. Die aromatischen Sprossknollen hingegen können selbst eingelegt, fermentiert oder eingeweckt werden, um den Fenchel haltbar zu machen. Schneiden Sie Fenchel hierfür in feine Streifen oder Stücke und bereiten Sie den Sud vor. Die Fenchelstücke werden in Einweckgläser gefüllt, mit kochend heißem Wasser, Lake oder Gewürzsud übergossen und schnell gut verschlossen.

Lagerung von Fenchel
Frischer Knollenfenchel lässt sich nur wenige Wochen aufbewahren, bevor er trocken und holzig wird [Foto: Chang-Pooh24/ Shutterstock.com]

Welche Pflanzenteile des Fenchels sind essbar? Alle Pflanzenteile des Fenchels sind essbar und unbedenklich für Mensch und Tier.

Kann man Fenchel roh essen?

Fenchel kann roh gegessen werden und wird daher auch in Rohkostsalaten oder zum Dippen als Gemüsesnack gereicht, ähnlich wie Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce).

Ist der Strunk von Fenchel giftig?

Die gesamte Fenchelpflanze ist genießbar und kein Pflanzenteil ist giftig. Das bedeutet, dass auch der Fenchel-Strunk essbar ist und daher nicht entfernt oder ausgeschnitten werden muss.

Wie gesund ist Fenchel?

Fenchel beinhaltet nur wenige Kalorien und hohe Ballaststoffgehalte. Die Knollen verfügen über die Mineralstoffe Eisen und Kalium in nennenswerten Mengen. Besonders wertvolle Inhaltsstoffe des Fenchels sind die hohen Gehalte an den Vitaminen A, B, C und E, die viele andere Gemüsearten in den Schatten stellen. Der gesunde Fenchel enthält zudem viele ätherische Öle wie Anethol, welches für den an Anis (Pimpinella anisum) erinnernden Geschmack verantwortlich ist. Zusammen mit diesen ätherischen Ölen gilt er als äußerst bekömmliches Gemüse und ist auch für Diäten geeignet.

Fencheltee
Fencheltee entfaltet seine Heilwirkung bei Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegserkrankungen [Foto: Mshev/ Shutterstock.com]

Welche Heilwirkung soll Fenchel haben?

Die heilende, gesundheitsfördernde Wirkung von Fenchel liegt vor allem in der Verdauungsförderung. Bei Blähungen, Magenschmerzen, Krämpfen und Durchfällen, aber auch bei Erkrankungen der Atemwege, wie Husten, Bronchitis und Katarr, sowie zur Schleimlösung kann der Fenchel bereits bei Kindern eingesetzt werden. Besonders eignet sich hier die Zubereitung als Fencheltee für Babys und Kleinkinder, welcher dank des süßlichen Geschmacks gern angenommen wird. Die Tagesdosis für die Teebereitung liegt bei etwa 7,5 g Fenchelsamen. Alternativ kann für etwas ältere Kinder auch Fenchelhonig, ein Gemisch aus Honig und Bitterfenchel-Öl, genutzt werden.

Neben positiven Eigenschaften bei Magen-Darm-Beschwerden soll Fenchel auch eine beruhigende Wirkung haben. Unter anderem wird ihm ein lindernder Effekt bei Schwangerschaftsbeschwerden, Nierensteinen, Gicht und Augenentzündungen zugeschrieben. All diese Heilwirkungen haben dem Fenchel zum Titel Arzneipflanze des Jahres 2009 verholfen.

Ein enger Verwandter des Fenchels und oft mit ihm in Kombination anzutreffen ist der Kümmel (Carum carvi). Bei uns erfahren Sie alles zu Eigenschaften, Ansprüchen und erfolgreichem Anbau der Würz- und Heilpflanze.

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