Karotten pflanzen: Aussaat, gute Nachbarn & Pflege

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Karotten sind pflegeleichte und ertragreiche Gemüsepflanzen. Sie werden daher in fast jedem Gemüsegarten gepflanzt. Wir geben Tipps dazu, wann Sie Möhren anpflanzen können, welche Erde sich eignet und wann gedüngt wird.

Karotten im Garten
Karotten lassen sich in jedem Garten kultivieren [Foto: teatian/ Shutterstock.com]

Karotten (Daucus carota subsp. sativus) im Garten anzubauen, hat einen Vorteil: Die schmackhaften Wurzeln können über lange Zeit immer frisch geerntet werden. Zu Beginn sind sie noch etwas kleiner, dafür besonders mild und süß im Geschmack. Mit der Zeit intensiviert sich das Aroma, das Wurzelgemüse wird immer größer und eignet sich ab Herbst ideal zum Einlagern. Was Sie beim Anbau von Karotten beachten sollten, wann die Aussaat erfolgt und wie Sie das aromatische Wurzelgemüse am besten mit Nährstoffen versorgen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Karotten pflanzen: Wie lange brauchen sie zum Wachsen?

Bei Karotten gibt es unterschiedliche Reifekategorien, die zwischen frühreifen, mittelfrüh bis mittelspät reifenden und spät reifenden Karottensorten unterscheiden. Sehr frühreife Sorten benötigen von der Aussaat bis zur Ernte etwa 80 bis 90 Tage, spät reifende, gut lagerfähige Möhren 140 bis 190 Tage. Karotten werden allgemein zwischen März und Mitte Juli gesät. Die optimale Pflanzzeit von Möhren ist dabei maßgeblich von der Sorte und ihrer Reifezeit sowie der Schossfestigkeit abhängig. Violette Karottensorten werden beispielsweise erst ab Anfang Mai gesät, da sie bei kalten Nachttemperaturen dazu neigen, ungewollt in die Blüte zu gehen, statt eine wohlschmeckende Wurzel auszubilden.

Karotten in verschiedenen Farben
Karottensorten unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in der Reifezeit

Der richtige Standort für Möhren

Lockere, durchlässige und tiefgründige, sandige Lehmböden stellen einen idealen Standort für Karotten dar. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 6 liegen. Ist der Boden zu schwer, verdichtet oder steinig, neigen Karotten zur Beinigkeit: Statt einer Spitze bilden sich 2 oder 3 aus, auch sonderbare Wurzelformen oder Wachstumshemmung treten auf zu schweren Böden auf. Eine Gründüngung mit tiefwurzelnden Pflanzen wie Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis) oder Lupinen (Lupinus) lockert die Struktur auf und reichert auf lange Sicht die organische Substanz und somit den Humus im Boden an. Zu leichte Böden mit hohem Sandanteil sind ebenfalls schlecht für Möhren geeignet, da Feuchtigkeit im Sommer kaum ausreichend gehalten wird. Aufgrund des höheren Risikos, die Möhrenfliege (Psila rosae) anzulocken, sollten Karotten nicht auf Beeten wachsen, die mit frischem Stallmist gedüngt wurden. Eine gute Alternative ist reifer Kompost. Die Einarbeitung einer kompostreichen Pflanzerde bessert ungeeignete Böden auf, um sie für den Anbau von Karotten tauglich zu machen. Der optimale Standort für Möhren liegt zudem sonnig und windexponiert, da hier deutlich weniger Krankheiten und Schädlinge auftreten.

beinige Karotte
Eine falsche Bodenstruktur führt häufig zu Beinigkeit [Foto: Bk87/ Shutterstock.com]

Karotten im Garten

Karotten werden besonders gern im Gemüsebeet angebaut. Das Aufschütten von Dämmen und Hügelbeete stellen eine gute Möglichkeit dar, auch auf lehmigen Böden Karotten zu kultivieren. Hierfür werden 25 bis 40 cm hohe Erddämme gebildet und die Seiten gut angetreten, damit der Damm bei Regen nicht zerfällt. In der Mitte auf dem Damm werden nun die Möhrensamen eingesät. Die Dammkultur hat den Vorteil, dass für die empfindlichen Wurzeln selbst auf schweren Böden keine Staunässe entsteht. Zudem erwärmt sich die Erde in den Dämmen im Frühjahr schneller und fördert so die Keimung.

Karotten im Hochbeet säen

Karotten können ebenso wie im Beet auch auf dem Hochbeet angepflanzt werden. Durch die verschiedenen Hochbeet-Schichten sind der Wasserablauf und die Humusversorgung gewährleistet. Hochbeete sind daher eine gute Ausweichmöglichkeit auf verdichteten, schweren Böden, um dennoch Gemüse anzubauen.

Karotten auf dem Balkon pflanzen

Wurzelgemüse wie Möhren können bei ausreichend tiefen Pflanzgefäßen ebenfalls auf dem Balkon angesät werden. Sorten mit kurzen oder rundlich geformten Wurzeln wie ‘Pariser Markt‘ oder ‘Ochsenherz‘ sind eine Alternative für flachere Gefäße. Ansonsten müssen passende Balkonkästen und Töpfe mindestens 30 bis 40 cm tief sein. Die Pflanzgefäße sollten zudem über einen guten Wasserablauf verfügen, damit keine schädliche Staunässe entsteht.

Tipp: Gemüse für den Balkon muss oft mit wenig Platz auskommen und sollte trotzdem gute Erträge liefern. In unserem Plantura Balkongemüse-Samenset sind verschiedenste Gemüsearten wie auch die Möhre ‘Pariser Markt‘ enthalten, die sich hervorragend für den Anbau auf kleiner Fläche eignen.

Möhren säen: Anleitung

Karotten sind nicht sehr kälteempfindlich und können deshalb schon zeitig im Frühling gesät werden. Die zeitige Aussaat von Karotten ab Anfang März empfiehlt sich aber eher für frühe Sorten, die man, je nachdem wie warm der Frühling ist, ungefähr ab Anfang Juni ernten kann. Um fortlaufend frisch ernten zu können, säen Sie beispielsweise ab Anfang März alle 4 Wochen bis Ende Juni frühe bis mittelfrühe Sorten satzweise aus. Spätreifende Lagermöhren, die man für den Winter aufbewahren möchte, sollten erst ab Mitte April gesät werden. Sie werden dann bis zum Herbst groß genug, ohne bereits bitter zu werden, und können dann eingelagert werden.

Karotten säen
Karotten können bereits im zeitigen Frühjahr gesät werden [Foto: Nosyrevy/ Shutterstock.com]

Karotten aussäen: Das richtige Vorgehen

  • Boden tiefgründig lockern, grobe Erdschollen zerkleinern, bei Bedarf Kompost oder Langzeitdünger einarbeiten
  • Saatrillen für Möhren mit Reihenabstand von 30 – 40 cm ziehen
  • Karottensamen mit Pflanzabstand von 3 – 5 cm in 2 – 3 cm Saattiefe ausbringen
  • Markierungssaat zwischen den Möhren säen: Beispielsweise Radieschen oder Dill
  • Rillen mit Erde bedecken, leicht andrücken und wässern

Karotten haben eine recht lange Keimzeit. Es kann bis zu 4 Wochen dauern, bis Sie die Keimblätter an der Bodenoberfläche zu Gesicht bekommen. Wenn Sie zwischen die vorgezogenen Rillen je eine Reihe schnell wachsender Kulturen wie Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) oder Dill (Anethum graveolens) säen, nutzen Sie den Platz zwischen den Karotten optimal. Diese Anbauart wird auch als Markierungssaat bezeichnet, da sie den Ort markiert, an dem eine langsam keimende Kultur bald noch auflaufen wird. Je nach Witterung werden die Radieschen nach 4 bis 6 Wochen abgeerntet und den Karotten steht der Platz wieder zur vollen Verfügung.

junge Karottenpflanzen
Die Blätter der Karotten sind sehr gut erkennbar [Foto: kviktor/ Shutterstock.com]

Kann man Karotten ohne Samen pflanzen? Bei den Karotten ist Regrowing, also die Regeneration der Pflanze aus dem Strunk, genauso möglich wie bei vielen anderen Gemüsearten. Zunächst wird vor allem das ebenfalls essbare Blattgrün nachwachsen. Wird der Karottenstrunk später in Erde gesetzt, bilden sich auch Wurzeln nach. Weitere Tipps und eine genaue Anleitung finden Sie in unserem Artikel Gemüse nachwachsen lassen.

Gute Nachbarn für Möhren

Karotten sind Doldenblütler (Apiaceae) und sollten daher nicht neben verwandte Arten wie Sellerie (Apium graveolens), Pastinake (Pastinaca sativa) oder Petersilie (Petroselinum crispum) gepflanzt werden, da sie von den gleichen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Die Möhrenfliege spielt hier eine große Rolle.

Gute Nachbarn für Karotten sind Zwiebeln (Allium cepa), Knoblauch (Allium sativum) oder Lauch (Allium porrum), da ihr Geruch die Möhrenfliege abhalten kann und im Gegenzug die Karotten die Zwiebelfliege (Delia antiqua) fernhält. Auch Salat (Lactuca sativa), Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) und Erbsen (Pisum sativum) eignen sich gut für eine Mischkultur mit Karotten. Ringelblumen (Calendula officinalis) und Studentenblumen (Tagetes) vertreiben wurzelschädigende Nematoden.

Wenn Sie Probleme mit der Möhrenfliege hatten, säen Sie auf dem befallenen Beet frühestens nach 3 Jahren wieder Karotten an. Vorsorglich wählen Sie ohnehin jedes Jahr einen anderen Platz aus, auch um Bodenermüdung vorzubeugen.

Karotten und Zwiebeln im Beet
Gute Nachbarn für Möhren sind alle Zwiebelgewächse [Foto: Igor Zoiko/ Shutterstock.com]

Schlechte Nachbarn für Karotten auf einen Blick:

  • Sellerie
  • Pastinake
  • Petersilie

Gute Nachbarn für Karotten auf einen Blick:

  • Gegen Möhrenfliege: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch
  • Gegen wurzelschädigende Nematoden: Ringelblume, Studentenblume
  • Salat, Mangold, Erbsen

Pflege: Karotten düngen und gießen

Karotten sind im Allgemeinen eine sehr pflegeleichte Gemüsekultur. Sie müssen erst bei Trockenheit gegossen werden und bei gut versorgten Gartenböden nur gering bis gar nicht gedüngt werden.

Grüne Karottenhälse können sich bilden, wenn die Köpfe der Wurzeln aus dem Boden herausschauen. Mögliche Ursachen dafür sind, dass sich die Erde im Beet etwas absetzt oder die Karotten nicht tief genug gesät wurden. Indem man die Wurzeln wieder mit Erde anhäufelt, wird die Bildung grüner Karottenhälse verhindert.

Karotten mit Blättern
Karotten sollten angehäufelt werden, um grüne Wurzelansätze zu vermeiden [Foto: Viktollio/ Shutterstock.com]

Karotten gießen

Karotten mögen es gleichmäßig feucht, reduzieren ihre Feuchtigkeitsansprüche aber mit zunehmender Wurzelgröße. Je größer die Karotten werden, desto eher vertragen sie auch mal ein bisschen Trockenheit. Ohnehin sollten Karotten nur in der Keimlingsphase und bei Trockenheit gegossen werden. Denn ein Überfluss an Wasser führt dazu, dass die Karottenpflanzen ihre Energie in starkes Blattwachstum stecken. Leichte Trockenheit hingegen regt die Wurzeln dazu an, tief und gerade in den Boden zu wachsen, um die tiefliegende Feuchtigkeit zu erreichen.

Karotten richtig düngen

Karotten gehören zu den Mittelzehrern. Sie benötigen also nicht sehr viel Stickstoff und reagieren bei stickstoffbetonter Düngung mit starkem Blattwuchs und auch die Lagerfähigkeit der Wurzeln reduziert sich. Um Möhren zu düngen, eignet sich die mineralische Düngung mit schnell verfügbaren Nährstoffen daher nur bedingt und wenn, dann in gut kalkulierten geringen Dosen. Gut reifer Kompost, im Herbst zusammen mit einer bodendurchwurzelnden Gründüngung, bietet genügend Nährstoffe für eine reiche Möhrenernte im folgenden Jahr. Kleinere Mengen Kompost vor der Aussaat helfen, wenn das Beet nährstoffarm ist. Ebenso gut geeignet ist ein vornehmlich organischer Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Tomatendünger, der seine Nährstoffe über mehrere Wochen hinweg schonend an die Karotte abgibt.

Plantura Bio-Tomatendünger
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Ausdünnen und Unkraut jäten

Nach dem Auflaufen sollten Sie bei zu engem Pflanzabstand die Möhren vereinzeln. Die Pflanzen haben sonst einfach zu wenig Platz, um größere Wurzeln zu bilden. Zu Beginn der Entwicklung ist vor allem bei sehr eng gesäten Pflanzen schwer zu erkennen, um wie viele Exemplare es sich handelt und wie viele herausgezogen werden sollten. Deshalb sollte man mit dem Ausdünnen abwarten, bis die Pflanzen mindestens 5 cm hoch gewachsen sind. Hierbei können Sie zu dicht stehende Keimlinge pikieren, sodass ein Abstand von 3 bis 5 cm zwischen den Keimlingen entsteht. Alternativ lassen Sie die Jungpflanzen länger stehen und ernten jede zweite Möhrenpflanze nach und nach als Baby-Möhre. Das Ausdünnen sollte bei feuchtem Regenwetter stattfinden. Der Regen verhindert, dass der Geruch, der von den kleinen Wurzeln ausgeht, weit verbreitet wird und die Möhrenfliege in Ihren Garten lockt.

Karotten in der Erde
Zu dicht stehende Karottenpflanzen werden ausgedünnt [Foto: Natallia Ustsinava/ Shutterstock.com]

Die herausgezogenen Möhren wachsen sehr schlecht, wenn man versucht, sie an einem anderen Ort einzupflanzen. Sind die Pflänzchen noch sehr klein, erspart man sich die Arbeit und gibt sie auf den Kompost. Sobald kleine Wurzeln vorhanden sind, können die zarten Köstlichkeiten genossen werden. Schließen Sie die entstandenen Hohlräume neben den verbleibenden Möhren wieder, indem Sie leicht Erde anhäufeln. Bei Herbstsorten, die sehr dick geerntet werden, kann ein Ausdünnen dünnerer Karotten ungefähr einen Monat vor der endgültigen Ernte nochmals sinnvoll sein.

Karotten sind anfänglich nur wenig konkurrenzfähig und sollten daher in der Jugendentwicklung unbedingt regelmäßig von Unkraut befreit werden. Beim Unkrautjäten mit der Hacke muss man sehr vorsichtig sein, da die kleinen Wurzeln leicht zu verletzen sind. Sicherer ist es, wenn man das Unkraut mit der Hand entfernt. Wenn Sie anschließend den offenen Boden zwischen den Karotten mulchen, beispielsweise mit Rasenschnitt, kann dies den Unkrautbewuchs vermindern. Gleichzeitig wird der Boden länger feucht gehalten und langfristig durch Bodenorganismen Humus aufgebaut.

Unkraut im Gemüsebeet
Unkrautjäten ist wichtig, um die Konkurrenz zu reduzieren [Foto: iva/ Shutterstock.com]

Karotten wachsen schlecht: Was tun?

Wenn Möhren nicht wachsen oder vor sich hinvegetieren, kann es dafür verschiedene Ursachen geben:

  • Unpassender Standort: Auf zu schweren, verdichteten oder staunassen Böden kommt es zu einem Minderwuchs der Möhren. Trockenheit in der Keimlingsphase kann ebenfalls zu Kümmerwuchs führen.
  • Karotten umgepflanzt: Möhren sollten unbedingt direkt gesät werden, denn umgesetzte Karottenpflanzen wachsen schlecht an und bilden oft verschlungene, knotige Wurzeln.
  • Karotten schossen: Ein Kältereiz kann bei manchen Sorten zu einer verfrühten Blüte bereits im ersten Jahr führen. Hierbei werden lange Blütentriebe gebildet, die Wurzeln werden holzig, klein und ungenießbar.
  • Schädlinge an Karotten: Regelmäßig sollten Sie auf Schädlinge wie Möhrenfliege, Blattläuse und Möhrenminierfliege (Napomyza carotae) sowie Nematoden kontrollieren. Pflanzen Sie in Mischkulturen und behandeln Sie etwaige Schädlinge direkt.
  • Krankheiten: Schnell problematisch werdenMöhrenschwärze (Alternaria dauci), Schwarzfäule (Rhizoctonia) und Mehltau. Wählen Sie tolerante Sorten aus, beachten Sie Fruchtwechsel, Mischkulturen und entfernen Sie befallene Pflanzen sofort.
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Nach der Aussaat von Möhren und der gelungenen Pflege steht bald schon die Ernte vor der Tür. Was Sie bei der Ernte und Lagerung von Karotten beachten sollten, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

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