Maca: Pflanzen, Wirkung & Verwendung

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Maca wird in Pulverform gern als Superfood angepriesen, lässt sich aber auch von Hobbygärtnern gut als Gemüsepflanze kultivieren. Lesen Sie hier alles zu den Eigenschaften der Maca-Pflanze sowie zum Anbau und zur Ernte.

Maca
Maca und Ginseng besitzen eine ähnliche Heilwirkung, weshalb Maca auch Peruvianischer Ginseng genannt wird [Foto: ADVTP/ Shutterstock.com]

Maca (Lepidium meyenii, Syn. Lepidium peruvianum) ist eine Seltenheit im Gemüsebeet, lässt sich jedoch sehr einfach kultivieren. Die gesamte Maca-Pflanze schmeckt würzig, kresseartig und gedeiht sogar in unseren Breiten. Wie die Maca als Gewächs aussieht, wie man Maca selbst anbauen kann und welche positiven Wirkungen die Rübchen besitzen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Maca: Eigenschaften und Herkunft

Die Maca-Pflanze stammt aus den Andenregionen Perus und Boliviens und wird ebenfalls als Peruanischer Ginseng bezeichnet. Auch Maca-Ginseng ist ein gebräuchliches Synonym für das Kohlgewächs (Brassicaceae). Wild kommt die Pflanze in Südamerika in den Bergregionen bis in über 4000 m Höhe vor und wird von den Einwohnern dieses extremen Lebensraums seit Jahrtausenden als Gemüse gegessen. Maca ist eng mit der Gartenkresse (Lepidium sativum) verwandt und zählt zu den eher unbekannten Kresse-Arten.

Die Maca-Pflanze ist ein- bis zweijährig und relativ winterhart bis unter –10 °C. Die 15 bis 30 cm hohen Pflanzen bilden zunächst eine Blattrosette aus zahlreichen fein gefiederten Blättern an fleischigen Stielen. Unterirdisch entstehen im Laufe des Sommers etwa walnussgroße, herzförmige bis plattrunde Rüben mit einem Durchmesser von 3 bis 5 cm. Sie besitzen ein weißes, süßlich schmeckendes Fleisch und sind äußerlich weiß, gelb, rot, violett oder gräulich bis schwarz gefärbt.

Die Blüten erscheinen meist im zweiten Jahr zwischen Mai und Juli, bei zu starker Hitze manchmal schon im ersten Standjahr. Sie stehen in Rispen zusammen, die zunächst mittig aus der Blattrosette herauswachsen und später auch an seitlichen Trieben entstehen. Sie besitzen je 4 cremeweiße Blütenblätter und bestäuben sich meist selbst. Daraus entwickeln sich kleine Schötchen, die jeweils 2 eiförmige, abgeflachte graue bis rotbraune Samen enthalten.

Maca-Wurzel
Das fein gefiederte Maca-Kraut schmeckt scharf-würzig nach Kresse [Foto: ADVTP/ Shutterstock.com]

Maca-Pflanze anbauen

Die Maca-Pflanze gilt als eine der robustesten Gemüsepflanzen überhaupt. In ihrer Heimat ist sie abwechselnd starker UV-Strahlung, starkem Wind und Temperaturschwankungen ausgesetzt. In unseren weniger extremen Gärten wächst sie daher meist problemlos, solange es nicht dauerhaft heiß ist. Der optimale Standort für Maca liegt sonnig bis halbschattig auf humosen, nährstoffreichen und gut wasserversorgten Böden, sie gedeiht jedoch selbst auf kargen Böden. Am besten eignen sich windexponierte, kühlere Lagen. Sie kann sowohl im Balkonkasten als auch auf dem Hochbeet oder ganz normal im Gemüsebeet kultiviert werden. Eine nährstoffreiche, gut wasserspeichernde und torffreie Pflanzerde wie unsere Plantura Bio-Universalerde eignet sich ideal dafür.

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Die Aussaat von Maca erfolgt im Mai nach den Eisheiligen, bis zum Herbst entwickeln sich dann die kleinen Rübchen mit süß-scharfem Geschmack. Maca-Saatgut ist ähnlich wie die verwandte Gartenkresse sehr pflegeleicht und raschkeimend. Pflanzen aus Direktsaat entwickeln sich deutlich besser als vorgezogene und verpflanzte Maca, daher wird optimalerweise direkt an Ort und Stelle gesät. Ab Mitte Mai werden dafür im Beet die Samen in Reihen mit einem Abstand von 30 bis 40 cm auf den Boden ausgesät, nur dünn – höchstens 0,5 cm dick – mit Substrat bedeckt und leicht angedrückt. Direkt nach der Aussaat sollte vorsichtig, aber durchdringend gewässert werden. Bei einer Temperatur von 15 °C zeigen sich die ersten Keimlinge nach wenigen Tagen bis zwei Wochen. Die Samen müssen bis zur Keimung immer gut feucht gehalten werden, damit sich ein kräftiger Bestand bildet.

Gelbe Maca
Wer erfolgreich Maca anbauen möchte, sollte die Samen direkt ab Mitte Mai in die Erde säen [Foto: song korea/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Nach dem Auflaufen der Maca-Samen sollten die Pflänzchen ausgedünnt werden, falls sie zu dicht stehen. Jedes Exemplar bekommt dabei etwa 8 bis 10 cm Abstand zum nächsten. Regelmäßiges Gießen ist die wichtigste Maßnahme bei der Pflege der Maca-Pflanze. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt beispielsweise hilft dabei, die Feuchtigkeit länger im Boden zu speichern, und regt gleichzeitig das Bodenleben an. Die eher kleinwüchsigen Kohlgewächse sind zudem nicht besonders konkurrenzstark gegenüber unerwünschten Beikräutern. Diese sollten daher regelmäßig entfernt werden. Außerdem lohnt es sich, zwischen den Reihen zu hacken.

Maca kommt in der Regel vollkommen ohne Dünger aus, da es sich um Schwachzehrer handelt. Die Qualität der Rübchen und ihre Inhaltsstoffe können bei zu hohem Nährstoffangebot sogar darunter leiden. Auf sehr kargen Böden darf bei der Aussaat etwas vorwiegend organischer Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Universaldünger mit eingearbeitet werden. Das Düngergranulat wird dabei über mehrere Wochen hinweg langsam zersetzt und die enthaltenen Nährstoffe gelangen portionsweise und in schonender Dosierung an die Wurzeln.

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Wie bei anderen Kohlgewächsen können Erdflöhe (Psylliodes) Schäden an den Blättern verursachen. Die beste Strategie ist hier die Vorbeugung mittels Mischkultur, feinmaschiger Netze oder gutem Wasser- und Unkrautmanagement.

Um selbst Saatgut zu gewinnen, können Sie einige Pflanzen für das kommende Jahr stehen lassen, anstatt sie abzuernten. Ein guter Winterschutz ist in den meisten Lagen notwendig, um die Maca zu überwintern. Sie hält zwar Minusgraden stand, kann bei dauerhaften Temperaturen unter –15 °C jedoch absterben. Bestenfalls graben Sie die Rübchen aus und pflanzen diese ins unbeheizte, aber geschützte Gewächshaus. Alternativ werden die Blätter zurückgeschnitten und die Pflanzen mit einer Schicht aus Laub, Nadelzweigen oder Vlies bedeckt. Im kommenden Jahr bilden sich dann Blüten und Samen aus. Auch Saatgut von Pflanzen, die im ersten Jahr bereits blühen, kann geerntet werden. Kühl, trocken und dunkel gelagert ist es so mehrere Jahre lang gut keimfähig.

Getrocknete Maca
Maca lässt sich trocknen und so für Jahre haltbar machen [Foto: bonchan/ Shutterstock.com]

Ernte, Wirkung und Verwendung von Maca

Die Ernte von Maca erfolgt ab dem Spätsommer bis in den Herbst hinein, sobald die Rübchen einen Durchmesser von etwa 3 cm aufweisen. Maca kann kontinuierlich nach Bedarf geerntet werden. Die Rübchen werden dabei wie Radieschen (Raphanus sativus) an den Blättern gepackt und aus dem Substrat gezogen. Bei lehmigen, schweren Böden kann man auch eine Handschaufel benutzen. Mit einer sanften Gemüsebürste lässt sich anschließend Erde herunterwaschen. Im Kühlschrank ohne Blattwerk gelagert halten sich die süßlichen Rüben etwa zwei Wochen frisch.

Die frischen, süßlichen Rübchen können roh, gebacken oder gebraten verzehrt sowie getrocknet werden. Getrocknete Maca-Wurzel gilt als nährend, proteinreich und unterstützt dank ihrer Ballaststoffe die Verdauung. Sie ist zudem reich an Kalium, Calcium und anderen Mineralstoffen. Getrocknete Maca kann über Jahre hinweg aufbewahrt und später gekocht als süßer Brei verwendet werden. Neben den kleinen Rübchen können die Blätter der Maca-Pflanze gegessen werden. Das Maca-Kraut findet dabei mit seinem scharf-würzigen Geschmack oft in Salaten oder Pestos Verwendung.

Maca-Pulver
Die Anwendung von Maca für medizinische Zwecke erfolgt meist in Pulverform [Foto: Ildi Papp/ Shutterstock.com]

Bekannt ist Maca als belebendes, stärkendes und leicht bitter schmeckendes Pulver. Die Wirkung von Maca wird ähnlich wie Ginseng (Panax ginseng) beschrieben. So sollen Stresssituationen leichter bewältigt und Leistungsfähigkeit sowie das Gedächtnis verbessert werden. Traditionell wird Maca jedoch auch als Aphrodisiakum und zur Steigerung der Fruchtbarkeit bei Mann und Frau genutzt. Schwarzes und rotes Maca-Pulver zeigen dabei unterschiedliche Effekte: Während schwarzes Maca sich besonders positiv auf Gedächtnisleistung, Müdigkeit und Fertilitätsstörungen auswirkt, kann rotes Maca einer gutartigen Prostatahyperplasie oder Osteoporose entgegenwirken. Wie alle Kohlgewächse bildet Maca Senföle aus, die antimikrobiell wirken. Ähnlich wie in grünem oder schwarzem Tee sind außerdem in Maca Antioxidantien enthalten, welche zellschützend wirken. Maca-Tee, Gebäck mit Maca oder Kapseln mit dem puren Pulver wirken daher nicht nur anregend, sondern zeigen auch viele weitere Wirkungen auf den Körper.

Ein weiteres Andengemüse ist Yacon (Smallanthus sonchifolius). Wir stellen den knollenbildenden Korbblütler vor und geben Tipps zum Anbau des wertvollen Gemüses im eigenen Garten.

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