Meerrettich vermehren: Meerrettichwurzeln pflanzen

Lea
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Ich habe ökologische Landwirtschaft studiert und erprobe gemeinsam mit Freunden neue Anbaumethoden und andere gärtnerische Experimente in einem Gemeinschaftsgarten. Mir liegt vor allem ein ressourcenschonender und rücksichtsvoller Umgang mit der Natur am Herzen. Die biologische Landwirtschaft ist deshalb meine große Leidenschaft und auch für Zierpflanzen kann ich mich begeistern.

Lieblingsobst: Erdbeere, Mango, Guave
Lieblingsgemüse: Artischocke, Tomate, Rucola

Meerrettich lässt sich nicht über Samen vermehren. Allerdings können die Seitenwurzeln eingepflanzt werden, um eine neue Meerrettichpflanze zu erhalten. Wie das geht, zeigen wir hier.

Meerrettich-Wurzeln und geriebener Meerrettich auf einem Brett
Meerrettich lässt sich nicht über Samen vermehren. Deshalb wird er über Seitentriebe vermehrt [Foto: Eskymaks/ Shutterstock.com]

Meerrettich (Armoracia rusticana) bildet kaum Samen aus. Dementsprechend kommt die Vermehrung durch Aussaat für die scharfe Wurzel schon einmal nicht in Frage. Auch im Handel sind meist nur vorgezogene Jungpflanzen erhältlich. Besitzt man bereits eine Meerrettichpflanze im eigenen Garten, muss man sich jedoch nicht immer wieder neue Pflanzen kaufen. Die Hauptwurzel bildet nämlich Seitenwurzeln aus – sogenannte Fechser oder Wurzelschnittlinge. In diesem Artikel verraten wir Ihnen, wie Sie Meerrettich selbst vermehren können – vom richtigen Vorgehen über die passende Lagerung im Winter bis hin zum Einpflanzen im Frühjahr.

Meerrettich über Seitenwurzeln vermehren

Meerrettich, im Süden Deutschlands und in Österreich auch Kren genannt, kann den ganzen Winter hindurch geerntet werden, von Oktober bis Ende Januar. Frost macht der pikanten Wurzel dabei nichts aus. Die Haupterntezeit liegt allerdings im November. Noch besser ist es aber, die Fechser im Frühjahr, zwischen März und April, zu schneiden. Das bringt den Vorteil, dass man die Wurzelschnittlinge gleich wieder einpflanzen kann. Gehen Sie bei der Ernte so vor, dass Sie die Meerrettichwurzeln mit einer Grabgabel vorsichtig aus der Erde heben. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn Sie sollten die Haupt- und Seitenwurzeln möglichst nicht verletzen.

Neben der Hauptwurzel, die verspeist wird, bildet Meerrettich auch noch Seitenwurzeln aus. Diese sogenannten Fechser können im nächsten Jahr eingepflanzt werden. Daraus wachsen dann neue Krenwurzeln. Schneiden Sie die Fechser schräg von der Hauptwurzel ab. Das untere Ende der Wurzelschnittlinge wird schräg abgeschnitten, das obere Ende gerade. So können Sie unten und oben gut auseinanderhalten. Abschließend werden die Fechser noch von oben nach unten abgerieben. Nur die untersten drei Zentimeter bleiben unangetastet. Durch das Abreiben werden alle Knospen und Seitenwurzeln von dem Pflanzgut entfernt. Wurden die Fechser im Frühjahr geschnitten und gleich wieder eingepflanzt, gilt es, im Juni – wenn die Blätter circa zehn Zentimeter lang gewachsen sind – die Wurzeln erneut auszugraben. Entfernen Sie dann von den jungen Meerrettichwurzeln alle Seitenwurzeln. Dann werden sie wieder in den Boden gesetzt. Nur so gehen Sie sicher, glatte, gerade und dicke Wurzeln ernten zu können. Auf diese Weise können Sie Kren ganz einfach selbst vermehren.

Meerrettich-Wurzeln mit Erde liegen im Garten
Die Fechser werden idealerweise im Frühjahr ausgegraben [Foto: MilaVRNphotographer/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: So können Sie Meerrettich vermehren

  • Meerrettich im Herbst oder Frühjahr ausgraben
  • Vorsichtig mit einer Grabgabel aus der Erde heben
  • Wurzeln nicht verletzen
  • Hauptwurzel bildet Seitenwurzeln aus (Fechser)
  • Fechser am unteren Ende schräg von der Hauptwurzel abschneiden 
  • Oberes Ende wird gerade abgeschnitten
  • Fechser von oben nach unten abreiben, um Knospen und Seitenwurzeln zu entfernen
  • Die untersten 3 cm nicht abreiben
  • Die Fechser können nun als Pflanzgut verwendet werden

Eine Anleitung zur Ernte und Lagerung von Meerrettich finden Sie in unserem Spezialartikel.

Meerrettich-Seitenwurzeln den Winter über lagern

Bis es an der Zeit ist, die Fechser im Frühjahr einzupflanzen, müssen sie den Winter über richtig eingelagert werden. Das geht am besten an einem kühlen und dunklen Ort, beispielsweise in einem Keller. In einer Kiste mit feuchtem Sand überstehen die Seitenwurzeln den Winter gut. Alternativ bietet sich auch die Lagerung wie zu alten Zeiten in sogenannten Sandmieten im Garten an.

So werden die Seitenwurzeln zur Vermehrung von Meerrettich gelagert

  • Kühl und dunkel lagern
  • In einer Kiste mit feuchtem Sand
  • Oder draußen in einer Sandmiete

Meerrettichwurzeln einpflanzen

Für die Kultur im Topf eignet sich Meerrettich aufgrund der tief reichenden Wurzel nicht. Werden die Fechser in die Erde gebracht, ist auf die Position und Lage zu achten. Die ehemalige Seitenwurzel sollte schräg, aber in Wuchsrichtung in die Erde gepflanzt werden. Liegt sie zu waagerecht, nimmt die Pfahlwurzel kaum an Dicke zu. Steht sie zu senkrecht, geht die Energie fast ausschließlich in das Wachstum der oberirdischen Pflanzenteile.

Tipp: Zum Einpflanzen von Meerrettichwurzeln gibt es ein gutes Hilfsmittel: den Krenstecher. Dieser hilft, die Fechser im richtigen Winkel einzupflanzen.

Meerrettich-Wurzeln mit Blättern
Im Frühjahr werden die Seitentriebe dann eingepflanzt und wachsen zu neuen Meerrettichpflanzen heran [Foto: Orest lyzhechka/ Shutterstock.com]

Ist der richtige Winkel gefunden, sollte das Wurzelende ungefähr 15 Zentimeter in der Erde stecken. Das Kopfende des Fechsers liegt circa fünf Zentimeter im Boden. Die Meerrettichwurzeln treiben nach circa vier Wochen aus. Die jungen, weichen Triebe im Frühjahr können Sie übrigens angebraten prima als Blattgemüse verwenden. Steckt die Wurzel in der richtigen Position, wird sich die aufwendige und außergewöhnliche Vermehrung der Meerrettichpflanzen lohnen – und Sie können im Herbst reichlich ernten.

Wie werden die Meerrettichwurzeln im Frühjahr eingepflanzt?

  • Pflanzzeit: März bis April
  • Fechser schräg, aber in Wuchsrichtung in die Erde setzen
  • Das Wurzelende liegt dabei ca. 15 cm, das Kopfende ca. 5 cm im Boden
  • Pflanzabstand: 80 x 30 cm
  • Gut angießen

Mehr über den Anbau von Meerrettich haben wir in unserem Spezialartikel für Sie zusammengefasst.

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