Spinat ernten, lagern & haltbar machen

Verena
Verena
Verena
Verena

Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Wer Spinat erfolgreich angebaut hat, darf sich auf eine reiche Ernte freuen. Hier erfahren Sie alles zum richtigen Zeitpunkt und Vorgehen bei der Ernte.

Korb mit Spinat steht im Garten
Auf seine Spinaternte muss man nicht lange warten [Foto: Vlastimil Kuzel/ Shutterstock.com]

Wer Spinat (Spinacia oleracea) im eigenen Garten anbaut, muss nicht lange auf sein Gemüse warten. Nach nur 6 bis 8 Wochen ist der Spinat bereits reif fürs Ernten. Wir zeigen, wie die Ernte gelingt und geben Tipps zur anschließenden Lagerung des Spinats.

Spinat ernten

Der Vorteil von Spinat ist, dass er schnell erntereif ist und man ihn gleich mehrmals abernten kann. Sobald die Blätter etwa 4 cm lang sind, können sie als Baby-Leaf-Spinat abgeschnitten werden. Dieses kleine, zarte Grün schmeckt besonders mild und ist perfekt für den rohen Genuss, beispielsweise im Salat. Wenn Sie Ihren Spinat verarbeiten möchten, lassen Sie ihn lieber die vollen 6 bis 8 Wochen stehen, um möglichst große Blätter zu erhalten.

Wann wird Spinat geerntet?

Spinat kann fast ganzjährig angebaut werden, weshalb fast das ganze Jahr über Saison für Spinat ist. Einzig in den Wintermonaten von November bis März ist Spinat in der Winterruhe und sollte daher nicht beerntet werden.
Wann man Spinat ernten kann, hängt natürlich vom Zeitpunkt der Aussaat ab. Normalerweise beginnt die Erntezeit für Spinat nach 2 bis 3 Monaten Wachstum. Wann Spinat erntereif ist, wird auch von der Jahreszeit, in der Spinat angebaut wird, beeinflusst. Je länger und wärmer die Tage sind, desto schneller wächst Spinat und desto früher kann geerntet werden. Aber Achtung: Im Sommer passiert es ebenfalls schneller, dass Spinat schießt und die Blätter ungenießbar werden. Weitere Informationen zum Anbau von Spinat finden Sie außerdem hier.

Spinatblätter in Holzschale
Die kleinen Spinatblätter schmecken besonders mild [Foto: Sunny Forest/ Shutterstock.com]

Bei Spinat besteht die Gefahr, dass sich Nitrat in den Blättern anreichert. Das kann in gesundheitsschädliches Nitrit umgewandelt werden. Die in Pflanzen vorkommenden Mengen können aber im Normalfall nur Kleinkindern gefährlich werden.

Wie hoch der Nitratgehalt in der Pflanze ist, hat auch mit der Tageszeit, zu der man Spinat erntet, zu tun. Morgens ist der Nitratgehalt noch deutlich höher als am Spätnachmittag und abends. Das hängt mit der Belichtung zusammen, da die aktive Photosynthese den Nitratgehalt im Blatt nachweislich reduziert.

Tipp: Auch die Düngung und der Nährstoffgehalt des Bodens beeinflussen den Nitratgehalt von Spinat. Besonders Dünger wie Blaukorn, bei denen Stickstoff schnell für Pflanzen verfügbar ist, können zu einer Anreicherung von Nitrat im Blattgemüse führen. Da Spinat zu den Mittelzehrern gehört, sollte man auf eine Düngung jedoch nicht ganz verzichten. Wir empfehlen zum Beispiel unseren Plantura Bio-Tomatendünger. Dank der vornehmlich organischen Zusammensetzung wird Stickstoff nur langsam an den Boden abgegeben und in Kombination mit seinem Stickstoff-Kalium-Verhältnis von 4 zu 8 wird die Gefahr einer Stickstoffüberdüngung deutlich gemindert. Zusätzlich ist der Dünger zu 100 % tierfrei und unbedenklich für Haus- und Gartentiere. Trotz allem sollten Sie spätestens 3 Wochen vor der Ernte das Düngen einstellen.

Plantura Bio-Tomatendünger
Plantura Bio-Tomatendünger

Effektive Langzeitwirkung,
gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur

Spinat blüht: Kann man ihn noch ernten?

Ob man die Blätter von blühendem Spinat noch essen kann, hängt von deren Nitrat- und Oxalsäuregehalt ab. Diese sind abhängig von sehr vielen Faktoren wie Düngung, Nährstoffvorrat im Boden, Sorte, Jahreszeit, Belichtung und Alter des Exemplars. Das macht es schwer, einheitliche Aussagen über den Gehalt in Blättern von blühenden Pflanzen und damit über die Essbarkeit von geschossenem Spinat zu treffen. Oft schmecken Blätter von blühendem Spinat jedoch bitter und eignen sich dann nicht mehr für die Verwendung in der Küche.

Wie erntet man Spinat?

Es gibt verschiedene Ernteformen für Spinat. Davon hängt auch ab, wie oft man Spinat ernten kann:

  1. Man schneidet mit einem scharfen Messer alle Blätter um das Herz herum ab und erntet damit Blattspinat. Das Herz treibt meistens erneut aus, wodurch die Pflanze bis zu viermal beerntet werden kann.
  2. Man zieht die komplette Spinatpflanze samt Wurzel heraus und erhält Wurzelspinat. Das kann man zum Zeitpunkt der letzten Spinaternte machen oder, wenn man ohnehin genug Spinat angebaut hat.
  3. Man pflückt einzelne Spinatblätter. So kann man kontinuierlich über einen langen Zeitraum Spinat ernten, bekommt aber jedes Mal nur eine kleine Menge. Außerdem ist es sehr zeitaufwändig.
Spinat ernten
Wenn Sie nur einzelne Spinatblätter abnehmen, können Sie kontinuierlich ernten [Foto: sianstock/ Shutterstock.com]

Wächst Spinat nach?

Ob Spinat nach dem Abschneiden nachwächst, hängt davon ab, wie geerntet wurde. Hat man nur einzelne Blätter entfernt oder bei der Ernte darauf geachtet, dass das Herz stehen bleibt, wächst Spinat meist problemlos nach. Reißt man allerdings die ganze Pflanze mit Wurzel heraus, wird dort kein Spinat mehr nachwachsen.

Wie lange man Spinat ernten kann, lässt sich auf diese Art beantworten. Je weniger Sie die Pflanzen bei der Ernte strapazieren und schwächen, desto länger können Sie ernten.

Tipp: Nicht nur Spinat wächst bei richtigem Schnitt nach. Auch aus vielen anderen Gemüseresten, die man eigentlich im Kompost entsorgen würde, lässt sich das entsprechende Gemüse wieder heranziehen. Was es damit genau auf sich hat, erklären wir in unserem Artikel zu Regrowing.

Spinat lagern und aufbewahren

Die Haltbarkeit von frischem Spinat ist nur sehr kurz. Am besten wird er daher sofort verzehrt. Im Kühlschrank ist das Lagern von Spinat bis zu 2 Tage möglich. Die optimale Lagertemperatur liegt dabei bei 0 bis 1 °C. Das gilt sowohl für das Lagern von Blattspinat als auch für Wurzelspinat. Das Aufbewahren von frischem Spinat gelingt am besten eingewickelt in ein feuchtes Tuch. Wenn Sie frischen Spinat länger lagern möchten, sollten Sie auf andere Methoden zurückgreifen.

Spinat in einem Handtuch
Eingeschlagen in ein feuchtes Küchentuch kann Spinat besser gelagert werden [Foto: sianstock/ Shutterstock.com]

Spinat haltbar machen

Die einfachste Methode für eine längere Lagerung ist, den Spinat tiefzukühlen. Man kann ihn jedoch ebenfalls durch Einkochen – indem man ihn kocht, püriert und heiß in Einmachgläser füllt – oder in Form von Aufstrichen oder Pesto haltbar machen.

Spinat einfrieren

Entweder wird Spinat direkt geerntet und eingefroren oder man blanchiert den Spinat als Zwischenschritt. Das Blanchieren von Spinat senkt den Nitratgehalt und sorgt dafür, dass Geschmack und Farbe weitgehend erhalten bleiben. Wenn Sie den Blattspinat frisch einfrieren möchten, empfiehlt es sich, den Spinat vorher gründlich zu waschen, um Erde zu entfernen.

Spinat blanchieren

Zum Blanchieren wird der Spinat ebenfalls zuerst sortiert und gewaschen. Danach wird er in ein Sieb gegeben und für ein paar Minuten über kochendes Wasser gehalten. Stellen Sie währenddessen eine Schüssel mit Eiswasser bereit. Nach dem Blanchieren wird der Spinat für etwa 10 Sekunden in das Eiswasser gehalten, um den Garprozess zu unterbrechen. Bevor der Spinat nun in Gefriertüten gepackt wird, bietet es sich an, überschüssiges Wasser vorsichtig auszudrücken. So ist er beim späteren Auftauen weniger matschig. Bevor er im Gefrierfach landet, lassen Sie den Spinat am besten im Kühlschrank etwas abkühlen. Das Gleiche gilt für bereits gekochten Spinat: Sie können ihn ebenso einfrieren, jedoch sollte auch er vorher im Kühlschrank abkühlen.

Spinatblätter eingefroren
Um Spinat länger haltbar zu machen, kann man ihn einfrieren [Foto: Alesia.B/ Shutterstock.com]

Wie wird Spinat eingefroren?

  • Spinat zuerst waschen und eventuell blanchieren
  • Nach dem Blanchieren für 10 Sekunden in Eiswasser halten
  • Spinat ausdrücken, abkühlen lassen und in Gefrierbeutel packen

Bereits gekochter Spinat kann nach dem Abkühlen ebenfalls eingefroren werden.

Zubereitung und Verwendung

Bei der Zubereitung sollte Spinat stets gründlich geputzt werden, um den Sand an den Stielen zu entfernen. In vielen Rezepten wird Spinat meistens mit etwas Wasser angedünstet und anschließend verfeinert.

Kann man Spinat roh essen?

Blattspinat roh zu essen, ist für die meisten bedenkenlos möglich. Aufpassen sollte man nur bei Kleinkindern, denn ihnen kann Nitrit gefährlich werden, und bei Menschen, die zu Nieren- und Blasensteinen neigen. Diese bestehen oft aus Oxalaten und ein übermäßiger Konsum oxalsäurehaltiger Lebensmitteln erhöht das Risiko für deren Entstehung. Der Gehalt an Oxalsäure kann zum Beispiel durch Erhitzen oder das Zubereiten gemeinsam mit calciumhaltigen Lebensmitteln wie Sahne oder Milch vermindert werden. Außerdem enthält Spinat in Herbst und Winter meist weniger Oxalsäure als in den Sommermonaten.

Spinat in einem Salat
Die meisten Menschen können Spinat bedenkenlos roh verzehren [Foto: keko64/ Shutterstock.com]

Spinat schmeckt bitter: Was tun?

Der Geschmack von Spinat variiert abhängig von Sorte, Standort, Jahreszeit und weiteren Faktoren. Umwelteinflüsse wie starke Hitze oder Trockenheit können den Spinat stressen, was zur vermehrten Einlagerung von Bitterstoffen führen kann. Das geschieht häufig, wenn der Spinat schosst. Um bitteren Spinat zu vermeiden, sollte man die Sorten- und Standortwahl an die Jahreszeit anpassen, also zum Beispiel im Sommer keinen Herbstspinat anbauen.

Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass junger Spinat süßlich schmeckt, während ältere Spinatblätter eher bitter sind. Außerdem kann langes Kochen den bitteren Geschmack von Spinat intensivieren, weshalb sich kurzes Blanchieren besser für die Zubereitung von Spinat eignet.

Schlussendlich kann Würzen einem leicht bitteren Geschmack von Spinat entgegenwirken. Versuchen Sie es einmal mit einigen Spritzern Zitronensaft.

Spinat und Zitrone
Zitronensaft gleicht den bitteren Geschmack von Spinat etwas aus [Foto: Ildi Papp/ Shutterstock.com]

Darf man Spinat wieder aufwärmen?

Die alte Regel, Spinat nicht ein zweites Mal zu erwärmen, erweist sich nicht als komplett falsch. Sie stammt allerdings aus einer Zeit, in der Kühlmöglichkeiten nur eingeschränkt verfügbar waren. Lässt man den gekochten Spinat einen Tag in der warmen Küche stehen, wandeln Bakterien das Nitrat in ungesundes Nitrit um. Um dem vorzubeugen, sollte man gekochten Spinat nur im Kühlschrank aufbewahren, da die niedrigen Temperaturen die Umwandlung verzögern. So kann der Spinat auch noch zwei Tage später bedenkenlos aufgewärmt werden.

Inhaltsstoffe: Wie gesund ist Spinat?

Zu den Inhaltsstoffen von Spinat zählen viele Vitamine und Mineralien. Zum Beispiel ist Spinat reich an Vitamin B und C sowie Provitamin A. Zudem enthält er viele Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Eisen.

Über den Eisengehalt von Spinat wird schon lange diskutiert. Tatsächlich zählt Spinat mit etwa 3,5 bis 4 mg Eisen pro 100 g Frischmasse zu den Gemüsen mit den höchsten Eisengehalten. Allerdings kann er mit vielen tierischen Produkten wie Leber oder einigen Nüssen und Hülsenfrüchten nicht mithalten. Außerdem muss beachtet werden, dass Eisen aus pflanzlichen Quellen von unserem Darm deutlich schlechter aufgenommen werden kann als das aus tierischen. Um die Aufnahme zu verbessern, kann man Spinat mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Paprika kombinieren. Auch ein Spritzer Zitronensaft wirkt sich hier positiv aus.

Ähnliche Probleme gibt es bei Calcium, das in Spinat zwar reichlich vorhanden ist, dessen Aufnahme allerdings durch Oxalsäure behindert wird. Oxalsäure geht eine Verbindung mit Calcium ein, womit es für uns nicht mehr so gut verfügbar ist. Helfen kann hier zum Beispiel Erhitzen, denn dadurch verringert sich der Oxalsäuregehalt.

Blanchierter Spinat
Blattspinat ist sehr gesund – vor allem, wenn er nur kurz blanchiert wurde [Foto: HandmadePictures/ Shutterstock.com]

Die Auswirkungen von Spinat auf unsere Gesundheit sind in den meisten Fällen positiv. So konnte in Studien unter anderem eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung von Spinat nachgewiesen werden.

Wenn Sie in der nächsten Saison eine andere Spinatsorte ausprobieren möchten, können Sie sich hier in unserem Artikel zu Spinatsorten einen Überblick verschaffen.

Jetzt zur Garten-Post anmelden