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Wasserspinat anbauen, ernten & zubereiten

Niaef
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Ich habe Biologie und Hortikulturelle Wissenschaften studiert. Meine Liebe gilt allen Pflanzen, die wild oder im Garten wachsen und insbesondere denen, die man verspeisen kann. In meiner Freizeit treibt es mich oft in den Wald oder auch in den Stadtpark, wo sich so manche Nutzpflanzen verstecken - man muss nur wissen, welche einen Mehrwert für die Küche haben.
Meinen Sammlertrieb kombiniere ich dann gerne auch mit meinem zweiten Hobby: Dem Kochen!

Lieblingsobst: Feige, Kaki und Felsenbirne
Lieblingsgemüse: Kürbis, Wirsing und Schalotte

Der Wasserspinat ist eine vielfältig verwendbare Pflanze und bietet eine erfrischende Abwechslung zu Salat oder Spinat. In der asiatischen Küche ist das Gemüse beliebt wie nie.

Wasserspinat im Wasser
Wie der Name schon sagt, wächst Wasserspinat bevorzugt im Wasser [Foto: NATTAPON JUIJAIYEN/ Shutterstock.com]

Der Wasserspinat (Ipomoea aquatica) trägt seinen Namen nicht zufällig: Er wird unter sehr feuchten, oft sogar nassen Bedingungen kultiviert. So köstlich er schmeckt: Ein guter Ertrag aus dem eigenen Garten ist unter mitteleuropäischen Bedingungen nur mit etwas Einsatzbereitschaft zu erreichen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie der Wasserspinat-Anbau gelingen kann. Für eingefleischte Liebhaber der asiatischen Küche mag es sich aber durchaus lohnen, diesen Aufwand zu betreiben, denn frischer Wasserspinat ist hierzulande nur schwer erhältlich.

Wasserspinat: Herkunft und Eigenschaften

Wasserspinat gehört, wie auch die Süßkartoffel, zur Gattung der Prunkwinden (Ipomoea) und zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Das Gemüse ist im Handel außerdem unter Phak Kwang Tung oder Kangkung bekannt. Wie das Art-Epitheton aquatica verrät, findet man ihn in seiner Heimat Asien bevorzugt an Bächen, Tümpeln, Flüssen und überschwemmten Reisfeldern. Sein Verbreitungsgebiet liegt in der tropischen und subtropischen Zone. Heutzutage trifft man ihn in den unterschiedlichsten Ländern. In unseren Breitengraden kann das Kraut allerdings nur unter künstlichen Bedingungen wie im Gewächshaus gedeihen, da es hier im Freiland schlichtweg zu kalt ist. In warmen Klimata ist das Gewächs durchaus mehrjährig. Da die Pflanze jedoch nicht winterhart ist, beschränkt sich Ipomea aquaticas Lebensdauer bei kälteren Temperaturen auf ein Jahr. In beiden Fällen blüht das Gemüse in der Regel zwischen Juni und Frühherbst.

Tipp: Der Wasserspinat wird manchmal „Morning Glory“ genannt. Das kann verwirrend sein, denn man findet verschiedene Vertreter der Convolvulaceae unter diesem Namen. Eine zierende Morning Glory (Ipomoea lobata), auch Spanische Flagge oder Sternwinde genannt, stellen wir Ihnen in einem anderen Artikel vor.

Wasserspinat-Blätter
Die lanzettlichen Blätter des Wasserspinats unterscheiden sich von denen des Blattspinats [Foto: Phawat/ Shutterstock.com]

Die Sumpf- und Wasserpflanze besitzt dicke, hohle Stängel, an dem die Blätter wechselständig wachsen. Das Laub kann eiförmig bis lanzettlich sein. Am Blattstiel ist es pfeil- oder herzförmig und spitzt sich am Blattende zu. Alle Wasserspinat-Sorten lassen sich zwei Typen zuordnen, die unterschiedliche Blattformen sowie Standortansprüche aufweisen:

  • Der Typ Ching Quat weist ein schmales, spitz zulaufendes Blatt auf. Er ist an sehr feuchten, bald nassen Boden angepasst, sodass er ohne Weiteres im Beet gedeiht, sofern dieses stetig nass gehalten wird.
  • Der Typ Pak Quat, auch Wasser-Ipomoea genannt, wächst in reinen Aquakulturen. Seine Blätter sind breit geformt.

Die weißen bis zartvioletten Blüten sind bienenfreundlich und locken Schmetterlinge an. Charakteristisch ist die trichterförmige Form, die bei anderen europäischen Windengewächsen, wie zum Beispiel der Zaunwinde (Calystegia sepium), auch vorkommt. Ihre Kapselfrüchte sind eiförmig, braun, 7 bis 10 cm lang und enthalten dunkelbraune bis schwarze Samen. Die kriechende oder schwimmende Pflanze ist schnellwüchsig und kann bis zu 3 m lang werden.

Wasserspinat-Blüte
Die Farbe der Blüte kann zwischen Weiß und Zartviolett variieren [Foto: Sthapana Sriyingyong/ Shutterstock.com]

Wasserspinat anbauen

Je nach Pflanzenvarietät wird der Wasserspinat als Wasser- oder Substratkultur angebaut. Hier ist zu beachten, dass die oben genannten Typen spezifische Standortansprüche haben.

Generell kann man die Pflanze ganzjährig drinnen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus ansäen. Wenn man sie auch im Garten kultivieren möchte, ist eine Vorkultur Ende Februar oder Anfang März empfehlenswert. Wichtig ist insbesondere, dass die Pflanze viel Sonne abbekommt und sie es ausreichend warm und windstill hat. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen gelingt am ehesten im Gewächshaus. Während der kühleren und dunkleren Monate kann eine Pflanzenlampe für genügend Licht sorgen. Bei Außenkulturen können gegen Kälte Isolationsplatten aus Holz oder Styropor schützen, die man um die Anbaugefäße errichtet. Bei einer Wasserkultur werden als Pflanzgefäße Tröge verwendet und für die Substratkultur Hochbeete.

Wasserspinat im Gewächshaus
Auch in der Landwirtschaft bewährt sich ein Anbau im Gewächshaus [Foto: Martin Bergsma/ Shutterstock.com]

Wie der Name sagt, benötigt der Wasserspinat immerwährend feuchte Wurzeln. Während sich dieses Problem bei der Wasserkultur von selbst löst, sollte die Erde der Substratkultur immer feucht gehalten werden. Zur Keimung des Saatguts ist eine Temperatur zwischen 16 und 18 °C optimal. Für die Substratkultur sollten die Wasserspinat-Samen über Nacht in klarem Wasser eingeweicht werden, bevor man sie 1 cm tief in die Erde aussät.

Gekeimte Wasserspinat-Samen
Viel Wasser ist wichtig für eine erfolgreiche Keimung der Samen [Foto: Arunee Rodloy/ Shutterstock.com]

Da der Wasserspinat einen sehr nährstoffhaltigen Boden benötigt, kann sowohl bei der Vorkultur als auch später im Beet unsere torffreie Plantura Bio-Komposterde zum Einsatz kommen. Das vorgedüngte Substrat sorgt für eine gute Nährstoffversorgung und bietet Ipomea aquatica mit seinem neutralen pH-Wert optimale Entwicklungsbedingungen. Da unsere Komposterde der Umwelt zuliebe torffrei ist und daher etwas weniger Wasser speichern kann, sollte der Wasserspinat etwas häufiger gegossen werden. Nach den Eisheiligen im Mai können die Pflanzen ins Freiland an einen sonnigen Ort gepflanzt werden. Hierfür empfiehlt sich ein Platz im Kübel oder Hochbeet, da die benötigte Feuchtigkeit sich in Gefäßen am besten gewährleisten und regulieren lässt.

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Bei der Wasserkultur erfolgt die Anzucht im Wasser. Für eine Kultivierung ist ein Metallnetz nötig, welches über einen Behälter gespannt wird. Wichtig hierbei ist, dass die Netzlöcher möglichst klein sind. Entweder legen Sie sofort die Samen auf das Netz, sofern sie nicht durchfallen, oder Sie verwenden bereits vorgezogene Stecklinge mit gut ausgebildeten Wurzeln. Die Jungpflanzen können einfach auf den Draht gelegt werden. Die Wurzeln finden automatisch ihren Weg und sorgen schließlich für einen aufrechten Stand der Pflanze.
Alternativ zu Drahtnetzen ist auch ein Anbau auf Blähton möglich. Hierfür wird ein Plastiktopf mit Abflusslöchern verwendet. Dieser wird mit bereits geflutetem Blähton befüllt und in einem dichten Übertopf platziert, wie es bei der Hydrokultur von Zimmerpflanzen üblich ist. Die Wasserspinat-Jungpflanzen werden in den Blähton eingepflanzt und der Übertopf wird bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt.

Junger Wasserspinat
Wasserkulturen können in Trögen mit Wasser und Blähton angebaut werden [Foto: PRANEE JIRAKITDACHAKUN/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Wichtig ist, dass die Wasserspinat-Pflanzen immer feucht bis nass gehalten werden. Bei jeder Ernte erhält der Wasserspinat einen Schnitt. Hierbei muss beachtet werden, dass das unterste Blattpaar, die sogenannten Herzblätter, nicht abgeschnitten werden dürfen, wenn eine mehrmalige Ernte gewünscht ist. Denn ausgehend von diesen wächst und verzweigt sich die Pflanze weiter.

Für eine reichhaltige Ernte sollten Sie auch die Düngung nicht auslassen: Hydrokulturen werden mit einem passenden Spezialdünger gedüngt – normale Bodendünger sind hier nicht geeignet. Für die Substratkultur empfehlen wir einen organischen, stickstoffbetonten Flüssigdünger wie unseren Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger. Er regt das Blatt- und Sprosswachstum des Wasserspinats an, kann leicht beim Wässern appliziert werden und schützt durch die rein organische Formulierung vor schädlicher Überdüngung. Ein Dünger wie der unsere wird alle zwei Wochen verwendet. Zwischen den Düngergaben wird nur mit klarem Wasser gegossen.

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Nicht vergessen: Das regelmäßige Austauschen des Wassers in Hydrokulturen ist wichtig, um die Entwicklung gesundheitsschädlicher Keime zu hemmen.

Sie können versuchen, Ihren Wasserspinat überwintern zu lassen. Hierfür sollten Sie die Wasserspinat-Pflanze in einem mobilen Gefäß kultivieren, noch vor einsetzendem Frost kompakt zurückschneiden und in ein beheiztes Gewächshaus oder ins Haus stellen. Wichtig ist, dass der Raum hell und warm ist. Optimal sind eine Temperatur von ungefähr 20 °C und stetiges Gießen. Geerntet und gedüngt wird im Winter nicht, außer wenn durch Heizung und Zusatzbeleuchtung weiterhin gute Wachstumsbedingungen herrschen. Die Kultur kann nach den Eisheiligen ab Mitte Mai wieder nach draußen gestellt werden.
Wer aus Platzgründen nur eine kleine Pflanze überwintert, der kann im Frühjahr Stecklinge davon schneiden, um wieder eine Vielzahl von Jungpflanzen für die Wasserspinat-Produktion zu haben.

Wasserspinat gießen
Wasserkulturen, die man ohne nährstoffreiches Substrat kultiviert, sollten regelmäßig gedüngt werden [Foto: Puripatch Lokakalin/ Shutterstock.com]

Ernte und Zubereitung von Wasserspinat

Unter optimalen Bedingungen könnten Sie das Gemüse nach den ersten 4 bis 6 Wochen das erste Mal ernten – hierzu braucht es allerdings wirklich einen erfahrenen grünen Daumen und eine sehr gute Pflege am richtigen Standort. In den meisten Fällen werden Sie erst später ernten können. Bis auf die bereits erwähnten Herzblätter kann alles abgeschnitten werden. Dieser radikale Schnitt sorgt für ein gutes Austreiben und Verzweigen der Pflanze. Wenn die Seitentriebe eine Länge von circa 15 cm erreichen, darf der nächste Rückschnitt erfolgen.

Geschnittener Wasserspinat
Wasserspinat kann in der Küche vielfältig verwendet werden [Foto: CHARTGRAPHIC/ Shutterstock.com]

Wasserspinat-Rezepte: Vom zarten Stängel bis zu den Blättern kann alles vom Wasserspinat zubereitet werden. Ältere Stiele werden entfernt, da das Gemüse sonst bitter wird. In der asiatischen Küche taucht der mild schmeckende Wasserspinat als Salat oder in Wok-Rezepten auf. Hierfür wird er kurz in Öl gebraten und zum Beispiel mit Chili, Knoblauch und verschiedenen Saucen serviert. Man kann ihn aber auch beliebig mit Zwiebeln und anderem Gemüse wie zum Beispiel Tomaten oder Pilzen zubereiten und nach Bedarf würzen. Ebenso wie Spinat kann das Gemüse gekocht werden. Zudem wird Wasserspinat gern mit Tofu kombiniert.

Wasserspinat mit Chili und Knoblauch
Mit etwas Knoblauch und Chili schmeckt der Wasserspinat besonders authentisch [Foto: Honeybee49/ Shutterstock.com]

Wie gesund ist Wasserspinat?

Der Wasserspinat ist sehr kalorienarm und besteht zu 90 % aus Wasser. Trotz des hohen Wasseranteils ist er nahrhaft: Seine Trockenmasse enthält etwa 24 % Eiweiß und 48 % Kohlenhydrate. Hierbei handelt es sich im Gegensatz zum Haushaltszucker um längere, komplexe Kohlenhydratketten, die der menschliche Körper nur langsam enzymatisch spalten und absorbieren kann. Nach einem Verzehr bleibt so der Blutzuckerspiegel verhältnismäßig konstant. Demnach soll derjenige, der vermehrt Gemüse wie Wasserspinat in seine Diät integriert, Krankheiten wie Diabetes entgegenwirken. Nicht zuletzt enthält der asiatische Wasserspinat auch Vitamin C und Vitamin A. Beides sind wichtige Antioxidantien, die gesundheitsfördernd auf den Körper wirken.

Nicht nur der Wasserspinat gilt als gesunde und schmackhafte Kulturpflanze. Wir verschaffen Ihnen einen Überblick über das gesündeste Obst und Gemüse.