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5 Fehler, die Sie beim Kompostieren unbedingt vermeiden sollten

Richtiges Kompostieren ist eine eigene Wissenschaft für sich. Wir zeigen, welche fünf Fehler Sie beim Anlegen eines Komposthaufens vermeiden sollten.

Gemüsereste auf dem Kompost
Wer einen fruchtbaren Kompost ernten möchte, sollte einige elementare Dinge beachten [Foto: Graham Corney/ Shutterstock.com]

Der eigene Kompost ist ein Stück Unabhängigkeit. Doch nicht wenige Komposthaufen schimmeln verdrossen vor sich hin, weil bei ihrer Betreibung etwas Grundsätzliches schiefläuft. Wir klären Sie über die häufigsten Fehler bei der Kompostierung auf.

Die 5 häufigsten Fehler beim Kompostieren

Die Kompostierung ist ein vielschrittiger Prozess, an dem Kleinstlebewesen verschiedenster Art, zum Beispiel Bakterien, Pilze, Insekten und Würmer, beteiligt sind. Die Lebensbedingungen dieser sehr diversen Organismengruppe bestimmen, ob, wie und wie gut die Kompostierung abläuft. Faktoren wie die Temperatur, der pH-Wert und das Verhältnis von Kohlenstoffverbindungen zu Stickstoffverbindungen beeinflussen die Aktivität der kleinen Helfer. Wir haben die fünf wichtigsten Eckpfeiler der erfolgreichen Kompostierung zusammengefasst, damit Ihnen die folgenden Fehler auf keinen Fall unterlaufen.

1. Kompost zu trocken oder zu feucht

Wie auch wir Menschen bestehen die an der Kompostierung beteiligten Organismen zu einem Großteil aus Wasser und können nur in einem ausreichend feuchtem Milieu überleben und sich fleißig fortpflanzen. Außerdem ist Wasser zur Lösung, zum Erweichen organischer Strukturen und zum Transport von Nährstoffen nötig. Ist das Rottegut – also der Lebensraum der Organismen – zu trocken, laufen alle Prozesse der Kompostierung sehr langsam oder gar nicht ab. Doch auch das gegensätzliche Extrem ist nicht von Vorteil: Ein zu nasser Haufen enthält zu wenig Sauerstoff für die aeroben (luftatmenden) Mikroorganismen, die das Gros der kleinen Nützlinge ausmachen. Auch in diesem Fall haben sie Schwierigkeiten, die Kompostierung effektiv voranzutreiben. Damit Ihr Kompost nicht zu trocken oder zu feucht ist, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Ein Komposter sollte an einem halbschattigen, windgeschützten Standort stehen
  • Ein Komposter muss unten offen sein, Wasser muss ungehindert abfließen können
  • Das Kompostgut muss durch eine Abdeckung vor dem Austrocknen geschützt werden
  • In sehr trockenen, heißen Perioden sollte ein Kompost gelegentlich gewässert werden
Wurm auf dem Kompost
Wenn Ihr organischer Abfall sich nicht zu Kompost entwickelt, könnte er zu feucht oder zu trocken sein [Foto: Krit Leoniz/ Shutterstock.com]

2. Kompost schlecht belüftet

Nicht nur durch zu viel Wasser im Rottegut kommt es zu Sauerstoffmangel im Komposthaufen. Auch die Art des zu kompostierenden Materials hat Einfluss auf die Belüftung. Wird viel feines, feuchtes und leicht zersetzbares Material aufgeschichtet, so fällt dieses bald zusammen, eingeschlossener Sauerstoff wird veratmet und es entstehen regelrechte „Todeszonen“ für aerobe Mikroorganismen. Daher ist das regelmäßige Umschichten oder ein sorgfältiges Abwechseln von feinem mit grobem Material ein enorm wichtiger Faktor bei der Kompostierung.

3. Kompost zu nährstoffarm oder zu nährstoffreich

Verschiedene organische Materialien sind unterschiedlich stabil: Nährstoffreiches, weiches Material wird leicht abgebaut, nährstoffarmes, stabiles Material ist für Mikroorganismen hingegen kaum zu knacken. Gelangt auf einen Komposthaufen nur sehr stabiles, abbauresistentes Material, ist dessen Zersetzung sehr gehemmt. In diesem Fall sollte mit einem Universaldünger wie unserem Plantura Bio-Universaldünger etwas nachgeholfen werden. Andersherum kommt es bei ausschließlich weichem, nährstoffreichem Material dazu, dass jegliche Strukturen sofort abgebaut und zu Nährstoffen mineralisiert werden. Dabei bleibt allerdings kaum Material für den Aufbau von Humusmolekülen übrig, der Kompost verliert viel Volumen. Das Endprodukt ist extrem nährstoffreich und sollte eher als Dünger und nicht als Bodenverbesserer genutzt werden. Optimal ist also eine Mischung aus stabilem, nährstoffarmem Material und weichem, nährstoffreichem Material.

4. Mangel an nützlichen Organismen

Ohne kompostierende Organismen findet keine Kompostierung statt. Auf die folgende Weise können die keinen Helfer in Ihren Kompost gelangen:

  • Der Komposter steht auf offenem, vitalem Boden, aus dem Organismen einwandern
  • Der Kompost wird mit dem Kompost eines eingefahrenen Haufens „geimpft“
  • Ein „Kompoststarter“ mit Dauerformen lebender Mikroorganismen wird verwendet

5. Verwendung des falschen Kompostgutes

Ganz klar sollte sein, dass nur organisches Material auf einen Kompost gehört. Glas, Metalle, Plastik oder andere künstlich erzeugte Werkstoffe können nicht kompostiert werden. Auch gekochte Lebensmittel, insbesondere Fleischreste und Milchprodukte gehören nicht in den Komposter. Sie locken Ratten oder Waschbären an oder werden von unerwünschten Gästen wie Maden und Fliegenlarven besiedelt.

Unkräuter in einer Hand
Samende Unkräuter und Wurzelunkräuter gehören nicht auf den Komposthaufen [Foto: David Prahl/ Shutterstock.com]

Weil die Schalen roher Eier mit Salmonellen kontaminiert sein können, sind auch diese von der Kompostierung auszuschließen. Und um sich selbst viel Ärger zu ersparen, halten Sie auch Wurzel- und Samenunkräuter vom Komposthaufen fern. Wenn diese im und am Haufen keimen oder weiterwachsen, verteilen sie über den Kompost unerwünschte Wildkräuter im ganzen Garten.

Wenn Sie sich im Detail mit dem Thema Kompostierung beschäftigen möchten, finden Sie hier unseren Kompost-Übersichtsartikel, der Sie zu allen Spezialthemen weiterführt.

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