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ARCHE NOAH – Warum Vielfalt so wichtig ist

“Retten durch Aufessen”- das ist das Motto von ARCHE NOAH, einem gemeinnützigen Verein, der sich für den Erhalt unserer Kulturpflanzen einsetzt.

Arche Noah Artenvielfalt

ARCHE NOAH setzt sich für die Vielfalt und den Artenreichtum von Kulturpflanzen ein [Foto: Arche Noah]

Wie ARCHE NOAH entstand

Bei ARCHE NOAH handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein, der seit 27 Jahren besteht und in Österreich, Deutschland, aber mittlerweile auch in anderen Ländern vertreten ist. Begonnen hat alles, als besorgte Bauern und Hobbygärtner bemerkten, dass der Artenreichtum und die Vielfalt an Kulturpflanzen immer mehr am Schwinden sind. Hybridsorten ersetzten zunehmend die alten, samenfesten Sorten, weshalb die besorgten Gärtner und Bauern sich zusammenschlossen und begannen nach und nach verschiedenes Saatgut für die Zukunft aufzuheben. Insbesondere Nancy Arrowsmith, Gründerin und langjährige Chefredakteurin der Biogartenzeitschrift Kraut & Rüben, hatte damals eine große Sammlung an Saatgut verschiedenster Kulturpflanzen angelegt. Diese übergab sie dann dem Verein und dieser baute schließlich auf dieser Sammlung auf.

Heute ist der Verein bekannter denn je, doch ohne die rund 14.000 Mitglieder, 2.000 Förderer und bis zu 150 Erhalter wäre der Verein nicht das, was er ist. Mithilfe dieser vielen Menschen konnte ein Archiv mit fast 6.000 verschiedenen Sorten Kulturpflanzen aufgebaut werden, damit auch in Zukunft Vielfalt in die Gärten und auf unsere Teller kommen kann. ARCHE NOAH versteht sich dabei als Plattform, um Menschen, Organisationen und Unternehmen zusammen zu führen, damit Vielfalt wieder ein gesellschaftliches Thema wird und viele Menschen Zugang dazu erhalten. Dazu arbeiten sie unter anderem mit Bio-Baumschulen, Gärtnereien, Züchtungsbetrieben, aber auch NGO Netzwerken und anderen Bündnissen zusammen.

Logo Arche Noah

Logo von ARCHE NOAH [Foto:  Arche Noah]

Rettet die Artenvielfalt!

Das Problem, das die ARCHE NOAH erkennt, ist, dass heute 75 % der landwirtschaftlichen Vielfalt seit dem Jahr 1900 unwiederbringlich verloren gegangen sind. Viele lokale Sorten und damalige Klassiker wie zum Beispiel die Kerbelrübe oder die Gartenmelde sind jetzt kaum mehr bei uns zu finden.  Die Gründe hierfür sind zahlreich. Insbesondere die Rationalisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft und tiefgreifende soziale Veränderungen sind das Problem. Hinzu kommt das Zusammenrücken von Saatgutzüchtung, Pflanzenproduktion und chemischer Industrie, aber auch gesetzliche Rahmenbedingungen.

Damit auch in Zukunft eine bunte Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten gewährleistet werden kann, setzt sich der Verein ARCHE NOAH für die Erhaltung und Weiterentwicklung dieser Kulturpflanzen ein. Um ihr Ziel zu erreichen, sichern sie gefährdete Kulturpflanzen und machen sie verfügbar. Wissen über Anbau, Nutzung und Vermehrung gefährdeter Pflanzen wird gesammelt und weitergegeben. Zudem setzt sich der Verein für eine Verbesserung der gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Sicherung der Vielfalt und die nachhaltige Nutzung von Kulturpflanzen ein.

Gute Gründe, warum Artenvielfalt so wichtig ist

Zum einen senkt Vielfalt den Einsatz von Pestiziden, denn verbreitete Monokulturen und giftige Pflanzenschutzmittel bedingen sich gegenseitig. In einer nachhaltigen, vielseitigen Landwirtschaft mit robusten Pflanzensorten könnte man allerdings gut auf sie verzichten. Zum anderen stärkt eine Artenvielfalt die eigenen Abwehrkräfte der Natur, zumal sie Anpassungen an extreme Wetterbedingungen fördert.  Je vielfältiger, desto stabiler sind unsere Pflanzen, könnte man also sagen.

Die Nutzpflanzen-Vielfalt ist außerdem ein Teil unserer Kultur. Die Pflanzen, die uns ernähren, prägen uns ständig. Typische Gerichte, Feste, Traditionen und lokales Wissen würden verloren gehen, wenn sie nach und nach verschwinden. ARCHE NOAH setzt sich zudem dafür ein, die Vielfalt zu erhalten, als eine moralische Verpflichtung anzusehen. Denn wir wissen nicht, welche Auswirkungen unsere Eingriffe in die komplexen Beziehungsgefüge der Natur haben. Dieses Nichtwissen verpflichtet uns, so ARCHE NOAH, vorsorglich zu handeln.

Schaugarten der Artenvielfalt von ARCHE NOAH

Schaugarten der Artenvielfalt von ARCHE NOAH [Foto: Arche Noah]

Was kann man selbst tun?

Die Kulturpflanzenvielfalt ist riesengroß. Dafür muss auch in Zukunft genügend Platz auf der ARCHE NOAH sein. Aber den kann es nur geben, wenn sich möglichst viele Menschen dieser Mission anschließen. Als einzelner kann man beispielsweise darauf achten, regionales und saisonales Gemüse und Obst einzukaufen und Freunde und Familie auch ermutigen dies zu tun. Achten Sie außerdem beim Kochen bewusst auf die Sorten, die Sie verwenden. Schulen Sie Ihre Sinne und probieren Sie unbekannte und seltene Sorten aus. “Wir müssen das aufessen, was wir retten wollen” – auch wenn es absurd klingen mag, ist das die Überlebenschance für Nutzpflanzen, die vom Aussterben und Vergessen bedroht sind. Wer einen eigenen Garten oder auch einen Balkon besitzt, kann einen Beitrag dazu leisten, indem seltene Obst- und Gemüsesorten angepflanzt und somit erhalten werden. Wenn Sie darüber hinaus für die Kulturpflanzenvielfalt aktiv werden wollen, können Sie Mitglied der ARCHE NOAH werden. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Vielfalt ist der Schlüssel für unsere Landwirtschaft und gleichzeitig die beste Waffe gegen Dürren und weiterer Folgen des Klimawandels. Vor allem dann, wenn man der Natur Raum lässt, findet sie schlaue Lösungen ohne menschliches Zutun. Vereine wie ARCHE NOAH braucht es, um für den Erhalt der Sorten zu sorgen. Damit auch noch die nächsten Generationen sich an der Diversität der Natur erfreuen können.

 

 

Lisa

Ich studiere Politikwissenschaften und interessiere mich schon lange für regionale und nachhaltige Ernährung. Da ich gern reise, interessiere ich mich auch sehr für exotische Früchte und Gemüsesorten, die ich am liebsten auch gleich in der Küche verwerte.
Lieblingsobst: Mango und Cherimoya
Lieblingsgemüse: Spinat, Aubergine und Paprika

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