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Artenvielfalt & Biodiversität im Garten: Das sollten Sie wissen

Artenvielfalt geht jeden Menschen etwas an. Was Artenvielfalt ist, wie sie sich entwickelt und was Sie und Ihr Garten beitragen können, erfahren Sie hier.

Verschiedene bunte Blumen auf einer Wiese

Wildblumen bieten etlichen heimischen Arten Nahrung und Unterschlupf [Foto: grafikerin/ Shutterstock.com]

Artenvielfalt und Biodiversität sind auch in Deutschland bedroht. Die Menschheit ist jedoch vom Erhalt dieses Reichtums stark abhängig, auch wenn uns das häufig gar nicht bewusst ist. Gärten können dabei einen sehr großen Beitrag zum Erhalt wichtiger Lebewesen leisten, weshalb wir für Sie hier Informationen und handfeste Tipps zusammengetragen haben, wie Sie Ihren Garten in ein Paradies für alle Lebewesen verwandeln können.

Artenvielfalt und Biodiversität

Die Artenvielfalt beschreibt allgemein die Vielfalt der in einem bestimmten Bereich vorkommenden Arten. Damit können Pilz- und Bakterienarten also genauso gemeint sein wie Tier- und Pflanzenarten. Biodiversität meint hingegen die Vielfalt, die innerhalb der Arten besteht. Denn genauso wie kein Mensch dem anderen aufs Haar gleicht, gibt es innerhalb einer Art eine größere oder geringere genetische Vielfalt.

Artenvielfalt und Biodiversität: Bedeutung

Vielfalt ist ein Zeichen fitter Ökosysteme. Viele Arten und eine Vielzahl verschiedener genetischer Typen innerhalb dieser Arten sind in der Lage, Widrigkeiten ihrer Umwelt zu überstehen, indem sie all ihre Variationen zur Anpassung nutzen können. Was geht es aber uns Menschen an, wie fit die Ökosysteme der Erde sind?

Wissenschaftler verwendet Pflanzen für Medikamente

Natürliche Vielfalt liefert lebenswichtiges Material für Medikamente und die Zucht von Kulturpflanzen [Foto: LEDOMSTOCK/ Shutterstock.com]

Kurz gesagt, sind funktionierende Ökosysteme unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen die von unserer Umwelt bereitgestellten Leistungen ständig: Unsere Landwirtschaft nutzt die biologische Funktion der in fruchtbaren Böden lebenden Mikroorganismen. Natürliche Gewässer tragen zur Bereitstellung sauberen Trinkwassers bei. Pflanzen und Algen produzieren Sauerstoff. Spezialisierte Insekten bestäuben die meisten Nutzpflanzen. Pflanzen bilden Wirkstoffe, die in Medikamenten verwendet werden können. Die weltweite Diversität von Pflanzen ist hierbei eine wertvolle Quelle für neue Wirkstoffe oder Eigenschaften, die in der Zucht von Kulturpflanzen benötigt werden.

Die Zerstörung der Artenvielfalt und Biodiversität schneidet uns also vom Nutzen der natürlichen Kreisläufe ab und verbaut uns den Weg zu medizinischen Stoffen oder widerstandsfähigen Pflanzen, die unsere Ernährung auch in Zukunft sichern sollen.

Was haben wir mit der Artenvielfalt zu tun?

Wir Menschen können Artenvielfalt und Biodiversität begünstigen oder auch verhindern. Derzeitig verändern wir die Erde in so rasantem Tempo, dass viele Arten mit der Anpassung kaum hinterherkommen und dezimiert werden. Dadurch sinkt die Diversität und letztlich auch die Artenvielfalt, sofern ganze Arten aussterben. Neu entsteht diese nur durch die natürliche Mutation des Erbgutes – eine Vielfalt, die bedingt ist durch verschiedene Lebensräume und sehr viel Zeit. Die menschliche Entfaltung lässt diese Entwicklung jedoch kaum zu, sodass Artenvielfalt und Biodiversität an vielen Stellen der Erde schneller abnehmen, als dass sie sich neu ausbilden können.

Waldweg vermüllt

Verschmutzung trägt zu der Vernichtung von Lebensräumen verschiedener Pflanzen bei [Foto: Mikhail Sedov/ Shutterstock.com]

Überblick: Wie der Mensch die Artenvielfalt und Biodiversität senkt

  • Landwirtschaft setzt auf großflächige Monokulturen statt auf extensive Landwirtschaft, die vielen Arten einen Lebensraum böte. Die Produktion von Fleisch verschlingt zusätzliche Flächen
  • Ausrottung von Arten durch zu intensive Fischerei, Jagd oder durch Holzschlag
  • Vernichtung von Lebensräumen durch Überdüngung, Verschmutzung oder Umstrukturierung zu Wohnraum, Straße, Kulturland oder Industrieforst
  • Einschleppung gebietsfremder Arten, die den heimischen überlegen sind und diese aus ihrem Lebensraum verdrängen
  • Besonders auch der Klimawandel führt zu globalen Änderungen, die das Fortbestehen spezialisierter Arten

Artenvielfalt in Deutschland

Weltweit und auch in Deutschland nehmen Artenvielfalt und Biodiversität ab. Im europaweiten Vergleich steht die Bundesrepublik schlecht da, schließlich sind hier mehr Arten bestandsgefährdet, „verschollen“ oder nachweislich ausgestorben, als dies in vielen anderen europäischen Ländern der Fall ist. Der Roten Liste der gefährdeten Tiere kann man entnehmen, dass hierzulande bereits mehr als 5 % der Arten ausgestorben oder „verschollen“ sind. Knapp 30 % gelten als gefährdet.

Bunte Blumen wachsen über einer Mauer

Strukturreiche, etwas wilde Gärten bieten Platz für Artenvielfalt – und sehen toll aus [Foto: Yolanta/ Shutterstock.com]

Artenvielfalt im Garten erhalten und schützen

Selbst kleinste Bereiche können erwiesenermaßen einen riesigen Beitrag zum Erhalt von Artenvielfalt und Biodiversität leisten. Davon profitieren übrigens auch Sie als Gartenbesitzer (oder auch Balkonbesitzer) in vielfältiger Weise. Wir haben für Sie daher einige Tipps zusammengestellt, die auch Ihren Garten zu einer wahren Rettungsinsel für Lebewesen machen.

Tipps für mehr Artenvielfalt im Garten:

  1. Verwenden Sie heimische Pflanzen. Heimische Insekten und Tiere sind auf deren Blütezeit und Fruchtangebot eingestellt. Hecken aus heimischen Gehölzen bieten Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren eine Zuflucht und Nahrung. Schließen Sie auch Wildkräuter nicht aus: Wenn Ihr Garten Platz für eine „wilde Ecke“ bietet, überlassen Sie diese der Natur. Eine sehr ästhetische Option stellt zudem die Anlage einer Blühwiese dar. Diese muss nicht gemäht werden und setzt sich häufig Jahr für Jahr durch.
  2. Verzichten Sie unbedingt auf Pestizide im Garten, denn diese treffen häufig auch andere Organismen. In sehr vielen Fällen können Sie Schädlingen auch auf andere Art Einhalt bieten. Die Schaffung von Lebensräumen für Nützlinge kann Probleme oftmals auf ein gut erträgliches Maß beschränken.
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  3. Verwenden Sie organische Dünger und Bio-Dünger. Diese binden das gesamte Bodenleben mit ein und erhalten seine Vielfalt. Tierfreie Dünger verbrauchen dabei letztlich weniger wertvolle Flächen als tierische. Aus diesem Grund haben wir unsere eigenen, tierfreien Plantura Bio-Dünger entwickelt: Hier können Sie mehr über unsere Plantura Bio-Dünger erfahren.
  4. Versuchen Sie, Ihren Garten nicht als äußeres Wohnzimmer zu sehen. Lassen Sie mal hier und da etwas Laub liegen, lassen Sie verwelkte Stauden stehen und beobachten Sie die natürliche Entwicklung eher mit Interesse als mit Missfallen. Manchmal siedeln sich plötzlich interessante Tiere oder schöne Wildpflanzen an, die Sie nicht zuletzt durch ihren Anblick entlohnen.
  5. Wenn Ihr Garten noch sehr aufgeräumt aussieht, dann schaffen Sie am besten künstliche Brutbereiche, indem Sie Nistkästen oder Insektenhotels aufstellen. Diese werden umso lieber angenommen, wenn sie in eine vielfältige Umgebung eingebunden sind: Ein schönes Insektenhotel auf einer kahlen Rasenfläche wird kein Insekt interessieren. Eine ganz besonders interessante Lebensraumspenderin ist übrigens eine Trockenmauer. Diese bietet unterschiedlichste Zonen der Beleuchtung, Temperatur und Feuchte und kann zudem noch sehr dekorativ bepflanzt werden.

Falls Sie sich dafür interessieren, wie Sie Ihren Garten in ein Bienenparadies verwandeln können, haben wir hier den richtigen Artikel für Sie parat.

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Kati

Ich bin Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau und studiere an der Universität Hannover Gartenbauwissenschaften. Für mich ist der gesamte grüne Bereich wahnsinnig spannend, besonders liegen mir aber der Boden und ein nachhaltiger Umgang mit diesem am Herzen.
Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

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