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Aubertoffel: Aubergine & Kartoffel in einer Pflanze (Video-Anleitung)

Auberginen & Kartoffeln von einer Pflanze ernten? Kein Problem! Mit unserer Anleitung gelingt das Veredeln der Aubergine auf Kartoffelpflanzen mühelos.

Auberginen und Kartoffeln sind nicht nur in der Küche ein eingespieltes Team: Mit der Aubertoffel gibt es eine Pflanze, mit der man gleich beide Gemüse ernten kann. Was sich nach einer teuren Züchtung oder Gentechnik anhört, ist in Wirklichkeit ein alter Trick, der auch Hobbygärtnern zu Hause gelingt. Da sowohl die Aubergine als auch die Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen gehören und somit verwandt sind, können sie (ähnlich wie Obstbäume) veredelt werden. Das spart nicht nur Platz, sondern ist einfach ein echter Hingucker. Wie man so eine Aubertoffel ganz einfach für den eigenen Garten herstellen und anbauen kann, zeigen wir Ihnen in unserer Anleitung.

Aubertoffel: benötigte Materialien und Werkzeuge

  1. Zwei Pflanzkübel aus Plastik mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen
  2. Stift und Lineal
  3. Scharfes Messer
  4. Pflanzerde
  5. Saatkartoffeln
  6. Auberginensetzlinge
  7. Klebeband und Haarspange
  8. Pflanzstange
  9. Langzeitdünger (idealerweise bio & organisch)
TINA MESSER 613 Kopulierhippe

Zum Abtrennen und Anspitzen der Triebe, sollte ein geeignetes Messer (bsp. Kopulier-Hippe von Tina) verwendet werden

Aubertoffel: Vorbereitung

Anfangen sollte man natürlich mit dem richtigen Topf für die Aubertoffel. Ideal ist eine Größe von mindestens 20 Litern, sodass die Wurzeln, die später die Kartoffeln tragen sollen, genug Platz haben. Nun nehmen Sie einen der beiden Plastikkübel und zeichnen drei, etwa gleichgroße Sichtfenster an. Mit einem scharfen Messer (am besten eignet sich ein Teppichmesser) schneiden Sie diese nun aus. Achten Sie dabei darauf, dass die Stege zwischen den Fenstern nicht zu dünn werden und Sie sich nicht versehentlich in den Finger schneiden. Ist dieses geschafft, können Sie den Topf mit den Sichtfenstern in sein unbehandeltes Gegenstück stecken und bis zu etwa einem Drittel mit Erde füllen. Eine detaillierte Anleitung zum Bau eines Kartoffeltopfes mit Video finden Sie hier.

Aubertoffel: Anleitung

Ist der Topf oder ein anderes Pflanzgefäß bereit, kann es auch schon losgehen.

  1. Setzen Sie die Kartoffeln in die Erde ein. Für den Anbau einer Aubertoffel eignen sich grundsätzlich alle Kartoffelsorten: Wer es aber besonders ausgefallen mag, kann auf bunte Sorten wie zum Beispiel Viola zurückgreifen. Größere Kartoffeln können auch in der Hälfte durchgeschnitten und mit der Schnittfläche nach unten auf die Erde gelegt werden.
  2. Danach füllen Sie einfach den Rest des Topfes mit Erde und geben den Kartoffeln etwas Zeit zum Wachsen.
  3. Nach wenigen Wochen sollten sich kräftige Triebe entwickelt haben. Jetzt ist es Zeit, dass aus der Kartoffel eine Aubatoffel wird: Der Veredelungsprozess beginnt.
  4. Jetzt benötigen Sie eine Auberginenpflanze, deren Trieb in etwa die gleiche Dicke aufweist, wie ein Trieb ihrer bereits gezogenen Kartoffelpflanze. Jetzt trennen Sie den oberen Teil des Setzlings ab und spitzen ihn in V-Form an. Bitte nutzen Sie für alle Schnitte ein scharfes und sauberes Messer (am besten eine spezielle Veredelungshippe (Fa. Tina)), damit die Schnittstellen sauber sind (ausfransen vermeiden) oder kontaminiert werden.
  5. Nun ist der Kartoffeltrieb an der Reihe, der etwa 4 cm über dem Erdboden waagerecht abgetrennt und dann vorsichtig und mittig gespalten wird (circa 1 cm tief).
  6. Vorsicht ist für den folgenden Schritt absolut notwendig: Nun pfropfen Sie den abgeschnitten, abgeschrägten Auberginentrieb (auch Edelreis genannt) vorsichtig in den Spalt des Kartoffeltriebes (auch Unterlage genannt).
  7. Sind beide Teile in einander gesteckt, sollten sie mit einem Veredelungsband (bsp: Medifilm oder Buddy Tape) umwickelt werden bis sie zusammengewachsen sind. Eine Fixierung des Triebes mit einer Haarklammer an einem Pflanzstab sorgt zusätzlich für Stabilität und gibt der Pflanze eine gerade Wuchsrichtung vor.
  8. Von nun an braucht die Aubertoffel nur noch zwei Dinge, um gedeihen zu können: Zeit und ein bisschen Pflege. Da Auberginen und Kartoffeln beide Starkzehrer sind und viele Nährstoffe brauchen, sollten Sie die Aubertoffel nach 3 bis 4 Wochen das erste Mal düngen und dies auch regelmäßig wiederholen.
  9. Auch sollte die Aubertoffel regelmäßig gegossen werden. Dabei ist das richtige Mittelmaß gefragt – Gießt man zu wenig, fällt die Ernte kleiner aus. Gibt es dagegen zu viel Wasser, kann es zu Staunässe kommen, welche die Aubertoffel nicht gut verträgt. Bedenken Sie weiterhin, dass die Aubertoffel im Topf durch die höhere Verdunstung mehr Wasser braucht als Kartoffeln oder Auberginen im Freiland.
  10. Nach etwa 5 bis 6 weiteren Wochen können Sie dann schon mit der Ernte der Auberginen und Kartoffeln beginnen. Dabei ist die Ernte der Kartoffel besonders vereinfacht: Man nimmt einfach den inneren Topf aus dem äußeren heraus und kann durch die Sichtfenster die frischen Kartoffeln herausholen – ganz ohne die Pflanze auszugraben.
Aubertoffel im Topf Aubergine und KArtoffel im Topf anbauen

Mit der Aubertoffel gibt es eine Pflanze, bei der man sowohl Auberginen, als auch Kartoffeln ernten kann

Unser Tipp: Der selbe Trick funktioniert auch bei Tomaten und Kartoffeln. Eine Anleitung zu der sogenannten Tomoffel (auch Tomtoffel) finden Sie hier. Unter dem Handelsnamen TomTato® können auch bereits veredelte Pflanzen im Fachhandel gekauft werden.

Wir empfehlen folgende Produkte:

  • Garten- und Baumschulhippe von Tina: Veredelungsmesser und Gärtnermesser aus rostfreiem Stahl.
  • Veredelungsband: Wasserdichtes, flexibles, dehnbares und selbstklebendes Pfropfband ist für einen Schutz der Veredelungsstelle wichtig.
  • Cuxin BIO Naturdünger Orgasan: Organischer BIO-Naturdünger für Gemüse und Zierpflanzen mit Langzeitwirkung. Optimales Nährstoffverhältnis für gutes Wachstum, kräftige Wurzeln und schmackhaftes Gemüse.
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