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Besondere Aussaatgefäße: Kreative Alternativen zu Blumentopf & Co.

Pflanzen anziehen im Plastik- oder Torftopf? Das muss nicht sein. Wir zeigen Ihnen umweltfreundliche Aussaatgefäße, die auch optisch etwas hermachen.

Im Frühling wird es langsam Zeit, die ersten Pflanzen wieder auf den Garten vorzubereiten. Viele Gemüsesorten wie Paprika (Capsicum) oder Gurke (Cucumis sativus), aber auch allerlei Kräuter profitieren davon, wenn Sie nicht direkt ins Beet gesät, sondern auf der Fensterbank vorgezogen werden. Doch die Anzuchtgefäße sind für viele Gärtner ein Graus: Nicht nur sorgen Plastikbehälter nicht unbedingt für einen schönen Hingucker auf dem Fensterbrett, sie sind auch nicht besonders umweltfreundlich. Auch Torftöpfchen, die gerne zur Anzucht junger Pflanzen verwendet werden, sind nicht für ihre Nachhaltigkeit bekannt: Für ihre Herstellung werden natürliche Torfvorkommen genutzt, die besonders in den gefährdeten Hochmooren zu finden sind. Wer trotzdem seine Pflanzen im Haus vorziehen möchte, kann glücklicherweise auf umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie schnell und einfach selbst besondere Aussaatgefäße herstellen können.

Aussaatgefäße selber machen: Anleitungen

Aussaatgefäße müssen nicht immer gekauft werden: Man kann sie auch schnell und einfach selber machen. Eine Anleitung, wie aus Papier, Eierschalen oder Obstresten schöne Aussaatgefäße entstehen, finden Sie hier.

Zeitungspapier als Aussaatgefäß

Zeitungspapier hat wohl ein jeder in Massen zu Hause. Doch statt es wegzuwerfen, kann man auch wunderbar Aussaatgefäße daraus basteln.

Dafür benötigt man nur:

  • Zeitungspapier
  • Glas
  • Klebeband
  • Paketband
  • Schere
  • Aussaaterde
  • Samen
  • Pflanzetiketten
  • Gießkanne

Um ein Aussaatgefäß aus Zeitungspapier herzustellen, sollten Sie zuerst einmal die Zeitung längs in der Mitte durchschneiden. Nun wickeln Sie das Papier um ein Glas (hierfür eignen sich Trinkgläser, aber auch leere Konservengläser von Marmeladen, Pilzen etc.). Achten Sie dabei darauf, dass das Zeitungspapier am Ende des Glases etwas übersteht. Überschüssiges Papier können Sie mit einer Schere entfernen, jedoch sollten Sie, wie bereits erwähnt, am Ende etwa 2 bis 3 cm überstehen lassen. Diesen Überstand können Sie nun am Boden des Glases zusammenfalten und mit Klebeband fixieren. Schneiden Sie nun ein Stück Paketband oder eine andere Schnur ab, wickeln Sie diese ein- bis zweimal um das Glas und knoten Sie es mit einer Schleife zu – das sieht nicht nur hübsch aus, sondern sorgt zugleich auch für mehr Stabilität. Nun können Sie vorsichtig das Glas entnehmen und Ihr Zeitungstöpfchen mit Erde füllen. Am besten eignet sich hierbei spezielle Anzuchterde, denn diese bietet optimale Bedingungen für ein gutes Wurzelwachstum und die richtigen Nährstoffe für ein gutes Gedeihen der Pflanze. Jetzt können endlich die Samen ihren Weg in den Anzuchttopf antreten. Aber aufgepasst: Schnell verliert man die Übersicht darüber, welche Pflanze in welchem Topf wächst. Nutzen Sie deshalb Pflanzetiketten, die Sie individuell beschriften können, um Ordnung auf der Fensterbank zu halten. Nun müssen Sie die Samen nur noch gut angießen und darauf warten, dass die kleine Pflanze wächst und gedeiht.

Zeitungspapier Aussaatgefäß

Ein Glas sorgt dafür, dass das Zeitungspapier die richtige Form erhält (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Zusammenfassung Aussaatgefäße aus Zeitungspapier:

  1. Zeitung längs halbieren
  2. Zeitungspapier um das Glas wickeln
  3. Überschüssiges Papier abschneiden
  4. Papier unter dem Glasboden zusammenfalten und fixieren
  5. Schnur um Zeitungspapier und Glas knoten
  6. Glas vorsichtig entfernen
  7. Erde in das Aussaatgefäß füllen
  8. Samen einsetzen
  9. Mit Pflanzetiketten beschriften
  10. Gut angießen

Klopapierrollen als Aussaatgefäße

Klopapierrollen landen bei den meisten auf dem Müll – nicht mit uns. Aus den Papprollen lässt sich nämlich noch ein tolles Aussaatgefäß herstellen.

Dafür benötigen Sie:

  • Klopapierrollen
  • Schere
  • Aussaaterde
  • Samen
  • Pflanzetiketten
  • Gießkanne

Ein Aussaatgefäß aus Klopapierrollen herzustellen, ist wirklich ein Kinderspiel: Schneiden Sie die Rollen an einem Ende rundherum etwa 1 bis 2 cm ein. Die eingeschnittenen Laschen können Sie nun eindrücken, sodass sie übereinanderliegen, und die Rolle unten verschließen. Nun können Sie Ihre Klopapierrolle mit Erde befüllen und die Samen hineinlegen. Mit einem Pflanzetikett behalten Sie die Übersicht über Ihre Sprösslinge, alternativ können Sie mit einem Kugelschreiber auch die Töpfchen direkt beschriften. Gießen Sie die Samen nun noch ordentlich an und schon können Sie den Pflanzen entspannt beim Wachsen zuschauen.

Aussaatgefäße aus Klopapierrollen herzustellen, ist gar nicht schwer

Zusammenfassung Aussaatgefäße aus Klopapierrollen:

  1. Klopapierrolle an einem Rand rundherum einschneiden
  2. Enden nach innen eindrücken
  3. Rolle mit Erde befüllen und Samen hinzugeben
  4. Pflanzetiketten zur besseren Übersicht verwenden
  5. Samen gut angießen

Eierschalen als Aussaatgefäße

Eier sind wohl in jeder Küche zu finden. Aber was passiert mit den Schalen, wenn Rührei und Co. in der Pfanne brutzeln? Recyceln Sie die Eierschalen doch einfach zu Aussaatgefäßen.

Dafür brauchen Sie nur:

  • Eier
  • Messer
  • Nadel
  • Aussaaterde
  • Samen
  • Pflanzetiketten
  • Gießkanne

Bevor sie mit Erde befüllt wird, braucht die Eierschale ein Loch, damit das Wasser abfließen kann

Eier werden kinderleicht zu Aussaatgefäßen. Dazu müssen sie nur aufgeschlagen und das Eigelb und Eiklar entfernt werden (natürlich können Sie das leckere Innere auch weiterverwenden). Am besten können Sie mit einem Messer noch vorsichtig die Eihaut aus der Schale entfernen – diese könnte sonst später anfangen zu faulen. Waschen Sie die Eierschalen außerdem von Innen aus, um alle Rückstände zu entfernen. Mit einer kleinen Nadel wird nun vorsichtig ein kleines Loch in den Boden der Eierschale gestochen, sodass später überschüssige Feuchtigkeit gut ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Damit die runden Eierschalen auch einen festen Stand haben, empfiehlt es sich, sie in einen Eierkarton zu stellen – so kugeln sie garantiert nicht davon. Nun können Sie die Eierschalen mit Aussaaterde befüllen und die Samen hineinstreuen. Hat man die Samen gut angegossen und mit einem Pflanzenetikett versehen, kann man sich entspannt zurücklegen und warten, dass die ersten Keimlinge aus der Erde sprießen.

Eierschalen eignen sich nicht nur zum Anbau von Kresse

Zusammenfassung Aussaatgefäße aus Eierschalen:

  1. Ei aufschlagen, Eigelb und -klar entfernen
  2. Eihaut vorsichtig mit Messer ablösen, Schale auswaschen
  3. Vorsichtig Loch mit Nadel in unteren Teil der Schale stechen
  4. Eierschale mit Erde befüllen und Pflanzen einsäen
  5. Mit Pflanzenetikett beschriften und gut angießen

Obstschalen als Aussaatgefäße

Was haben Granatapfel (Punica granatum), Zitrone (Citrus × limon) und Avocado (Persea americana) gemeinsam? Alle drei sind nicht nur superlecker, ihre Schalen lassen sich auch wunderbar als Aussaatgefäß nutzen.

Um in Obstschalen Gemüse zu züchten, brauchen Sie nur:

  • Granatapfel, Avocado oder Zitrone
  • Löffel
  • Messer
  • Aussaaterde
  • Samen
  • Pflanzetiketten
  • Gießkanne
Avodacoschale

Die Schale der Avocado lässt sich wunderbar als Aussaatgefäß verwenden

Aus Obst Anzuchtgefäße herzustellen, ist kein Zauberwerk, sondern ein Kinderspiel. Zuerst sollten Sie die Avocado, die Zitrone oder den Granatapfel halbieren. Danach kann man mit einem Messer oder Löffel das leckere Fruchtfleisch entfernen (und natürlich vernaschen). Hierbei ist es besonders wichtig, sauber zu arbeiten – bleiben Reste vom Fruchtfleisch zurück, können diesen später zu faulen beginnen. Außerdem kann die Säure, die in Granatapfel und Zitrone enthalten ist, die jungen Keimlinge schädigen. Deshalb ist es ratsam, nach dem Entfernen des Fruchtfleisches die Schalen noch einmal auszuspülen und anschließend sorgsam abzutrocknen. Danach werden die Schalen mit Blumenerde befüllt. Zuletzt werden die Pflanzen eingesät, mit Pflanzetiketten beschriftet und gut angegossen – schon beginnen die Pflanzen zu wachsen.

Granatapfel Aussaatgefäß

Auch in der Schale des Granatapfels kann etwas ausgesät werden (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Zusammenfassung Aussaatgefäße aus Obstschalen:

  1. Avocado, Granatapfel oder Zitrone halbieren
  2. Fruchtfleisch gründlich entfernen, auswaschen
  3. Mit Erde befüllen
  4. Pflanzen einsäen
  5. Mit Pflanzetiketten versehen und angießen

Kokosnussschalen als Aussaatgefäße

Tropisches Ambiente bringt die Kokosnuss in jedes Haus. Aber die Frucht ist nicht nur herrlich lecker und dekorativ, sondern auch noch wunderbar als Aussaatgefäß geeignet.

Um die Kokosnuss in ein Aussaatgefäß zu verwandeln, benötigt man:

  • Kokosnuss
  • Schraubenzieher
  • Hammer
  • Messer
  • Aussaaterde
  • Samen
  • Pflanzetiketten
  • Gießkanne

Das Kniffligste kommt gleich zu Anfang: Wer die Kokosnuss öffnen will, darf nicht zimperlich sein. Bewährt hat es sich, mit einem Hammer auf einen Schraubenzieher zu schlagen und so zwei Löcher in die oberen Dellen der Frucht zu machen. Aus diesen Löchern kann man nun die Kokosmilch ausschütten und sie in einer Schale auffangen. Danach kann man etwas rabiater vorgehen: Sechs bis acht gezielte Schlägen rund um die Frucht sind notwendig, um Sprünge in die Schale zu schlagen und anschließend die Kokosnuss zu öffnen. Ist dies erstmal geschafft, kann man sich erfreulicheren Dingen zuwenden: Mit einem Messer lässt sich das herrliche Fruchtfleisch aus der Schale lösen. Auch hier ist es wichtig, sauber zu arbeiten, ansonsten kann das verbliebende Fruchtfleisch faulen. Ist die Schale sauber, kann sie mit Anzuchterde gefüllt werden. Nun fehlen nur noch die Samen, die Pflanzenetiketten und das Angießen – schon ist die Kokosnuss-Aufzuchtschale fertig.

Die Schale der Kokosnuss sollte gut gesäubert werden, bevor sie bepflanzt wird

Zusammenfassung Aussaatgefäße aus Kokosnussschalen:

  1. Kokosnuss öffnen
  2. Fruchtfleisch sauber entfernen
  3. Erde einfüllen, Saatgut verteilen
  4. Pflanzenetiketten hinzufügen und gut angießen.
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Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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