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Was ist das beste Streugut für den Winter?

Streusalz verhindert, dass glatte Straßen und Gehsteige im Winter zur Gefahr werden. Aber welche Streugut-Arten gibt es überhaupt und welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich? Wir vergleichen Streusalz, Lava-Streugut und Co.

Verschneiter Weg mit Spaziergängern
Um Unfälle zu vermeiden, sollte im Winter der Gehweg gestreut werden [Foto: beerlogoff/ Shutterstock.com]

Im Winter sicher von A nach B zu gelangen, ist manchmal gar nicht so einfach. Damit es nicht zu Unfällen kommt, herrscht in Deutschland eine Räum- und Streupflicht: Hauseigentümer und Mieter müssen dafür sorgen, dass angrenzende öffentliche Gehwege frei von Schnee und Eis bleiben. Doch während der Schnee mit reiner Muskelkraft beseitigt werden kann, greifen besonders bei überfrorenem Boden viele rasch zum Streusalz. Dieses steht allerdings in Verruf, äußerst umweltschädlich zu sein. Doch stimmt dieses Gerücht und gibt es nicht vielleicht sogar eine umweltfreundliche Alternative? Welches Streugut sich am besten für den privaten Gebrauch eignet, verraten wir Ihnen hier.

Was gibt es für Streugut?

Streusalz ist wohl das bekannteste Mittel, das im Winter im Kampf gegen Schnee und Eis eingesetzt wird. Doch neben dem bekannten Streusalz gibt es im Winter auch anderes Streugut, das Abhilfe bei Schnee und Glätte bringt: Sogenannte abstumpfende Mittel schmelzen zwar nicht das Eis, sorgen aber für eine höhere Griffigkeit und damit für eine geringere Rutschgefahr. Besonders als Streugut im Winter sind dabei Splitt, Sand oder Asche bekannt. Doch auch Sägespäne, Lavagranulat oder Tannenzweige können zum Streuen im Winter geeignet sein. Zusätzlich werden Mischungen aus Salz und verschiedenen abstumpfenden Mittel angeboten, die eine schnelle und dauerhafte Rutschminderung versprechen.

Vor- und Nachteile von Streusalz und Co

Viele Menschen suchen nach einem umweltfreundlichen Streugut, das eine Alternative zu dem als umweltschädlich geltenden Streusalz darstellt. Sand, Kies und Co können das Eis zwar nicht schmelzen, sorgen allerdings dafür, dass die Rutschgefahr auf dem Gehweg sinkt und man so sicher den Weg nach Hause antreten kann. Zusätzlich sind Streugüter ohne Salz deutlich umweltfreundlicher, da sie nicht im Boden versickern und so das Bodengleichgewicht nicht stören. Welche Vor- und Nachteile die Alternativen im Detail voneinander unterscheidet, erfahren Sie nun.

Streusalz von Mann in Einfahrt verteilt
Streusalz befreit von Eis und Schnee, ist aber umweltschädlich [Foto: Sussi Hj/ Shutterstock.com]

1. Streusalz

Salz streuen ist im Winter immer noch eine der bekanntesten Arten, um den Gehweg von Schnee und Eis zu befreien. Tatsächlich handelt es sich um die einzige Methode, die das Eis wirklich zum Schmelzen bringt – wird Salz auf Eis gestreut, verringert sich der Schmelzpunkt, weshalb es auch bei Temperaturen unter dem Nullpunkt zu tauen beginnt. Allerdings hat das Salz beim Streuen einige Nachteile: Mit dem Sickerwasser gelangt das Streugut in den Boden und reichert sich dort und im Grundwasser an. Viele Pflanzen, darunter auch Straßenbäume, vertragen den erhöhten Salzgehalt in Boden und Wasser nicht und gehen ein. Damit belastet das Streuen von Salz im Winter die Umwelt. Auch viele Tiere vertragen Streusalz nicht, denn es reizt ihre Pfoten und kann zu Entzündungen führen. Selbst bei Autos kann Streusalz negative Folgen nach sich ziehen: Besonders Bauteile aus Aluminium oxidieren durch den Kontakt mit Streusalz schneller, außerdem wird die Bildung von Rost beschleunigt. Aus diesen Gründen haben viele Kommunen den Einsatz von Streusalz auf öffentlichen Wegen bereits verboten oder Empfehlungen für anderes Streugut ausgesprochen.

2. Kies und Splitt als Streugut

Kies oder Splitt sind in vielen Gemeinden bereits ein viel verwendetes Streugut für den Winter und können in vielen Baumärkten preisgünstig erworben werden. Die scharfkantige Oberfläche garantiert auch bei vereistem Boden einen sicheren Halt. Dabei sind beide Varianten deutlich umweltfreundlicher als Streusalz. Entscheidet man sich für ein regionales Produkt ohne Schwermetallbelastung, hat das Gehweg-Streuen beinahe keinen negativen Effekt für Boden und Grundwasser. Zusätzlich gelten Kies und Splitt als besonders nachhaltig, da man das Streugut nach dem letzten Frost zusammenkehren und im nächsten Jahr wiederverwenden kann. Allerdings eignet sich es sich nur bedingt für Tierbesitzer: Mit ihren scharfen Kanten können Kies und Splitt die empfindlichen Pfoten der Vierbeiner verletzen. Auch viele Hausbesitzer sind von der umweltfreundlichen Alternative nicht angetan, denn die spitzen Steine setzen sich gerne in Schuhsohlen fest und können dann im Haus den Boden zerkratzen.

Lava-Streugut in der Nahaufnahme
Lava-Streugut hat abgerundete Kanten [Foto: Soifi/ Shutterstock.com]

3. Lava als Streugut

Lava-Streugut wird in letzter Zeit immer beliebter. Kein Wunder, schließlich hat es zahlreiche Vorteile: Ähnlich wie Kies und Splitt sorgt es zuverlässig für Rutschsicherheit, hat kaum negative Effekte auf die Umwelt, wenn es aus regionalem Abbau stammt, und kann nach dem Winter wieder zusammengekehrt werden. Zusätzlich trumpft das Lavagranulat aber mit einer weiteren Besonderheit auf: Seine Körner haben keine scharfen Ecken, sondern sind leicht abgerundet. Das schont nicht nur Tierpfoten, sondern vermeidet auch Kratzer im Parkett. Außerdem nimmt poröses Lavagestein einen Teil der Feuchtigkeit auf, sodass die Rutschgefahr sinkt. Besonders zu empfehlen ist aber das Eifel-Lava-Streugut. Dieses punktet nicht nur durch seinen regionalen Abbau, sondern muss nicht zwingend im Frühling entfernt werden. Tatsächlich hat das poröse Material ähnlich wie Blähton eine bodenverbessernde Wirkung, was sich vor allem Gärtner zunutze machen können.

4. Sand als Streugut

Sand ist neben Streusalz eines der am häufigsten genutzten Materialien, um im Winter zu streuen. Besonders attraktiv ist das Streugut für viele wegen seines geringen Preises. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, den Sand nach dem Winter zusammenzufegen und wiederzuverwenden. Wem das zu viel Arbeit ist, kann das übriggebliebene Streugut aber auch ohne schlechtes Gewissen in die Fugen des Gartenweges oder in das nächstgelegene Beet kehren, denn für die Bodengesundheit ist Sand nicht störend. Allerdings ist feinkörniges Streugut im Winter nicht ganz so rutschfest wie grobkörnige Materialien und muss deshalb öfter nachgestreut werden – man sollte daher immer darauf achten, besonders grobkörnigen Sand, beispielsweise Kiessand, zu verwenden. Auch führt Sand oft zu einem höheren Verschmutzungsgrad von Schuhen und Kleidung, da sich bei dauerhafter Nässe schnell Matsch bildet.

Verschneiter Weg mit Sand in Schubkarre
Sand ist ebenfalls ein beliebtes Streumittel [Foto: Aigars Reinholds/ Shutterstock.com]

5. Asche als Streugut

Aufgrund mangelnder Alternativen war Asche besonders während des Krieges ein beliebtes Streugut. Als Abfallprodukt, das in Häusern mit Kamin oftmals anfällt, kann die Asche so sinnvoll weitergenutzt werden. Zusätzlich kann sie später zur Entsorgung in anliegende Beete gekehrt werden, wo die Asche eine düngende Wirkung hat. Dabei muss man jedoch den hohen pH-Wert der Asche beachten – dieser kann sich bei regelmäßiger Verwendung auch negativ auf anliegende Beete und Pflanzen auswirken. Außerdem ist nicht jede Asche als Streugut geeignet: Während reine Holzasche beinahe keine Giftstoffe enthält, kann Kohleasche oder Asche, die beim Verbrennen von lackierten Holzteilen gewonnen wurde, belastet sein und so die Umwelt schädigen. Außerdem hat Asche den Nachteil, dass sie aufgrund ihrer feinen Körnung schnell eingetreten wird und daher häufig nachgestreut werden muss, um eine rutschhemmende Wirkung zu haben. Viele stört außerdem, dass Asche den Gehweg und die Schuhe sichtbar verschmutzt.

6. Sägespänne und Tannenzweige als Streugut

Wer nach einem umweltfreundlichen Streugut sucht, trifft schnell auch auf Sägespäne oder Tannenzweige. Beide haben den Vorteil, dass sie bei Tauwetter leicht aufgefegt und anschließend kompostiert werden können. Trotzdem ist die Verwendung von Holzschnitt als Streugut nur mit Vorsicht zu genießen. Da sich besonders Sägespänne gerne mit Wasser vollsaugen und dann keine rutschhemmende Wirkung mehr haben, eignet sich dieses Material nur bedingt, um damit den Schnee zu streuen. Bei Tannenzweigen muss man zusätzlich darauf achten, dass keine Stolperfallen entstehen, beispielsweise durch abstehende Äste. Außerdem sind Holzspäne und Tannenzweige bei vielen Gemeinden nicht als Streugut anerkannt – kommt es dann zu einem Unfall, muss der Hauseigentümer eventuell den Schaden zahlen.

Sägespäne als Streugut im Schnee
Sägespäne sind in vielen Städten nicht als Streugut anerkannt [Foto: Vadim Zakharishchev/ Shutterstock.com]

Das beste Streugut für den Winter

Nachhaltig und trotzdem rutschfest – so sieht für viele das perfekte Streugut für den Winter aus. Besonders gut in diesen Kriterien schneidet das Lava-Streugut ab: Durch seine grobe Körnung sorgt es für einen ausreichenden Schutz vor Glatteis und eignet sich daher gut für das Streuen im Winter. Zusätzlich gilt es als besonders umweltverträglich, denn es kann wiederverwendet oder als bodenverbessernde Maßnahme in umliegende Beete eingearbeitet werden. Auch Sand eignet sich als umweltfreundliche Streusalzalternative, die besonders durch ihren geringen Preis punktet. Allerdings sollte man hier auf eine besonders grobe Körnung und regelmäßiges Nachstreuen achten, um einen ausreichenden Schutz vor Glätte zu erhalten. Salz streuen im Winter erweist sich dagegen nicht als umweltfreundlich – da durch das Streugut eine hohe Boden- und Umweltbelastung entsteht, sollte diese Art des Gehweg-Streuens nur im Notfall eingesetzt werden.

Tipp: Wer bereits im Baumarkt nach nachhaltigen Streumitteln sucht, sollte auf den „Blauen Engel“ achten. Das unabhängige Umweltzeichen der Bundesregierung kennzeichnet besonders umweltfreundliches Streugut.

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