skip to Main Content

Bienen-Bestäubung: Wie funktioniert sie und mit welchen Pflanzen?

Die Bestäubung durch Bienen ist für viele Pflanzen essentiell. Aber wie funktioniert eigentlich die Bienen-Bestäubung? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie zur Bestäubung durch Bienen wissen müssen.

Biene bestäubt lila Blume
Bienen sind wichtige Bestäuber [Foto: Daniel Prudek/ Shutterstock.com]

Im Sommer kann man es fast überall beobachten: Emsig fliegen Bienen von Blüte zu Blüte auf der Suche nach Nektar und Pollen. Während die fleißigen Tiere im Garten nach Nahrung suchen, erfüllen sie aber auch eine weitere wichtige Aufgabe – die Bestäubung. Tatsächlich sind etwa 80 Prozent aller Blütenpflanzen auf die Bestäubung durch Nützlinge wie Bienen angewiesen. Doch nicht nur die Artenvielfalt profitiert von der Bestäubung durch die emsigen Tiere, auch Hobbygärtner können sich über Bienen im Garten freuen. Tatsächlich steigert die Bienen-Bestäubung den Ertrag und auch die Qualitätsmerkmale vieler Nutzpflanzen wie die des Apfels (Malus) oder der Kirsche (Prunus). Doch wie funktioniert dies eigentlich? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die Bienen-Bestäubung wissen müssen.

Wie funktioniert die Bestäubung durch Bienen?

Honig- und Wildbienen spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen. Damit sie auch auf jeden Fall von der Biene angeflogen werden, konkurrieren die Pflanzen sogar miteinander: Durch Duftstoffe und Blütenfarbe versucht jede Pflanze, den Bestäuber-Biene auf sich aufmerksam zu machen. Zusätzlich verstecken die Blumen im Inneren Pollen und Nektar, welche die Nahrungsgrundlage für die fleißigen Bienen darstellen. Landet eine Biene auf einer Blüte, beginnt sie, den Nektar der Blüte mit ihrem langen Rüssel aufzusaugen und den Pollen in den sogenannten „Pollenhöschen“ an den Hinterbeinen zu sammeln. Da die Biene hierfür meist weit ins Innere der Blüte muss, bleiben kleine Pollen am Haarkleid des Bestäubers hängen.

Biene mit Pollen am Haarkleid
Beim Einsammeln des Nektars bleiben kleine Pollen an der Biene hängen [Foto: Dancestrokes/ Shutterstock.com]

Fliegt die Biene nun zur nächsten Blüte und klettert hinein, um den süßen Nektar zu erhaschen, überträgt sie den Pollen auf die Narbe, also das weibliche Pflanzenorgan, der nächsten Blüte – dies ist die Bestäubung der Blume durch die Biene und in der Blüte können Samenkörner heranreifen. Während eines einzigen Sammelfluges kann eine Biene bis zu 100 Blüten bestäuben. Dabei sind Bienen außerordentlich blütenstet. Dies bedeutet, sie bleiben einer Pflanzenart während ihres gesamten Sammelflugs treu, wodurch die Pflanzen optimal durch die Bienen bestäubt werden. Honigbienen teilen ihren Artgenossen außerdem über verschiedene Tänze besonders lukrative Nahrungsquellen mit – so kann ein einziges Bienenvolk bis zu 20 Millionen Blüten am Tag bestäuben.

Zusammenfassung: Bestäubung durch Bienen einfach erklärt

  • Bienen werden durch Blütenfarbe und -duft angelockt.
  • Im Inneren der Blüte befinden sich Pollen und Nektar, welche als Nahrung für Bienen dienen.
  • Beim Sammeln von Nektar und Pollen bleiben Pollen am Haarkleid der Biene kleben.
  • Die Pollen werden an der nächsten Blüte auf die Narbe übertragen – die Bienenbestäubung hat stattgefunden.
  • Bienen sind blütenstet und teilen lukrative Standort über Tänze ihren Artgenossen mit.

Welche Pflanzen bestäuben Bienen?

Etwa 800 heimische Pflanzenarten sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, weshalb das fleißige Insekt zu den wichtigsten Nützlingen zählt. Ein hoher Vorteil ist dabei die hohe Anpassungsfähigkeit der Honigbiene: Durch ihre mittlere Größe und ihren mittellangen Rüssel können Bienen verschiedenste Blüten bestäuben und zeigen sich als echte Generalisten. Besonders bienenfreundliche Pflanzen, die häufig von Honigbienen bestäubt werden, sind Kräuter wie Thymian (Thymus vulgaris) und Salbei (Salvia), bienenfreundliche Blumen wie die Malve (Malva) oder Phacelia (Phacelia) und bienenfreundliche Sträucher wie die Himbeere (Rubus idaeus) oder Wildrosen (Rosa). Auch Bäume wie die Weide (Salix) oder Obstbäume werden von den Tieren bestäubt.

Zwei Bienen auf einer Wildrose
Ungefüllte Blüten, wie die der Wildrosen, werden von Bienen gerne angeflogen [Foto: Ihor Hvozdetskyi/ Shutterstock.com]

Bei den Wildbienen sieht es dagegen etwas anders aus: Von den knapp 600 Wildbienenarten sind viele hoch spezialisiert. Das bedeutet, dass die Wildbienen-Bestäubung je nach Art nur bei speziellen Pflanzen(-familien) funktioniert. So hat sich die kleine Heidenkraut-Seidenbiene (Colletes succinctus) ganz auf die Bestäubung von Heidekräutern (Ericaceae), insbesondere der Besenheide (Calluna vulgaris) spezialisiert, während die Natterkopf-Mörtelbiene (Osmia adunca) streng auf Natterköpfe (Echium) ausgerichtet ist. Trotzdem ist die Bestäubungsleistung von Wildbienen nicht zu unterschätzen, da sie besonders die Blumen bestäuben, die von der Honigbiene nicht angeflogen werden können. Damit leistet die Bestäubung von Wildbienen einen wichtigen Beitrag zum Arterhalt von Wildblumen und -kräutern. Um auch Wildbienen eine möglichst gute Nahrungsgrundlage zu liefern, lohnt es sich deshalb, auf einheimische Wildpflanzen zu setzen. Besonders gut geeignet sind Blumenwiesen, die aus vielen verschiedenen Blumen- und Kräuterarten bestehen – wie die Plantura Bienenweide. Durch die Vielzahl an verschiedenen Pflanzenarten finden sowohl Honig- als auch Wildbienen Nahrung, wodurch man die wichtigen Nützlinge unterstützen kann.

Blumenwiese aus verschiedenen Blumen
Zum Anlocken von Wildbienen eignen sich vor allem wild gemischte Blumenwiesen [Foto: Bastian Herrmann]

Wenn Sie erfahren wollen, was zu beachten ist, wenn Sie selbst eine Blumenwiese anlegen, schauen Sie gerne bei unserem Artikel dazu vorbei.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top