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Blumenwiese: Tipps zum Anlegen & Gestalten

Immer mehr Leute entscheiden sich gegen Rasen und für eine Blumenwiese. Welche Vorteile eine Blumenwiese bringt und wie man sie anlegt, zeigen wir hier.

Blumenwiese mit Klatschmohn und Kornblumen
Eine Blumenwiese ist eine gute Alternative zum gewöhnlichen Rasen [Foto: courtyardpix/ Shutterstock.com]

Gepflegter, fast schon penibel gestutzter Rasen war lange Zeit in beinahe jedem Garten zu finden. Besonders Gärtner mit einem großen Grundstück kamen an der Anlage von großen Rasenflächen kaum vorbei, wenn sie nicht auf Kiesbeete oder befestigte Flächen zurückgreifen wollten. Doch mittlerweile gibt es auch hier eine Alternative, die immer beliebter wird: Tatsächlich entscheiden sich immer mehr Gartenfreunde gegen den standardisierten, kurzgeschnittenen Rasen und für eine bunte Blumenwiese. Diese sieht nämlich nicht nur gut aus, sondern hat gegenüber einer normalen Rasenfläche auch noch zahlreiche Vorteile. Was sich dahinter verbirgt und wie man auch im eigenen Garten eine Blumenwiese erschaffen kann, erfahren Sie hier.

Blumenwiese

Akkurater, grüner Rasen oder doch ein wildes, buntes Blumenmeer? Neuerdings sind Blumenwiesen in immer mehr Gärten zu finden und sorgen nicht nur aufgrund ihrer Optik für Begeisterung.

Welche Vorteile haben Blumenwiesen?

Mähen, lüften, vertikutieren – so ein Rasen macht ganz schön viel Arbeit, wenn er auch nach Jahren noch schön grün und frisch aussehen soll. Tatsächlich ist der hohe Arbeits- und Zeitaufwand bei der Rasenpflege einer der häufigsten Gründe, weshalb Gärtner zu einer Blumenwiese wechseln. Im Gegensatz zum Rasen ist diese nämlich besonders pflegeleicht: Einmal im Jahr (am besten ab Ende Juli bis Mitte August) muss die Blumenwiese gemäht werden, damit die einjährigen Wildpflanzen ihre reifen Samen auf der Fläche verteilen können. Ansonsten braucht die Blumenwiese aber kaum Pflege.

Doch das ist nicht ihr einziger Vorteil – fast ebenso wichtig wie der geringere Arbeitsaufwand ist die Tatsache, dass eine Blumenwiese ein deutlich besseres Biotop darstellt als einfacher Rasen. Besonders seltene Wildbienen, aber auch Hummeln, Schmetterlinge oder der Igel finden in einer Blumenwiese ein geeignetes Zuhause und werden so geschützt. Doch auch einheimische Wildblumen, die zwischen Gartenanlagen und Landwirtschaft oftmals keinen Lebensraum mehr finden, können auf der Blumenwiese gedeihen. So trägt eine einfache Blumenwiese zur Erhaltung der Artenvielfalt bei – auf dem Rasen können dagegen nur wenige Insekten überleben und auch Wildkräuter haben hier so gut wie keine Chance.

Zuletzt überzeugt die Blumenwiese aber natürlich auch mit ihren optischen Reizen: Gegen den romantischen Charme und das zauberhafte Farbenspiel der blühenden Wildblumen kommt einfacher Rasen schlicht nicht an.

Biene an einem Klatschmohn
Schmetterlinge und andere Insekten finden auf der Blumenwiese einen sicheren Lebensraum [Foto: Bo1982/ Shutterstock.com]

So legen Sie eine Blumenwiese an

Auch wenn eine Blumenwiese in der Pflege leicht ist, so ist die Anlage eines solchen Naturraumes im Garten leider kein Kinderspiel. Tatsächlich genügt es nicht einfach, ein paar Wildblumensamen auszustreuen und den Rasen nicht mehr zu mähen, wenn man bereits im nächsten Jahr ein Blumenmeer betrachten möchte. Grund dafür ist besonders der Boden: Während grüner, gesunder Rasen einen nährstoffreichen Boden braucht, ist besonders die beliebte Magerwiese auf einen sandigen, nährstoffarmen Boden angewiesen. Damit das Projekt Blumenwiese gelingt, ist daher etwas Zeit und Geduld notwendig. Insgesamt gibt es drei Möglichkeiten, um eine Rasenfläche in ein Blumenparadies zu verwandeln, die wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen möchten.

Variante 1: Magerwiese langsam anlegen

Bei der langsamen, aber weniger aufwendigen Variante hört man mit jeglicher Düngung der Rasenfläche auf und stellt den Schnitt auf wenige Male im Jahr um (dabei sollte das Schnittgut immer sorgfältig entfernt werden). So senkt sich über die Jahre der Nährstoffgehalt im Boden und es kommt zu einer Zuwanderung von wiesentypischen Kräutern und Blumen aus der unmittelbaren Umgebung. Wer aufgrund eines eher städtischen Umfeldes nicht auf Samenflug von Wildpflanzen hoffen kann oder sich bestimmte Blühpflanzen auf seiner Wiese wünscht, kann den Rasen zusätzlich „impfen“. Dabei wird der Rasen punktuell entfernt und an diesen Stellen werden gezielt Blühpflanzen ausgesät oder vorgezogene Kräuter eingepflanzt. Diese verbreiten sich mit der Zeit über die gesamte Rasenfläche und lassen so eine Blumenwiese entstehen. Etwas schneller geht es, wenn man den Rasen im Herbst oder zeitigen Frühjahr einmal sehr kräftig vertikutiert und statt neuer Grassamen eine Wildpflanzenmischung untergesät wird. Allerdings kann auch hier die Entwicklung bis zu einer vollständigen, gesunden Blumenwiese mehrere Jahre dauern und ist vor allem bei Gärten, die bereits einen sandigen Boden besitzen, von Erfolg gekrönt.

Variante 2: Magerwiese schnell anlegen

Schneller, aber gleichzeitig auch aufwendiger ist dagegen die zweite Methode. Hierbei wird die komplette Grasnarbe abgetragen. Nun werden die obersten 10 bis 20 Zentimeter des Bodens (je nach Bodentyp) entweder abgetragen und durch sandigen Boden ersetzt oder aufgelockert und mit Sand vermischt, sodass man einen nährstoffarmen, durchlässigen Boden erzeugt. Bei besonders nassen Standorten kann eine zusätzliche Drainage sinnvoll sein. Nun kann sich der Boden etwa zwei Tage lang setzen, bevor Sie mit dem Aussäen der Blumenmischung beginnen können. Der beste Zeitpunkt zum Anlegen einer Blumenwiese ist hierbei der Frühling oder Herbst. Achten Sie darauf, nicht zu viele Samen auf einer Fläche zu streuen (ein bis maximal fünf Gramm Saatgut pro Quadratmeter), und harken Sie die Samen danach vorsichtig flach ein. Mit einer Rasenwalze werden die Samen zusätzlich sanft an den Boden gedrückt. Nach der Aussaat sollte die Wiese regelmäßig gegossen werden. Außerdem sollte man die Wiese nach dem Keimen der ersten Pflanzen nicht mehr betreten, da Wildblumen darauf empfindlich reagieren können.

Gras wird gesät
Um eine Magerwiese zu pflanzen, muss man häufig die Grasnarbe entfernen und neu einsäen [Foto: Dean Clarke/ Shutterstock.com]

Variante 3: Blumenwiese passend zum Standort anlegen

Auch wenn die Magerwiese wohl die bekannteste und auch vielfältigste Wiesenart ist, ist sie bei weitem nicht die einzige Blumenwiese, die sich in einem Garten anlegen lässt. Tatsächlich gibt es zu beinahe jedem Bodentyp passende Wildblumen und -kräuter, mit welchen man eine Wildblumenwiese einrichten kann. Aufschluss darüber, welcher Bodentyp vorliegt, gibt eine Bodenanalyse, die Sie bei verschiedenen Institutionen in Auftrag geben können. Auf Grundlage dieser Bodenanalyse können nun die Wiesenmischungen oder auch Einzelblumen ausgewählt werden, die auf dem natürlichen Bodentyp gedeihen sollen. Doch Gartenbesitzer müssen sich nicht schämen, wenn sie statt einer Magerwiese „nur“ eine auf ihren Boden angepasste Fettwiese aussäen – auch diese Form der Blumenwiese ist in Deutschland mittlerweile eher selten geworden und hat mit ihren blütenreichen Bewohnern einen besonderen Charme.

Fettwiese
Auch Fettwiesen sind ökologisch wertvoll [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Die besten Pflanzen für Ihre Blumenwiese

Je nachdem, ob Sie eine Magerwiese oder eine Fettwiese in Ihrem Garten anlegen möchten, sind verschiedene Pflanzen am besten geeignet.

Die besten Pflanzen für eine Magerwiese

Farbenfroh und artenreich – so präsentieren sich Magerwiesen in der Natur. Doch welche Pflanzen passen am besten auf die neu angelegte Blumenwiese? Besonders beliebt sind auffällige Blühpflanzen wie der Wiesensalbei (Salvia pratensis) und die Grasnelke (Armeria maritima) oder altbewährte Klassiker wie die Kornblume (Centaurea cyanus) und der Klatschmohn (Papaver rhoeas). Aber auch eher unbekannte Wildpflanzen wie die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) oder die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) versprühen eindrucksvoll ihren Charme. Zusätzlich sorgen Gräser wie das Gewöhnliche Zittergras (Briza media) und Fetthennen-Arten (Sedum) für einen stimmiges Gesamtbild.

Grasnelke
Die Grasnelke fühlt sich auf Magerwiesen wohl [Foto: Ed Samuel/ Shutterstock.com]

Die besten Pflanzen für eine Fettwiese

Wer eine Fettwiese anlegen möchte, sollte dagegen auf andere Pflanzen setzen. Zu den Gräsern, die besonders gut auf einer Fettwiese gedeihen, gehören das Gewöhnliche Knäuelgras (Dactylis glomerata), doch auch Glatthafer (Arrhenaterum elatius) und Kammgras (Cynosurus cristatus). Neben den zahlreichen Grassorten sind jedoch besonders drei Arten typisch für eine Fettwiese: Gänseblümchen (Bellis perennis), Löwenzahn (Taraxacum) sowie Klee (Trifolium). Außerdem sind auch andere Pflanzen wie die Schafgarbe (Achillea) mit ihren zahlreichen kleinen Blüten und der als Butterblume bekannte Hahnenfuß (Ranunculus) auf der Fettwiese gerne vertreten. Aber auch andere farbenfrohe Blüher wie die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare), die Witwenblume (Knautia) oder das Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris) beeindrucken in der Fettwiese mit ihrer Blütenpracht und verwandeln Ihren Garten in eine Augenweide.

Taubenkropf-Leimkraut
Das Taubenkropf-Leimkraut ist ein besonderer Hingucker [Foto: Andrea J Smith/ Shutterstock.com]

Tipp: Eine gute Möglichkeit für das Anlegen von Blumenwiesen sind vorgefertigte Saatmischungen, da diese alle benötigten Pflanzensamen beinhalten und dem Kunden damit das mühsame Zusammensuchen der verschiedenen Pflanzen ersparen. Mittlerweile bieten zahlreiche Händler solche Wiesenmischungen an, welche heimische Arten mit ähnlichen Standortbedingungen für die verschiedenen Wiesentypen beinhalten. Doch Vorsicht: Sogenannte „Schau-Mischungen“, die für Blumenwiesen angeboten werden, sind zwar oft besonders blütenreich, beinhalten aber exotische Blumen, die sich nicht auf Dauer in unserem Garten durchsetzen können.

Wenn Sie sich weiter für naturnahes und umweltfreundliches Gärtnern interessieren, finden Sie hier unseren Artikel zum Naturgarten.

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