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Cranberry oder Preiselbeere: Was genau ist der Unterschied?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Cranberry und einer Preiselbeere? Die Antwort auf diese Frage haben wir hier für Sie parat.

Rote Preiselbeeren nah

Preiselbeeren sind deutlich kleiner als Cranberries und schmecken deutlich saurer [Foto: ironwool/ Shutterstock.com]

Rosarot und bittersüß, so kennen wir beide Beeren als Beigabe zu vielen Lieblingsgerichten. Die Ähnlichkeit kann Verwirrung stiften. Man könnte meinen, die kirschgroße Cranberry (Vaccinium macrocarpon) wäre eine hochgezüchtete Sorte der kleineren Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), oder „Cranberry“ wäre nur die englische Bezeichnung für die exakt gleiche Pflanze. Was wirklich stimmt und was die Unterschiede ausmacht, können Sie bei uns lesen.

Cranberry oder Preiselbeere: Die Unterschiede

Gleich vorneweg klären wir die harten pflanzensystematischen Fakten: Die Cranberry und die Preiselbeere sind verschiedene Arten. Der gleiche Gattungsname Vaccinium lässt aber schon erkennen, dass ihre Ähnlichkeit sehr wohl auf Verwandtschaft beruht. Sie zählen gemeinsam mit der Heidelbeere und über 450 weiteren Arten zur Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium).

Die Cranberry oder Amerikanische Moosbeere ist ein in Nordamerika heimisches, kriechendes Wildgehölz der Hochmoore, das im großen Stil angebaut wird. Andere Moosbeeren sind auch in Eurasien verbreitet, werden hier aber nicht näher vorgestellt. Die vier großen Luftkammern der scharlachroten Frucht tragen viel zur großen wirtschaftlichen Bedeutung der „Kranichbeere“ bei: Sie ermöglichen eine besonders effiziente Ernte, wenn die Felder geflutet werden und die Beeren obenauf schwimmen. Über 300.000 Tonnen im Jahr werden allein in den USA, dem Land mit der weltweit größten Produktion, geerntet.

See mit schwimmenden Beeren auf der Oberfläche

Schwimmende Cranberrys in einem gefluteten Feuchtgebiet in Amerika zur Erntezeit im Oktober [Foto: JamesChen/ Shutterstock.com]

Die Preiselbeere ist ein niedriges Gehölz, das auf den ersten Blick der Cranberry zum Verwechseln ähnlich sieht. Sie kommt ebenfalls in Nordamerika und Asien vor, hat aber ihre größte wirtschaftliche Bedeutung in Nordeuropa, wo sie wild gesammelt, aber auch angebaut wird. Die Hauptlieferanten sind Finnland, Norwegen und Schweden. Ihre Ansprüche an den Standort gleichen denen der Cranberry: Kalkarme, durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6, Halbschatten und eine dicke Schneedecke im Winter machen beide glücklich.

Der auffallendste Unterschied zwischen den beiden Beeren besteht in Größe und Geschmack der Früchte. Während die Preiselbeere kleinere Beeren hat, die sehr herb und säuerlich schmecken, können die der Cranberry fast Kirschgröße erreichen und sind deutlich milder.

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Verwendung und Inhaltsstoffe von Cranberry und Preiselbeere

In der Küche sind beide Arten nur bedingt zum Rohverzehr geeignet. Sie schmecken sauer und bitter und können roh zu Verstopfung und Blähungen führen. Viel schmackhafter und beliebter sind die Beeren in Saucen, Chutneys und Marmeladen, als säuernde Beigabe bei Gemüseeintöpfen und Braten oder in getrockneter Form als Knabberei oder Zutat zum Müsli.

Getrocknete Cranberries auf Tisch

Getrocknete Cranberries sind eine beliebte Zutat in süßen und pikanten Speisen [Foto: KAppleyard/ Shutterstock.com]

Die vielfältigen Inhaltstoffe der beiden Beeren prädestinieren sie als Arzneimittel, wobei das Kraut hierbei teilweise stärker Anwendung findet als die Beeren. Preiselbeeren enthalten in vergleichsweise mittleren Mengen die Vitamine A, C, B1 und B2, Kalium und andere Mineralstoffe. Dafür ist der Gehalt an Pektinen und organischen Säuren hoch. Einer der pharmazeutisch interessanten Inhaltsstoffe ist das Arbutin. Dieser Stoff wirkt harndesinfizierend und hat auch eine positive Wirkung bei Darmviruserkrankungen. Arbutin kommt nicht in vielen Pflanzen vor. Bei der Preiselbeere findet man ihn hauptsächlich im Kraut und in vergleichsweise geringen Mengen in der Frucht.

Cranberry am Strauch nah

Kleine Blätter und große Beeren schmücken die amerikanische Cranberry (Vaccinium macrocarpon) [Foto: Matauw/ Shutterstock.com]

Die vielgepriesene Wirkung gegen Entzündungen der Harnwege wurde in den letzten Jahren zunehmend in Frage gestellt, unumstritten ist jedoch der hohe Gehalt an gesunden sekundären Pflanzenstoffen. Die enthaltenen Gerbsäuren wirken entzündungshemmend. Resveratrol ist ein weiterer Inhaltstoff, der bei der Regulierung des Cholesterinspiegels helfen kann. Die Cranberry-Pflanze hat als Arznei ähnliche Qualitäten. Organische Säuren wie Chinasäure findet man auch bei ihr. Anthocyane und Flavonoide, die gesunden Pflanzenfarbstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, entfalten auch hier ihren Zellschutz.

Hier noch einmal die Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf einen Blick:

  • Verwandtschaft und Herkunft: Die Cranberry oder Amerikanische Moosbeere ist die nordamerikanische Cousine der kleineren Preiselbeere. Beide sind Wildpflanzen, die Cranberry wird aber in großem Stil angebaut, während die Preiselbeerernte zu einem bedeutenden Teil aus Wildsammlungen stammt.
  • Aussehen und Verwendung: Die Cranberry kann bis zu kirschgroß werden und ist scharlachrot. Sie schmeckt milder als die kleine, dunkelrote und sehr herbe Preiselbeere und eignet sich daher auch in geringen Mengen für den Rohverzehr. Beide Arten werden zu pikanten Marmeladen und Saucen verkocht und gerne zu deftigen Fleischgerichten gereicht. Als Trockenfrüchte sind sie beliebt zu Müsli und als Knabberei.
  • Medizinische Bedeutung: Die Inhaltstoffe von Preiselbeere und Cranberry ähneln sich stark. Sie sind von pharmakologischem Interesse und vielgepriesene Hausmittel bei Erkrankungen der Harnwege und bei Darmviren ­– diese Aspekte sind jedoch umstritten. Ihre antioxidative und entzündungshemmende Wirkung ist jedoch hoch.
Crannberries am Strauch nah

Cranberries sind deutlich größer als Preiselbeeren und schmecken süßer [Foto: krolya25/ Shutterstock.com]

Cranberry im Garten anbauen

Die Cranberry ist nicht nur ihrer gesunden Beeren wegen für den eigenen Garten interessant, sie macht auch als Bodendecker eine gute Figur. Voraussetzung ist, dass ihre speziellen Ansprüche an den Standort erfüllt werden: Ein Boden pH-Wert um 5 und humos-sandiger, durchlässiger Boden sind Pflicht. Wenn der Boden zu basisch und schwer ist, können Sie diesen entweder mit Sand, torffreier Rhododendronerde und Rindenmulch tiefgründig nachbessern, oder Sie entscheiden sich für eine unkomplizierte Topfkultur – die Wahl des richtigen Substrates vorausgesetzt. Eine genaue Anleitung zum Anbau von Cranberrys finden Sie in unserem Spezialartikel.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • pH-Bodentestset: Bodentest-Set zur einfachen und genauen Ermittlung des Kalkbedarfs. Set reicht für 8 Anwendungen.
  • Floragard Bio Rhodohum: Bio Spezialerde ohne Torf zum Pflanzen von kalkempfindliche Moorbeetpflanzen. Die Bio-Dünger Flora-Bio-Mix und Flora-Phyto-Mix sorgen für ein gesundes Pflanzenwachstum und der niedrige pH-Wert optimiert die Nährstoffversorgung für ein gesundes Wachstum.
  • Plantura Bio-Universaldünger: 100% bio-zertifiziert und tierfreie Inhaltsstoffe. Für robuste Pflanzen und schmackhaftes Obst, Gemüse & Kräuter. Begünstigt ein gesundes sowie aktives Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.
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