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Eichhörnchen anlocken & im Garten ansiedeln

Eichhörnchen gehören zu den beliebtesten GĂ€sten in unseren GĂ€rten. Hier erfahren Sie alles Wichtige, was Sie ĂŒber die kleinen Nagetiere wissen sollten und wie Sie sie anlocken.

Eichhörnchen frisst Nuss
Eichhörnchen sind beliebte GÀste im Garten und können angelockt werden [Foto: Jarry/ Shutterstock.com]

Eigentlich leben Eichhörnchen in Nadel- und MischwĂ€ldern und verbringen dort einen Großteil ihrer Zeit. Ab und zu kann man die putzigen Tiere aber auch im eigenen Garten beobachten. Auf der Suche nach Nahrung springen die emsigen Tiere von Baum zu Baum und sind spannend zu beobachten. Auch ihre sĂŒĂŸe Gestalt mit dem langen, buschigen Schwanz und den roten Ohren machen die Eichhörnchen zu beliebten GĂ€sten im Garten, die gerne willkommen geheißen werden. Was man ĂŒber Eichhörnchen wissen sollte und wie man durch eine clevere Gartengestaltung sogar mehr Eichhörnchen in seinen Garten locken kann, verraten wir Ihnen hier.

Eigenschaften von Eichhörnchen

Geschickt wie Artisten klettern Eichhörnchen ĂŒber Zweige und Äste und springen todesmutig bis zu fĂŒnf Meter von Baum zu Baum – die kleinen Tiere sorgen im Garten fĂŒr lebhaften Betrieb und sind deshalb gerade bei Kindern Ă€ußerst beliebte Beobachtungsobjekte. Als besondere Erkennungsmerkmale gelten dabei ihr buschiger Schwanz und ihre rotbraune Farbe. Ersterer dient ihnen wie ein Balancierstab bei ihren tollkĂŒhnen Kletteraktionen, sorgt aber auch im Winter fĂŒr wohlige WĂ€rme und eignet sich im Sommer als Schattenspender. Das rotbraune Haarkleid ist dagegen kein eindeutiges Zeichen fĂŒr ein Eichhörnchen: Braunschwarze und graue Eichhörnchen sind ebenso ĂŒblich wie das bekannte Fuchsrot. Selbst reinweiße Varianten kommen vereinzelt vor und sind nicht, wie oftmals angenommen, Albinos.

Von ihrem Verwandten, dem Nordamerikanischen Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) kann man die Eichhörnchen deshalb nicht alleine an der Farbe unterscheiden. TatsĂ€chlich sind die Grauhörnchen aber deutlich grĂ¶ĂŸer und stĂ€mmiger, außerdem haben sie – im Gegensatz zum EuropĂ€ischen Eichhörnchen – keine Pinselohren. In Deutschland sind bis heute aber nur Eichhörnchen heimisch – andere europĂ€ische LĂ€nder haben jedoch bereits mit den invasiven Grauhörnchen zu kĂ€mpfen, denn diese sind oft durchsetzungsstĂ€rker als Eichhörnchen und bedrohen so deren Population.

Grauhörnchen auf Ast sitzend
In anderen LĂ€ndern stellen die invasiven Grauhörnchen schon eine Gefahr fĂŒr die heimischen Eichhörnchen dar [Foto: colin robert varndell/ Shutterstock.com]

Was essen Eichhörnchen?

Eichhörnchen fressen NĂŒsse, das weiß doch jedes Kind. Leider ist diese Aussage nicht ganz wahr – tatsĂ€chlich zĂ€hlen Eichhörnchen nĂ€mlich zu den Allesfressern und verspeisen neben NĂŒssen und Samen auch vielerlei andere Dinge. Besonders FrĂŒchte und Obst wie Äpfel (Malus) und Weintrauben (Vitis vinifera) stehen ebenfalls weit oben auf der Nahrungsliste der kleinen Nagetiere. Doch auch Vogeleier, Insekten und Schnecken werden von Eichhörnchen verspeist, wenn sich eine passende Gelegenheit bietet. Leider ist Nahrungsknappheit aber eines der Hauptprobleme, mit denen sich Eichhörnchen in ihrem Leben befassen mĂŒssen. Besonders fĂŒr die Winterruhe mĂŒssen die Tiere große Mengen Nahrung horten, welche sie allerdings nur noch selten finden. GlĂŒcklicherweise kann man als GĂ€rtner diesem Problem entgegenwirken.

Pflanzen fĂŒr einen eichhörnchenfreundlichen Garten

Die einfachste und gleichzeitig natĂŒrlichste Möglichkeit, fĂŒr ein optimales Nahrungsangebot fĂŒr Eichhörnchen zu sorgen, ist, im eigenen Garten fĂŒr passende Futterpflanzen zu sorgen. Klassiker fĂŒr eichhörnchenfreundliche Pflanzen sind natĂŒrlich NussbĂ€ume, allen voran der Walnussbaum (Juglans regia) sowie der Haselnussstrauch (Corylus avellana). Die energiereichen NĂŒsse beider BĂ€ume eignen sich als perfekter Nahrungsvorrat fĂŒr den Winterschlaf und werden von den Eichhörnchen mit unglaublichem Geschick geknackt. TatsĂ€chlich erweisen sich solche NussbĂ€ume im Garten oftmals als wahrer Eichhörnchenmagnet, denn sie werden hĂ€ufig von verschiedenen Eichhörnchen gleichzeitig genutzt.

Doch nicht nur Wal- und Haselnuss sorgen im Herbst fĂŒr einen reich gedeckten Tisch, zahlreiche andere Pflanzenarten werden von den Eichhörnchen ebenso gut angenommen. Besonders ObstbĂ€ume wie Apfel und Birne (Pyrus) sind bei den kleinen Nagern begehrt, denn sie lieben das leckere Fallobst. Buchen (Fagus) und Edelkastanie (Castanea sativa) sind im Garten nicht nur schöne LaubbĂ€ume, sondern sorgen dank Bucheckern und Esskastanien auch fĂŒr reichlich Nahrung. Selbst NadelbĂ€ume sind bei den Eichkatern sehr beliebt, denn die Samen in den Zapfen bieten eine gute Futterquelle.

Eichhörnchen frisst Zapfen am Nadelbaum
Auch Samen von NadelbÀumen stehen bei Eichhörnchen auf dem Speiseplan [Foto: Estuary Pig/ Shutterstock.com]

Eichhörnchen fĂŒttern

Wer keinen großen Garten hat, um BĂ€ume fĂŒr die Eichhörnchen zu pflanzen, muss nicht aufs FĂŒttern verzichten. TatsĂ€chlich sind Eichhörnchen nur neugierig und wenig scheu, sodass sie die FĂŒtterung von Menschen sehr gut annehmen. Dieses PhĂ€nomen können vor allem Menschen beobachten, die bereits Vögel in ihrem Garten fĂŒttern. Ob Sonnenblumenkerne oder Meisenknödel – vor den flinken Eichhörnchen ist keine FĂŒtterungsstelle sicher. Besser und gezielter kann man die kleinen Nager allerdings versorgen, wenn man ein selbstgemachtes Eichhörnchen Futterhaus aufhĂ€ngt – dadurch wird nicht nur sichergestellt, dass wirklich nur Eichhörnchen das Futter bekommen, sondern auch die Vögel können sich wieder in Ruhe ihrem Mahl widmen.

Wenn Sie ein Futterhaus fĂŒr Eichhörnchen aufhĂ€ngen, sollten Sie darauf achten, es möglichst weit oben im Baum und außerhalb der Reichweite von Beutegreifern wie Katzen zu platzieren. GefĂŒllt werden kann der Futterautomat mit NĂŒssen und Sonnenblumenkernen, aber auch mit Maiskörnern, Pinienkernen oder Rosinen. Frisches Obst wird von den kleinen Nagern zwar gerne angenommen, hat im Futterkasten jedoch nichts zu suchen – zu groß ist die Gefahr, dass sich FĂ€ulnis oder Schimmel bildet. Locken Sie mit Ihrem Futterkasten gleich mehrere Eichhörnchen an, kann es sich lohnen, eine weitere Futterstelle in ausreichendem Abstand aufzustellen, um Streitereien zu vermeiden.

Eichhörnchen am Futterhaus
Ein Eichhörnchen Futterhaus sollte geschĂŒtzt vor Fressfreinden installiert werden [Foto: Rudmer Zwerver/ Shutterstock.com]

Wasserstellen fĂŒr Eichhörnchen schaffen

Nicht nur Futter ist fĂŒr die Eichhörnchen elementar – auch ihr Wasserbedarf muss unbedingt gedeckt werden. Besonders in StĂ€dten oder Wohnsiedlungen sind geeignete Wasserstellen allerdings rar gesĂ€t, was die flinken Tiere vor ein großes Problem stellt. Abhilfe schafft hier eine VogeltrĂ€nke. TatsĂ€chlich nutzen Eichhörnchen diese gerne, um ihren Durst zu stillen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Optimal sind TrĂ€nken, die ĂŒber einen breiten, rutschfesten Rand verfĂŒgen, auf dem die Tiere gut sitzen können. ZusĂ€tzlich sollte die VogeltrĂ€nke leicht erhöht sein, denn dies steigert den Schutz der Besucher vor gefĂ€hrlichen Fraßfeinden.

Eichhörnchen: Lebensraum im Garten schaffen

NatĂŒrlicherweise leben Eichhörnchen in WĂ€ldern, in denen sie bis zu mehrere Hektar als Lebensraum beanspruchen. Nachts ziehen sie sich in ihr Nest – den sogenannten Kobel – zurĂŒck, der hoch oben in StammnĂ€he alter BĂ€ume sitzt. Dabei beschrĂ€nken sich die putzigen Tiere aber nicht nur auf ein Zuhause: Bis zu acht Kobel können im Lebensraum der Eichhörnchen verteilt liegen, die unterschiedlich hĂ€ufig zum Schlafen und Wohnen genutzt werden. Eine Besonderheit bei diesen Kobel ist die Tatsache, dass jeder grundsĂ€tzlich ĂŒber zwei AusgĂ€nge verfĂŒgt – so haben die Eichhörnchen stets eine Möglichkeit zur Flucht.

Möchte man im Garten ebenfalls einem Eichhörnchen ein Zuhause bieten, sollte man zunĂ€chst den Garten möglichst attraktiv fĂŒr Eichhörnchen gestalten. Besonders wichtig ist dafĂŒr natĂŒrlich eine geeignete Anzahl von BĂ€umen. Da die kleinen Nager einen Großteil ihres Lebens in Baumwipfeln verbringen, bevorzugen sie GĂ€rten, in denen möglichst viele Klettermöglichkeiten stehen. ZusĂ€tzlich lockt ein ausreichendes Nahrungsangebot die Eichkater an und fördert die AttraktivitĂ€t ihres neuen Zuhauses.

Legen die Eichhörnchen trotz geeigneten Standorts keinen Kobel in Ihrem Garten an, können Sie mit einem einfachen Trick nachhelfen: Viele FachhĂ€ndler bieten kĂŒnstliche Kobel an, die man im eigenen Garten befestigen kann. Achten Sie bei der Anbringung darauf, dass der Kobel hoch genug am Stamm angebracht und nicht von Beutegreifern (insbesondere von Katzen) erreicht werden kann. Die kĂŒnstlichen Quartiere werden von den Eichhörnchen oftmals gut angenommen und mausern sich schon bald zum beliebten Unterschlupf. Aber auch EichhörnchenhĂ€user oder gar NistkĂ€sten werden von manchen Eichhörnchen gerne besetzt und bieten diesen ein warmes Quartier, das sie vor der Witterung und Feinden schĂŒtzt.

Eichhörnchen in Baumhöhle sitzend
Hoch oben in BĂ€umen fĂŒhlen sich Eichhörnchen am wohlsten [Foto: Eduard_Vladimirovich/ Shutterstock.com]

Gefahrenquellen fĂŒr Eichhörnchen im Garten beseitigen

In der Natur fĂŒrchten sich Eichhörnchen vor Fleischfressern wie den Greifvögeln, Madern oder auch der Hauskatze. Im Garten gibt es jedoch noch weitere Gefahrenquellen, die den Tieren einen frĂŒhzeitigen Tod bescheren können. Besonders Regentonnen stellen ein oft unterschĂ€tztes Risiko dar: Auf der Suche nach Wasser fallen die kleinen Nager allzu schnell in die halb gefĂŒllte Regentonne und können an den glatten WĂ€nden nicht wieder nach oben klettern, weshalb sie darin ertrinken. Vermeiden kann man dies, indem man die Regentonne vorsorglich mit einem Deckel oder engmaschigen Netz abdeckt. Wer seine Regentonne lieber offen haben möchte, kann auch ein Ast oder ein Brett schrĂ€g hineinlegen – im Fall der FĂ€lle können die Nager ĂŒber diesen hinausklettern.

Neben der Regentonne stellen Vergiftungen einen hĂ€ufigen Todesgrund von Eichhörnchen im Garten dar: Blaukorn oder Rattengift ist fĂŒr die Tiere extrem gefĂ€hrlich, denn sie nehmen die Stoffe ĂŒber die Nahrung auf und sterben kurze Zeit spĂ€ter. Besonders körnige Gifte und GartendĂŒnger werden von den Eichkatern gerne mit Samen verwechselt und gefressen. Im besten Fall sollte man deshalb ganz auf Pestizide und mineralische DĂŒnger verzichten und stattdessen auf biologische Alternativen zurĂŒckgreifen – diese sind nicht nur deutlich umweltfreundlicher, sondern auch ungefĂ€hrlich fĂŒr die quirligen Eichhörnchen.

Eichhörnchen trinkt aus Regentonne
Offene Regentonnen können fĂŒr Eichhörnchen eine tödliche Gefahr darstellen [Foto: irishka5/ Shutterstock.com]

Erste Hilfe fĂŒr Eichhörnchen

Hin und wieder kommt es vor, dass sich ein verletztes oder hilfloses Eichhörnchen im Garten findet. Besonders hÀufig sind Jungtiere betroffen, die bei Wind und Sturm aus dem Kobel gefallen sind und es aus eigener Kraft nicht wieder hineinschaffen. Dabei zeigen die Jungtiere eine einzigartige Besonderheit: Sie suchen aktiv Hilfe beim Menschen, indem sie auf diese zukommen und sich sogar an das Hosenbein klammern. Dieses Verhalten ist entgegen der weitlÀufigen Meinung kein Indikator von Tollwut, sondern ein angeborener Instinkt.

Ist ein Kobel in der NĂ€he und das Jungtier unverletzt, sollten Sie das Jungtier zunĂ€chst am Fundort liegen lassen und mit einem gebĂŒhrenden Abstand beobachten, ob es vom Muttertier zurĂŒckgeholt wird. In der Zwischenzeit macht es Sinn, mit der Wildtierhilfe RĂŒcksprache zu halten und eventuelle Folgeschritte zu besprechen. Verletzte Tiere sollten dagegen nach Absprache mit der Wildtierhilfe eingefangen und aufgepĂ€ppelt werden. Benutzen Sie beim Einfangen stets robuste Handschuhe und ein Handtuch, denn Eichhörnchen können stark zubeißen und Krankheiten ĂŒbertragen. Bis zum Eintreffen der Tierhilfe sollten Sie das Eichhörnchen mit einer lauwarmen WĂ€rmflasche oder einem Heizkissen versorgen, denn besonders Jungtiere oder kranke Eichhörnchen sind schnell unterkĂŒhlt. Milch sollten Sie dagegen auf keinen Fall fĂŒttern – besser ist es, Sie bieten den kleinen Patienten etwas Wasser an.

Besonders in der kalten Jahreszeit sind Gartentiere oft auf unsere UnterstĂŒtzung angewiesen. Hier erfahren Sie, wie Sie Gartentieren im Winter helfen können.

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