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Gärtnern auf Stroh: Was verbirgt sich dahinter?

Stroh statt Blumenerde – das geht tatsächlich. Was hinter dem neuen Trend steckt und wie das Gärtnern auf Stroh funktioniert, verraten wir Ihnen hier.

Alte Gartengabel im Stroh neben Pflanzen
Pflanzen können auch auf Stroh wachsen [Foto: Simon Maddock/Shutterstock.com]

Ein guter Boden ist wichtig, wenn man sich an üppig wachsenden Blumen und gesundem Gemüse erfreuen möchte. Das stimmt aber nur zum Teil: Tatsächlich kann man mit einfachen Strohballen auch auf unfruchtbaren und versiegelten Böden ohne viel Aufwand Pflanzen ziehen. Kein Wunder also, dass Gärtnern auf Stroh sich zu einem echten Geheimtipp gemausert hat, der immer mehr Anhänger findet.

Gärtnern auf Stroh

Was bei dem ungewöhnlichen Trend, auf Stroh zu gärtnern, zu beachten ist und wie man selber einen Garten auf Stroh anlegen kann, erfahren Sie hier. Wir stellen sowohl Vorteile als auch Nachteile vor und geben eine detaillierte Anleitung.

Vor- und Nachteile von Gärtnern auf Stroh

Das Gärtnern auf Stroh hat besonders einen Vorteil: Man ist unabhängig von dem jeweiligen Untergrund. So begeistern sich vor allem Gärtner mit Balkonen, Terrassen oder großen, gepflasterten Höfen für den neuen Anbau-Trend, denn sie können ganz ohne Plastikkübel und Blumentopf Blumen und Gemüse ziehen. Aber auch bei sehr unfruchtbaren, salzigen oder steinigen Böden, auf denen nur wenige Pflanzen gedeihen, kann ein Strohballen-Garten eine echte Erleichterung sein – durch den Strohballen als Untergrund kann man schnell und einfach mit dem Gärtnern beginnen, ohne den Boden aufwendig sanieren zu müssen.

Doch das Strohgärtnern hat noch weitere Vorteile. Besonders der verminderte Unkrautdruck wird von Strohgärtnern gerne hervorgehoben. Da die Pflanzen erhöht auf den Strohballen wachsen, haben Unkraut und bodenbürtige Krankheiten kaum eine Chance. Auch Staunässe kann kaum auftreten, da überschüssiges Wasser einfach nach unten ablaufen kann. Hummeln und Wildbienen profitieren dagegen vom Stroh, da sie hier einen natürlichen Unterschlupf finden. Zusätzlich wachsen Gemüse und Blumen auf dem Strohballen oft schneller als im Beet. Dieses Phänomen entsteht durch die Wärme, die bei dem Verrotten des Strohs (ähnlich wie bei einem Hochbeet) freigesetzt wird.

Zuletzt sind natürlich die Optik und die Nachhaltigkeit des Rohstoffes Stroh zu betonen. Strohbeete haben oft einen sehr rustikalen und ländlichen Charme, welcher bei vielen Gärtnern beliebt ist. Gleichzeitig ist es gut kompostierbar und lässt sich so rückstandlos recyceln – ganz im Gegensatz zu Blumentöpfen aus Plastik, die sich erst nach Jahrzehnten zersetzen.

Doch das Gärtnern auf Stroh bringt auch Nachteile mit sich: Durch die freigesetzte Wärme gedeihen nicht nur Pflanzen, sondern auch Pilze gut. So können sogenannte Schleimpilze entstehen, die nicht besonders ansehnlich sind. Zusätzlich hat das Gärtnern auf Stroh im Gegensatz zum Gärtnern im Beet einen deutlich höheren Düngerverbrauch, was zur Belastung der Umwelt führen kann, wenn man nicht zu organischen Alternativen greift.

Gelbe Studentenblumen auf Stroh
Dank Strohgärten kann man auch dort pflanzen, wo es der Boden eigentlich nicht zulässt [Foto: D.serra1/Shutterstock.com]

Welche Vorteile hat das Gärtnern auf Stroh?

  • Gärtnern auch auf schlechten Böden möglich, flexibel einsetzbar
  • Schutz vor Unkraut und bodenbürtigen Krankheiten
  • Vermeidung von Staunässe
  • Besseres Wachstum durch Wärme
  • Ansprechendes Äußeres
  • Stroh lässt sich kompostieren
  • Rückzugsraum für Hummeln und Wildbienen

Welche Nachteile hat das Gärtnern auf Stroh?

  • Stärkeres Wachstum von Pilzen
  • Hoher Düngerverbauch

Gärtnern auf Stroh: Das brauchen Sie

Wenn man seine eigenen Pflanzen auf einem Strohballen ziehen möchte, findet man beinahe alle benötigten Dinge im Haushalt. Am wichtigsten sind die Strohballen, welche man oft günstig auf Bauernhöfen oder in Betrieben mit Pferden in der Umgebung erwerben kann. Bei einem Gemüsegarten sollte man auf Stroh aus Biobetrieben zurückgreifen, um eine Belastung mit Pestiziden auszuschließen. Am besten eignen sich kleine, rechteckige Ballen zum Gärtnern, denn sie lassen sich auch per Hand problemlos bewegen und passen in jeden Garten. Wer ein größeres Grundstück hat, kann auch zu großen Quaderballen greifen – diese sind aber oft schwer und umständlich zu transportieren. Auch Rundballen sind prinzipiell für das Gärtnern geeignet, Heu ist dagegen kein gutes Ausgangsmaterial.

Gartenwerkzeuge neben Strohgarten
Kleine Ballen eignen sich oft besser als große [Foto: Alison Hancock/Shutterstock.com]

Wie bereits erwähnt ist der Düngerverbrauch bei dieser Art zu gärtnern erhöht, weswegen es umso wichtiger ist, auf einen Bio-Dünger mit organischer Langzeitwirkung zurückzugreifen, um die Umwelt nicht zu belasten. Daher empfehlen wir besonders unsere Plantura Bio-Dünger, die aus rein pflanzlichen Ausgangsstoffen hergestellt werden und keine Gefahr für die Umwelt darstellen. 

Was brauchen Sie für das Gärtnern auf Stroh?

  • Strohballen
  • Bio-Dünger
  • Wasser, eine Gießkanne oder einen Schlauch
  • Handschuhe
  • Schaufel
  • Pflanzen
  • Eventuell Holz oder Draht für die Verkleidung bzw. Befestigung für die Strohballen
Werkzeuge zum Strohgarten bauen
Eigentlich hat man alles, was man für einen Strohgarten braucht, zu Hause [Foto: Mia Wells/Shutterstock.com]

Anleitung zum Gärtnern auf Strohballen

Viele Leute denken, dass man beim Gärtnern auf Stroh die Pflanzen einfach in die Ballen setzen kann. Tatsächlich müssen die Strohballen erst vorbereitet werden, bevor man mit dem eigentlichen Gärtnern beginnen kann. Vorher sollten Sie jedoch einen geeigneten Platz für Ihren Strohballengarten auswählen – da den Strohballen beim Vorbereiten eine große Menge Wasser zugeführt wird, sind sie später nämlich deutlich schwerer und damit auch schwieriger zu versetzen. Zusätzlich können Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie eine Verkleidung (beispielsweise aus Brettern) für Ihren Strohballen bauen möchten oder die Ballen zusätzlich mit Draht befestigen wollen. Dies bietet sich an, da die Ballen im Laufe der Zeit durch ihre Zersetzung an Stabilität verlieren. Beim Hantieren mit dem Strohballen sollten zu jeder Zeit Handschuhe getragen werden, denn nur allzu schnell kann man sich am stacheligen Stroh verletzen.

Nun kann die eigentliche Vorbereitung des Strohballens beginnen: Über zehn Tage hinweg muss der Ballen täglich gegossen werden. Zusätzlich gibt man jeden zweiten Tag Dünger hinzu. Bei diesem ist es vor allem wichtig, auf eine hohe Stickstoffkonzentration zu achten. Unser Plantura Bio-Universaldünger mit organischer Langzeitwirkung weist ein NPK-Verhältnis von 6-3-4 auf und ist daher hervorragend für die Düngung des Strohballens geeignet. Am sechsten Tag sollten ein leicht süßlicher Geruch am Stroh sowie eine leicht erhöhte Temperatur infolge der Verrottungsprozesse erkennbar sein. Wird der Geruch am zehnten Tag wieder frisch, kann man mit dem Gärtnern beginnen.

Plantura Bio-Universaldünger
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Mit einer Pflanzenkelle oder einer kleinen Schaufel können nun Löcher in den Ballen gegraben werden, in welche man die Pflanzen später setzen kann. In die Löcher wird zusätzlich eine kleine Schicht Blumenerde gefüllt – diese hilft den Pflanzen, sich an den neuen Standort zu gewöhnen, ohne dass ihr Wachstum ins Stocken gerät. Dann können die Pflanzen mit etwas Erde an den Wurzelballen einfach in den Strohballen gesetzt werden. Danach werden die Pflanzen wie im normalen Beet regelmäßig mit Wasser und Dünger versorgt, bis sie bereit für die Ernte sind. Ideal für den Anbau auf dem Stroh sind übrigens Paprika (Capsicum), Tomaten (Solanum lycopersicum), verschiedene Kohlsorten und Salat (Lactuca sativa) geeignet. Aber auch Blumen wie Kapuzinerkresse (Tropaeolum) oder Ringelblume (Calendula officinalis) fühlen sich im Stroh wohl.

Verschiedene Blumen auf Stroh
Auch Blumen eignen sich für den Anbau auf Stroh [Foto: D.serra1/Shutterstock.com]

Wie wird ein Strohgarten richtig angelegt?

1. Strohballen an passenden Ort platzieren

2. Eventuell Strohballen verkleiden beziehungsweise befestigen

3. Über zehn Tage hinweg jeden Tag wässern

4. Jeden zweiten Tag ausreichend düngen

5. Nach zehn Tagen kleine Löcher mit der Gartenkelle stechen

6. Löcher mit etwas Blumenerde füllen

7. Setzlinge in den Strohballen setzen

Wenn Sie sich nun weiter für ungewöhnliche Formen des Gärtnerns interessieren, erfahren Sie hier, wie Sie eine Pilzzucht auf Kaffeesatz oder auch auf Baumstämmen anlegen können.

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