Microgreens: Begriffserklärung, geeignete Pflanzen & Tipps zur Verwendung

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Microgreens sind nicht nur ein grüner Hingucker auf der Fensterbank, sondern finden auch in der Küche Verwendung. Zudem können viele Pflanzen-Arten als Microgreens kultiviert werden.

Verschiedene Microgreens
Microgreens sehen nicht nur hübsch aus, sondern überzeugen auch im Geschmack [Foto: ronstik/ Shutterstock.com]

Das Superfood aus Amerika – Microgreens eignen sich für wunderbar für Gartenfänger, können aber auch die Gerichte von Gartenprofis aufpeppen. Die Vorteile der kleinen Pflanzen sind beispielsweise ihre niedrigen Aufwendungskosten und der geringe Zeitaufwand. Wichtig zu erwähnen ist jedoch: Microgreens ersetzen keine ausgewogene Ernährung, sondern können als gesunder Zusatz angesehen werden. Wir zeigen Ihnen, welche Kräuter- & Gemüsepflanzen sich für den Anbau eignen und wie sie in der Küche eingesetzt werden können.

Was sind Microgreens?

Der Name ist hier Programm – unter dem Begriff „Microgreens“ versteht man sehr junge und zum Verzehr geeignete Gemüse- und Kräuterpflanzen. Man bedient sich also nicht der Frucht oder des ausgewachsenen Blattgrüns, sondern man erntet die kleinen Pflanzen bereits nach 7 bis 14 Tagen. Der Anbau von Microgreens ist dabei auch für Gartenanfänger leicht umzusetzen und funktioniert auf jeder hellen Fensterbank.

Microgreens auf einem Fensterbrett
Eine helle Fensterbank eignet sich perfekt [Foto: ronstik/ Shutterstock.com]

Was ist der Unterschied zwischen Microgreens und Sprossen? Beginnen Samen zu keimen, bezeichnet man diese gemeinhin als Sprossen. Die Keimblätter sind in diesem Stadium schon zu erkennen, aber noch nicht vollständig entwickelt. Microgreens stellen dagegen die ältere Generation dar und weisen schon ausgeprägte Keimblätter und zum Teil richtige Blätter auf. Im Gegensatz zu Sprossen werden Microgreens an der Substratoberfläche abgeschnitten – Sprossen dagegen werden nicht in Substrat kultiviert und im Ganzen verwendet.

Mungobohnen-Sprossen
Sprossen können ohne Licht kultiviert werden, Microgreens nicht [Foto: Jiri Hera/ Shutterstock.com]

Microgreens-Sorten: Welche Pflanzen eignen sich?

Im Prinzip können all diejenigen Nutzpflanzen und damit Kräuter- und Gemüsepflanzen als Microgreens angebaut und verzehrt werden, von welchen das Blattgrün essbar ist.
Nachtschattengewächse, wie Tomate (Solanum lycopersicum), Aubergine (Solanum melongena) oder Kartoffel (Solanum tuberosum)eignen sich nicht, da diese Solanin in ihrem Blattgrün enthalten und dieser Stoff für uns Menschen giftig ist.

Tipp: Verwenden Sie für den Anbau der Microgreens vorzugsweise Bio-Saatgut. Herkömmliches Saatgut ist nämlich häufig mit chemischen Mitteln behandelt, um seine Haltbarkeit zu verlängern.

Microgreens-Saatgut
Saatgut, aus welchem später die gesunden Mikrogreens entstehen [Foto: Tasha Zalevska/ Shutterstock.com]

Das wohl bekannteste Microgreen ist uns allen schon ein Begriff: die schnellwachsende Gartenkresse (Lepidium sativum). Neben der Gartenkresse gibt es jedoch eine große Auswahl an geeigneten Pflanzen – wir haben Ihnen einige Beispiele zusammengestellt.

Kräuter

Microgreens in einer Schüssel
Sonnenblumen und Kohlgewächse bringen Abwechslung in Ihre Küche [Foto: Olena Rudo/ Shutterstock.com]

Gemüse:

Radieschen-Microgreens
Microgreen aus Radieschen-Samen [Foto: irina2511/ Shutterstock.com]

Sonstiges:

  • Amarant (Amaranthaceae)
  • Buchweizen (Fagopyrum)
  • Senf (Sinapis alba)
  • Sonnenblume (Helianthus annuus)
  • Weizen (Triticum)
Sonnenblumen-Microgreens
Microgreen aus Sonnenblumensamen [Foto: montywife/ Shutterstock.com]

Nicht als Microgreens geeignet sind:

Wie gesund sind Microgreens?

Grundsätzlich sind Kräuter und vor allem Gemüse gesund, weswegen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den Verzehr dieser auch klar empfiehlt. Dabei spielt die Größe in erster Linie keine Rolle. Tatsächlich wurde in Microgreens im Vergleich zu ausgewachsenen Pflanzen eine höhere Dichte an sekundären Pflanzenstoffen, Nährstoffen und Vitaminen festgestellt. Um einen gesundheitlichen Vorteil spüren zu dürfen, muss jedoch eine gewisse Menge an Microgreens verzehrt werden. Da diese sehr geschmacksintensiv sind, werden sie jedoch häufig nur als Dekoration oder als Gewürz hinzugenommen. Abgesehen davon fehlt den Microgreens auch der hohe Gehalt an Ballaststoffen, die für unsere Verdauung besonders wertvoll sind.

Geschnittene Microgreens
Die nährstoffreichen Pflanzen eignen sich als Topping verschiedener Gerichte [Foto: ronstik/ Shutterstock.com]

Fazit: Der aus Amerika stammende Trend wird häufig auch als Superfood bezeichnet und ist definitiv gesund, man sollte sich jedoch keine Wunderwirkung erhoffen. Auch muss man bedenken, dass es ein verschwenderischer Luxus ist, nur die winzigen Keimlinge mit geringem Sättigungswert zu verzehren, wenn aus demselben Saatgut auch eine ganze Pflanze werden könnte, die in der Summe deutlich mehr Nährwert für uns bietet.

Verwendung in der Küche

Den höchsten Gehalt an den gesunden Stoffen von Microgreens erhalten Sie, wenn diese roh verzehrt werden. Als alleinstehende Rohkost eignen sich Microgreens jedoch weniger, da diese sehr geschmacksintensiv sind. Die gehobene Gastronomie beispielsweise verwendet deshalb Microgreens zur Dekoration von Salaten oder Suppen. Herrlich schmecken die jungen Pflanzen auch auf Broten mit Butter oder Aufstrichen oder aber als Zusatz für Kräuterquark oder Frischkäse-Variationen. Ebenso können sie als geschmackliche Ergänzung in Smoothies hinzugegeben werden.

Smoothie mit Microgreens
Auch im und auf dem Smoothie machen sich Microgreens wunderbar [Foto: taranova oxana/ Shutterstock.com]

Sind die Microgreens bereit zur Ernte, sollten diese rasch verarbeitet werden, da sie schnell zu faulen beginnen. Leider sind Microgreens auch zum Einfrieren nicht gut geeignet und verlieren neben ihrer knackigen Textur auch einen Teil ihrer gesunden Inhaltsstoffe.

Hinweis: Beim Anbau von Microgreens könnte sich Schimmel bilden, da es auf ein gewisses Maß an Feuchtigkeit ankommt. Erkennen Sie Schimmel auf Ihrer Microgreen-Kultur, sollten Sie diese direkt kompostieren und keinesfalls verzehren.

Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) kann auch als Mikrogreen kultiviert werden und birgt vielseitige positive Wirkungen auf die Gesundheit. Die Pflanze kann neben dem rohen Verzehr auch als Tee zubereitet oder als Öl eingesetzt werden.

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