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Giersch: Alternativen für das unliebsame Wildkraut

Hat man ihn einmal im Garten, ist man schnell nicht mehr Herr über ihn – Giersch. Wir zeigen, wie man ihn loswerden oder aber alternativ verwenden kann.

Giersch Blatt und Blüte im Garten

Giersch gehört zum unbeliebtesten Unkraut im Garten [Foto: Donald HobernCC BY 2.0]

Jeder von uns hat es sicherlich schon einmal erlebt: Im Frühjahr wird das erste Unkraut in den Beeten gejätet. Fleißig wird auch der Giersch (Aegopodium podagraria) zwischen den Lieblingspflanzen herausgezupft und man plant erst einmal ein, die nächsten Wochen die Füße hochlegen zu können. Doch bereits nach ein bis zwei Wochen sprießen wieder die nächsten Blätter vor Kraft strotzend der Sonne entgegen. Was ist bloß der unermüdliche Jungbrunnen dieses lästigen Wildkrautes?

Giersch bildet ein dichtes Geflecht an Rhizomen aus. Das sind unterirdische Sprossachsen, aus denen die jungen Triebe immer wieder austreiben. Die Rhizome des Gierschs sind überaus wuchskräftig und können sich rasant ausbreiten. Man könnte natürlich meinen, dass der Spaten und rigoroses Umgraben Abhilfe leisten und den Doldenblütler (Apiaceae) aus dem Garten vertreiben wird. Doch auch die zerteilten Rhizome können immer noch austreiben, sofern sie nicht in Kleinarbeit komplett aus dem Beet entfernt wurden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Kontrolle über Ihr Beet zurückbekommen oder sogar den Giersch auch liebgewinnen können.

Giersch – Möglichkeiten, um ihn loszuwerden

Regelmäßiges Entfernen
Wenn die Blätter des Gierschs immer wieder entfernt werden, so wird die Pflanze mit ihrem unterirdischen Rhizomsystem zunehmend geschwächt. Letztlich führt das früher oder später zu einer Unterversorgung und dem Absterben. Doch bis man das erreicht hat, benötigt man in den meisten Fällen einen langen Atem.

Intensive Bodenbearbeitung
Wenn sich der Giersch auf einer Fläche befindet, wo keine anderen Pflanzen stehen, kann man überlegen, sorgfältig umzugraben. Dabei müssen die Pflanzen mit dem kompletten Rhizom- und Wurzelsystem entfernt werden. Ebenso könnte die Erde im Extremfall ausgekoffert und mit neuer Erde aufgefüllt werden. Weiß man jedoch nicht, woher die Erde stammt, kann diese ebenso gut mit Rhizomteilen oder keimfähigen Samen des Giersch „verseucht“ sein.

Fläche abdecken
Ebenso kann die gesamte Fläche mit einem Vlies und einer etwa 10 cm dicken Mulchschicht abgedeckt werden. Der dauerhafte Lichtentzug sorgt dafür, dass auch das Rhizom langsam aber sicher abstirbt. Das dauert aber circa zwei Jahre und auch dann können sich immer noch keimfähige Samen im Boden befinden, die für die nächste Giersch-Generation sorgen.

Kartoffeln anpflanzen
Da wo der Giersch wächst, kann man auch prima Kartoffeln anpflanzen, um den Giersch zu vertreiben. Die Kartoffel-Pflanzen wachsen schneller als der Giersch. Dadurch entziehen sie ihm Nährstoffe und Wasser. Schließlich stellen sie ihn gänzlich in den Schatten und auch in diesem Fall sorgt der Lichtmangel für Verkümmerung des Gierschs. Angenehmer Nebeneffekt: Die Kartoffelernte.

Chemische Pflanzenschutzmittel
Dies sollte im eigenen Garten absolut die letzte Waffe sein, zu der man greift, um das wüchsige Wildkraut loszuwerden. Zudem ist bei der Wahl des Herbizids darauf zu achten, dass Unkrautvernichtungsmittel, die gegen gewöhnliche Unkräuter wirksam sind, bei Giersch nicht wirklich helfen. Teile der Rhizome überleben meist noch und können unbeeindruckt wieder austreiben. Auf dem Markt sind jedoch spezielle Mittel für den Eigengarten verfügbar, die vielversprechender im Kampf gegen den Giersch sind.

Giersch – alternative Verwendungsmöglichkeiten

Giersch kann jedoch auch aus einem anderen Blickwinkel gesehen werden. So wurde der Doldenblütler im Mittelalter aufgrund seiner vermeidlichen Wirksamkeit gegen Gicht und Rheuma gezielt angebaut. Seine Heilkraft konnte jedoch nicht bestätigt werden. Doch gewiss ist, dass er mit hohen Gehalten an Eisen, Kalium, Karotin und Vitamin C auftrumpfen kann. In Kombination mit seinem an Petersilie erinnernden würzigen Geschmack eignet er sich auch prima als Salatgemüse. Gekocht wird er als adäquater Spinat-Ersatz aus dem eigenen Garten gehandelt. Grundsätzlich sollten jedoch nur junge, frische Blätter verwendet werden. Diese sollten zudem vor der Blüte geerntet werden. Mit zunehmendem Alter kann Giersch nämlich eine abführende Wirkung haben und die Blätter werden zudem faserig. Die Blüte kann man theoretisch durch das Herausknipsen verlängern. Doch wird ein Teil der oberirdischen Triebe immer wieder entfernt, so fördert das auch den Neuaustrieb der Rhizomknospen.

Möglichkeiten, Giersch in der Küche zu verwenden

  • als Blattgrün im Salat
  • gekocht als Alternative zum Spinat
  • in einem würzigen Kräuteraufstrich
  • zu Pesto verarbeitet
  • als Komponente in einem grünen Kräuter-Smoothie
  • Giersch kann prima frisch eingefroren werden und steht so ja nach Bedarf ganzjährig zur Verfügung

Giersch kann also deutlich mehr als lästig sein. Doch nun sollten Sie nicht einfach so Giersch in Ihren womöglich Giersch-freien Garten pflanzen. Wollen Sie auch zu Hause für den frischen Salat von dem Blattgemüse ernten, so ist zu einer Rhizomsperre zu raten. Graben sie diese Sperre, die vor dem unkontrollierten Wuchs der unterirdischen Rhizome schützen soll, gute 50 cm in den Boden und lassen Sie oben wenige Zentimeter aus dem Beet schauen. Noch sicherer wäre es natürlich, wenn Sie die anspruchslose Pflanze im Topf anbauen. Achten Sie dabei darauf, dass der Samen sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann und der Giersch im nächsten ja an diversen andern Stellen im Garten anzutreffen ist. So gehen Sie garantiert sicher, in ein paar Jahren nicht Woche für Woche aus Ihrem geliebten Gartenbeeten den unliebsamen Giersch herauszupfen zu müssen.

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