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Hagebutte: 7 Fragen & Antworten zur Frucht der Wildrose

Wie kann man Hagebutten ernten und sind die Früchte der Wildrose eigentlich giftig oder sogar gesund? Wir beantworten 7 Fragen rund um die Hagebutte.

Hagebutten wachsen am Strauch
Hagebutten sind die Früchte der Rosen [Foto: sunsinger/ Shutterstock.com]

Wenn der Himmel grau und trüb ist und die Bäume bereits ihre Blätter haben fallen lassen, dann ist die Stunde der Hagebutten gekommen. Die leuchtend roten Früchte bringen Farbe in Gärten und Gebüsche. Selbst unter dem Weiß des ersten Schnees leuchten die Hagebutten unbeirrt hervor. Dabei sind die Früchte nicht nur schön anzusehen, sondern bringen jede Menge Nützliches mit sich.

1. Woher kommen Hagebutten?

Hagebutten haben fast etwas Volkstümliches an sich. Seit hunderten von Jahren und über viele Generationen schon haben Menschen die positiven Eigenschaften der roten Fruchtkörper für sich entdeckt. Eigentlich sind Hagebutten Sammelnussfrüchte, wie leicht an den vielen kleinen behaarten Nüsschen im Inneren des Fruchtfleisches zu erkennen ist. Gebildet werden die glänzend roten Früchte von Rosen (Rosa). Doch nicht alle Rosen bilden Hagebutten aus, denn es gibt auch sterile Rosensorten, die keine Fruchtkörper ausbilden können. Besonders ausgeprägt sind hingegen die Hagebutten der Wildrosen wie beispielsweise der Hundsrose (Rosa canina). Diese eignen sich hervorragend zur Ernte und Weiterverwertung.

Hagebutten nah am Strauch
Potenziell bilden alle Rosen Hagebutten aus. Manche Arten jedoch sind steril. Wildrosen hingegen bilden wohl im Reich der Rosen die prächtigsten Hagebutten aus [Foto: Ellica/ Shutterstock.com]

2. Kann man Hagebutten im Garten anbauen?

Selbstverständlich können Sie Hagebutten auch im eigenen Garten anbauen. Die Rosen mit den schönsten Früchten – die Wild- beziehungsweise Heckenrosen – eignen sich besonders gut für Hagebuttenhecken oder einzeln stehende Sträucher als Blickfang im Garten. Während im Herbst die romantischen Blüten mit ihrem betörenden Duft den Garten verzaubern, verwandeln die rot leuchtenden Hagebutten Ihren Garten im Winter in ein wahres Vogelparadies. Wildrosen sind ein wichtiger Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten und Vögel. Weitere vogelfreundliche Pflanzen finden Sie in diesem Artikel.

Zudem sind Wildrosen sehr genügsam und anpassungsfähig, sie geben sich auch mit trockenen und nährstoffarmen Böden zufrieden. In der Landschaft sind sie deshalb häufig entlang von Wegen und bevorzugt an sonnenexponierten Orten zu finden.

Wildrosen-Blüte
Die zarten Blüten der Wildrose entfalten einen herrlichen Duft [Foto: Toni Genes/ Shutterstock.com]

3. Wann sammelt man die Früchte der Wildrose?

Hagebutten reifen im Herbst heran, eine Ernte ist deshalb prinzipiell ab September möglich. Zu dieser Jahreszeit sind die Hagebutten jedoch oft noch hart, wenn nicht gar unreif. Nach dem ersten Frost jedoch werden die Früchte weich und die Schale beginnt, etwas glasig zu werden. Sie gibt leicht nach, wenn Sie darauf drücken. Nun ist der optimale Erntezeitpunkt, denn im Verhältnis zu den harten Hagebutten sind diese weichen Exemplare sehr viel süßer und zudem besser zu verarbeiten. Theoretisch können die Früchte nun über den gesamten Winter hinweg gesammelt werden, doch mit der Zeit sinkt der wertvolle Vitamin-C-Gehalt des Fruchtfleisches. An trockenen Tagen soll der Vitamin-C-Gehalt am höchsten sein.

4. Wie erntet man Hagebutten richtig?

Die Ernte von Hagebutten ist nicht weiter kompliziert. Vielleicht haben Sie ja schon als Kind bei langen Wanderungen ab und an am Wegesrand eine Hagebutte direkt vom Strauch genascht? Dabei haben Sie wahrscheinlich einfach die Hagebutte vom Strauch gepflückt und somit schon das gesamte Geheimnis der Hagebuttenernte gelüftet. Die Ernte der roten Frucht ist also echte Handarbeit. Seien Sie jedoch vorsichtig und tragen Sie Handschuhe zur Ernte, damit Sie sich nicht an den spitzen Stacheln der Rosen stechen.

Hagebutten ernten
Hagebutten werden einfach von Hand einzeln vom Strauch gepflückt. Handschuhe schützen dabei vor den spitzen Stacheln der Pflanze [Foto: Deyan Georgiev/ Shutterstock.com]

5. Sind Hagebutten giftig oder essbar?

Hagebutten sind nicht nur essbar, sondern sehr gesund und äußerst wohlschmeckend. Das gilt nicht nur für uns Menschen, denn auch zahlreiche Vögel genießen die vitaminreiche Abwechslung in den doch meist recht kargen Wintermonaten. Die Früchte können Sie übrigens sogar roh direkt vom Strauch genießen. Wählen Sie eine weiche Frucht aus und drücken Sie diese aus, ohne dabei jedoch die haarigen Kerne mit herauszudrücken. Genießen Sie nun das herausquellende Fruchtmark.

6. Sind Hagebutten gesund?

Tatsächlich sind Hagebutten äußerst gesund. Lycopin etwa, die Substanz, die den Hagebutten ihr intensives Rot verleiht, ist wirksam zur Prävention von Krebs und hilft zudem gegen Arterienverkalkung. Der wohl bekannteste Inhaltsstoff von Hagebutten ist jedoch das Vitamin C (Ascorbinsäure), welches als Fänger von freien Radikalen im Körper antioxidativ wirkt und an vielen Stoffwechselfunktionen beteiligt ist. Berühmt ist dieses Vitamin insbesondere für die Stärkung der Immunabwehr, die bekanntlich im Herbst, zur Zeit der Fruchtreife der Hagebutten, etwas Unterstützung bedarf. Dabei ist in Hagebutten sogar deutlich mehr Vitamin C enthalten als in Zitrusfrüchten.

Weiterhin sind Hagebutten auch reich an Vitamin A, welches eine Rolle beim Nachtsehen, bei der Fruchtbarkeit und der Regeneration der Haut spielt. Zusätzlich enthalten Hagebutten die Vitamine B1 und B2 sowie wichtige Mineralnährstoffe wie Eisen, Zink und Natrium. Mit all ihren wertvollen Inhaltsstoffen sollen Hagebutten sogar gegen Rheuma helfen.

Geerntete Hagebutten
Vor der weiteren Verarbeitung steht zunächst das Entkernen an [Foto: Nastyaofly/ Shutterstock.com]

7. Wie kann man Hagebutten verarbeiten und verwenden?

Das Anstrengendste bei der Verarbeitung ist wohl das Entkernen, um das Hagebuttenmark zu gewinnen. Denn die zahlreichen kleinen Hagebuttenkerne, bei denen es sich eigentlich um Nüsse handelt, sitzen mitten im Fruchtfleisch. Sie sind mit feinen Haaren verziert, die auf der Haut ziemlich jucken und auch im Mund nicht sehr angenehm sind. Die konventionelle Methode ist daher, die Spitzen der Früchte abzuschneiden, die Hagebutten zu halbieren und dann die Kerne herauszuschaben. Das ist natürlich eine ganze Menge Arbeit. Sollen die Früchte ohnehin zu Hagebuttenmarmelade oder -mus verarbeiten werden, so können Sie diese alternativ erst in Wasser weichkochen und dann durch ein Sieb passieren. Auch diese Methode ist nicht ganz einfach, kann aber durch die Verdünnung mit Wasser erleichtert werden. Nur muss das Wasser dann später natürlich auch wieder verkocht werden, damit die Marmelade oder das Mus nicht zu flüssig wird.

Leckere Rezepte und Möglichkeiten des Verzehrs gibt es viele. Neben Hagebuttenmus und -marmelade erfreuen sich auch Likör und Fruchtweine großer Beliebtheit. Doch auch für Herzhaftes sind Hagebutten zu haben. Köcheln Sie ein Kilogramm entkernte Hagebutten etwa 90 Minuten lang mit 150 Gramm gewürfelten Zwiebeln, 100 Gramm Rosinen und 125 Millilitern Weinessig, so erhalten Sie wunderbares Hagebutten-Chutney. Gewürze wie Zimt, Nelken, Senfkörner und Koriander runden den Geschmack des Chutneys ab.

Getrocknete Hagebutten
Getrocknet sind Hagebutten lange haltbar und eine gute Grundlage für Hagebuttentee[Foto: matin/ Shutterstock.com]

Sie können entkernte Hagebutten auch ganz einfach trocknen. Falls Sie nicht genügend Platz oder Geduld für das Lufttrocknen der Früchte haben, können Sie Trocknungsgeräte oder den Ofen heranziehen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Trocknungstemperatur unter 40 °C bleibt, um die Inhaltsstoffe zu erhalten. Getrocknete Hagebutten sind bei kühler, trockener und dunkler Lagerung viele Monate haltbar. Sie eignen sich als gesunder Snack für zwischendurch oder können für die Zubereitung von Hagebuttentee verwendet werden. Für die richtige Stärke des Tees sollten Sie diesen etwa acht Minuten ziehen lassen. Aber nicht wundern: Der Hagebuttentee wird nicht rot, sondern bleibt recht farblos.

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