skip to Main Content

Hummelfreundliche Pflanzen: Unsere Top 10 für Ihren Garten

Hummeln sind wertvolle Insekten, die auch in Ihrem Garten einen Platz haben sollten. Die besten 10 Pflanzen für Hummeln finden Sie hier.

Hummeln auf Pflanze
Besondere Pflanzen im Garten helfen den Hummeln enorm [Foto: F.Niegel/ Shutterstock.com]

Hummeln (Bombus sp.) gehören zur Familie der Echten Bienen (Apidae) und sind damit auch eng mit unserer Honigbiene (Apis mellifera) verwandt. Die dicken Brummer bewohnen Erdbauten, hohe Baumstämme oder auch verlassene Vogelnester. Allein in Deutschland kommen 36 unterschiedliche Arten vor – 16 davon stehen jedoch leider mittlerweile auf der Roten Liste. In den Jahren der wachsenden industriellen Landwirtschaft, der großzügigen Verwendung von bienengefährlichen Spritzmitteln und nicht zuletzt dem Schwund der Wildpflanzenvielfalt auf den Ackerflächen, sind unsere schwergewichtigen Bestäuber immer seltener geworden. Doch auch in vielen Hausgärten und Balkonen finden Hummeln oft nicht genügend Nahrung. Besonders den eiweißreichen Pollen brauchen sie in großen Mengen für ihre Larven, ihren eigenen Energiebedarf decken sie mit zuckrigem Nektar. Und natürlich benötigen Hummeln auch Blüten, die groß und stabil genug sind, um ihr Gewicht zu tragen und gleichzeitig eine Menge Pollen und Nektar zur Verfügung stellen. Schon drei bis fünf Tage Hunger können den Tod für das Hummelvolk bedeuten. Deshalb stellen wir Ihnen hier besonders hummelfreundliche Pflanzen vor, die vielleicht auch bald in Ihrem Garten ein Plätzchen finden.

Hummelfreundliche Pflanzen: Die Top 10

Mit einem Balkon oder dem eigenen Garten kann jeder zur Erhaltung unserer pelzigen Bestäuber beitragen. Hier haben wir für Sie die bei Hummeln beliebtesten Blühpflanzen zusammengetragen.

10. Echtes Herzgespann

Das Echte Herzgespann (Leonurus cardiaca) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und wird auch Löwenschwanz oder Herzgold genannt. Die eher unscheinbar, in büscheligen, zartrosa Blütenständen blühende Pflanze stammt ursprünglich aus Sibirien und kam vor allem als Heilpflanze gegen allerlei Beschwerden in unsere Bauerngärten. Sie wächst bevorzugt auf durchlässigen, sandigen und leichten Böden in voller Sonne. Im Kübel gedeiht das Herzgespann besonders gut in nährstoffarmer, luftiger Kräutererde. Von Juni bis September wirken die Blüten des Herzgespanns sehr anziehend auf viele Insekten – darunter auch auf Hummeln – und bieten reichlich Nektar.

Echtes Herzgespann
Das Herzgespann wurde früher als Heilpflanze genutzt, jetzt erfreuen sich die Hummeln daran [Foto: Orest lyzhechka/ Shutterstock.com]

9. Löwenmäulchen

Das Löwenmäulchen (Anthirrhinum majus) ist eine beliebte, meist einjährig genutzte Blühpflanze, die das ganze Farbspektrum von Weiß über Gelb, Orange, Weinrot bis hin zu Tiefviolett abdeckt. Die Hummel ist die Hauptbestäuberin des Löwenmauls, denn nur, wenn sich ein Insekt mit ausreichend Gewicht auf den unteren Teil der Blüte setzt, öffnet sie sich. Für den Balkon eignen sich kleinwüchsige bis 25 Zentimeter hohe Zwergsorten, für den Hausgarten größere, verholzende Arten. Milde Winter überstehen die hübschen Gewächse gut und treiben im nächsten Jahr frisch aus. Auch aus den Samen vermehrt sich das Löwenmäulchen sehr gut und bietet Hummeln von Juni bis September reichlich Nahrung.

Löwenmäulchen
Das Löwenmäulchen lässt sich nur von Hummeln öffnen [Foto: manfredxy/ Shutterstock.com]

8. Glockenblume

Die verschiedenen Glockenblumen (Campanula sp.) bilden von Juni bis September sternförmige, weiß bis blau-violette Blüten aus. Je nach Bedarf und Garten gibt es buschige, nur 10 bis 20 Zentimeter niedrige Sorten oder auch, wie die Riesen-Glockenblume (Campanula lactiflora), bis zu 150 Zentimeter hohe Pflanzen zur Auswahl. Die Glockenblume steht gerne vollsonnig bis halbschattig und besitzt ansonsten kaum Ansprüche an den Standort. Hummeln bedienen sich gerne an ihrem Pollen und Nektar.

Glockenblume
Auch Bienen besuchen gerne die Glockenblume [Foto: Charlie Goodall/ Shutterstock.com]

7. Stockrose

Die Stockrose (Alcea rosea) begeistert mit ihren Wildrosen-ähnlichen großen Blüten in allen Farben. Dennoch gehört sie zu den Malvengewächsen (Malvaceae) und ist somit mit Eibisch (Althaea sp.) und Hibiskus (Hibiscus sp.) verwandt. Sie kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen und recht ausladend werden. Eine Stockrose sollte in keinem Hausgarten fehlen, denn von Juli bis September besuchen viele Wildbienen und Hummeln die prächtigen Blüten. Stockrosen sind winterhart und stellen kaum Ansprüche an den Standort – sie vertragen sogar kalkigen Boden.

Stockrose
Stockrosen sollten in keinem Garten fehlen [Foto: NastyaMaks/ Shutterstock.com]

6. Kugeldistel

Die Kugeldistel (Echinops sp.) gehört tatsächlich zu den Disteln und erreicht eine Wuchshöhe von 50 Zentimetern bis zu zwei Metern. Sie ist mehrjährig und bildet einen kantigen, kräftigen Stängel aus, an dessen Ende sich viele einzelne Blüten zu einer weiß bis violetten Kugel zusammensetzen. Zur Blütezeit zwischen Juli und September werden die hübschen Gebilde von Bienen und Schmetterlingen regelrecht umschwärmt. Über die Aussaat oder auch Rhizomteilung kann man Kugeldisteln vermehren. Sie bevorzugen durchlässige, sandige und sogar steinige Böden in voller Sonne.

Kugeldistel
Kugeldisteln bieten den Hummeln von Juli bis September Nahrung [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

5. Lavendel

Ein Klassiker der Beetgestaltung ist der besonders bei Bienen und Hummeln beliebte Lavendel (Lavandula angustifolia) Die duftenden, weißen bis tiefvioletten Lippenblüten recken sich auf dünnen, langen Stängeln Richtung Sonne und liefern von Juni bis September Nektar und Pollen für fleißige Bestäuber. Lavendel gibt es in den verschiedensten Sorten für Balkone, Beete und zur Unterpflanzung unter höhere Stauden. Die Wuchshöhe reicht dabei von 20 bis 80 Zentimeter. Besonders wohl fühlt sich der Lavendel in sonnigen Lagen auf kalkigen, lehmig-humosen Erden, da er nur sehr wenig Wasser und kaum Nährstoffe benötigt.

Lavendel
Lavendel bringt Duft und Nahrung für Hummeln [Foto: aniana/ Shutterstock.com]

4. Flockenblume

Die Flockenblume (Centaurea sp.) ist eine weit gefächerte Gruppe, zu der auch die Kornblume (Centaurea cyanus) und die Berg-Flockenblume (Centaurea montana) gehören. Die Zungenblüten kann man in Weiß und Gelb oder Zartrosa bis Tiefblau bewundern. Auch weinrote Varianten gibt es mittlerweile. Die grazilen Blüten laden Hummeln von Mai bis August auf einen Besuch ein. Die mehrjährige Heilpflanze erreicht eine Höhe von 30 bis 60 Zentimeter und gedeiht auf nahezu allen Böden, bevorzugt aber sandig bis lehmige, sonnige Standorte. Entfernt man regelmäßig die verwelkten Blüten, schiebt die Pflanze immer wieder neue Knospen nach.

Flockenblume
Weiße Flockenblumen sind ein ganz besonderer Blickfang [Foto: paula french/ Shutterstock.com]

3. Mohn

Der Mohn (Papaver sp.) kommt in vielen Varianten und Farben daher. Von strahlendem Weiß über tiefrot und violett, mit halb-gefüllten oder einfachen Blüten wird es kaum einmal langweilig. Je nach Art erreicht Mohn bis zu 150 Zentimeter Höhe, bleibt meist aber darunter. Die Pflanze bietet von Mai bis Juni zwar kaum Nektar, dafür aber besonders viele Pollen für Hummeln. Nebenbei werden die Blüten befruchtet und man kann die eigenen Mohnsamen ernten und wieder aussäen – oder bei den Sorten ‘Graumohn’, ‘Blaumohn’ und ‘Weißer Mohn’ auch selbst vernaschen.

Mohn
Mohn ist eine wichtige Quelle für Pollen [Foto: razzel/ Shutterstock.com]

2. Natternkopf

Der blau-violette Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) ist eine zweijährige oder ausdauernde Pflanze, die 25 bis 100 Zentimeter Wuchshöhe erreicht. Der ungewöhnliche Name leitet sich von der Form der Blüten ab, die an den Kopf einer Schlange mit ausgestreckter, gespaltener Zunge erinnert. Er bevorzugt sonnige Lagen und eignet sich sehr gut für sandige, steinige und trockene Standorte wie Steingärten. Die Pflanze gilt als hochwertiger Nektarlieferant und ist nicht nur für Hummeln, sondern auch für allerlei Schmetterlinge attraktiv. Die Blütezeit dauert sehr lange, von Mai bis Oktober. In einem insektenfreundlichen Garten darf der Natternkopf deshalb nicht fehlen.

Natternkopf
Der Natternkopf gedeiht auch auf steinigen Böden [Foto: Vic and Julie Pigula/ Shutterstock.com]

1. Sonnenbraut

Die Sonnenbraut (Helenium sp.) begeistert mit ihrer großen Farbpalette von Blutrot bis Zitronengelb. Die mit Sonnenblumen verwandten Stauden erreichen eine Höhe von 50 bis 170 Zentimetern und blüht unerlässlich – bei frühen Sorten bereits ab Mitte Juni und bis in den späten Herbst hinein. Die bei Bienen und Hummeln beliebten Korbblüten wurden nach dem Sonnengott Helios benannt. Daher verwundert es auch nicht, dass die Sonnenbraut gerne in voller Sonne steht. Als Flachwurzler benötigt sie gute Wasserversorgung, sowie im Frühjahr eine Düngung zum Start der Saison. Auch im Kübel beweisen sich die Präriepflanzen und erfreuen so nicht nur Hummeln, sondern auch Gärtner.

Sonnenbraut
Die Sonnenbraut eignet sich besonders gut für sonnige Lagen [Foto: Alexandra Glen/ Shutterstock.com]

Wenn Sie nicht nur Hummeln, sondern speziell auch ihren kleineren Verwandten, den Bienen etwas Gutes tun wollen, schauen Sie doch mal bei unserem Spezial-Artikel zu den 10 bienenfreundlichsten Pflanzen vorbei.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top