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Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?

Die Kritik an Hybridsaatgut wird immer lauter, aber sind die Vorurteile aber auch begründet? Wir gehen der Sache für Sie genauer auf den Grund.

Hybridsaat gut Samen Sonnenblume

Die Samen der Sonnenblume lassen sich sehr einfach gewinnen [Foto: Valdemar FishmenCC BY 2.0]

Hybridsaatgut ist heutzutage ein fester Bestandteil der Landwirtschaft. Bis auf wenige Ausnahmen werden in Deutschland zum Beispiel alle Zuckerrüben- und Maisfelder mit Hybridsorten bestellt. Nicht nur in Industrieländern wie Deutschland, sondern auch in weniger entwickelten Ländern wie Indien bevorzugen immer mehr Landwirte das teure Hybridsaatgut. Aber auch in den Gärtnereien und Baumärkten werden immer öfter Hybridsorten angeboten. Deswegen stellt sich vielen die Frage: Was sind eigentlich Hybridsorten und welches Saatgut ist für den Hobbygärtner das richtige?

Die Züchtung von Hybridsaatgut ist eigentlich kein großes Geheimnis und kann in der Regel bei allen Selbst- und Fremdbefruchtern durchgeführt werden. Der wichtigste Punkt bei der Hybridzucht ist die Auswahl der Hybrideltern, also die Elternpflanzen aus denen die Hybridsorte gezüchtet wird. Sie sollten genetisch möglichst unterschiedlich sein und reinerbig. Diese Voraussetzungen führen bei der Kreuzung zum sogenannten Heterosis-Effekt. Genau dieser Effekt ist für die hohen Ertragsleistungen der Hybriden verantwortlich. Neben dem hohen Ertrag ist der gleichmäßig abreifende Pflanzenbestand ein weiterer wichtiger Faktor für die Landwirtschaft. Denn schließlich muss ein Feld meistens in einem Arbeitsgang abgeerntet werden und zu dem Zeitpunkt sollten dann natürlich alle Pflanzen idealerweise auch reif sein. Heutzutage ist es bei vielen Kulturpflanzen nur mit Hybridsorten möglich auf dem internationalen Lebensmittelmarkt zu bestehen. Den Landwirten bleibt somit oft gar nicht die Wahl, samenfeste Sorten zu benutzen. Der größte Nachteil für die Landwirtschaft ist allerdings, dass Hybridsaatgut für jede Saison neu hinzugekauft werden muss. Die neue Pflanzengeneration aus den vorher angebauten Hybridpflanzen würde einen sehr ungleichmäßigen Pflanzenbestand hervorbringen mit einem wesentlich geringeren Ertrag, von dem der Landwirt nicht leben könnte.

Im Privat- oder Hobbybereich verhält es sich oft ganz anders mit den Vorteilen der Hybridsorten.

Ist es wirklich sinnvoll auf einen möglichen höheren Ertrag der Hybridsorte zu hoffen, wenn das Saatgut gleichzeitig das Doppelte oder Dreifache einer samenfesten Sorte kostet? Ein weiterer Vorteil auf samenfeste Sorten zu setzen besteht natürlich auch darin, dass es den Hobbygärtner meistens sehr erfreut, wenn nicht alle Pflanzen auf einmal reif werden, da die Lagerzeiten und Lagerkapazitäten oft begrenzt sind. Ein gleichmäßig abreifender Pflanzenbestand ist daher in vielen Fällen gar nicht erwünscht.

Daneben gibt es eine viel größere Vielfalt an samenfesten Sorten, die preislich oft wesentlich günstiger sind. Eine individuelle Obst- und Gemüseauswahl im eigenen Garten ist doch wesentlich reizvoller, als die gleichen Hybridsorten anzubauen, die es auch im Supermarkt gibt. Zudem leistet jeder Hobbygärtner einen Beitrag zum Sortenerhalt, wenn mehr samenfeste Sorten angebaut werden. Wenn Grundkenntnisse in der Pflanzenzüchtung vorhanden sind, dann ist es problemlos möglich selbst Samen zu ernten und die Sorteneigenschaften zu erhalten. Nebenbei spart man so natürlich auch bares Geld. Greifen Sie also lieber zu samenfesten Sorten.

 

 

 

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