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Laufenten gegen Schnecken: Alles, was Sie wissen müssen

Die Haltung von Laufenten wird immer beliebter. Wie Sie Laufenten gegen Schnecken einsetzen und was man bei der Haltung beachten muss, erfahren Sie hier.

Laufenten im Garten
Laufenten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – was es mit den Schneckenbekämpfern auf sich hat, haben wir für Sie zusammengefasst [Foto: Karel Stipek/ Shutterstock.com]

Schnecken sind in so gut wie jedem Garten ein allgegenwärtiges Ärgernis. Unsere einheimischen Schnecken und insbesondere Hausschnecken sind dabei gar nicht das größte Problem, doch eingewanderte Spanische Wegschnecken (Arion vulgaris) vergreifen sich liebend gern mit viel Appetit an allem, was im Garten so gedeiht. Da schafft die Laufente (Anas platyrhynchos f. domestica) definitiv Abhilfe. Doch so einfach ist das Ganze dann doch wieder nicht, denn Laufenten haben auch ihre Bedürfnisse. Die Tiere brauchen Pflege und ausreichend Platz. Doch wenn das kein Hindernis ist, können Laufenten eine Bereicherung für Ihren Garten sein.

Laufenten gegen Schnecken

Laufenten stammen aus Asien, womit sich auch die häufige Bezeichnung als Indische Laufenten erklärt. Dort wurden die Tiere aus gewöhnlichen wilden Stockenten (Anas platyrhynchos) gezüchtet. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich. Häufig sind die Tiere mit dem gleichen Federkleid geschmückt, wie es Stockenten tragen. Doch es gibt auch andersfarbige Laufenten, etwa schwarze oder weißscheckige. Im Gegensatz zu ihren wilden Verwandten können die Tiere kaum fliegen, dafür allerdings ziemlich schnell laufen. Ursprünglich wurden sie wegen ihrer hervorragenden Eier gehalten, doch mittlerweile machen sie sich besonders als Schneckenbekämpfer einen Namen. Und wer weiß, vielleicht zieht bald auch in Ihrem Garten ein Ententrupp gegen die Nacktschnecken zu Beete?

Das muss man bei der Haltung von Laufenten beachten

Die Haltung von Laufenten und Hühnern unterscheidet sich nicht wesentlich. Nicht umsonst werden beide Arten häufig sogar gemeinsam gehalten. Oberste Priorität ist selbstverständlich eine artgerechte Haltung – und das bedeutet in erster Linie viel Platz und ausreichend Futter. Seien Sie sich bewusst, dass die Tiere auf Sie angewiesen sind und Sie die Verantwortung für ihr Wohlergehen tragen.

Das perfekte Gehege für Laufenten

Neben einem Stall, der die Laufenten des Nachts vor Raubtieren wie etwa Füchsen und Mardern und im Winter auch mal vor starken Minusgraden schützt, brauchen Laufenten unbedingt eine Badegelegenheit. Wie alle Enten genießen auch Laufenten ein Bad im erfrischenden Nass. Das lässt sich einfach durch mit Wasser gefüllte Wannen lösen. Besser, doch nicht immer umsetzbar, ist natürlich ein großer Teich. Aber Achtung: Laufenten schaffen es, so ziemlich jeden Teich zu vermatschen. Also ist eine Wanne vielleicht doch die bessere Alternative.

Laufente am Wasser
Ein Teich oder ein Gefäß mit Wasser ist wichtig für das Wohlbefinden von Laufenten [Foto: Lioneska/ Shutterstock.com]

Laufenten richtig füttern

Selbst wenn die Enten ausreichend Platz zum Suchen und Finden von Insekten, Schnecken und Würmern haben, sollten Sie ihnen zusätzlich immer etwas Futter anbieten. Dieses sollte verschiedene Getreidekörner und Muschelkalk enthalten. Den Kalk müssen die Tiere zu sich nehmen, um die Schale der Eier produzieren zu können. Mangelt es an Kalk, so ist die Schale dünner, und im Extremfall bleibt das Ei sogar ganz ohne Schale. Sparen Sie nicht an Futter, gerade falls aktuell nicht so viele anderweitige Nahrungsquellen zur Verfügung stehen. Übrigens sind Enten auch hervorragende Resteverwerter. Speisen, die kaum gewürzt oder gesalzen sind, verzehren sie mit Hingabe. Nur Avocado sollten Sie keinesfalls verfüttern.

Dass auch mehr als genug sauberes Wasser zum Trinken für die Tiere zur Verfügung stehen sollte, ist keine Frage. Steht nämlich nur zu wenig oder gar keines bereit, können Laufenten an Schnecken qualvoll ersticken!

Ausreichend Auslauf für Laufenten

Als Umzäunung reicht im Prinzip ein Zaun mit einer Höhe von 80 Zentimetern, weil Laufenten nicht gern fliegen. Allerdings sollten die Maschen eng sein, da die Tiere mit ihren schlanken Körpern durch erstaunlich kleine Löcher passen. Und ist der Zaun nicht direkt am Boden, bietet sich auch hier eine willkommene Gelegenheit. Innerhalb des Zaunes brauchen die Enten ganzjährig ausreichend Platz. Laufenten wollen laufen und so sind 500 Quadratmeter für ein Entenpärchen nicht zu viel. Weniger als 100 Quadratmeter pro Ente sollten es aber keinesfalls sein.

Doch Laufenten haben nicht nur materielle Bedürfnisse. Sie sind soziale Tiere und brauchen deshalb mindestens einen Partner, mit dem sie die Umgebung erkunden und umherschnattern können. Man kann Laufenten zum Beispiel als Pärchen halten oder aber als größere Herde. Im Falle einer größeren Herde ist es ratsam, mehr Weibchen als Männchen zu haben, da die Damen dann zur Paarungszeit weniger belästigt werden.

Tipp: Vergessen Sie bei der Anschaffung der Laufenten auch nicht die rechtlichen Bedingungen. Die Tiere müssen unbedingt dem Veterinäramt gemeldet werden.

Was sollte man bei der Haltung von Laufenten beachten?

  • Stall als Schutz vor Raubtieren und Minusgraden
  • Badegelegenheit
  • Immer ausreichend frisches Trinkwasser
  • Mindestens 100 m² Platz pro Ente
  • Immer zusätzliches Futter bereitstellen
  • Sicherer Zaun
  • Gesellschaft für die Tiere

Vor- und Nachteile bei der Haltung von Laufenten

Laufenten sind wunderbare Tiere. Mit ihrem wackelnden Gang auf den großen Füßen wirken sie äußerst bizarr. Doch sie sind nicht nur ziemlich interessant zu beobachten, sondern bringen auch noch mehr Leben in den Garten. Gehalten werden sie in den meisten Fällen, um Schnecken zu bekämpfen. Aber sie bringen noch zahlreiche andere Vorteile mit sich. Beispielsweise sind dies die schmackhaften Enteneier, von denen die schnatternden Gesellen zahlreiche produzieren, immerhin bis zu 160 Eier pro Jahr und Ente. Für Menschen mit Hühnereiweißallergie lohnt sich das besonders, denn häufig können sie Enteneier unbehelligt verzehren – aber auch hier sollte man sich vorher auf mögliche Kreuzallergien testen lassen. Neben ihrem Nutzen als Eierlieferant und Schneckenverzehrer sind Laufenten auch charmante Haustiere. So manche Laufente kann mit viel Liebe gar so zahm werden, dass sie sich mit Begeisterung hochheben lässt.

Laufenten im Feld
Auf einem Reiterhof lernte ich eine Laufente kennen, die so lang an den Schnürsenkeln zog, bis man sie endlich auf den Arm nahm und mit voller Aufmerksamkeit streichelte [Foto: ABO PHOTOGRAPHY/ Shutterstock.com]

Natürlich sollte man bei all der Laufenten-Begeisterung nicht vergessen, dass die Tiere auch ihre Ansprüche haben und nicht nur da sind, um den Menschen zu erfreuen. Das Problem mit den Tieren ist, dass sie so intelligent sind, dass sie nahezu überall, wo sich ein Loch im Zaun auftut, dieses auch finden werden. Und wenn sich hinter diesem Loch gerade ausgerechnet der leckere Salat oder frisch gesetzte Jungpflanzen befinden, dann ist davon bald nichts mehr übrig. Außerdem müssen sie ausreichend vor Raubtieren geschützt werden. Sie sollten also unbedingt darauf achten, dass die Tiere nachts in den Stall gehen. An kalten Wintertagen mit viel Schnee wagen sich Raubtiere vor Hunger manchmal sogar tagsüber in die Gärten mit Hühnern und Enten.

Helfen Laufenten gegen Schnecken und Co?

Die Frage, ob Laufenten gegen Schnecken und andere Schädlinge helfen, kann definitiv mit Ja beantwortet werden. Sie verzehren die nervigen Plagegeister sogar besonders gern. Doch man sollte dabei nicht verschweigen, dass Laufenten auch durchaus gern als nette Abwechslung einmal einen Salatkopf verzehren oder zum Ärger des Anbauers auch Neupflanzungen und Sämlinge. Wer als kleine Pflanze nicht gefressen wird, sieht sich trotzdem den großen Entenfüßen ausgesetzt, die gnadenlos über einen hinwegtrampeln. Das Motto „Enten in den Garten und alles ist in bester Ordnung“ trifft also nicht ganz zu.

Es ist deshalb empfehlenswert, ein ausreichend großes Areal im Garten fest abzuzäunen, sozusagen als Basislager. Hier befinden sich der Stall, die Futterstelle und die Badegelegenheit. Zwischen Spätsommer und Frühjahr, wenn der Salat bereits geerntet ist und nicht mehr viel im Garten steht, bekommen die Enten dann bis zum Frühjahr freien Auslauf. Während der Sommermonate können Sie den Tieren dann Platz auf einer Wiese bieten. Eine andere Variante ist auch, mit einem mobilen Zaun die Tiere in bereits abgeerntete Beete zu lassen oder noch nicht abgeerntete Beete auszuzäunen. So sind die Laufenten während der Hauptwachstumszeit nicht im Beet.

Schnecke vor einem Stoppschild
Vieles spricht für Laufenten als Schneckenschutz [Foto: Wolphgang/ Shutterstock.com]

Laufenten gegen Schnecken

Natürlich findet so während der Anbauzeit keine direkte Schneckenbekämpfung statt, doch im Herbst, wenn die Schnecken ihre Eier legen, reduzieren die Laufenten deren Nachwuchs schon für das kommende Jahr. So kann der Schneckenbestand deutlich verkleinert werden. Über den Sommer sind dann wesentlich weniger Schnecken im Garten. Und mit diesen wissen Sie nun endlich auch, wie Sie sie los werden können: Rein ins Entengehege!

Möchten Sie Ihre Enten auch im Sommer in die Beete lassen, dann sollten Sie die Enten zumindest, wenn die Gemüse- und Zierpflanzen noch ganz jung sind, fernhalten. Später können Sie dann vorsichtig experimentieren, welche Pflanzen Ihre Enten unberührt stehen lassen und wo die Enten in einem unbeobachteten Moment doch einmal zubeißen.

Laufenten gegen den Buchsbaumzünsler

Doch Laufenten helfen nicht nur gegen Schnecken. Sie verzehren auch liebend gern den Buchsbaumzünsler. Kein Wunder, denn die beiden Tierarten sind sich in ihrer Heimat in Asien sicher schon häufiger begegnet. Den Buchsbaum (Buxus sempervirens) hingegen lassen sie unangetastet – eine hervorragende Kombination.

Helfen Laufenten gegen Schnecken und Co?

  • Laufenten entfernen effektiv ganzjährig Schnecken und im Herbst auch deren Eier
  • Salat und junges Gemüse landet gern – neben den Schnecken – im Magen der Enten
  • Für den effektiven Einsatz von Laufenten sollten Sie planen, wann die Enten wohin dürfen
  • Laufenten helfen auch gegen Buchsbaumzünsler

Wenn Sie sich für weitere Methoden zur Bekämpfung von Schnecken interessieren, finden Sie hier unseren Artikel zum Thema.

Laufenten im Garten
Neben Schnecken und Buchsbaumzünslern werden auch diverse andere Schädlinge mit Hingabe von den Enten verzehrt, sodass kaum ein Insekt vor ihnen sicher sein dürfte [Foto: Roman Kybus/ Shutterstock.com]

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