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Lebensmittelverschwendung: 6 Tipps zur Müllvermeidung

Oft landen Lebensmittel unnötigerweise im Müll. Wir geben praktische Tipps, um im Alltag Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Lebensmittel in einer Mülltonne
Mülltonnen voller Lebensmittel sind heutzutage leider keine Seltenheit [Foto: Fevziie/ Shutterstock.com]

In unserer heutigen Gesellschaft sind wir es gewohnt, dass uns jederzeit alles im Überfluss zur Verfügung steht. Leider sind dann doch oft die Augen größer als der Magen und schon landen Teile unserer Lebensmittel in der Tonne. In der EU sind allein die Privathaushalte für mehr als die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel verantwortlich. Pro Kopf sind das circa 173 kg Müll, der nur durch weggeschmissenes Essen entsteht und oft schwerwiegende Folgen mit sich bringt. Da uns Nachhaltigkeit nicht nur im Garten wichtig ist, möchten wir mit Ihnen sechs Tipps zur Lebensmittelverschwendung teilen.

6 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist in unserem Alltag leider allgegenwärtig. Dabei gibt es ein paar einfache Tipps, um sie größtenteils zu vermeiden. Hierbei geht es uns nicht um Perfektion, sondern darum, einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln zu fördern. So können Sie Ihr Leben nachhaltiger gestalten und gleichzeitig auch noch Ihren Geldbeutel schonen.

1. Essen planen

Dieser Tipp scheint auf den ersten Blick recht banal, kann aber einen großen Unterschied bewirken. Denn wer sich am Anfang der Woche kurz Zeit nimmt und darüber Gedanken macht, wie oft, wann und was in den nächsten Tagen gegessen wird, kauft schon viel organisierter ein. Zu dieser Gelegenheit können dann auch gleich noch die Vorräte überprüft und bei Bedarf aufgefüllt werden. Mit einem Einkaufszettel ausgestattet geht so ein Einkauf auch viel schneller und man spart sich unnötige Impulskäufe, die am Ende vielleicht doch nicht verwertet werden. Das heißt natürlich nicht, dass nicht auch mal die Lieblingsschokolade spontan im Einkaufswagen landen darf.

2. Aufs Haltbarkeitsdatum achten

Werfen Sie beim Einkauf mal einen Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und wägen dann ab. Können Sie das große Joghurtglas mit reduzierter Haltbarkeit im Angebot wirklich in den nächsten Tagen aufessen, oder sind Sie gar nicht Zuhause? Hält sich das Fleisch bis zum Wochenende, oder sollten Sie es vielleicht lieber am Samstag frisch kaufen? Natürlich kann man nicht jeden Tag zum Supermarkt fahren, leicht verderbliche Waren wie Fleisch oder Fisch sollte man trotzdem nicht zu weit im Voraus kaufen. Hinsichtlich des Mindesthaltbarkeitsdatums ist jedoch auch Vorsicht geboten: Schließlich sind die Lebensmittel oft weitaus länger haltbar, als angegeben. Ein einfach Geschmacks- und Geruchstest kann hier Klarheit verschaffen.

Dose mit aufgedrucktem Haltbarkeitsdatum
Das Haltbarkeitsdatum bietet eine gute Orientierungshilfe – wird aber von den Herstellern oft viel zu früh angesetzt [Foto: CalypsoArt/ Shutterstock.com]

3. Weniger ist mehr

Leider sind meistens gerade XL-Packungen im Angebot. Dabei ist weniger oft mehr: Schließlich lohnt es sich weder finanziell noch ökologisch, wenn die Hälfte der Kekse in den Müll wandert, weil sie alt und ungenießbar geworden sind. Besonders Obst und Gemüse kauft man am besten unverpackt. So kann man nicht nur die Menge besser einschätzen, sondern auch die einzelnen Früchte genauer anschauen. Oft sorgen Obstnetze und Co. dafür, dass die Lebensmittel bereits vom Supermarkt entsorgt werden müssen. Denn ist eine Frucht schlecht, müssen alle anderen noch genießbaren Früchte schließlich mit weggeworfen werden. Wir raten deshalb, lieber auf Einzelwaren zurückzugreifen, deren Angebot bei einer größeren Nachfrage mit der Zeit auch größer wird. So vermeiden Sie gleichzeitig Plastikmüll und wirken der Lebensmittelverschwendung entgegen.

4. Lebensmittel richtig lagern

Damit Ihre Einkäufe Ihnen auch möglichst lange erhalten bleiben, gilt es, auf die richtige Lagerung zu achten. Leicht verderbliche Lebensmittel gehören sofort nach dem Einkauf in den Kühlschrank – und zwar am besten in das für sie vorgesehene Fach (Fleisch und Fisch nach unten, Milchprodukte in die mittlere Ablage, Essensreste, Eier und Käse nach oben). Trockene Lebensmittel sollten hingegen trocken und dunkel gelagert werden, nach der Öffnung am besten in Gläsern oder anderen dichten Behältern. Aufpassen sollte man vor allem bei Lebensmitteln wie Tomaten und Äpfeln: Diese lieber separat von anderen aufbewahren! Wichtig sind vor allem regelmäßige Kontrollen der Vorräte. So verhindert man nicht nur, dass sich beispielsweise Fäulnis oder Schimmel ausbreiten, sondern bekommt auch gleich einen besseren Überblick über die noch vorhandenen Lebensmittel.

Offener Kühlschrank voller Lebensmittel
Auch das richtige Einräumen des Kühlschranks will gelernt sein [Foto: New Africa/ Shutterstock.com]

Gerade bei großen Ernten aus dem eigenen Garten lohnen sich auch andere Methoden der Haltbarmachung. In unserem Artikel stellen wir verschiedene Möglichkeiten der Konservierung vor. Tipps & Tricks zum Einfrieren von Obst und Gemüse gibt es hier.

5. Reste verwerten

Hierbei gilt es vor allem, bereits gekochte und angebrochene Lebensmittel sinnvoll in den Speiseplan zu integrieren und aufzubrauchen, bevor sie schlecht werden. Dazu sind, wie bereits erwähnt, eine gute Planung und regelmäßige Kontrollen notwendig. Generell sollten Sie Reste immer gut lagern (z. B. in einer Dose im Kühlschrank) und ihnen in Ihrem Speiseplan den Vorrang geben. Dabei kann auch ein „Restessen“ mit ein bisschen Fantasie zum echten kulinarischen Höhepunkt werden. Wem noch ein bisschen Inspiration fehlt, der wird im Internet zum Beispiel auf Restegormet.de fündig. Hier kann man angeben, was man gerne verwerten würde, und bekommt dazu passende Rezepte vorgeschlagen.

6. Online Lebensmittel retten

Auch online gibt es Möglichkeiten, um Essen vor dem Müll zu retten. Auf Foodsharing-Webseiten kann man sich beispielsweise informieren, wo man in seiner Stadt kostenlos übriggebliebene Lebensmittel abholen kann. Bei einer großen Ernte kann man diese auch selbst über diese Plattformen verschenken. Apps wie Too good to go zeigen zudem an, in welchen Restaurants, Imbissen, Bäckereien etc. in der Nähe Gerichte übriggeblieben sind. Diese können dann für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises gekauft und abgeholt werden. Bei sirplus.de kann man online gerettete Lebensmittel zu sehr günstigen Preisen bestellen. Auch das Unternehmen Etepetete setzt sich für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Lebensmitteln ein und bietet Boxen mit Obst- und Gemüse an, das optisch nicht dem Standard entspricht und aussortiert wurde. Und wer sich auch von abgelaufenen Haltbarkeitsdaten nicht abschrecken lässt, kann in seiner Stadt mal nach Supermärkten suchen, die abgelaufene aber noch genießbare Lebensmittel zu kleinen Preisen weiterverkaufen.

Krumme Kartoffel in Hand
Nur weil das Gemüse manchmal eine ungewöhnliche Form hat, ist es nicht gleich ungenießbar [Foto: Nailya Yakubova/ Shutterstock.com]

Es müssen aber nicht immer große Unternehmen sein, auch kleinere Organisationen und Privatpersonen setzen sich aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein. Die Webseite Lebensmittelwertschätzer.de dient als Datenbank und führt verschiedenste Initiativen und Unternehmen auf, die sich zu diesem Thema engagieren.

Mehr Infos zum Thema Lebensmittelverschwendung und weitere Tipps liefert das Bundeszentrum für Ernährung.

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