Luo Han Guo: Die süßeste Frucht der Welt

Die Luo Han Guo (auch Mönchsfrucht genannt) trägt den Titel „Süßeste Frucht der Welt“. Bilder und Informationen zur süßen Frucht finden Sie hier.

Luo Han Guo Früchte auf Platte Tisch

Die süßeste Frucht der Welt sieht sehr unscheinbar aus [Foto: Mamsizz/ Shutterstock.com]

Dreihundertmal süßer als Zucker soll die Luo Han Guo-Frucht (Siraitia grosvenorii) sein, die auch unter dem Namen Mönchsfrucht oder Südchinesische Frucht bekannt ist. Wer noch nie von dieser Pflanze gehört hat, dürfte wohl nicht allein sein, denn außer im Süden Chinas oder Gebieten im Norden Thailands, wo das Gewächs beheimatet ist, ist die Luo Han Guo-Frucht eher unbekannt. Die zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) gehörende Pflanze ist aber bereits vor einhundert Jahren bei uns aufgetaucht, blieb jedoch weitestgehend unbekannt. Ihre unnachahmliche Süße soll im Fruchtfleisch liegen und beruht auf speziellen chemischen Inhaltsstoffen. Was es sonst noch über diese unbekannte Superfrucht Luo Han Guo zu wissen gilt, erfahren Sie hier.

1. Luo Han Guo: Die süße Kleine

Die Luo Han Guo-Frucht wächst wie eine Weinrebe. Die Pflanze erreicht eine Höhe zwischen drei und fünf Metern und besitzt herzförmige Blätter. Für ein optimales Wachstum sollte die Pflanze die Möglichkeit haben, sich an einem Gitter oder einer Weinlaube stützen zu können. Die eigentlichen Früchte sind bis zu 7 cm groß und verändern ihre Farbe je nach Reifegrad von grün zu braun. Allgemein ist der Anbau mit geringem Aufwand verknüpft und bedarf keinen speziellen Kenntnissen. Bei einzelnen Händlern bekommt man auch schon Samen nach Deutschland geliefert. Wenn eine frostfreie Überwinterung gewährleistet ist und man beide Geschlechter der zweihäusigen Pflanze erwirbt, steht dem eigenen Anbau eigentlich nichts mehr im Weg.

2. Luo Han Guo: Zubereitung des pflanzlichen Zuckers

Die Früchte werden schnell verarbeitet, da sie nach der Ernte sofort anfangen zu faulen. Auch werden sie nicht roh gegessen, sondern vorsichtig im Ofen gegart, bis sie eine schwarze Färbung annehmen. Danach werden die Früchte halbiert und mit heißem Wasser aufgegossen. Nach circa fünf Minuten wird das Wasser abgeschöpft. Zurück bleibt ein süßer Saft, das Endprodukt der Luo Han Guo. Die Chinesen schreiben der Frucht übrigens Heilkräfte zu. Sie soll gegen Hitzschlag, Husten, Phlegma und Verdauungsproblemen helfen und wird auch „Lebensfrucht“ genannt wird.

3. Luo Han Guo: Industrielle Verwendungsmöglichkeiten

Die Luo Han Guo wird aufgrund ihrer unwiderstehlichen Süße als Zuckerersatz in vielen ausländischen Produkten verwendet und eignet sich auch für Diabetiker. Jedoch ist ihre Nutzung als Süßungsmittel in der EU bisher noch nicht erlaubt, auch wenn die Genehmigungsverfahren bereits laufen. Die Nachfrage nach pflanzlichen Süßungsalternativen findet auch bei uns in Deutschland immer mehr Anklang und wird in Zukunft ein wichtiges Thema bleiben. Denn der bisher in vielen Endprodukten enthaltene, synthetische Zucker ist deutlich ungesünder, als bisher bekannte pflanzliche Süßungsmittel wie Honig, Stevia oder Agavendicksaft.

4. Luo Han Guo: Alternative zu Zucker und Stevia

Vergleicht man die Luo Han Guo Frucht zum Beispiel mit Stevia, werden einige markante Unterschiede deutlich. Während Stevia eher tropisches Klima benötigt und deshalb auch nur in bestimmten Gebieten Indiens angebaut werden kann, gibt sich die Mönchs Frucht mit deutlich weniger zufrieden. Im Vergleich zum Stevia-Anbau ist die Luo Han Guo also eher unproblematisch und könnte auch in unseren Breiten Einzug erhalten.

Den Weg in unsere deutschen Supermärkte oder Gärten hat die Frucht leider noch nicht gefunden, jedoch ist auch dies vermutlich nur eine Frage der Zeit.

Melissa

Ich bin Journalistin und Autorin mit großer Begeisterung für grüne Themen. Das schließt für mich eine regionale und tierfreie Ernährung genauso ein, wie Bemühungen um eine schonende und nachhaltige Landwirtschaft. Ökologische Verantwortung sehe ich vor allem auch im globalen Kontext.
Lieblingsobst: Himbeeren und Blaubeeren
Lieblingsgemüse: Feldsalat, Tomate und Aubergine

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